WIE DARF MAN PREISE MACHEN?

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Grundsätzlich darf jeder die Preise nehmen, die er möchte. Es ist dabei völlig egal, ob diese in einer angemessenen Relation zum Wert stehen.

Es gibt nur wenige Ausnahmen:

  • Wucher: Damit bezeichnet man es, wenn man "unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen" Preise verlangt, "die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen". Solche rechtsgeschäfte sind nichtig (§ 138 II BGB) und unter umständen sogar strafbar (§ 291 StGB).
  • Preisregulierung: In einigen speziellen Märkten gibt es staatlich oder durch Verbände/Innungen reglementierte Preise, zum Beispiel bei Taxis, die Durchleitungsentgelte der Telekom, die Buchpreisbindung, EU-Roaminggebühren. Im beschriebenen Sofabeispiel gibt es jedoch keine solchen Regelungen.
  • Preisabsprachen zwischen mehreren Anbietern ("Kartelle") sind ebenfalls verboten.
  • Unlauterer Wettbewerb Wettbewerbsrechtlich ist es bedenklich, wenn jemand dauerhaft Waren unter seinen Selbstkosten anbietet, und dafür keine sachliche Rechtfertigung plausibel machen kann, kann von dadurch behinderten Wettbewerbern auf Unterlassung und Schadensersatz verklagt werden (§§ 3, 4 Nr. 10, 8 & 9 UWG). Damit wird verhindert, dass große, mächtige Anbieter mit finanziellem Polster über Dumpingpreise schwächere Anbieter vom Markt drängen, um anschließend eine Monopolstellung zu genießen.

Bei dem geschilderten Beispiel kommt es also wesentlich darauf an, ob Händler A

  1. seine Sofas unter dem Selbstkostenpreis verkauft (als Einstandspreis der Sofas sowie der zur Restauration erforderlichen Stoffe etc.)
  2. hierfür keine legitime Rechtfertigung vorbringen kann. Legitim ist es aber bereits, wenn A dies aus Liebhaberei macht - also kein Geld verdienen will, sondern einfach aus Spaß Sofas restauriert. Nicht legitim wäre es insbesondere, wenn A vor allem Händler B schaden möchte - aus welchen Motiven heraus auch immer.

Prinzipiell bist Du in Deutschland ( abgesehen vom Buchhandel ) in der Preisgestaltung frei. In Deinem Beispiel kann der Händler A solange er will für 500€ verkaufen. Fraglich ist halt nur, wie lange er das durchhält, wenn er damit nicht kostendeckend arbeitet. Es hat ja seinen Grund, dass B das Sofa für 2.000 € anbietet.

Jetzt kommen wir zum Aber: Es gibt das GWB, das "Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen". Das verbietet dann so ein paar Sachen. Du darfst z.B. nicht deine Waren dauerhaft (!) unter Deinem Einkaufspreis weiterverkaufen. Weiterhin darfst Du eine marktbeherrschende Stellung nicht übermäßig ausnutzen. Der Sinn dahinter ist folgender: Nehmen wir mal Dein oben beschriebenes Beispiel. Nehmen wir mal an, dass die 2.000 € ein fairer Preis Sind und der Händler B ( sowie C D E F und G)seine Kunden damit nicht übers Ohr gehauen hat. Nun kommt A, berechnet nur 500€ und macht damit permanent Verlust. Allerdings hat er viel Kapital im Hintergrund und kann es sich eine ganze Zeit lang leisten, pro Sofa über 1.000€ Verlust zu machen. Irgendwann geben die Händler B bis G auf, weil sie pleite sind. Dann ist nur noch A übrig, ist der einzige Anbieter und verkauft ab da an für 5.000€, weil er seine Konkurrenz vorher in die Pleite getrieben hat. Das soll durch das GWB verhindert werden.

Grundsätzlich nicht ganz verkehrt, was du schreibst, aber das Dumpingverbot ist nicht im GWB festgeschrieben, sondern ergibt sich aus dem UWG, insbesondere § 4 Nr. 10 UWG. Das GWB regelt anders als das UWG in erster Linie Preisabsprachen zwischen mehreren Wettbewerbern.

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wenn es kein Produkt mit einer Presiempfehlung ist wie z.b. bei Tageszeitungen oder Schokoriegeln dann kannstdu verlangen was du willst. muss halt jemanden finden, der es dann auch kauft. Die einzige Vorsicht ist geboten bei Betrug und Wucher. das tritt auf wenn du falsche Angaben machen würdest

kein Produkt mit einer Presiempfehlung

Die meisten Produkte haben eine Preisempfehlung vom Hersteller, an die du als Einzelhändler mitnichten gebunden bist! Es gibt jedoch auf einige wenige Erzeugnisse eine sog. Preisbindung, die für den Einzelhändler bindend sind. Schokoriegel fallen allerdings nicht darunter...

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