Wie beweist man, dass zwei Messdaten einen kausalen Zusammenhang haben?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Es gibt in den verschiedenen Wissenschaften verschiedene Methoden, Sachzusammenhänge glaubhaft zu machen. Strenge Beweise im Sinne der Philosopie sind es so gut wie nie.

Natürlich reichen die Übereinstimmung zweier Messwertverteilungen und ein vermuteter Zusammenhang als Glaubwürdigkeitskriterium nicht aus. Wenn dem so wäre, so wäre "bewiesen", dass der Klapperstorch die kleinen Kinder bringt; denn eine Korrelation zwischen den Geburtenzahlen in Norddeutschland und der Storchenpopulation lässt sich aufzeigen.Trotzdem kommt die Forschung in einigen Wissenschaften wie der Soziologie und der Psychologie oft nicht über diesen Stand hinaus.  

Möglichkeiten zur Verbesserung der Glaubwürdigkeitskriterien wurden bereits angeführt: Z.B. Wiederholbarkeit des Versuchs und Heranziehen einer Vergleichsgruppe. Der Schluss, dass sich Aussagen niemals beweisen, sondern nur negieren lassen, ist ebenso zutreffend wie unbefriedigend -  denn wohlgemerkt ist das nur die Negation der Gesetzmäßigkeit, nicht die Gesetzmäßigkeit der Negation.

Man sollte nicht verschweigen, dass in der modernen Physik des 20. Jahrhunderts auch die Einfachheit einer Theorie als wichtiges Glaubwürdigkeitskriterium galt. Zwar ist jedes menschliche Verstehen immer eine vereinfachende Wiedergabe des Sachverhalts, aber auch die Klapperstorchtheorie ist einfach oder die von mir so geschätzte Waldteufelchentheorie zur Erklärung der Schwerkraft.

Die Suche nach einer Antwort auf Deine Frage ist Kern der philosophischen Theorie der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie. Sie füllt Bücher. Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist die Lektüre der Memoiren der großen Physiker der ersten Hälfte des 20.Jh. wie z.B. Einstein, Infeld, Weizsäcker u.v.a.m.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ottavio
22.01.2017, 14:13

Zur näheren Klärung letzter Fragen sollte ich noch ein paar Worte über die Waldteufelchentheorie verlieren.

Sie wurde m.W. in der Literatur erstmals erwähnt von Wladimir Iljitsch Uljanow in in seiner epochemachenden Schrift Materialismus und Empiriokritizismus. Er vertritt sie dort aber nicht, sondern macht sich über sie lustig.

"Waldteufelchen" (im Folgenden kurz W.) ist der deutsche Name der angesprochenen Entitäten. Er hat drei Bestandteile: "Wald", "Teufel" und "chen".

Die Wirkung der W. ist insbesondere im Herbst in Laubwäldern zu beobachten (daher "Wald"). Sie sorgen dafür, dass das Laub von den Bäumen fällt.

W. ziehen immer alles runter. Daher "Teufel".

W. sind sehr klein, genau genommen haben sie die Größe eines Quants (daher "chen"). Aus diesem Grund kann man sie nicht sehen. Aber jeder Mensch spürt ihre Wirkung.

W. werden auch "kleine grüne Waldteufelchen" genannt wegen ihrer Heimat im Wald. Ihre tatsächliche Farbe könnte zwar im Spektroskop einmal nachgewiesen werden, ist zur Zeit aber noch umstritten.

Auch die Geschwindigkeit, in der sich W. bewegen, ist noch nicht endgültig nachgewiesen. Während man früher davon ausging, dass sie sich mit g beschleunigt, geht man heute eher davon aus, dass sich die W. mit Lichtgeschwindigkeit bewegen.

In der Wissenschaft nennt man die W. heute auch "Gravitonen". Das ist aber nur ein anderer Name derselben Entitäten und bedeutet an sich noch keinen Erkenntnisfortschritt.

1

Garnicht.

Der Autor spielt mit dem Unwissen der Leser über Grundlagen der Statistik.

Die Diagramme zeigen keine Kausalität sondern nur eine Korrelation.

Aus einer Korrelation kann man noch keinen kausalen Zusammenhang herleiten - allenfalls eine Koinzidenz.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

durch ein experiment.

man vergleicht eine kontrollgruppe, mit der gar nichts/nichts wirksames gemacht wird, mit einer experimentalgruppe, die einem treatment unterworfen wird z.b. placebo- versus medikamenten-gabe.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nur durch passende Studien, wo entsprechende Gruppen gebildet und getrennt beobachtet werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von sophie1235
22.01.2017, 09:04

Das klingt aufwändiger als ich gedacht habe...

0

Das ist die Aufgabe eines schlauen Kopfes der Wissenschaft: Hier den Beweis für den Zusammenhang zu suchen... ist doch klar!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Comment0815
22.01.2017, 09:02

Die Frage ist wohl eher, wie der "schlaue Kopf" das beweisen kann.

0
Kommentar von sophie1235
22.01.2017, 09:04

Das ist mir auch bewusst. Doch wie macht der kluge Wissenschaftler das?

0

Was möchtest Du wissen?