Wie definiert man "Fair" bei Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter, Lehrer und Schüler, Geschäftman und Kunde, Politist und Bürger, usw?

6 Antworten

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  • Gerechtigkeit und Fairness sind schwierig zu definierende Begriffe. Im Prinzip geht es immer darum, dass ein bestimmtes Verhalten angemessen ist sowie das gleiche Fälle auch gleich behandelt werden.
  • Hierarchie und Macht widersprechen nicht Fairness. Wichtig ist, dass der Vorgesetzte gleiche Fälle gleich behandelt und nicht aus persönlichen Gründen einzelne bevorzugt oder benachteiligt.

Danke! Es stimmt. Das ist wichtig, alle gleich zu behandeln. Aber wie ist, wenn man die Regel oder Gesetz selbst unfair findet, obwohl Chef gleiche Fälle gleich behandelt? z.B. ganz hart Strafe für winzige Fehler.

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@fjadra11

Das fällt dann unter meinen Punkt "Angemessenheit" -- ein ganz wichtiger Maßstab für Fairness. Die Reaktion muss der Ursache angemessen sein. Es darf keine Willkür herrschen, es müssen Folgen des Handelns für alle abschätzbar und nachvollziehbar sein.

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@Kajjo

Danke für Antwort! Ich habe mir weiter überlegt. "Angemessenheit"…ja, das ist gut und richtig. Und wie findest Du folgende Gesellschaftsproblem? Manche Gesellschaft hat zuerst Machtverhältnis eingestellt. z.B. 8 für Politist : 2 für Bürger. Man denkt "Diese Machtverhältnis ist angemessen" Dann wurde Regel oder Gesetz gemacht und ist lange Zeit so beglieben. Nun macht man weiter Regel nach diese Machtverhältnis ohne Zweifel und ohne Willkür. "Schüler zu schlagen ist angemessen" oder "Frau nicht mit Auto zu fahren ist angemessen". Dann ist mir kompliziert, ist das Fair??

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@fjadra11

Fairness ist keine Eigenschaft der Welt oder der Natur. Die Natur kennt keine Gerechtigkeit. Das Leben ist nicht fair. Das muss man als erstes erkennen und einsehen.

Gerechtigkeit ist ein rein menschlicher, kultureller Maßstab, der nur auf menschliches Verhalten angewandt werden kann. Wenn man dies erkennt, dann wird sofort klar, dass das, was wir als Angemessenheit empfinden, von Tradition und Kultur einer Gesellschaft abhängt. Verschiedene Gesellschaften mögen das verschieden empfinden.

Schüler zu schlagen galt in der Tat lange als in Ordnung. Ob es im Einzelfall angemessen war, richtete sich dann im Gefühl der Schüler und der Lehrer danach, was der Schüler für eine Tat begangen hatte. Für echte Übergriffe haben das wahrscheinlich alle als angemessen empfunden, für minimalen Dreck unter den Fingernägeln erschien es den Schülern gewiss als unangemessen und war es auch. Ich denke, die meisten Menschen haben ein ganz gutes Gespür dafür, was eigentlich angemessen ist, wo also das Bauchgefühl sagen würde "hat er verdient".

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Das kannst du nur selbst machen. 

Es gibt kein objektives "Fair sein".

Gerechtigkeit ist eben eine subjektive Einschätzung.

Es gibt Verhaltensweisen, die in einer Gesellschaft nützlich sind und für eine stabile Entwicklung der Gesellschaft von Vorteil sind. Es lässt sich aber nicht objektiv sagen, welche das sind (das weiß man in der Regel erst im Nachhinein)

Fairness hat nichts mit der Rangabstufung zu tun. Ein Chef kann dir Anweisungen geben, die du ausführen musst. Ein Polizist kann dir eine Knolle geben (oder dich verhaften), ein Lehrer kann dir eine 5 geben.

Trotzdem können/sollten diese Personen fair bleiben. Fair: gerecht und niemals abwertend, beleidigend werden.

Wir haben uns im Freundeskreis mal darüber unterhalten, welche Lehrer wir in unserer Erinnerung am liebsten mochten. Es waren niemals die luschigen Lehrer, die alles durchgehen ließen. Auch nicht die strengen lehrer, die einen vor der Klasse lächerlich machten.

Die Leistung fordernden und strengen Lehrer, die die Leistung auch kontrollierten,  die aber immer fair blieben, also gerecht waren und den Schüler nie abwerteten, beleidigten, waren bei allen die beliebtesten Lehrer.  Bei denen lernte man was, weil sie Faulheit nicht durchgehen ließen, aber man musste niemals Angst haben, bloßgetellt zu werden.

Dasselbe ist bei Vorgesetzten auch der Fall. Ich hatte so eine Chefin. Die konnte durchaus auch eine unfähige Mitarbeiterin kündigen, aber sie blieb dennoch immer fair und immer gerecht. Sie ließ niemals ihre Launen bei den Mitarbeitern aus. Obwohl sie oft temperamentvoll herumbrüllte, aber sie hatte dann auch  nichts dagegen, wenn zurückgebrüllt wurde! Sie hat sich, wenn sie sich im Ton vergriff, bei dem jeweiligen Mitarbeiter entschuldigt.

ETc... Sie war fair.

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