Wie definierte Kant Mut?

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2 Antworten

Für eine Suche ist das Heranziehen von allgemeinen Philosophielexika und von besonderen Kant-Wörterbüchern nützlich. Dort besteht Aussicht, Aussagen mit Stellenangaben zu erhalten.

In kurzer Zusammenfassung ausgedrückt versteht Immanuel Kant unter Mut die Stärke eines Gemütszustandes (einer seelischen Verfassung), vor einer Gefahr nicht zurückzuweichen, sondern sie mit Überlegung auf sich zu nehmen.

Mut kann einerseits zur Sinnlichkeit gehören, andererseits darüber hinausgehend eine Tugend sein, nämlich von Vernunft getragene wahre Tapferkeit.

Diese folgt auch bei Gefahr dem, was die Pflicht (Gebot des sittlichen Gesetzes, das ein vernunftbegabtes Wesen als der praktischen Vernunft entsprechend eingesehen hat und aus freiwilliger Selbstbindung als ein von ihm selbstbestimmt aufgestelltes, allgemein für vernünftige Wesen gültiges sittliches Gesetz achtet), gebietet.

wichtige Stellen bei Kant, an denen Mut definiert wird:

Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht (1798). Erster Theil. Anthropologische Didaktik. Von der Art, das Innere sowohl als das Äußere des Menschen zu erkennen. Drittes Buch. Vom Begehrungsvermögen. Von der Furchtsamkeit und der Tapferkeit. § 77. (AA VII 256)

„Bangigkeit, Angst, Grauen und Entsetzen sind Grade der Furcht, d. i. des Abscheues vor Gefahr. Die Fassung des Gemüths, die letztere mit Überlegung zu übernehmen, ist der Muth; die Stärke des inneren Sinnes ( Ataraxia ), nicht leicht wodurch in Furcht gesetzt zu werden, ist Unerschrockenheit. Der Mangel des ersteren ist Feigheit, des zweiten Schüchternheit.

Herzhaft ist der, welcher nicht erschrickt; Muth hat der, welcher mit Überlegung der Gefahr nicht weicht; tapfer ist der, dessen Muth in Gefahren anhaltend ist. Wagehalsig ist der Leichtsinnige, der sich in Gefahren wagt, weil er sie nicht kennt. Kühn, der sie wagt, ob er sie gleich kennt; tollkühn, der bei sichtbarer Unmöglichkeit seinen Zweck zu erreichen sich in die größte Gefahr setzt […].“

„Der Muth dagegen beruht auf Grundsätzen und ist eine Tugend. Die Vernunft reicht dem entschlossenen Mann alsdann Stärke, die ihm die Natur bisweilen versagt.“

(AA VII 257)

„Der Muth als Affect (mithin einerseits zur Sinnlichkeit gehörend) kann aber auch durch Vernunft erweckt und so wahre Tapferkeit (Tugendstärke) sein.“

(AA VII 259)

„Tapferkeit ist gesetzmäßiger Muth, in dem, was Pflicht gebietet, selbst den Verlust des Lebens nicht zu scheuen. Die Furchtlosigkeit machts allein nicht aus, sondern die moralische Untadelhaftigkeit ( mens conscia recti ) muß damit verbunden sein, wie beim Ritter Bayard ( chevalier sans peur et sans reproche ).“

Respekt Albrecht. Als Beispiel: Es gehört auch Mut dazu, sich dem Zeitgeist zu widersetzen und alles "kurz und knapp" haben zu wollen. Denn hinter "kurz und knapp" lauert die Lüge.

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Die Aufforderung sapere aude wird in der Definition der Aufklärung durch Kant zum Wahlspruch der Epoche: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ ****Aufklärung im Sinne Kants ist Ermutigung zu selbständigem Denken in Überwindung von Faulheit und Feigheit.

Auch googlen will gelernt sein...lol

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