Wie brecht man einen Vertrag ab ohne irgendwelche Probleme zu bekommen?

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3 Antworten

Grundsätzlich gilt: pacta sunt servanda, was soviel heißt wie Verträge sind einzuhalten.

Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, den Vertrag aus der Welt zu schaffen.

1) Rücktrittsrecht
Es gibt einige gesetzliche Rücktrittsrechte, z.B. wenn du eine mangelhafte Sache bekommen hast und der Verkäufer sich weigert, sie zu reparieren oder dir eine neue zu liefern.
Zusätzlich kann man im Vertrag vereinbaren, dass dem Verkäufer und/oder dem Käufer ein Rücktrittsrecht unter bestimmten Bedingungen zusteht. Nachträglich kann man sich aber sowas nicht einfach dazu schreiben, außer wenn beide Parteien sich darüber einigen und so einen Änderungsvertrag schließen.

2) Widerrufsrecht
Jeder, der als Verbraucher mit einem Unternehmer einen Vertrag schließt, hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Allerdings gilt das nur bei sogenannten Fernabsatzverträgen, also Verträgen, die beispielsweise im Internet geschlossen werden. Dieses besagt, dass der Verbraucher ohne Angabe von Gründen von dem Vertrag zurücktreten kann und ihm dann alle Leistungen zurückerstattet werden müssen. Wenn du also als Privatperson zB bei Zalando etwas bestellst und es gefällt dir nicht, dann kannst du es innerhalb von 14 Tagen zurückgeben.

3) Wenn du dich beim Vertragsschluss geirrt hast (zB du dachtest, dass du einen ganzen Karton Wein kaufst, es ist aber in Wirklichkeit nur eine Flasche; oder du verschreibst dich bei der Bestellung und bestellst aus versehen 91 statt 19 Flaschen Wein) oder du vom Gegenüber getäuscht wurdest (zB versichert dir der Verkäufer, der Wagen sei kein Unfallauto, ist es in Wirklichkeit aber doch), dann kannst du zwar nicht den Vertrag, aber deine Willenserklärung anfechten. Dadurch wird dann auch der Vertrag rückwirkend ganz zunichte gemacht.
Allerdings musst du eine solche Anfechtung unverzüglich, d.h. sofort wenn du von dem Anfechtungsgrund erfährst, erklären und kannst nicht noch Monate oder Jahre warten. Lediglich wenn du vom Gegenüber getäuscht wurdest hast du ein Jahr Zeit, um anzufechten.

Du siehst, einen Vertrag kann man nur unter relativ hohen Voraussetzungen aus der Welt schaffen. Und das ist auch gut so.

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Kommentar von AalFred2
16.02.2016, 14:54

Zu Punkt 3 bleibt dann noch zu sagen, dass du dem Verkäufer schadensersatzpflichtig wirst, was unter Umständen ähnlich teuer wie der Kauf werden könnte.

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Entweder du hoffst auf die Kulanz des Verkäufers oder du hast eben Pech gehabt. Ein Vertrag ist bindend und wird ja nicht aus lauter Spaß an der Freude abgeschlossen. Du könntest aber vllt noch einen Ersatzvertragspartner finden. Zum Beispiel bei Fitnessstudios ist das manchmal möglich, dass man seinen Vertrag sozusagen weitergibt.

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Also du solltest konkret sagen um welchen Vertrag es geht. Online was gekauft? Oder auf der Straße/ an der Haustür was aufschwätzen lassen? Normal hat man 14 tägiges Rückgaberecht auf mündliche sowie fern Verträge. Größere dinge wie eine Küche oder sogar ein Haus sind nicht zurückgebbar. Es sei den der Vertrag ist aufgrund irgendwelcher umstände nichtig. Passiert aber selten  

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Kommentar von AalFred2
16.02.2016, 15:00

Mündliche Verträge unterscheiden sich hinsichtlich eines Widerrufsrechts nicht von schriftlichen.

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