Wie bringt man eine Hausverwaltung dazu, dass Aufräge an Firmen den Eigentümern günstig kommen?

3 Antworten

Es ist schon bei den schwarzen Schafen unter den HV´s möglich, dass die sich Aufträge von den Handwerkern bezahlen lassen - aber auf der anderen Seite ist es auch ziemlich aufwändig, jedesmal Kostenangebote einzuholen um dann festzustellen, dass andere Firmen ganuso oder noch teurer sind. Ich kann nur empfehlen, dass Ihr in der Eigentümerversammlung Beschlüsse fasst, was und in welcher Höhe die HV eigenverantwortlich handeln darf. Bei nur 10 Eigentümern ist es ja bestimmt auch nicht schwer, eine beschlussfähige Eigentümerversammlung einzuberufen. Und dann muss man auch daran denken, dass jede ausserordentliche Eigentümerversammlung meistens auch Geld kostet! Wenn Du beweisen kannst, was Du sagst, kann man auch die HV abmahnen und mit Vertragskündigung drohen, wenn sich das nicht ändert.

WEG-Recht lesen.

1. Notgeschäftsführung. Zur Notgeschäftsführung (also wenn Gefahr im Verzug ist) ist jeder Berechtigt. Wenn der Keller voller Wasser läuft, kann jeder Bewohner einen Handwerker beauftragen, der das Wasser abstellt. Aus dem gleichen Recht heraus handelt der Hausverwalter. In der Praxis sind die Wohnungseigentümer aber zu bequem dazu und rufen lieber die Hausverwaltung an, die dann Aufträge vergibt.

2. Provision. Provisionen die eine Hausverwaltung aufgrund von vergebenen Aufträgen im Namen der Wohnungseigentümergemeinschaft erhält, hat sie an die Wohnungseigentümergemeinschaft weiter zu leiten. Dies gilt für Versicherungen und natürlich auch Handwerker. Wenn du also einen Beleg über solche Provisionszahlungen hast und nicht nur einfach behauptest, kannst du die Verwaltung wegen Veruntreuung anzeigen, wenn sie diese Provision selbst einsteckt. Seriöse Verwaltungen verlangen davon abgesehen keine Provision, sondern handeln eher Rabatte für ihre Wohnungseigentümergemeinschaften aus.

3. Beschlossene Instandsetzungen Wenn es sich bei Reparaturen oder Instandsetzungen nicht um eine Notgeschäftsführung handelt, also keine Gefahr im Verzug ist, kann und darf der Verwalter, von Kleinreparaturen (Birne im Treppenhaus) mal abgesehen, nur mit Beschluss der Wohnungseigentümerversammlung Aufträge vergeben. Die Wohnungseigentümer können bei ihrer Beschlussfassung auch festlegen, welche Firma den Auftrag erhält.

Gute Antwort, das WEG-Recht schreibt dem Hausverwalter viel vor. Jeder Eigentümer kann die Belege beim Hausverwalter einsehen und seine Behauptungen/Befürchtungen bestätigen oder entkräften. Bei einer Eigentümerversammlung kann der Hausverwalter jederzeit abgewählt werden.

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@vonkrosigk

Diese Geldflüsse kann man nicht belegen. Dass eine Rechnung überhöht war zu beweisen ist eine unssinige Arbeit, viel besser ist es, von vornherein zu verhindern, dass die HV ihre eigenen Firmen heranzieht bei der Beauftragung. ABER WIE kann man das wenn wie immer "Gefahr im Verzug" ist, verhindern?

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Ja, würde sofort Notgeschäftsführer werden, tu das auch immer. Allerdings das Wasser tritt immer bei den anderen ein und die rufen sofort die HV an. Und wenn im Keller das Wasser eintritt, rufen die sofort die HV an. Man erfährt erst immer später, dass ein Problem war und dass die HV informiert wurde, schon sind tausende Euro wieder weg.

Das sind keine Provisionen, die die HV bekommt, das sind geheime Absprachen oder logische Duldungen, die so funktionieren, dass später, wenn die HV sich von dem gleichen Professionisten selbst beauftragen lässt (in anderen Tätigkeiten), dass dann eine überhöhte Rechnung an diesen Professionisten gestellt wird als normal wäre. So kommt die HV ohne Schwarzgeld an das Geld heran, dass der Professionionist mit Duldung und Hilfe der HV bei den Eigentümern machen konnte aufgrund von nicht günstiger Tätigkeit. So etwas kann man nicht einklagen, das ist normale Arbeitswelt für die Firmen und legal. Trotzdem zahlen Eigentümer bei fasst jeder Beauftragung tausende Euro zu viel. --A> Also weiterhin die Frage: Wie DAS lösen?

Auch bei normalen Nicht-Not-Geschäften versuchen es die HVen, ihre Firmen zu platzieren bei den Aufträgen mit vielen Tricks. Besteht man als Eigentümer, aber die meisten sind zu faul darauf, selbst Angebot einzuholen, dann kann man in diesen Nicht-Not-Fällen leichter einen teuren Unfug verhindern.

Trotzdem gibt es fast jedes Jahr einen oder mehrere Not-Fälle bei jeder Liegenschaft oder eine sofortige Meldung an die HV und damit tausende und tausende Euro an überhöhten Kosten.

Wie lösen?

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@wanderer7

Das was du hier mit Professionisten beschreibst ist keineswegs legal, sondern Korruption. Und die ist in Deutschland verboten.

Das Hausverwaltungen bestimmte Firmen bevorzugen die sie kennen, hat meißt einen ganz anderen Grund. Durch jahrelange Zusammenarbeit mit diesen Firmen wissen die Verwaltungen, dass man sich auf diese Firmen in Sachen Qualität, Schnelligkeit und Preis verlassen kann. Gerade bei dem heiklen Thema der Notgeschäftsführung, wo man mehr falsch als richtig machen kann, wirst du kaum einen Verwalter finden, der hier Experimente startet, geschweige denn Konkurenzangebote einholt. Das erste ist zu riskant, das zweite kostet zuviel Zeit. Wenn ausreichend Zeit vorhanden ist, handelt es sich nicht um eine Notgeschäftsführung und muß der Verwalter eine außerordentliche Wohnungseigentümerversammlung einberufen. Hierzu darf er in dringenden Fällen die Ladungsfrist bis auf drei Tage verkürzen.

Wenn du eine Lösung suchst, dann kannst du bestenfalls versuchen einen Beschluss herbeizuführen, dass bei Wasser- oder Heizungsschäden, Rohrverstopfungen oder Schlüsselproblemen nur ein bestimmter Handwerker von der Hausverwaltung beauftragt wird. Das sind Organisationsbeschlüsse, die man mit einfacher Mehrheit treffen kann.

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Bei den nächsten Eigentümerversammlung (mindestens einmal im Jahr) diese Hausverwaltung abwählen und eine neue bestellen. Außerdem von der Hausverwaltung umgehend alle eingeholten Angebote in Kopie verlangen. Es müssen solche vorhanden sein. Sollte der Nachweis gelingen, dass die Hausverwaltung an der Vergabe von Aufträgen verdient wäre die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Auch könnte helfen, der Hausverwaltung schriftlich (Einschreiben/Rückschein) mitzuteilen, das man auf weitere Auftragsvergabe bezüglich des eigenen Eigenheims verzichtet und entzieht.

Fast jede Hausverwaltung verdient an den Beauftragungen indirekt mit. Wieso hat nicht schon mal jemand den Staatsanwalt erfolgreich eingeschaltet mit gutem Ergebnis? Weil die HV alle Gesetze einhält. Rechnungen zu schreiben ist kein Vergehen und ob eine Rechnung überhöht ist oder eine Dienstleistung viel zu lange dauert (was wirklich sehr oft vorkommt, weil es leichter ist, als einfach die Rechnung zu erhöhen) ist selbst vom Staatsanwalt nicht zu verhindern.

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@wanderer7

Wenn das der Staatsanwalt verhindern könnte, dann gäbe es all diese Korruption und all diese Geldflüsse, vor allem auch im Politik-Bereich schon lange nicht mehr.

Das kann niemand verhindern, die Geldgier ist größer.

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@wanderer7

Deswegen müsst ihr eure Rechte als Eigentümer wahrnehmen !!! Im Prinzip darf die HV ohne eure Zustimmung gar nichts tun! Das ist schwer machbar, daher muß ein Rahmen festgelegt werden, in dem sich die HV selbständig bewegen darf. Und für kleine Summen zahlen dann auch die Handwerker nicht mehr. Zum Thema Staatsanwalt kann ich nur sagen, da werden sich schwer Beweise finden lassen . Ich kenne das so, dass für Aufträge ab z.B. 500,00 € mindestens 3 angebote eingeholt werden müssen, und dann mit dem Beirat über die Vergabe entschieden wird - wenn es keinen gibt, sollte schnellstens einer gewählt werden.

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