Wie den Verlust des 1.Pferdes verkraften?

13 Antworten

Meiner ist letztens erst gestorben, da die Aorta beim longieren (was damit nichts zu tun hat) gerissen ist. Für mich war es total schrecklich zu sehen, wie er vor meinen Augen tot umfällt. Wirklich grauenvoll, das wünscht man keinem.

Zu Beginn habe ich mir die Seele aus dem Leib geheult und man musste mich regelrecht von ihm wegzerren, denn ich hatte mich zu ihm auf den Boden gelegt. Als ich dann von ihm weg war, hatte ich den Drang mein Pony ganz fest zu umarmen. Im Normalfall ist sie überhaupt nicht kuschelig, aber in dem Moment hatte sie begriffen, dass ich die jetzt brauchte und dann stand sie ganz still und war kuschelig.

Ich bin darüber hinweggekommen, indem ich von meinen Freunden und meiner Familie ganz viel abgelenkt wurde. Über den Vorfall reden konnte ich nicht, aber wenn ich wollte konnte ich immer mit jemandem drüber reden. Bis ich anfangen konnte darüber zu reden, hat es einige Zeit gedauert. Jetzt 7 Monate später kann ich problemlos drüber reden, aber zu Hause bin ich trotzdem immer mal wieder am Ende und weine total, weil ich ihn immernoch vermisse. Zudem hab ich immernoch vor Augen, wie er vor mir umfällt und ich dann bei ihm auf dem Boden liege.

Zu seiner alten Box bin ich bis heute nicht mehr gegangen (glücklicher Weise liegt sie etwas abgelegen). Nach diesem schrecklichen Vorfall bin ich auch eine Woche nicht zum Stall gegangen. Die Reitbeteiligung hat sich die ganze Woche gekümmert und hatte auch ganz klar die Anordnung bekommen, sich im Notfall bei meiner Reitlehrerin zu melden und nicht bei mir, da ich Abstand brauchte. Ich bin in der Zeit lediglich zu dem Pferd meiner Reitlehrerin gegangen. Er stand aber auch an einem anderen Stall und ich war super glücklich ein top Pferd reiten zu dürfen. Er hat mich super abgelenkt!

Dass mir alle sagten, dass ich nichts für seinen Tod konnte, er schnell und ohne Schmerzen gestorben ist und wir eine tolle Zeit hatten, hat mir in dem Moment natürlich gar nicht geholfen. Jetzt im Nachhinein hilft es etwas, aber die Trauer ist immernoch zu groß. Ich muss auch sagen, dass ich immernoch nicht so ganz damit zurecht komme, wenn ein Pferd an der Longe bockt. Ich habe immernoch zu sehr Angst, dass es so wie mein Großer endet. Das bocken des Großen an der Longe hatte zwar gar nichts mit dem Aortariss zu tun, aber ich verbinde es einfach sofort damit.

Im Endeffekt kann ich dir jetzt aber nur sagen, wie das alles bei mir abgelaufen ist. Wie du es machst, musst du ganz alleine für dich wissen. Das wirst du vermutlich erst wissen, wenn es so weit ist und dann ganz kurzfristig entscheiden, wann du was machen willst. Mir persönlich hat die Ablenkung einfach super gut getan.

jedes Pferd, das ich verloren habe, egal ob durch Unfall oder Altersschwäche oder Krankheit, nimmt ein Stück aus meinem Herzen mit sich

jedem Tier, das bei uns ging wurde ein Baum gepflanzt mit einem großen Büschel seiner Haare darunter (oder bei den ganz kleinen eben mit dem Tierchen drunter).

SO erinnertn wir uns täglich an sie und sie schenken uns für viele JAhre weiterhin ihre Liebe , indem sie den Obstbäumen über ihnen Kraft zum wachsen geben.

Auf etlichen großen Gestüten war das früher so üblich; auch manche Jäger machen das mit ihren verstorbenen Hunden, daher habe ich das gelernt und es hilft mir, wenn der Kloß im Hals mal wieder ganz arg ist: die Blumen unter dem Baum zu pflegen tut mir dann gut. Dann denke ich an meine Katzen, meine beiden tot geborenen Fohlen und all die Pferde, die ich bis zum Ende begleitet habe.

p.s. du kannst übrigens für dein Pferd im www eine virtuelle Trauerseite anlegen mit Fotos, Geschichten, Gedichten usw - hab ich auch schon gemacht; aber mein Obstgarten ist für mich einfach greifbarer....

ich bin sicher ,auch DU findest DEINEN ganz persönlichen Abschiedsweg.

(p.p.s: du solltest nicht unbedingt dabei sein, wenn das tote Pferd abgeholt wird!)

Jeden Sommer freue ich mich über das leckere Obst und denke dankbar wieder an meine Tiere.

Übrigens:
Unsere Katzen sind übrigens seid JAhrzehnten die idealen Totenwächter: wenn nach ca. 20 Minuten die Seele entwichen ist und wie zweibeiner rein gehen , um die Formalitäten zu erledigen, halten sie noch 2 Stunden getreulich WAche. Dann verabschieden sie ihren großen Freund und gehen wieder auf Mäusejagd.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Reiten-Haltung-Zucht-Ausbildung n.LTJ u.ä.

Es ist schwer, aber du solltest immer zum Wohl des Tieres entscheiden. Wenn sich dein Pferd nur noch quält und es keine Chance auf Heilung gibt, musst du die Entscheidung tragen. Das ehrt dich und dein Pferd wird es dir danken.

Ich bin auf einem Pferdehof aufgewachsen und mein Vater hatte schon immer einen Fable für alte oder kranke Tiere, die niemand mehr haben wollte.
So kamen wir zu "Bonny", einem Shettland Pony mit massig Übergewicht, Arthrose in den Gelenken und einem unfassbar verzogenen Dickschädel. Aber ich (damals wohl so 8 oder 9) habe mich Hals über Kopf in den Sturschädel verliebt.
Mein Vater meinte, was ich mit dem Pony wolle, ich wäre bald zu groß und könne sie nicht reiten.
Aber das war mir egal. Es hat einige Zeit gedauert, aber irgendwann waren Bonny und ich ein Team.

Leider mussten wir sie dann einschläfern lassen nach ein paar Jahren und ich war bei ihr bis zum letzten Atemzug.

Das war mir wichtig, auch wenn ich Rotz und Wasser geheult habe. Ich wollte bei ihr sein, wie sie bei mir war über all die Zeit, das war ich ihr schuldig.

Ich kann es dir nur an Herz legen, bis zum Schluss dabei zu sein, auch wenn es echt hart ist. Aber ich hätte es bereut, draußen gewartet zu haben, während sie einsam hätte gehen müssen. Die Tiere vertrauen uns und binden sich an uns.

Lass deine Trauer zu, weine, schimpfe, fluche und dann stell ein schönes Foto von deinem Pferd auf, etwas, das dich glücklich macht, wenn du daran denkst und vergiss das Tier niemals, dann wird es immer bei dir sein.

Oh Mann, üble Sache... meine Cousine hat ihre Stute auch durch solch eine Schwachsinnsaktion verloren :( drück dir die Daumen, dass deine alte Dame es packt!!!!

Und wenn nicht, dann tut es einfach erstmal sehr sehr weh! Du hast noch andere Pferde - gut so. Sie werden dir helfen, den Verlust zu überwinden, aber das dauert. Wegstecken kann man das nicht, aber mit der Zeit wird es leichter. Trauern ist eine individuelle Sache - daher gibt es auch kein Patentrezept. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, mir hat es beim Heimgang meiner Pferde gut getan, den Schmerz zu zulassen. Hab aber auch schon Leute erlebt, die besser klar kamen, wenn sie erstmal alles ausgeblendet haben.

Alles Gute!

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Danke

Sie kämpft momentan noch und gibt nicht auf. Vorhin wollte sie freiwillig laufen. Mussten sie gestern dazu regelrecht noch zwingen. Allerdings äppelt sie noch nicht und das obwohl sie immer wieder Heu frisst.

Ich verstehe diese Leute nicht. Die müssen doch wenigstens etwas Verstand haben um zu wissen, dass man fremde Tiere nicht füttern soll.

Das eine Pferd (was es auch erwischt hat) hat es nicht geschafft und ist letzte Nacht gestorben. Die Stute war gerade mal 6 Jahre alt.

Bin nur froh, dass meine andere Pferde und das Pony meine Tochter nicht auf diese Koppel stand und sie Fit sind.

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@Maxxam2015

Unfassbar....!!! Bei meiner Cousine war es so, dass ihr Pferd nach überstandener Kolik-OP auf einem Sandpaddock stand - die anderen nebendran auf der Wiese. Heuraufe von der Straße nicht einsehbar. Also dachte sich ein "Gutmensch" dass das arme Pferd ja sicher Hunger hat u. konnte auch gar nicht verstehen, warum es nicht mit den anderen auf dem Gras steht. Da hat er dann 'ne Fuhre Gras, Äpfel u. Karotten gebracht... diese Kolik hat die Stute dann nicht überlebt. Wir haben im Nachhinein erfahren, wer das getan hat u. es tat der Person auch wahnsinnig leid. Aber davon wird das Pferd ja auch nicht wieder lebendig... :(

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@Hjalti

Wir haben die Vermutung, dass Eltern mit ihre Kindern den Pferden verschimmeltes Brot hingeworfen haben. Zumindest haben wir Brot auf der Koppel gefunden.

Wir verstehen es nicht. Haben sogar Schilder dort und trotzdem.

Auf der Koppel stehen jetzt keine Pferde mehr. Der Stallbesitzer hat die Koppel gesperrt und nur noch doe freigegeben wo kein unbefugter mehr dran kommt.

Von einer Entschuldigung kann man sich auch nichts kaufen und wenn man sieht wie ein normalerweise kerngesundes Pferd um sein Leben kämpft dann bekommt man einfach nur eine Wut.

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@Maxxam2015

Ja, absolut ätzend! Da nutzen leider auch Schilder u. Co. nicht. Aus dem Grund habe ich meine Koppeln auch so, dass nichts direkt von außen erreichbar ist.

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Wenn sie so alt wurde,hatte sie bei dir ein schönes Leben. Aber es ist natürlich schlimm und traurig,wenn ein geliebtes Tier stirbt. Du bist nicht allein. Leider muss jeder,der Tiere hält,damit rechnen,es früher oder später zu verlieren. Manchmal durch Unfälle,manchmal auf natürliche Weise. Nimm Abschied von ihr,drucke vielleicht Fotos von ihr aus. Auch wenn es sehr wehtun wird,sie hatte sicher ein wunderschönes Leben. Erinnere dich immer wieder daran.

Du schaffst das.

LG

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