Wie bringt man den Partner dazu, etwas mehr Ordung zu halten?

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8 Antworten

Das "Problem" haben wir seit 15 Jahren,wobei ich noch nie ein Wort darüber verloren habe. Ich räume auf, er saugt, putzt Fenster , bringt den Müll raus, hält das Auto in Schuß und mäht den Rasen und zwar ohne meine Aufforderung. Ich habe einfach einen wesentlich ausgeprägteren Sinn für Ordnung und dieses stillschweigende Übereinkommen funktioniert bestens. Umerziehungsmaßnahmen sind nicht erfolgsversprechend und schwierig für die Beziehung!!

Warum lässt Du Deine Sache bei ihm eigentlich in Deiner Tasche? Fühlst Du Dich bei ihm nicht zu hause? Es kann durchaus ja für Deinen Freund einfach ein Zeichen sein, dass er sich bei Dir wohlfühlt. Sieh es doch mal von der Seite. Möglicherweise kommst Du dann besser damit klar. Oder Ihr einigt Euch wirklich auf Plätze, die er nach seiner Art nutzen darf. Ansonsten siehe loopwithme.

Den kannste nur mit der Zumüll-Macke haben, oder eben nicht.

Ich würde ihm aber einen bestimmten Bereich in der WG zuweisen, in den ich seinen Kram immer reinlegen würde. Viele Müllis und Krospitter räumen nämlich schon auf, wenn ihre eigene Grenze überschritten ist. Vielleicht ist ihm der Kontrast auch peinlich. Wenns nicht hilft und es so wichtig ist..., andere Väter haben auch nette Söhne.

Wenn reden nichts hilft, dann vielleicht Taten...

Pack den ganzen Trödel immer da hin, wo es ihm im Weg liegt: auf seine Seite des Bettes, auf seinen Sessel, früh morgens in die Dusche oder Badewanne. Wenn er das dann mal eben gerade neben sich legt, dann würde ich allerdings schon ziemlich deutlich reagieren, dass du nicht seine Mutter bist und ihm nicht den Hintern nachtragen würdest...

Das ist unwürdig und demütigend! Es geht schließlich nicht um Hundeerziehung! Und es gibt genug Paare, bei denen einer den anderen oberlehrerhaft behandelt...

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@Boldtbregu

Es ist ihre Wohnung und er scheint sich nicht daran zu stören, dass sie es nicht will. Mir wäre das peinlich, würde ich mich so verhalten wie er! Soll sie also die Zähne zusammenbeißen, gute Miene zum bösen Spiel machen und dauernd wegräumen? Oder die Sachen achselzuckend liegenlassen, weil er ja seine Würde auf Kosten ihrer behalten darf? Wäre das dann würdiger, für die Frau?

Nee, wenn er nicht durch Gespräche zur Einsicht kommt, dass er nicht mehr bei der Mama ist, dánn muss er es halt eben auf andere Weise lernen. Das Bübchen scheint mir noch nicht genügend von Mama abgenabelt zu sein und spielt Kronprinz...

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Dieses Phänomen haben wir, so lange wir zusammen sind. Ich habe leider auch diese Angewohnheit, alles irgendwo stehen und liegen zu lassen. Ich kann da machen was ich will, ich krieg es einfach nicht hin. Räum ich eine Seite auf, lege ich die andere voll. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass ich meine Frau und ihre Wünsche nicht respektieren würde. Meine Frau meint aber, ich habe so viele gute Eigenschaften, die ihr viel wichtiger sind, so dass sie mit dem Chaos, das ich manchmal veranstalte leben kann. Kein Mensch ist perfekt. Da muss du einfach schauen, ob du für dich Abstriche machen kannst, oder ob dir die Ordnung mehr Wert ist. Aber ändern wirst du es nur schwer können.

...und du willst doch bestimmt nicht deinen Kram dann dauernd vor die Füße geräumt bekommen, oder? Siehe Loopwithme. Ich finde das genauso entwürdigend, wie einen jungen Hund mit der Schnauze in sein Pfützchen zu stoßen. Außerdem ist Ordnung auch ein SEHR RELATIVER BEGRIFF!

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Genau! So ungefähr passt das doch zu meinem Kommentar zu Eastsides Antwort.
Danke und Gruß wiele

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Ich muß mal Eastside recht geben.

Versuche nie jemanden zu ändern. Im Zweifel zieht man da immer den Kürzeren. Also versuche Ihn entweder so zu akzeptieren wie er ist oder trage die Konsequenzen.

Das bedeutet du sagst ihm Klipp und klar was dich stört. Entweder er räumt dann seine sachen zusammen oder seine Sachen werden NIE WIEDER bei dir rumliegen.

Wenn du es ihm schon gesagt hast und er macht es trotzdem nicht, dann laß die Finger von dem Kerl.

Der nimmt deine Bedürfnisse nicht ernst und ist am Egotrip..

..und tschüß

Du bist ja knallhart! Aber wenn die Freundschaft nur aus Ordnung oder Unordnung besteht, dann gebe ich Dir Recht ;-)
Gruß wiele

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@wiele

Du hast recht, es klingt hart. Aber am Anfang sind das noch genau diese "Kleinigkeiten" über die man generös hinwegsieht.. und dann nervt es nur noch.. bis es kracht - also besser gleich nein danke sagen - oder?

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@Eastside

Nein danke! Ich denke, es gibt in jeder Partnerschaft Dinge, die einen am anderen stören. Die Frage ist die nach dem Ausmaß! Häufig ist es doch auch so, dass Dinge, die man am anderen gerade gut und reizvoll fand - vielleicht weil sie einem selbst fehlen - später stören. Denn weder das eigene Extrem noch das Extrem des anderen muss ideal sein. Nun kann man den anderen in den störenden Punkten tolerieren, ihn bitten, nach seinen Möglichkeiten etwas zu ändern oder - na klar, man kann ihn zum ... jagen. Sehr liebevoll! Aber stimmt ja: In dem Falle wäre ggf. die Liebe zur Ordnung größer als die zum Partner. Und man entscheidet sich natürlich lieber für die große (die größere) Liebe!
Nach Deiner Argumentation sollte man besser gar nicht erst eine Beziehung eingehen. Denn falls Differenzen auftauchen, trennt man sich sowieso gleich wieder.
Jeder hat doch in seinen Eigenschaften gewisse Toleranzbereiche, innerhalb derer er sich bewegen kann, ohne gleich von Grund auf geändert zu sein. Erst wenn diese Toleranzbereiche der beiden Partner sich nicht mehr überlappen oder einer nicht bereit ist, an den Rand des Toleranzbereiches zu gehen, wird es brenzlig für die Beziehung.
Aber je nach dem, worum es sich handelt, muss das noch lange nicht das Aus für die Beziehung bedeuten. Man muss ja nicht alles teilen! In Bezug auf die Ordnung oder Unordnung könnte man sich auf eine "Hausordnung" einigen. In gewissen Bereichen hat eine ausgeprägte Ordnung zu herrschen, in andern dürfen die Sachen rumfliegen und in wiederum anderen Bereichen einigt man sich auf einen Kompromiss.
Und gehen wir mal davon aus, dass die Partner nicht nur ihre Ordnung/Unordnung lieben, sondern auch den Partner, dann könnte ich mir vorstellen, dass das trotz starker Unterschiede in verschiedenen Bereichen gut klappen kann, ja dass sogar einer vom anderen etwas lernen kann und sich die Partner auch in diesen Eigenschaften auf einander zu bewegen ohne sich "verbiegen" zu müssen.
Gruß wiele

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@wiele

Auch von mir DH für diesen Kommentar - schade, dass man Kommentare nicht bewerten kann!

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@wiele

@wiele: erstmals danke für die ausführliche Kundgebung deiner Meinung - warum aber als Kommentar und nicht als Antwort?

Du sprichst von Toleranzbereichen, die überschritten werden und genau darum ging es in der Frage von Lilly:

  • sie will seine Unordnung nicht akzeptieren

  • sie hat ihn schon mehrmals darauf angesprochen

  • er ignoriert das völlig und macht weiter wie gehabt

und spätestens jetzt fängts bei mir an zu brodeln, und deshalb kam meine absolut "lieblose" Antwort.

Du kannst von mir halten was du willst, du kannst aber über meine Ordnungs- oder auch Nicht-Ordnungliebe kein Urteil fällen, du hast auch von meiner "liebevollen" Art nicht den blassesten Schimmer.. du kannst mich nicht mal erahnen Mr.Perfect!

P.S.: Übrigens ich "verbiege" mich noch gerne, aber nur soweit, daß sich mir der Andere auf halber Strecke entgegenneigt!

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@Eastside

@Eastside: Jetzt muss ich mal schmunzeln :-)
Du scheinst Dich in einigen Punkten geirrt zu haben:
1. Ich habe den ironisch gemeinten Ausdruck "Sehr liebevoll" nicht auf Dich bezogen und meinte damit auch nicht, dass Deine Antwort lieblos sei! Ich meinte damit das (fiktive) Fortjagen des Freundes wegen irgendwelcher Kleinigkeiten (und dabei ist selbstverständlich zu prüfen, was für wen Kleinigkeiten sind!)
2. Ich habe weder über Deine Ordnungsliebe noch über Deine Nicht-Ordnungsliebe irgendetwas gesagt oder gemeint, geschweige denn ein Urteil gefällt - aber danke für die Erlaubnis!
3. Deine liebevolle Art habe ich nicht thematisiert.
4. Ich hatte gar nicht vor, Dich zu erahnen!
5. Ich bin nicht Perfect! (Schade eigentlich...)
6. Das "verbiegen" war auch nicht auf Dich gemünzt, aber zumindest hast Du wohl verstanden, was ich gemeint habe.
Also, falls ich Dich geärgert habe, verzeih mir bitte, das war nicht beabsichtigt!
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Jetzt zu den mehr inhaltlichen Dingen bzgl. der Frage:
Dass sie seine Unordnung nicht akzeptieren will - kann sein! Aber ist auch schon a priori klar, wieviel sie für diese Nicht-Akzeptanz bereit ist aufzugeben? Das geht aus der kurzen Beschreibung nicht hervor!
Sie möchte, dass er ordentlicher ist und sucht nach Möglichkeiten, ihn zur Ordnung zu animieren. Aber heißt das, ihr Toleranzbereich sei überschritten? Kann sein - oder auch nicht???
Sie sollte sich eben klar darüber werden, welche Liebe größer ist: Die zur Ordnung oder die zu ihm. Das soll natürlich keine Ermunterung für ihn sein, nicht ordentlicher zu werden.
Für mich ist auch noch nicht klar, wie ihre Ordnung und wie seine Unordnung aussieht!
Sie hat ihn schon mehrmals darauf angesprochen - ja! Aber ich weiß nicht wie es von ihr gesendet und wie von ihm empfangen wird.
Er ignoriert das völlig? Ich weiß nicht. Vielleicht ist der Geist willig und das Fleisch schwach? Vielleicht würde er sagen, dass er doch schon ordentlicher ist, sie empfindet das aber immer noch als Chaos? Vielleicht hält er sein Chaos für Ordnung?
Wenn sie von ihm erwartet, dass seine Ordnung auch bedeutet, seine Sachen auf ein möglichst kleines Volumen zu komprimieren, dann kann es sein, dass er dieser Forderung gar nicht entsprechen will oder kann?

Es sind mir zu viele Details ungeklärt, als dass ich eine Antwort wie Deine geben würde. Ich akzeptiere Deine Meinung und kann sie gut verstehen, bin aber anderer Meinung.
Diesen Unterschied wollte ich erläutern, daher ist es ein Kommentar zu Deiner Antwort und nicht in erster Linie eine direkte Antwort auf ihre Frage.
Gruß wiele

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Ich stimme loopwithme voll zu!!!

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