Wie bringe ich sie dazu wieder ohne Angst ins Auto zu steigen?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo lieber Fragesteller - das ist das erste Mal, dass ich gebeten wurde, hier auch eine Antwort zu schreiben. Und deshalb mache ich das natürlich gern.

Nach einem Unfall braucht es manchmal gar keine besonderen Umstände oder seltene Ereignisse, damit gewisse Benutzungsangst entsteht. In aller Regel wird Patienten deshalb von vornherein geraten, sich gleich wieder an's Steuer zu setzen und damit die Erfahrung zu machen, dass das Auto ein sicheres Verkehrsmittel ist. Wenn dies nicht geschieht, beginnen die Patienten die Konfrontation mit z.B. dem Auto zu vermeiden. Solche Coping- (Vermeidungs-)Strategien verfestigen sich im Laufe der Zeit. Das kann man wie folgt verstehen: Jemand, der unter Freunden nervös ist, beginnt sich vor Nervosität die Hände zu reiben. Er stellt dabei fest, dass er die Situation so aushalten konnte. Er hat also gelernt: Wenn ich die Hände reibe, dann bin ich nicht so doll nervös. Somit verstärkt sich auch das Händereiben mit jeder erneuten Anwendung der Strategie.

Was ich aus Deinen Schilderungen lese, ist: Deine Freundin hat erhebliche Angst vor dem Autofahren. Hier ist unbedingt eine professionelle Betreuung notwendig. Sprich mit dem Arzt darüber - auch über die Frage, wie man es Deiner Freundin beibringen kann.

Die Situation nach dem Unfall war dadurch gekennzeichnet, dass Deine Freundin gegen ihren Willen im Auto festgehalten wurde (eingeklemmt, gefangen) und nicht mehr entkommen konnte. Genau solch eine Situation erzeugst Du, wenn Du sie überredest bzw. erst Recht mit Gewalt in das Auto bringst. Sie ist dann gegen ihren Willen erneut im Auto gefangen. Deshalb würde ich Dir raten, vorerst keine weiteren Schritte zu unternehmen. Möglicherweise kannst Du Dich mit ihr unterhalten, was genau bei ihr passiert, wenn sie in's Auto steigt. Einfach nur reden um zu verstehen. Sprich auch mit ihr darüber, wie wichtig das Auto zum Leben für sie ist. Wenn Du mit ihr darüber gesprochen hast, wird irgendwann der Punkt kommen, wo sie auch einsieht, dass das Auto wichtig ist und dass die Hemmung daher kommt, dass sie selbst viel Überwindung vor sich sieht, wieder in's Auto zu steigen. Vielleicht könnt Ihr gemeinsam überlegen, ob Ihr Euch zusammen in das geparkte Auto setzt und ihre Lieblingsmusik hört. Somit nimmt sie etwas sehr gewohntes und beruhigendes mit in das Auto. Außerdem: wenn das Auto geparkt ist, ist ja auch noch keine Gefahr da und sie kann sich langsam daran gewöhnen.

Als Schlusssatz muss ich noch hinzufügen: Es kann auch sein, dass Deine Freundin nie wieder in ein Auto steigen kann. Zwinge sie nicht. Ziel sollte sein, dass sie MITfahren kann. Selbst fahren liegt noch weit weg.

Noch ganz wichtig: Sobald Du einen noch so kleinen Erfolg mit ihr erzielt hast, beende die "Übung". Dann habt Ihr nämlich eine Übung mit Erfolg gehabt. Meist jedoch spornt der kleine Teilerfolg an, noch weiter zu gehen... das ist ein Fehler! Denn damit erreicht Ihr wieder den Punkt, wo sie in Blockade gerät und die Übung endet dann mit einem Misserfolg.

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@JaniXfX

Herzlichen Dank für Deine Unterstützung! :-) Ahnte ich doch, dass Du etwas wirklich Kluges dazu beitragen würdest. :-)

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@Momo1965

Momentan lasse ich sie komplett in Ruhe und die tägliche Physio findet Zuhause statt... so muss sie weder ins Auto noch in den Bus/ S-Bahn steigen und sie ist etwas entspannter. Allerdings ist dies natürlich kein Dauerzustand.

Mit ihren Ärzte habe ich bereits geredet und sie haben Hilfe angeboten. Sie wollen sich mit einen Psychologen der spezialisiert auf traumatische Erlebnisse ist in Verbindung setzen. Problem ist nur, dass sie jegliche psychologische Hilfe ablehnt und sofort anfängt zu zicken oder komplett abblockt.

Wenn ich ehrlich bin kann ich mir immer noch nicht, dass Autowrack anschauen (welches bei meine Eltern in der Garage steht) ohne das ich wie gelähmt davor stehe, dass sie da lebend rausgekommen ist ist wirklich ein Wunder. Deshalb habe ich bereits jetzt schon Angst, wenn sie das Auto oder die Bilder von dem Unfall sieht... hab deshalb alles was den Unfall betrifft weggeräumt.

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Unter welchen Umständen fand denn der Unfall statt?

(Fuhr sie selber, bist du gefahren? etc)

Ich würde alles verhindern was sie an die Unfall-fahrt erinnert. (anderer Fahrer, anderes Auto, andere Strecke etc)

Vielleicht hilft es ihre Lieblingsmusik einzulegen.

Ich würde sie aber nicht "zwingen" zum Auto fahren. Kann mir gut vorstellen dass das eine sehr lange Zeit braucht bis man sowas ansatzweise verarbeitet, bzw wieder bereit ist in ein Auto zu steigen.

Ganz kurze , kleine Strecken fahren könnte man probieren (bloß zum einkaufen um die Ecke o.ä) . Damit sie sich langsam heran tastet.

Sie war mit meinem Auto alleine auf der Autobahn unterwegs und da ist ihr jemand reingeschossen... sie war länger im Fahrzeug eingeklemmt.

Das Auto existiert nur noch als Totalschaden

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@121511

Dann würde ich Autobahnen meiden!

Kurze Fahrten. Aber auch nur an Tagen an denen sie sich "bereit" dazu fühlt. Ein selbstsicherer Fahrer sollte das Fahrzeug lenken. Sie sollte versuchen ruhig zu bleiben (am besten mit Smalltalk oder Musik) etwas ablenken.

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Hallo,

euer Schicksal berührt mich. Hatte heute leider versehentlich auf deine ältere Frage vom März geantwortet, das ist ja gar nicht mehr aktuell, Entschuldigung.

Es ist wirklich extrem, was ihr durchgemacht habt.  Ich kann deiner Freundin keinen Vorwurf machen, dass sie sie verweigert oder panisch und zickig wird. Bei dem, was sie durchgemacht hat, ist das absolut verständlich und psychisch momentan vielleicht selbst mit der besten psychologischen Betreuung nicht anders möglich.

Du stehst zu ihr und machst das in meinen Augen bestmöglich!

Auch das mit dem Auto.

Du bringst sie ja erfolgreich zur Physio und wieder zurück. Du bist bestimmt der einzige, dem sie so weit vertraut, dass sie das doch immer wieder mitmacht.

Die Diskussion musst du halt hinnehmen, sie braucht das und das ist vielleicht auch zum Verarbeiten und immer neuem Überwinden der Angst.nötig. Wenn du den längeren Atem in der Diskussion hast, ist das m.E. gerade das Richtige. Du nimmst sie ernst, aber gibst ihrer Angst nicht nach. Es ist natürlich für dich unangenehm und kräfteraubend und ich verstehe, dass du das verbessern möchtest.

Aber vielleicht gibt es da gerade nichts zu verbessern, ich denke, das ist unter diesen Umständen wirklich schon das Optimum, was du rausholen kannst.

Ich hoffe, dass dir diese Sicht vielleicht hilft, dass du zwar nach außen hin nichts ändern kannst, aber dass du innerlich dabei ruhiger und weniger zweifelnd bist und so Kräfte sparst.

Ich wünsche euch alles Gute!

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