Wie beurteilt ihr Schläge in der Erziehung?

28 Antworten

Es handelt sich um Körperverletzung. Diese ist ein anzeigepflichtiges Strafdelikt. 

Dennoch erleben manche Menschen in einer oder mehreren ihrer Entwicklungsphasen eine Art Taubheit wenn es um den Schutz vor lebensgefährlichen Gefahren durch die Eltern geht. Ich habe so eine Phase gehabt. 

Mir wurde also wiederholt und sehr gut verständlich eine Grenze gesetzt. Diese habe ich überschritten gehabt. Ich erinnere noch gut, wie mein Vater mich dann abholte und zunächst - als wir dann alleine waren - fragte, ob ich wisse Was ich angestellt habe. Ich wusste es. Dann erklärte er mir, ich habe ihm sehr großen Schmerz zugefügt. Und nun wolle er mir andeutungsweise zeigen, wie groß sein Schmerz sei. Also bekam ich Prügel. Das habe ich verstanden und akzeptieren können. UND ich habe durchaus wahr genommen, wie anstrengend es für meinen Vater war, mir seinen Schmerz auf diese Weise deutlich zu machen. 

Eine ganz andere Sache ist es, wenn auf andere, nicht nachvollziehbare Weise, geprügelt wird. Also wenn z.B. eine Schablone vorgesetzt wird, eine Plattitüde, und bei Missachtung dieser Lebensferne Gewalt angewendet wird. Ein Kind will lernen. Es will nicht gegen unverständliche Mauern laufen. Und es kann auch nicht von Natur aus. 

Bei meinen Kindern gab es keine Gewalt. Da hatten wir Glück. Wir haben schon im Mutterleib über das Leben in seinen Details mit den Kindern gesprochen, diese Form des Teilhaben-Lassens danach durchaus auch in ständiger Wiederholung der Beschreibung alltäglicher Dinge und Vorkommnisse nach der Geburt. Bis die Kinder entsprechend ihrem Alter verstehen konnten. 

Ansonsten schadet es durchaus nicht, wenn ein junger Mensch selbst die Erfahrung machen kann, Feuer tut weh. Als Beispiel. Da sind dann aber eben die Erwachsenen gefordert darauf aufzupassen, dass nur die Erfahrung gemacht wird und es eben nicht zu einer schweren Körperverletzung kommt. Jo. Diese Möglichkeit kostet Zeit Aber wer nicht bereit ist, seinem freiwillig gezeugten Kind diese Zeit und auch Mühe zu widmen, der sollte einfach verhüten. 

Ich halte es für unmöglich eine gesunde, liebevolle und vertrauensvolle Beziehung zu einem Menschen aufzubauen, von dem man geschlagen wird. Da gibt es auch keine Grenzen. Man stelle sich nur mal vor der Partner haut einem eine runter, weil man gerade etwas tut, was dieser als Grund sieht so eine Maßnahme durchzuführen. Das will doch keiner. Warum also sollte man das einem Kind zumute? 

Erwachsene müssen Vorbild sein und Kindern andere Lösungsmöglichkeiten geben. Man bringt Kindern bei sich zu beruhigen - zur Not auch mal mit aufs Zimmer schicken. Kinder sollten Empathie lernen - so werden sie sich auch in die Eltern hinein versetzen können. Man sollte mit ihnen reden aber nicht zu viel Diskutieren. Eltern sollte gute und nachvollziehbare Argumente haben und sollten verstehen, dass Kinder nun mal auch Kinder sind und viele Dinge zur Entwicklung dazu gehören. Kinder müssen die Möglichkeit haben ihre Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen. Und jedes Kind reagiert auf logische Konsequenzen. Und natürlich wird auch mal geschimpft - aber auf einer fairen Basis. Auch hier gilt: sei Vorbild, denn Kinder werden selten wie andere Leut'.

Mein Sohn wird nicht geschlagen. Hab ich auch kein Bedürfnis zu.

Meine Mutter hat mich geschlagen und mein Vater war wenig pädagogisch. Meine Bedürfnisse waren immer zweitrangig und ich hatte auch nie recht. Ich war ja nur das Kind. Ich liebe meine Eltern aber diese Erziehung hat unserer Beziehung schon geschadet - vor allem in der Pubertät. Das ich es nie verdient hatte muss ich wohl nicht erwähnen und genutzt hat es auch nichts. Ich habe deswegen nie besser funktioniert. Gleichen beobachte ich übrigens bei Eltern, die einen Klaps hin und wieder ok finden. Deren Kinder funktionieren deswegen auch nicht besser.

1. Es ist niemals ok Kinder zu schlagen. Auch die ewig zitierten Klapse sind Schläge. Für mich zeugen Schläge von der Hilflosigkeit, oftmals Unfähigkeit und Fantasielosigkeit der Eltern. In Deutschland ist es gesetzlich verboten, Kinder zu schlagen.

Ich glaube auch nicht, dass Kinder, die mit Respekt und ohne Gewalt groß werden, später die Hand gegen ihre Eltern erheben, so dass man sich wehren müsste.

Diskussionen und Gestreite in der Pubertät sind wohl normal, man kann auch mal die Tür knallen aber Schläge? Niemals! Ich kann mir das auch von meinen Kindern überhaupt nicht vorstellen.

2. Empathie, Fantasie, Kommunikation, Vorausdenken, Vorleben.

3. Ich habe zwei Söhne - und nein.

4. Ja und es hat mir große Probleme mit dem Selbstwertgefühl beschert. Damit habe ich lange Zeit gekämpft. Es mag Leute geben, die Schläge ohne Folgen wegstecken können, andere wiederum - so wie ich - knabbern ein Leben lang daran.

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