wie bewertet ihr das handeln der Piloten die , die Atombombe über Hiroshima "werfen"?

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2 Antworten

Ich persönlich mag es nicht, wenn sich jemand hinter seiner "Pflicht" versteckt, behauptet er habe "nur Befehle befolgt" oder dergleichen.

Damit weist man die Verantwortung für das eigene Handeln von sich und macht andere Menschen oder "die damaligen Umstände" verantwortlich.

Wenn etwas den eigenen moralischen Maßstäben widerspricht, gibt es zahlreiche Beispiele für "zivilen Ungehorsam" gegen offfizielle Anordnungen.

Auch die Behauptung "dann hätte es eben wer anderes gemacht" ist für mich lediglich ein Rechtfertigungsversuch.

Wenn man tatsächlich moralische Skrupel hat, ist man schlichtweg nicht in der Lage so zu handeln, wie von einer Autorität verlangt wird.

Personen wie der japanische Konsul Chiune Sugihara, der gegen eine offizielle Anordnung seiner Vorgesetzten illegal Transitvisa an litauische Juden ausgab und ihnen so das Leben rettete, sind aus meiner Sicht ein Beispiel für bewunderungswürdiges, moralisches Verhalten.

Die Behauptung, die Atombomben hätten den Pazifikkrieg verkürzt und das Leben vieler amerikanischer Soldaten geschützt, die andernfalls bei einer Invasion Japans gefallen wären, wird von einigen Historikern angezweifelt.

Tatsächlich stellten die USA an Japan einige Kapitulationsforderungen, von denen sie genau wissen musstenn, dass sie für die japanische Regierung inakzeptabel waren - etwa die Entmachtung des Tenno.

Entweder waren die Politiker und Diplomaten, die solche Entwürfe vorlegten, absolute Stümper, die keine Ahnung von der Mentalität der Japaner hatten - oder eine friedliche Kapitulation war von US-Seite überhaupt nicht erwünscht.

Um zu der Mannschaft der "Enola Gay" zurückzukehren:

Für mich sind das obrigkeitshörige Drückeberger, die sich nachträglich ihr moralisches Verbrechen schönreden und keine Reue zeigten.

Dass das faschistische Deutschland, oder Japan die Bombe ebenfalls eingesetzt hätten, wenn sie dazu in der Lage gewesen wären, ist für mich in diesem Punkt irrelevant.

Aus meiner Sicht sind das Massenmörder - auch wenn die politische Verantwortung für den gesamten Konflikt an anderer Stelle liegt.

Die Folgen der Atombombenabwürfe wirken sich heute noch auf die Hibakusha aus - gesundheitlich und sozial - ein Umstand, der einem reuigen Täter schlaflose Nächte bereiten würde.

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Kommentar von Enzylexikon
07.11.2015, 14:52

Ein interessantes Gegenbeispiel für die Wandlung eines Soldaten ist der Vietnam-Veteran Claude Thomas.

Er war Schütze der "1116th Aussault Helicopter Company" und nach eigenen Angaben für den Tod hunderter Menschen in Vietnam, darunter vieler Zivilisten verantwortlich.

Thomas schreibt, dass er ständig getrunken und die Geschehnisse wie ein unbeteiligter Beobachter wahrnahm, erste Zeichen für eine Traumatisierung.

Nach dem Krieg plagten ihn die Erinnerungen an die Erfahrungen in Vietnam und trotz aller Orden und Auszeichnungen litt er seelisch extrem.

Schließlich rutschte er sozial völlig ab, wurde drogensüchtig und obdachlos. Seine Familie liess er zurück.

Ausgerechnet die Begegnung mit einem vietnamesischen Mönch - dem einstigen Feindbild - half ihm dabei, seine Verantwortung anzuerkennen und gleichzeitig in ein anderes Verhältnis zu seinem Leiden zu treten.

Claude Thomas ist nicht "geheilt" und ihn plagen heute noch Schlafstörungen und Alpträume, aber er hat einen Weg gefunden, mit diesen Erfahrungen umzugehen.

Ist dieser Mann ein Mörder?

Für mich ganz klar, ohne jede Frage.

Aber jeder Mensch hat, sofern er nicht psychisch krank ist, die Möglichkeit, sein Leben zu ändern, sich an neuen Werten auszurichten.

Diese Einsicht, die Bereitschaft, seine eigene Verantwortung anzuerkennen, ohne die Schuld auf andere Menschen oder Umstände abzuwälzen, vermisse ich bei fast allen "Tätern".

(Wer sich für die weitere Geschichte von Claude Thomas interessiert, dem sei das autobiographische Werk "At Hell's Gate" bzw. als deutscher Titel "Am Tor zur Hölle" empfohlen)

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war halt ein Befehl, was sollte er da machen, trotzdem schade dass er das nicht bereut =(

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