Wie bunt ist das Universum?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

  1. Ja, prinzipiell wäre es möglich, Farbfotos aufzunehmen. Da das Hubble Teleskop aber nunmal nur Schwarzweiß-Kameras hat, sind die Bilder ebenfalls schwarzweiß, jedenfalls wenn man von den Filtern absieht.

  2. Das kommt natürlich darauf an, ob von den jeweiligen Objekten Bilder in natürlichen Farben gemacht wurden oder nicht. Generell ist aber auch dies möglich. Nebel werden auf professionellen Bildern, also wie beispielsweise beim Hubble-Teleskop oft in Falschfarben fotografiert, um eben besagte Strukturen erkennbar zu machen.Galaxien hingegen werden oft in echten Farben fotografiert. Das heißt natürlich nicht, dass das mit Nebeln unmöglich ist, nur muss man halt bedenken, dass solche Bilder in erster Linie zur wissenschaftlichen Forschung dienen und erst danach, damit wir sie schön finden.

Sehr gut zur Veranschaulichung finde ich die Seite von Wolfgang Promper.

Er hat unter jedes Foto geschrieben wie und womit das Bild aufgenommen wurde. Er hat auch gleiche Objekte mehrmals aufgenommen, was Vergleiche ermöglicht. Bilder, unter denen LRGB oder RGB steht sind dabei Bilder mit natürlichen Farben. LRGB bedeutet dabei, dass das Bild schwarzweiß aufgenommen und später eingefärbt wurde, RGB bedeutet, dass es komplett in Farbe aufgenommen wurde.

LRGB 120 30 30 30 wäre also ein Schwarzweißbild, welches mit natürlichen Farben eingefärbt wurde,

LRGB 120 30 30 50 wäre im blauen Farbbereich heller. Falschfarbenbilder sind jeweils komplett anders bezeichnet. Hier der Link zur Seite:

http://www.astro-pics.com/

Ich werde in den Kommentaren noch 2 Bilder verlinken, die den Unterschied verdeutlichen sollen, damit du nicht erst suchen musst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
89000 24.03.2013, 13:52

Adlernebel in Falschfarben-Aufnahme (Schwefel-,Sauerstoff- und Wasserstoffschmalbandfilter):

http://www.astro-pics.com/16nm.htm

2
89000 24.03.2013, 13:55
@89000

Adlernebel in echten Farben. Die intensive rote Farbe kommt vom ionisierten Wasserstoff, welcher das Leuchten der anderen ionisierten Elemente völlig überstrahlt, wodurch diese ohne Filter praktisch völlig unsichtbar werden:

http://www.astro-pics.com/16hm.htm

2
latricolore 24.03.2013, 14:12
@latricolore

Also, wenn der Adlernebel schon so schön in "echt" aussieht, dann bin ich begeistert!! :-) Ist eine schöne Vorstellung, dass es da draußen so wunderschön aussieht!

Tolle Bilder, ganz lieben Dank für diesen link und deine Erklärungen!!

1
89000 24.03.2013, 14:31
@latricolore

Gern geschehen! Beachte aber, dass die Aufnahmen zwar echt sind, es sich dabei allerdings auch um Langzeitaufnahmen handelt. Betrachtet man solche Nebel durch das Teleskop, werden viele trotzdem in schwarzweiß erscheinen, da sie eine zu geringe Helligkeit haben. Denn damit die Farbrezeptoren im Auge anspringen, benötigen sie eine gewisse Helligkeit. Nur wenige Jener Nebel sind hell genug, damit man sie auch in Farbe sehen kann (prominentes Beispiel wäre M42, der Orionnebel)

2
89000 24.03.2013, 16:15
@latricolore

Naja, wobei man gerne hinterfragen darf, was hier als normal gilt. Wenn ich mir allein seine Equipmentsektion ansehe: Alluna Optics, ASA, Astrophysics, SBIG und das in einem Atemzug... Ein unbedarfter Neuling weiß damit natürlich nix anzufangen, aber jemand der tiefer in der Materie steckt weiß, dass er sich dafür genausogut ein neues Auto hätte kaufen können.

Ich will dir auch nicht deine Begeisterung nehmen, aber du solltest das mit dem Teleskopkauf nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn man sich mit Astronomie beschäftigt, wird man ziemlich schnell ziemlich euphorisch. Das merke selbst ich noch, obwohl Astronomie nun schon seit vielen Jahren mein Hobby ist. Und wenn man dann als Neuling nicht bekommt, was man sich ursprünglich erhofft hatte. kann es ganz schnell in Frustration umschlagen.

Damit will ich nicht sagen, dass du dir kein Teleskop kaufen sollst. Ein eigenes Teleskop ist toll, wirklich. Aber bevor man sich eines anschafft, kann und sollte man sich erstmal ein paar Monate damit beschäftigen, was genau man eigentlich will. Damit man sich nicht am Ende fühlt, als ob man ins Gesicht geboxt wurde.

Eine in meinen Augen gute Seite ist

http://www.astronomie.de/

Da gibt es viele gute Informationen für Anfänger und im Forum gibt es auch eine Bildergalerie von "echten" Hobbyastronomen, also nicht so wie die von Herrn Promper oder Herrn Pölzl, die ja eher schon in die semiprofessionelle Richtung gehen.

Ansonsten kannst du natürlich auch hier auf GF deine Fragen zum Thema Astronomie stellen. Es gibt hier einen ziemlich hartnäckigen Kern an Hobbyastronomen, weswegen der Support im Gegensatz zu anderen Wissengebieten hier toleranter ist und auch Fragen duldet, die bereits x-fach gestellt wurden auch keineswegs den Richtlinien entsprechen.

LG

1
latricolore 24.03.2013, 17:11
@89000

Ja, da hast du sicherlich Recht. Ich wäre auch nicht sofort losgelaufen, um mir eins zu kaufen, denn hier im viel zu hellen Ruhrpott ist das alles wahrscheinlich eh nicht so prickelnd. Das müsste ich sowieso erst einmal ausprobieren. - Danke für den weiteren link!! Und ja, bei weiteren Fragen werde ich keine Hemmungen haben ;-)

0

Licht ist eine elektromagnetische Welle und die Farben entstehen durch unterschiedliche Wellenlängen. Je mehr unterschiedliche Wellenlängen ein Lichtsensor detektieren kann, desto größer ist das Farbspektrum.

Eine normale Fotokamera hat einen RGB Sensor. Jeder Pixel einer Kamera hat quasi drei Fotodioden (rot grün blau). Eine Diode nimmt nur rotes Licht auf, die andere nur Grün und die dritte Blaues.

Das rote Licht was zB. die grüne Diode aufnimmt sind reine "Verluste". ^Sie werden einfach ignoriert. Das bedeutet das eigentlich nur 1/3 der einkommenden Lichts überhaupt ausgenutzt werden können.

Für ein Weltraumteleskop wäre das eine absolute Verschwendung weil dort oben kaum Licht vorhanden ist.

Also nimmt man keine Farbpixel sondern "Schwarz/Weiß" Pixel. Das bedeutet nicht dass man nur schwarz/weiß fotografieren kann sondern eben dass jede Fotodiode alle Farben detektieren kann und somit kein Licht ignoriert wird.

Mit den Bildern von Hubble kann man allerdings ohne Nachbearbeitung nichts anfangen. Erst in der Nachbearbeitung gibt man den verschiedenen Lichtspektren ihre Farbe.

Ich hab dazu mal nen Bild gemacht: Hubble vs. Kamera

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Bujin 24.03.2013, 13:32

Der Vorteil ist dass man so an den Farben drehen kann dass es spektakulär aussieht. Der Nachteil ist dass man nicht genau weiß wie es wirklich ist. Das muss man aber auch gar nicht, wichtig ist nur dass man die verschiedenen Farben unterscheiden kann.

Wenn 8.000.000 detektiert wird kann das 200 x 200 x 200 sein, aber genauso gut auch 200 x 160 x 250 das ergibt auch 8mio. So macht man aus simplem grau eine tolle Farbe!


Hoffe ich konnte helfen :-)

2
Bujin 24.03.2013, 13:38

Die werden da ihre speziellen Algorithmen haben die einmal über das Bild drüber laufen und die Farben so einstellen dass wirklich nichts doppelt vorkommt. In ner normalen Kamera macht das wenig Sinn da dass so viel Rechenarbeit verursacht dass der Akku der Kamera nach ein paar Fotos leer wär. Zudem will man bei ner Kamera eh authentische Bilder die so aussehen wie die Wirklichkeit.

1
Bujin 24.03.2013, 13:41
@Bujin

Es kann aber auch sein dass es nur genau eine richtige Lösung gibt so dass man im Endeffekt doch wieder die richtigen Farben hat. Das kann ich dir leider nicht sagen. Auf jeden Fall wäre damit eine normale Kamera sicher überfordert.

1
latricolore 24.03.2013, 14:00
@Bujin

Auch dir vielen Dank!! Lauter Experten hier, toll!! :-))

0

Hallo latricolore!

Ich muss wieder mal 89000 loben, er hat das sehr gut erläutert.

Die Frage nach dem "wie bunt" reicht ein wenig in den Bereich Physiologie des Sehens hinein. Praktisch alle farbigen Fotos von nebelhaften Objekten entsprechen nicht dem visuellen Eindruck, da die Farbempfindlichkeit unserer Augen nicht an an langbelichtete Fotos heranreicht. Analoges gilt für die Helligkeit.

Dazu ein Beispiel:

Die berühmte Andromeda-Galaxis ist Dir vielleicht bekannt. Es gibt ja genügend eindrucksvolle Bilder von ihr ...

Kaum zu glauben, aber dieses Objekt hat an unserem Nachthimmel immerhin eine Ausdehnung (Breite) des mehrfachen Durchmessers unseres Vollmondes.

Bei sehr dunklem Himmel (Hochgebirge etwa) siehst Du ihren Kernbereich als erahnbares lichtschwaches Wölkchen, das war es ...

Bunt sind da nur Fotos. Wärst Du ein hypothetischer Raumfahrer der zehnmal näher dran ist, sähest Du die die Sternentstehungsgebiete als sehr zart bläulich, Gebiete mit "K"- und M-Sternen mit einen zarten Warmton. Von bunt wäre da eigentlich auch noch nicht die Rede, leider ... Ein toller Anblick wäre es dennoch.

Moderne professionelle Astrokameras arbeiten immer mit mehreren Filtern. Das können nun RGB-Filter sein, aber auch Filter die andere Bereiche des Spektrums hervorheben. Es kommt immer darauf an, was man bildlich hervorheben will. Zusammengesetzt wird das Bild dann aus den Einzelbildern per Software.

LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
latricolore 24.03.2013, 20:09

Hallo zurück!

Dass ich von hier aus nichts farbig sehe, weiß ich ja, aber wenn man halt dort wäre, so als Astronaut eben, und dann "alles" ein wenig bunt wäre/ist, das wollte ich wissen. Und zart bläulich stelle ich mir auch schon sehr schön vor.

Danke auch dir! :-) Und ich finde es sehr sympathisch, dass du einen anderen "Mitstreiter" lobst!

1

Dann schau doch mal auf diese Seite und klicke das Universum an und genieße 20 Minuten der wunderbarsten Aufnahmen, die mich jedes Mal wieder mit ehrfürchtigem Schauer erfüllen:

http://proerde.org/universum.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
latricolore 25.03.2013, 12:56

Danke dir! Kann's nur leider nicht sehen - header unbekannt oder so ähnlich...

0
Enki40 25.03.2013, 14:24
@latricolore

Das ist schade. Habe es gerade eben versucht und konnte mich von den Bildern kaum losreißen. Die Datei wird heruntergeladen und auf Microsoft Powerpoint angesehen. Wenn Du MS Office nicht hast, gehst Du auf Google Stichwort Microsoft Office Powerpoint downloaden kostenlos und lädst Dir ein Programm herunter, mit dem Du Powerpoint-Dateien ansehen kannst. Möglicherweise aber ohne Musik. Die Musik gibt einem das Gefühl im Weltall zu schweben. Es wäre zu schade, wenn Du das nicht erleben kannst. Versuche es mal so und wenn es nicht klappt melde Dich wieder und wir versuchen einen anderen Weg zu finden. Du siehst nicht nur Sternformationen und Galaxien, sondern auch die unterschiedliche Größe von Sternen und unseren Planeten und die Erde in verschiedenen Ansichten. Dazu immer erklärender Text. Eigentlich müssten die Bilder von selbst weitergehen. Diesmal musste ich jedes Mal klicken, damit es weiter geht, aber das gibt einem die Möglichkeit auf einem Bild so lange zu bleiben, wie man will.

1

Was möchtest Du wissen?