Wie dächte wohl ein tausendjähriger Mensch?

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20 Antworten

Hallo bluff,

eigentlich schade, dass er sich der Errungenschaften der modernen Medizin nicht erfreuen darf. :D

Ernst beiseite. Die eigentliche Frage ist doch nicht: 1000 Jahre gelebt und Erfahrungen gesammelt. - viel wichtiger ist doch, welche Lehren hat man aus diesen Erfahrungen gezogen.

Ich würde diesen Menschen sehr gerne kennenlernen, um das einmal zu hinterfragen.

Nun, die 1000jährige Erfahrung holen wir uns aus Büchern und Überlieferungen und machen uns ein Bild von der vergangenen Zeit. Hinzu kommen unsere ganz persönlichen Erfahrungen, Lehren und Schlüsse, bis auch unser Tun und Handeln nur noch nachlesbar sein wird.

Wer findet schon sein wahres "ich" und vor allem, was soll das sein? Und wie kommst Du darauf, dass man nach 1000 Lebensjahren so weit sein könnte und nicht erst nach 3 oder 100 tausend Jahren?

Unsere Festplatte ist so ausgelegt, dass sie alles wesentliche abspeichern kann und noch einiges mehr, nur nach einer so langen Lebenszeit, wer will da sagen, was für diesen einen Menschen wesentlich oder unbedeutend war?

Ob man sich weiterentwickelt? An welcher Stelle kann man aufhören sich zu entwickeln? Muss an es an einer Stelle? Nun, wenn ,man es täte, würde man keine 1000 Jahre alt.

Eine Frage, die mehr Fragen aufwirft, als man Antworten geben könnte. Aber manches mal helfen neue Fragen ja auch ein wenig weiter.

Eine gute Frage!

EF2

bluff 19.07.2011, 19:13

Wenn ich auf vergangene Ereignisse zurückdenke, denke ich immer "heutzutage würde ich mich anders verhalten". Ist man aber so alt, das man (fast) jede Situation zum x-ten mal erlebt, wird man dann irgendwann auf gleichen Ereignisse immer gleich handeln, auch wenn 10000 Jahre dazwischen liegen, sprich hört man an einen bestimmten Punkt auf zu bereuen?

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eurofuchs2 19.07.2011, 19:44
@bluff

Die Situationen sind nie ganz gleich, da sich im Laufe der Jahre immer wieder etwas verändert hat.

Mal ein Beispiel, dass vordergründig hinkt, aber dennoch den Kern trifft:

Du bist flotte 20 Jahre, triffst auf einen körperlich überlegenen, dem Du mit dummen Sprüchen kommst. Da macht er kurzen Prozess und Du bist der Dumme

Du bist flotte 132 Jahre, triffst auf einen körperlich überlegenen, dem Du mit dummen Sprüchen kommst, hast aber inzwischen eine Kampfsportart erlernt. Dann machst Du kurzen Prozess und er ist der Dumme.

Fazit, man wird nicht immer auf augenscheinlich gleiche Ereignisse gleich handeln, und man wird auch nicht aufhören, sich weiter zu entwickeln. Da man sich aber entwickelt, wird man Vergangenes auch immer mal wieder bereuen.

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bluff 19.07.2011, 20:37
@eurofuchs2

Logisch, aber ich habe eher Situationen gemeint in denen man gemäß seiner geistigen Einstellung handelt. Beispiel: Ein Mann war seit 1933 ein Nazi und wurde nach '45 nicht zur Rechenschaft gezogen. Also behält er seine Nazi-Ideologie bei, bis er in den darauffolgenden Jahren durch Nachdenken und Erfahrungen zu dem Schluss kommt, dass Faschismus Blödsinn ist und die Hautfarbe und Rasse nicht im Geringsten eine Rolle spielt. Tada, er hat sich weiterentwickelt. Sagen wir 2010 hat er erkannt, dass der Beruf nicht alles ist und dass man für die Karriere nicht über "Leichen" gehen darf. 2450 hat er erkannt, dass es keinen Sinn macht auf andere hinabzuschauen, weil Arroganz nur ein Zeichen von Schwäche ist und er somit auch sich selbst nichts Gutes tut. Er verändert also immer wieder seine Haltung und Sichtweise gegenüber dem Leben, sich und den anderen. Ich frage mich ob er diese Veränderungen auch noch 78900 durchmacht oder einfach an der Spitze der (menschlichen) Erkenntnis angekommen ist.

Ich fürchte der Mensch wird die Realität niemals klar sehen, sondern immer hinter einer Scheibe sitzen, welche die Realität verzerrt. Im Laufe der Jahre putzt man sie zwar und kann immer mehr erkennen, aber ich glaube ganz sauber bekommt man sie nie. (Sorry für die Metapher, aber ich denke in bildern und so stell ichs mir vor) :-D

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eurofuchs2 19.07.2011, 21:08
@bluff

Was soll ich da noch schreiben! Du hast dir deine Frage jetzt selbst beantwortet und die Metapher finde ich ziemlich treffend!

Diese Fensterputzen ist ein wesentlicher Teil des Mensch Seins. Es eröffnet immer mal wieder einen neuen Blick - einen weiterführenden Blick. Aber ob man jemals Klarheit erlangen wird möchte ich bezweifeln. Im Gegenteil, dass wäre für mich nicht erstrebenswert. Es würde ein wesentlicher Sinn des Lebens verschwinden.....

Der Weg ist das Ziel....

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Gerdnrw 20.07.2011, 17:51
@bluff

Ein beachtenswerter Beitrag von Dir, lieber EF!

DH!

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eurofuchs2 27.07.2011, 12:30

Vielen Dank für den Stern.

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Also, ich bin mit meinen 63 Jahren schon ziemlich nah dran an den 1.000 Jahren. Es ist halt alles relativ. Zur Zeit meiner Großeltern war jemand mit 63 alt, Großvater oder wenn alle sich beeilt haben, sogar frisch gebackener Urgroßvater. Entsprechend hat man sich gekleidet und um einen herum sind die Bekannten so langsam gestorben wie die Fliegen, denn die Medizin war lange nicht so weit wie heute. Die wichtigste Frage ist also, ob man dann der einzige 1.000 jährige ist oder ob das dann normal ist. Dann gibt es evtl. eine Olympiade in Rollstuhlrennen für 900 jährige. Aber die 1.000 jährigen werden so verschieden sein wie heute die 80jährigen, die einen meschugge wie eh und je und andere eher nachdenklich. Auch was man behält ist ganz verschieden. Bis auf wenige herausragende Erlebnisse sind meine Erinnerungen an die Zeit unter 15 dürftig. Mein Bekannter dagegen kann alle Hits aufzählen (es waren die heißen 60er Jahre mit den Beatles, Stones, Herman Hermists usw.), braucht nur den ersten Ton zu hören und sagt was und von wem. Teilweise wird die Erinnerung an herausragende Ereignisse auch von Berichten darüber aufgefüttert und verbogen.

Z.B. die erste Weltmeisterschaft in Bern. Da war ich 6 Jahre. Uns gegenüber war eine große Gaststätte und die hatten in einem Extraraum einen kleinen (Diagonale 25 - 30 cm, Schwarz/Weiß) Fernseher aufgestellt. Der Raum war voller Männer (außer der Wirtin und der Bedienung guckten keine Frauen Fußball) und ich wurde von meinem Vater geschickt, eine Literbierflasche zu kaufen (mit Schnappverschluss). Das war just gegen Ende des Spiels und ich stand da mit der neuen Bierflasche und sah durch die Köpfe durch ein schwarz-weißes Geflimmer und alle schrien Tor. Dann habe ich noch die Ansage gehört, dass wir jetzt erstmals Weltmeister sind. Ich bin dann mit meiner Literflasche (damals kaufte man auch für die Hausgebrauch das Bier noch in der Kneipe) über die Straße gerannt und hab geschrieen: Papa, Papa, wir sind Weltmeister. Das wars, denn mein Vater war Gärtner und interessierte sich nur für Rosen und nicht für Fußball.

Und damals waren wir mit Informationen noch nicht so überfüttert wie heute. Heute klatschen die Leute dem Herrn Eichel Beifall, wenn sich der ehemalige Finanzminister kritische zur Lage des EURO äußert. Die haben - im Gegensatz zu mir - alle vergessen, dass der damals die EURO-Verträge unterschrieben hat und dass damals bereits offen über den Verdacht gesprochen wurde, dass die Griechen schummeln wie die Weltmeister, nur um den EURO zu bekommen.

Vielleicht sind bis dahin alle manipuliert und die Leute erinnern sich nicht mehr eigenständig sondern nur noch mit Hilfe von elektronischer Speicherung der Ausschnitte, die man freigegeben und vorher entspechend frisiert hat. Vielleicht sind bis dahin die Informationen dreidimensional und die meisten Menschen nur noch Marionetten. Wenn man sich anschaut, was sich die Leute heute bereits unkritisch von der Presse servieren lassen, das sind doch jetzt schon die heimlichen Regenten. Vielleicht ist dann bei der Mehrheit ein gut funktionierendes Gedächtnis gar nicht mehr erwünscht. Schon die Kinder werden mit Glückstabletten vollgepumpt und das innere chemisch-biologische tablettengesteuerte Erleben ist für sie realer als die reale Außenwelt.

Dann merken sie vielleicht gar nicht, dass die Jungen über der Erde wohnen dürfen und die Alten aus Platzmangel unter die Erde verbannt werden wo sie mit sportlichen Aktivitäten als Energieproduzenten ausgebeutet werden. Dann ist es ganz gut, wenn man nicht mehr weiß, wie lange man schon auf dem Fahrrad strampelt.

bluff 20.07.2011, 15:10

"Wenn man sich anschaut, was sich die Leute heute bereits unkritisch von der Presse servieren lassen, das sind doch jetzt schon die heimlichen Regenten."

  • War das damals anders? Ich sage nur Kreuzzüge und NS-Propaganda. Ich bin der Meinung, dass die Informationsflut schon einige Nachteile hat, aber die Naivität gegenüber der Presse gehört wegen des heutigen Konkurrenzmarkt nicht dazu. Früher war alles zentraler und es setzte sich eher eine einzige Meinung durch.

"Vielleicht sind bis dahin die Informationen dreidimensional und die meisten Menschen nur noch Marionetten."

  • Meinst du jene "Marionetten" die in Ihrem Urlaub die Pyramiden nur durch die Linse ihre Digicam gesehen haben und die BILD als Informationsquelle hernehmen? Ja, solche Leute gibt es, die froh sind nicht selbst denken zu müssen und den Service vorgedachte Meinungen einfach zu übernehmen gerne annehmen. Aber die gab es auch vorher. Ich finde das 3. REICH dient dafür mal wieder als Paradebeispiel genauso die Zeiten in den die Kirche die Menschen unterdrückt hat.

"Schon die Kinder werden mit Glückstabletten vollgepumpt und das innere chemisch-biologische tablettengesteuerte Erleben ist für sie realer als die reale Außenwelt."

  • Hier weiß ich erlichgesagt nicht was du meinst. Ritalin für ADHS-Kinder?

"Dann merken sie vielleicht gar nicht, dass die Jungen über der Erde wohnen dürfen und die Alten aus Platzmangel unter die Erde verbannt werden..."

  • Ist das Ihre Zukunftsvision? Verstehe ich jetzt auch nicht genau worauf du anspielst.

Vielen Dank für den umfangreichen Beitrag, auch wenn du ein bisschen von meiner Frage abgewichen sind. ;-) Ich würde mich freuen, wenn du auf meine Anmerkungen eingehen würdest und deine Aussagen mit Beispielen unterfütterst!

P.S. Der Beitrag ist kein Angriff auf deine Meinung, und ich hab auch bei Weitem nicht die Lebenserfahrung wie du (Ich,18). Bestimmt sehe ich viele Sachen nicht ganz richtig und ich bin immer bereit andere Meinungen anzuhören und dazu zu lernen.

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berkersheim 20.07.2011, 15:54
@bluff

Natürlich hast Du recht, dass auch früher die Menschen manipuliert wurden und sich haben manipulieren lassen. Die vielen blutigen Aufstände und z.B. die Franz. Revolution zeigen, dass sie die brutale Unterdrückung bemerkt haben. Heute sind die Mittel raffinierter und viele fühlen sich an der Marionettenschnur auch noch frei.

Wie die Glückstabletten heißen, weiß ich nicht. Ich hatte davon bei Thomas Metzinger gelesen, der sie als moderne Psychopharmaka beschrieb, die vor ein paar Jahren in den USA unter Studenten die Runde machten. Dann bin ich vor 3-4 Wochen in der Zeitung auf eine Meldung gestoßen, dass auch deutsche Schulärzte vor eine übermäßigen Einnahme der „Glückstabletten“ warnen.

Meine „Zukunftsversion“ war satirisch gemeint. Hast Du schon mal durchgerechnet, wie die Welt aussehen könnte, wenn Menschen 1.000 Jahre alt werden und so alle 25 Jahre ein Kind zeugen. Ich habe mir den Spaß gemacht, mal ein wenig mit zu spekulieren, obwohl heute niemand wissen kann, wie das in so ferner Zukunft aussieht.

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Ich habe bisher zwei Menschen persönlich kennen gelernt, die annähernd 100 Jahre alt geworden sind. Beide sind bzw. waren geistig noch „voll dabei“. Sie haben viel erlebt – Gutes, aber auch verdammt viel Schlechtes. Sie erlebten tolle Lebensabschnitte, aber ebenso grausame. Einige Gespräche mit diesen beiden Menschen ließen sehr schnell den Schluss zu, dass sie dieses Lebens einfach „müde“ geworden sind. Sie hatten genug. Sie wollten nicht mehr. Und das, obwohl es ihnen gesundheitlich und wirtschaftlich hervorragend ging.

Wenn ich diese Eindrücke, die diese Menschen bei mir hinterlassen haben, nun auf einen 1.000-jährigen übertragen wollte… du meine Güte! Was würde dieser Mensch alles miterlebt haben, was ihn –sicherlich zu recht- würde ermüden lassen. Wie viele Kriege? Wie viele Verluste? Wie viele niederschmetternde Ereignisse und persönliche Erlebnisse? Natürlich würde er auch einiges Positives erlebt haben. Aber dennoch bliebe die Frage: Wohin mit all diesen emotionalen Dingen, die manch einer schon in einem „normalen“ Erdenleben nicht bewältigt bekommt?

Ich glaube, es ist wirklich gut, dass wir nicht so lange auf diesem Planeten verweilen!

bluff 19.07.2011, 20:41

Danke für deinen Erfahrungsbericht. Vielleicht hat die menschliche Psyche wirklich ein Verfallsdatum.

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Ich denke dieser Mensch würde .. naja villeicht gelangweilt sein oder er lebt sein leben einfach nur :D

LG Ksenia

Es sind doch jetzt schon jede Menge die sich nicht mehr weiterentwickeln. 1000 Jahre Erfahrung. Was nutzt das wenn man 1000 mal die gleiche Erfahrung 1 Jahres macht. Dann hst Du einen 1000jährigen mit der Efahrung eines Jahres.

bluff 19.07.2011, 17:53

All die Jahre sind doch nicht identisch! Man lernt jeden Tag. Ich geh jetzt von einem tausendjährigen Menschen aus,der sich nicht in eine Höhle verkriecht und sich von Allem abschottet (aber vielleicht ist das tatsächlich die einzige Lebensaussicht für einen so alten Menschen?)

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Man muss nicht tausend Jahre alt werden, um über die Erfahrung von tausend Jahren zu verfügen. Es liegen heute viel mehr gesammelte und zugängliche Erfahrungen für uns vor, als sie ein einzelner Mensch je in tausend Jahren erreichen könnte.

Ein einzelner Mensch mit dem besagten Alter hat trotzdem nur eine begrenzte Sicht. Nimmt man aber alle Forschungsergebnisse, die ganze Heerscharen von Forschern und Wissenschaftlern über diese tausend Jahre zusammengetragen haben, so haben (oder hätten) wir eine weit bessere Übersicht und könnten die Konsequenzen daraus ziehen.

Die Frage ist, warum wir bei dieser guten Ausgangslage so wenig lernfähig sind.

Wie ein solch alter Mensch sich fühlt? Wenn die Lebensspanne nicht mehr 70/80 Jahre beträgt, sondern 1000, dann würde er sich wohl so fühlen wie heute jemand, der an sein Lebensende gekommen ist. Der eine dankbar, der andere unvorbereitet, und dazwischen viele Abstufungen.

Wahrscheinlich wäre der alte Tausendjährige frustriert und überfordert. Frustriert, weil er sieht, wie wenig er erreicht und ausgerichtet hat. Überfordert, weil er mit dem rasanten Tempo der Entwicklung besonders der letzten 200/300 Jahre kaum mitgekommen wäre.

hi bluff, es würde sehr auf den Menschen drauf ankommen.

wenn wir uns umschauen: es gibt den 50jährige, der resigniert mit seinem Leben abgeschlossenen hat genauso wie den 90jährigen, der vor Energie und Lebensfreude aus seinem faltigen Gesicht strahlt.

Der erstere wird wahrscheinlich nie 90 Jahre alt werden.. .aber das ist eine andere Gschicht.

Jeder Mensch entwickelt sich auf einzigartige Weise, daher glaub ich kann man die Frage pauschal nicht beantworten.

Ich finde dir Fage faszinierend und frage mich gerade, was würde ich JETZT mit meinem Leben machen, wenn ich wüsste, dass ich noch über 900 Jahre vor mir habe.

mich würde interessieren, wieviele jetzt an den Film Highlander gedacht haben ;-)

bluff 20.07.2011, 15:25

"Jeder Mensch entwickelt sich auf einzigartige Weise, daher glaub ich kann man die Frage pauschal nicht beantworten."

  • Als Babys sind wir Menschen erst mal alle ähnlich und nicht vorbelastet, also übernehmen zunächst erst mal alle Meinungen und einstellung der Eltern und der umgebenden Gesellschaft. Irgendwann, fängt der Mensch an kritisch gegenüber fremden Meinungen zu werden, man beginnt sich eine eigene Meinung zu machen und die zuvor ungeprüft übernommenen Ansichten zu überprüfen und gegebenenfalls abzulegen. (Es gibt auch Menschen die lernen das nie.) Die Menschen die mit der Zeit immer eigenständiger denken unterscheiden sich dadurch in Íhrer Meinung voneinander. Was ja sehr gut ist. Die einen sind Idealisten, die anderen Materialisten, Minimalisten, Hedonisten, Spiritisten und was es eben so gibt. Vielleicht werden die Menschen im sehr hohen Alter wieder ähnlicher in ihrer Lebenseinstellung, weil sie durch Nachdenken und Erfahrungen auf der Welt zu den gleichen Schlüssen gekommen sind?
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wohncoach 20.07.2011, 19:30
@bluff

Kann man sich denn überhaupt eine eigene Meinung bilden, wenn doch alles was wir lernen, hören, sehen, erfahren durch äussere Einflüsse gelenkt wird? Wäre es dann nicht immer noch die Meinung anderer? Wenn NICHT, dann müsste also doch irgendwo in unseren Genen oder unserer Seele etwas einzigartiges gespeichert sein, das unser "innerstes Selbst" ausmacht.

Ich glaube nicht, dass wir uns nach 1000 Jahren alle so viel mehr ähnlich wären. Zu unterschiedlich kann man jedes kleine Lebensdetail wahrnehmen und zu schwierig ist es, festgefahrene Einstellungen und Gewohnheiten zu ändern.

Aber wahrscheinlich würden wir alles viel gelassener nehmen und es würde sich das Leben auf wenige wichtige Bereiche reduzieren.

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Er würde feststellen, dass es zwar so aussieht, als ob Veränderung stattgefunden hätte, die sich im sogenannten „Fortschritt“ niederschlägt, aber er würde wohl noch viel mehr das Gefühl von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ haben, als ich.

Er hätte das Gefühl, sich auf einer Schallplatte zu bewegen, deren Rillen zwar immer wieder andere Töne von sich geben, aber es ist dennoch immer die gleiche Schallplatte.

Ich glaube, dass er eine relative Gelassenheit entwickelt hätte, die während all der Jahre sich von Wut, Hass, Frust nach Resignation, Depression, Müdigkeit, entwickelt hat.

Gleichgültigkeit… ja. Es gilt ihm alles gleich.

Erleuchtung? Vielleicht. Vielleicht auch nicht, da ich nicht glaube, dass dies eine Folge von Lebenserfahrung und Anhäufung von Lebensjahren ist.

Wir alle tragen die Erfahrungen von noch viel mehr als tausend Jahren, ob es uns bewusst ist, oder nicht. Wäre es bewusst, würden wir wohl durch die Reizüberflutung dem Wahnsinn anheimfallen.

Ob man in so einer langen Zeit sein wahres ICH findet? Tja, das würde einen freien Willen voraussetzen… Da uns aber nur das gegeben ist, was die Evolution grade vorsieht, kann es sein, oder auch nicht.

Bei tausend Jahren am Stück nehme ich an, dass die Frustration der Suche irgendwann die Suche beendet…

Schwer zu sagen, aber ich würde eher sagen, das er sich nicht zurechtfinden würde und bestimmt nicht glücklich wär heute in unserer Zeit aufzuwachen.

bluff 19.07.2011, 17:43

nein, kein ötzi aus dem eis :-D, sondern jemand der 1000 jahre lebt und alle veränderungen miterlebt.

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Er würde sich, wenn er ein kluger Mensch ist, fragen, wieso es immer noch Menschen gibt, die an Gott glauben. Er mit seinen Tausend Jahren hat so viele Religions- und andere ideologisch basierte Kriege mitgekriegt, dass er inzwischen weiß, was passiert, wenn Menschen davon überzeugt sind, die Wahrheit in Händen zu halten.

Er kennt aufgrund seiner langen Lebenszeit den wahren Wert des Zweifels, und weiß, wie wichtig es ist, sich nicht einzubilden, man wisse irgendwas über das, was Menschen Gott zu nennen pflegen. Aber nach so vielen Jahren fällt es ihm dennoch schwer nicht zu verzweifeln, denn trotz aller Lehren der Geschichte gibt es immer noch Menschen, die denken, sie hätten als einzige die wahre Religion und alle anderen seien doof.

Also hat er auch mit Sicherheit keine Haare mehr: Die sind beim Haareraufen angesichts der Arroganz der Gläubigen längst draufgegangen.

bluff 19.07.2011, 19:07

Ja, als derart alter Mensch sieht man warscheinllich seine Mitmenschen als naive Kinder, die nicht wissen was gut für sie ist und immer wieder die gleichen Fehler machen. Das Leben ist dann bestimmt sehr einsam!

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frank1968 19.07.2011, 19:10
@bluff

.....wobei mir wichtig ist, zu betonen, dass ich gläubig nicht nur im Sinne von religiös verstanden wissen möchte. Ideologen sind eine Pest, egal wie sie sich nennen, denn der alte Mann weiß wovon er spricht: Er hat die Pest noch erlebt.

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bluff 19.07.2011, 19:29
@frank1968

Ich sehe das ähnlich wie du. Für mich stellt die Kirche (und dergleichen) ein Käfig dar, dessen freiwillige Insassen vorgekaute Gedanken denken und sich diesbezüglich nicht weiterentwickeln, sozusagen mit Scheuklappen durchs Leben gehen.

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Die wahrgenommene Zeit würde immer schneller vorbeigehen, da viele Erfahrungen schon gemacht wurden.

Angebommen, den Menschen würde keine Altersdemenz einholen, würde ihm wohl Vieles egal sein. So denke ich

Ich glaube der Punkt mit den Alterssymptomen mach das ganze etwas kniffelig!

Vielleicht: "Früher war alles besser?" (Was bei 1000 Jahren nicht unbedingt stimmen muss :D)

Das hab ich mich auch immer gefragt^^ Ich glaube, das Leben wäre nach einer Weile langweilig. Weil man in dieser Zeit fast alles erlebt hat. Keine Ahnung, sag ich dir in 980 Jahren^^

Der würde wahrscheinlich auf die Geschichte der Menschen zurückblicken und sich anschließend erhängen.

Kungfukuh 19.07.2011, 18:45

ich habe gerade an den biblischen Adam gedacht. Er lebte fast 1000 Jahre, und gilt als Verursacher der Sünde. Interessant, was er am Ende seines Lebens gedacht hat, als er die Folgen seiner einzigen Übertretung sah.

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ewr würde sagen: "Man, alter was is dis für ne scheißwelt jeworden?! Ey die Jugend von heute: 8o und schon uffem Rollstuhl und die babys erst: 13 un hören sowas wie Rukknroll! Ey dis reicht mir jetz!!!" und hängt sich an einen Fahnenmast, vorher ist er natürlich zu guiness World Records gegangen, damit sie ihn sehen:

die höchst erhängung aller Zeiten!

Ich würde sagen er würde es garnicht so lange aushalten. Er würde wahrscheinlich Selbstmord begehen, weil er es nicht verkraften könnte wie sich die Menschheit entwickelt. Selbst ich mit meinen 19 Jahren merke wie die Menscheit sich selbst ins Verderben lenkt, ich will nicht wissen wie krass das aus seiner Sicht sein muss...

Er ist immerhin 1000 Jahre ohne Atomkraft ausgekommen, und wir machen damit innerhalb von 30 Jahren so viel kaputt.

Grüß Dich bluff!

Diese Frage kann nicht beantwortet werden, da sie fiktiv ist und die Erfahrung fehlt.

Herzlichen gruß

Rüdiger

Was hat mir Julius cäsar damals noch gesagt?

bluff 19.07.2011, 18:12

Cäsar lebte vor über 2000 Jahren...failed!

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wohncoach 20.07.2011, 19:38
@bluff

och ;-) die paar Jahre mehr oder weniger. Der 1120 Jahre alte Caesar hätte dem ganz jungen Multigolem doch noch begegnen können.

Aber wie wäre unsere Zivilisation heute, wenn Julius Caesar 1000 Jahre alt geworden wäre?!

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bluff 20.07.2011, 20:13
@wohncoach

noch schlimmer wäre nero, dann wären wir nicht mehr der blaue, sondern der rote planet :D

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Er würde lächeln

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