Wie bringt man einem Kind bei, dass es für sein Glück nicht auf andere Personen angewiesen ist?

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6 Antworten

Indem man ihm das nicht aberzieht!

Wir sind darauf angwiesen, weil uns in jungen Jahren eingetrichtert worden ist, wir wären nicht richtig, so wie wir sind. Wir seien ungenügend und müssten erst einmal etwas werden, bevor wir glücklich sein können.

Das absolut Wichtigste ist in meinen Augen, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen, es ernst zu nehmen und ihm Raum zur Entfaltung zu lassen.
Das heißt nicht, dass es keine Grenzen geben darf, ich finde Grenzen sehr wichtig. Aber man sollte dem Kind so begegnen, wie man es sich selbst von seinen Eltern wünschen würde.

Äußere Abhängigkeit entsteht aus einem sehr geringen Selbstwert, der wiederum aus einer destruktiven Erziehung resultiert.
Deshalb unterstütze Dein Kind auf all seinen Wegen und erkläre ihm auch, warum bestimmte Dinge gerade nicht funktionieren. Beziehe es aber auch in Entscheidungen mit ein und frage es, was es davon hält. :-)

Zu guter Letzt fällt mir da noch das Gedicht über die Kinder von Khalil Gibran ein, das die meiner Meinung nach richtige Eltern-Kind-Beziehung beschreibt:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Liebe Grüße! :-)

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Kommentar von NosUnumSumus
10.05.2016, 14:33

Was mir noch eingefallen ist:
Man sollte seine Machtposition als Elternteil nicht missbrauchen, indem man dem Kind seine Liebe entzieht, wenn es nicht wie erwünscht bzw. erwartet handelt.
D.h. Man sollte nicht sagen: "Wenn du nicht aufisst, gibt es keinen Nachtisch." Denn was dahinter steht, ist: "Wenn du nicht das tust, was ich sage, habe ich dich nicht mehr (ganz so) lieb."
Deshalb sind wir so, wie wir sind.
Die Liebe unserer Eltern war meist an Bedingungen geknüpft.
Haben wir diese nicht erfüllt, haben wir Liebesentzug erfahren.
Eine sehr grausame Art der Erziehung und ein bleibender seelischer Schmerz für jedes Kind, das dies erlebt hat.

Das sollte möglichst vermieden werden. Dazu muss einem aber erst bewusst werden, dass man unterbewusst fast ausschließlich Bedingungen an andere Menschen stellt. Z.B. in Partnerschaften...

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Kommentar von NosUnumSumus
11.05.2016, 14:37

Gerne :-)

Du hast Recht, kein Kind, kein Mensch, nichts ist ohne Prägung, ohne Erfahrung in dieser Welt fähig, sich selbst zu entwickeln.
Jede Erfahrung, die gemacht wird, ist notwendig, um innerlich wachsen zu können.
Wir wüssten nicht, was das Gute ist, ohne das Böse zu kennen.
Man kann sagen, dass nichts zufällig geschieht, auch wenn es geradezu so wirkt, als sei alles nur ein riesengroßer Zufall.
Wir können unsere Kinder nicht davon bewahren, die Erfahrung der Dualität zu machen und wir können sie auch nicht dazu bewegen, alles "richtig" zu machen. Denn jeder Mensch, jede Seele geht ihren eigenen Weg, der Teil des großen Ganzen ist, welches zu keiner Zeit von dem getrennt ist, was wir in Wahrheit sind.
(Ich hoffe, einigermaßen das getroffen zu haben, was Du meinst.)
Keiner ist vom Leben getrennt, wir müssen nichts dazutun, um Leben zu erfahren.
Außerdem ist jedes Kind voller Begeisterung über die Welt, wenn es auch nur das Wasser ist, das aus dem Wasserhahn fließt, wenn man den Hebel betätigt. Und alle Fragen über diese Welt werden mit der Zeit ganz von selbst auftauchen. Dazu ist das Erlernen einer Sprache elementar notwendig. Und mit dem Erlernen dieser Sprache, scheint die Welt immer komplexer zu werden und das Gefühl von dem, der ich bin, wird fundamental "erschüttert". Denn plötzlich bin ich hier und da draußen sind die anderen und der Rest der Welt. Mit diesem Perspektivwechsel beginnt die Selbstreflexion.
Mit zwei Jahren konnte ich alle Farben (solche Farben wie Beige oder Türkis ausgenommen) benennen, weil es relevant für mich war, zu wissen, was das ist, was ich sehe. (Auch wenn tatsächlich nur ein Gedanke über etwas Unaussprechliches gelegt wird und die Illusion erschafft, etwas zu wissen...)
Bereits mit drei Jahren hat mich das Universum interessiert. Ich habe meine Eltern gefragt, warum es dunkel ist. Zu meiner Enttäuschung konnte es mir damals keiner erzählen. (Bin dann selbst darauf gekommen, als ich mich mit dem Licht bzw. der Strahlung beschäftigte). Ich könnte noch lange weitererzählen, aber ich denke, dass hiermit das Wesentliche gesagt ist. Interesse passiert durch die Realisierung eines Perspektivwechsels, der auf ganz natürlicher Art und Weise in der Kindheit geschieht. (Bildung des Ich-Bewusstseins)

Nun zu den Bedingungen, die wir (unbewusst) an andere Menschen stellen, vor allem in Partnerschaften:

Die Hauptbedingung, die wir an den Partner stellen, ist, "Mache mich glücklich und als Gegenleistung mache ich dich glücklich."

Alle anderen Bedingungen, die wir an den Partner bzw. die Partnerschaft stellen resultieren aus der einen ersten Bedingung "Mache mich glücklich..."

Auch an das Leben stellen wir Bedingungen, das Leben soll uns glücklich machen durch Geld; Erfolg; Anerkennung; Besitz; verschiedenste Aktivitäten; Erleuchtung etc.

Nur all diese Bedingungen, die wir an das Leben stellen, blockieren den Fluss des Lebens.
Es entstehen Probleme, weil das Leben nicht wie erwartet funktioniert.
Das Leben entfaltet sich frei nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung.
Niemand steht außerhalb dieser universellen Gesetzmäßigkeit.
Und wenn wir dem Leben nicht vertrauen, dass das auf uns zu kommt, das das absolut Beste für uns mit sich bringt, dann stellen wir uns gegen die natürliche Lebensweise dieser Gesetzmäßigkeit, woraufhin Leid entsteht.
Also ist das, was wir ursprünglich erreichen wollten eben durch unser Eingreifen nicht geschehen.

Die Lektion, die es hier zu lernen gilt bzw. die man lernen kann, wenn man sich dem öffnet, ist, dem Leben zu vertrauen, dass genau das auf einen zu kommt, das kommen soll. Wenn wir das leben, leben wir in Frieden. Und so wird es keine Probleme mehr geben, denn alle Probleme sind eben Resultat dieser, im wahrsten Sinne des Wortes verrückten Geisteshaltung.

Uii sehr philosophisch :D

Bei Fragen gerne nochmals antworten.

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Kommentar von NosUnumSumus
19.05.2016, 15:00

Gerne, danke auch für die Auszeichnung!
Aus meiner Sicht muss man das Kind nicht dazu bringen. Das Ich-Bewusstsein kann man dem Kind nicht beibringen, das geschieht ganz von alleine. Das ist der Anstoß für die Selbstreflexion. Denn erst braucht es mich, damit es auch die anderen bzw. die Welt geben kann.
(Das Bewusstsein darüber, in einer Form inkarniert zu sein)
Das einzige Problem der Menschen ist eben, dass sie sich ganz und gar für die Form, sowohl psychologisch, als auch physisch halten und ihre Erinnerung an den Zustand vor der Ich-Bildung verloren haben...
Das Beste ist, sein Kind zu einem gewissen Maß (das steigert sich natürlich im Laufe der Jahre) selbst entscheiden zu lassen, was es interessiert und was es machen möchte. Wie gesagt, bis zu einem bestimmten Grad, denn kein Kind darf beispielsweise Auto fahren (auch wenn das Beispiel hinkt, aber ich denke, Du weißt schon, was ich meine).
Am besten trifft es denke ich: Man sollte sein Kind in seiner Entwicklung begleiten und unterstützen und nur dann eingreifen, wenn es wirklich nötig ist. Alle anderen Erfahrungen, die es braucht, wird es ohnehin machen. Wir müssen unsere Kinder nicht in eine bestimmte Richtung erziehen.
Hier gilt (für mich) der Grundsatz: Meine Freiheit endet da, wo die Grenzen anderer liegen und die Freiheit anderer endet da, wo meine Grenzen liegen. -Eine sehr ehrliche und offne Art des Umgangs miteinander.
Auch wichtig ist, sich für Fehler im Nachhinein in den Hintern zu beißen, denn wir Menschen versuchen seit unserer Existenz zurück zur Liebe zu finden. Die Sehnsucht ist unser Antrieb und da ist niemand, der Schuld hat...

Und nochmal zurück zum Thema Beziehungen. Jesus sagte bereits: "Wer da hat, dem wird gegeben, sodass er die Fülle habe. Wer da aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat."

Das Leben ist ein Spiegel. Ein Spiegel tut das, was du tust. Lächelst du, lächelt er zurück. Aber du musst als Erster lächeln.

In diesem Sinne,
ich wünsche Dir eine schöne Zeit! :-)

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Kommentar von NosUnumSumus
19.05.2016, 15:02

...für Fehler im Nachhinein NICHT* in den Hintern zu treten... Sorry!

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Hallo Sophie, ich denke das Kind muss lernen mit sich selbst zu beschäftigen.
Außerdem ist es dienlich, das Kind auch mal alleine zu lassen. So wird es lernen müssen, alleine zurechtzukommen. Ich bin aber der Überzeugung, dass man das nicht beibringen kann, weil das Kind wird noch viele Wendungen in seinem Leben machen d.h viele Erfahrungen machen, und dann draraus seinen eigenen Hang zur Geselligkeit haben. Viele Denker haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen wie man ein glückliches Leben führen kann und es gibt auch die pfiffigsten, kluge Sprüche oder tolle Weisheiten, aber was bringen die? Nur mal als Beispiel:Was bringt dir ein kritisches Zitat über das Arbeiten, wo du dir Denkst: ja genau er hat so Recht. Du wirst dich am nächsten Tag trotzdem, wie gewohnt , zur Arbeit schleifen. Erst wenn durch die Arbeit krank geworden bist, wirst du sie niederlegen oder sogar niederlegen müssen. Dann wirst du erst verstehen, dass der Job der letzte Dreck war.

Außerdem stellt sich die Sache so dar, dass je Intellektueller ein Mensch ist umso weniger wird an der Geselligkeit gefallen haben. Auf dem Intellekt deines Kindes kannst du aber keinen Einfluss nehmen. Der Grad der Geselligkeit hängt also, wie gesagt, vom Grade seiner Intellektualität. Nicht umsonst suchen viele Denker und Menschen die nicht zur Massenware der Natur gehören, die Einsamkeit.

Ansonsten siehe: NosUnumSumus





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Kommentar von sophie1235
10.05.2016, 22:24

Außerdem stellt sich die Sache so dar, dass je Intellektueller ein
Mensch ist umso weniger wird an der Geselligkeit gefallen haben. Auf dem
Intellekt deines Kindes kannst du aber keinen Einfluss nehmen. Der Grad
der Geselligkeit hängt also, wie gesagt, vom Grade
seiner Intellektualität. Nicht umsonst suchen viele Denker und Menschen
die nicht zur Massenware der Natur gehören, die Einsamkeit.

Das klingt sehr interessant!

Kannst du das noch näher ausführen? Woher weißt du das?

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Kinder lernen nicht durch Vorschriften oder Belehrungen sondern durch die Idenfikation mit Vorbildern, das sind in erster Linie die Eltern

Was tust Du denn, um glücklich zu sein?

Lebe genau das Deinen Kindern vor - nur so kann man etwas weitergeben

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Kommentar von sophie1235
10.05.2016, 22:27

Ja, das klingt ausgesprochen sinnvoll!

Kannst Du das noch weiter ausführen?

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Du solltest deinem Kind nicht abgewöhnen, mit anderen Menschen umzugehen, denn wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen unseresgleichen um uns herum.

Du solltest deine Kinder aber zu starken, selbstbewussten Menschen machen, die ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen, sich selbst reflektieren können und deshalb NICHT auf die Meinung anderer Leute angewiesen sind.

Erziehe sie so, dass sie sich immer eine eigene Meinung bilden, statt die Meinung anderer Personen zu übernehmen und nachzuplappern, ohne die Hintergründe dafür zu hinterfragen.

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Ein gesundes Mittelmaß von allem ist die beste Erziehung, und jeder Mensch ist anders, nur weil du ohne andere Menschen glücklich bist, wird es dein Kind nicht unbedingt genau so anstrebend sehen. Es kann ein ganz anderen Charakter haben.

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ihm im Gegenteil sehr viel Liebe geben...Dann hat es Selbstvertrauen. Aber auch Aufgaben geben.

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