Wie beurteilt ihr die Lebensgeschichte meiner Freundin und was könnte ihr jetzt noch helfen?

15 Antworten

Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ich bin deiner Geschichte etwas skeptisch ggb.- es gibt da ein paar Ungereimheiten.

Dennoch:sich beim sozialpsychiatrischen Dienst Hilfe holen. Erst müsste die Gesundheit auf Vordermann gebracht werden.

Also stationäre Behandlung wird bei diesen vielen Diagnosen auch nicht abgelehnt

Dass das Amt die Krankenkassenbeiträge streicht, glaube ich nicht.

Warum kann sie nicht zum Arzt?

Du kannst mit ihr hingehen.

Zur Not geht man in die Aufnahmen einer psychiatrischen Klinik und sagt, dass man nicht mehr kann, die soz.Päd dort können bei der Sache mit dem Amt helfen.

Sie muss sich krankschreiben lassen, denn das ist sie ja. Wenn das alles stimmt, dann wird der Amtsarzt vom Amt das durchwinken.

P.S.Eine schwere Depression ist keine Psychose...

"Dass das Amt die Krankenkassenbeiträge streicht, glaube ich nicht."

das gibt es leider, wenn man eine 100 Prozent Sanktion bekommt und einem Lebensmittelgutscheine nicht bewilligt werden.

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@Laury95

aha, ok- danke für die Information und Korrektur!

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@Gugu77

Sie hatte ja eine schwere Depression mit psychotischen Symptomen. Das ist noch mal eine Steigerung von Depression. Das ist schon eine Psychose gewesen.

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"Vom Jobcenter wurde sie sanktioniert weil sie nicht zu Terminen ging und die Krankenversicherungsbeiträge wurden mal eingestellt. Sozusagen ist sie seit 8 Jahren arbeitslos. "

Das kann doch gar nicht sein, nach deiner Beschreibung müsste deiner Freundin eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden sein und dann rutscht sie in die Sozialhilfe und ist nicht mehr arbeitsfähig und muss somit auch nicht an Maßnahmen etc. teilnehmen, nur regelmäßig Bescheinigungen einreichen.

"Mittlerweile steht sie nicht mehr unter Betreuung weil sie nicht betreubar ist. Von allen stationäre Einrichtungen wurde sie abgelehnt (Betreutes Wohnen, etc.)."

Dann muss sie in eine Psychiatrie.

Letztendlich wird es für sie extrem schwierig, sich aufzuraffen, die Therapien anzufangen und an sich zu arbeiten. Und nach und nach die Gläubiger befriedigen und die KV-Schulden zurückzahlen.

Dafür braucht sie einen fähigen Betreuer, der mit ihr die Probleme langsam angeht.

Bei so einer Lebensgeschichte hätte ich mich schon längst vor den Zug geworfen.

Bei so einer Lebensgeschichte hätte ich mich schon längst vor den Zug geworfen.

Na dann ist es ja gut, dass du keine solche Lebensgeschichte hast.

Man sollte auch mal erwähnen, dass es viele Menschen gibt, die eine ähnliche Lebensgeschichte haben. Einigen geht es sogar noch schlechter z.B. Obdachlose die seit Jahren obdachlos und vielleicht dazu noch drogenabhängig sind.

Einen fähigen Betreuer gibt es für sie nicht, da sie sich freiwillig nicht betreuen lässt und Kontakt verweigert.

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@SpaceOdynamic

In Deutschland wird NIEMAND gezwungen obdachlos zu sein. Allerdings eine Mithilfe des Betroffenen wird IMMER verlangt.

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Als sie dann noch mehr Schulden verursachte, wurde sie entmündigt.

Entmündigung gibt es seit zig Jahren nicht mehr.

In Österreich ist die Entmündigung im Jahre 1984 durch die Sachwalterschaft ersetzt worden, in Deutschland zum 1. Januar 1992 durch den Einwilligungsvorbehalt, der im Rahmen eines Betreuungsverfahrens angeordnet werden kann. In der Schweiz wurde 2013 die Entmündigung durch die umfassende Beistandschaft abgedeckt. Seit 2013 gibt es eine Entmündigung im deutschsprachigen Raum nur noch im italienischen Südtirol und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

https://de.wikipedia.org/wiki/Entm%C3%BCndigung

Er meinte evtl. dass sie einen gesetzlichen Vertreter bekommt und nicht mehr geschäftsfähig ist.

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@Laury95

'Vormund' gibt es nicht mehr, und die Rechtsfähigkeit kann man nicht entziehen, höchstens die Geschäftsfähigkeit.

Im Satz davor schreibt er etwas von Betreuung. Es kann höchstens sein, dass diese erweitert wurde.

Allerdings bin ich etwas skeptisch, ob nicht zumindest Teile dieser Horrorgeschichte frei erfunden sind.

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@PatrickLassan

Habe meine Antwort noch einmal überarbeitet, mir fehlten die passenden Begriffe :)

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@Laury95

Ja genau, ich meine den Einwilligungsvorbehalt. Das ist sozusagen die moderne Entmündigung.

Es ist kein Unterschied dabei, ob man damals entmündigt wurde, oder heutzutage mit Einwilligungsvorbehalt betreut wird.

Übrigens lässt sich der Einwilligungsvorbehalt zu jedem Betreuerkreis anordnen. Es gibt auch eine Vollbetreuung mit Einwilligungsvorbehalt (ist das Gleiche wie Entmündigung).

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@PatrickLassan

Wenn du das schon als Horrorgeschichte siehst, dann willst du gar nicht erst wissen, was diese Freundin noch alles so durchmachen musste! Das in der Frage sind nur einige wenige schlechte Erfahrungen. In Wirklichkeit hat sie noch viel mehr durchgemacht.

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@SpaceOdynamic

WENN diese "Geschichte" stimmt, hat sie sich das weitest gehend selbst zuzuschreiben. Man kann niemanden ZWINGEN, sich helfen zu lassen.

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Es ist sehr schwer, in so einer Situation zu helfen. du musst bedenken: wenn schon so viele Personen und Institutionen versucht haben, zu helfen, und es klappte nicht, dann ist es unwahrscheinlich, dass plötzlich eine einzelne Person kommt, und der grosse Retter ist.

die Wahrscheinlichkeit, dass man als "Retter" verbraucht, verbrannt und enttäuscht wird, ist sehr gross.

Deshalb ist es wichtig, dass man sich nicht mit Leib und Seele in so eine geschichte hinein ziehen lässt, sondern Grenzen setzt.

am besten wäre es, wenn man mit ca. 10 Hilfsbereiten Menschen eine gruppe bilden könnten, wo jeder ein kleines stückchen übernehmen kann.

für einen alleine scheint das, was du beschreibst, zu viel zu sein.

Und dann muss eben die Freundin selbst auch in die verantwortung eingebunden werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie nicht wirklich bereit ist, ihren eigenen Beitrag zu leisten. Aber viele Menschen merken das erst, wenn sie selbst verbrannt werden, nach 1-2 Jahren, nachdem sie alle ihre eigenen Ressourcen zur Verfügung gestellt haben... Und am Schluss merken sie, dass sie missbraucht wurden. weil der hilfsbedürftigen Person in Wirklichkeit viel mehr Ressourcen zur Verfügung standen, sie wollte sie aber nicht nutzen, weil die anderen Ressourcen vielleicht an Bedingungen gebunden waren, und die Ressourcen des selbsternannten Retters bequemer zugänglich waren...

Wenn sie wirklich Schizophrenie hat, müsste sie ein Leben lang Tabletten nehmen damit sie normal leben kann. Das ist der Knackpunkt bei der Krankheit. Man nimmt Tabletten, es geht einem besser - man setzt sie ab weil es einem besser geht und schwupps ist man wieder da, wo man vorher war. Vielleicht kannst du sie ja überreden oder sie überzeugen, dass das einfach so ist in ihrem Fall. Ich bin sicher WENN das Diagnose stimmt, dass sich ihr Leben wieder einrenkt wenn sie ihre Tabletten nimmt und nicht mehr aufhört mit diesen. Was man innerhalb einer Schizophrenie denkt und fühlt ist schlichtweg komplett was Anderes als man im Zustand mit Tabletten denkt und fühlt.
Es gibt noch viele andere Krankheiten, wo man ein Leben lang Tabletten nehmen muss. Schilddrüsenfunktionsstörung zb. Absolut harmlos wenn man Medikamente nimmt - aber wenn man keine nimmt kann quasi alles passieren - und Gewichtszunahme ist hier noch das kleinste Problem. Auch hier können Psychosen auftreten mitunter. Psychopharmaka haben einen schlechten Ruf aber mitunter auch ihren Sinn. Wenn es hilft und weniger Schaden anrichtet als die Nichteinnahme, sollte man es nehmen. Sie macht sich halt alles kaputt indem sie sich komplett verweigert. Da kann kein Arzt was dafür. Wie gesagt - sofern die Diagnose stimmt.

...was mich an der Geschichte irritiert: stationäre Therapie wurde abgelehnt. Im Grunde wird kein Patient abgewiesen in solch einem Zustand. Wie du schreibst, die Grundlage ist die Gesundheit und da muss angesetzt werden.

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@Gugu77

Schizophrenie verursacht halt viele Probleme. Zwangsmedikation dürfen die nicht ewig machen. Und wenn sie absetzt sobald sie nicht mehr muss und sich querstellt ist nichts mehr von Seiten der Ärzte zu machen. Sie muss halt in hoffentlich "normalen" Momenten verstehen, dass es halt so ist. Die Bekannte die ich kannte, verstand es nie und hat 30 Jahre lang damit gelebt und was weiß ich was aufgeführt.
Würde sie die Behandlung zulassen, würde man sie auch nicht versuchen zu irgendwas zu zwingen. Weil die Behandlung üblicherweise sehr gut anschlägt.  

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@Gugu77

IMMER vorausgesetzt die Diagnose stimmt. Andere Diagnosen andere Handhabungen

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@Kitharea

Sie hat dazu aber auch noch eine schwere Persönlichkeitsstörung. Da braucht man oft 10 Jahre, um ansatzweise normal leben zu können. Einige schaffen es auch nie.

Und bei Schizophrenie kann es auch sein dass man lebenslang in einer Klinik leben muss. Z.B. bei Hebephrenie.

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@SpaceOdynamic

Die Frage ist halt - wofür entscheidet sie sich. Ewig so weitermachen oder endlich was tun. Sie ist leider erwachsen und muss ihre Entscheidungen selbst treffen bzw. wird ihr keiner helfen, wenn sie sich nicht helfen lassen will WEIL das keiner darf - zumindest nicht ewig.
Sprich: Wenn sie nicht will KANN ihr keiner helfen und wird es auch keiner tun
Rede mit ihr wenn du an sie rankommst und mach ihr das klar. Es ist ihre Entscheidung. Die erste WIRKLICH erwachsene Entscheidung, die sie in ihrem Leben wahrscheinlich treffen muss. Jammern und so tun als gäbe es kein Problem löst absolut gar nichts.
Wenn sie sich nach wie vor weigert würde ich DIR empfehlen dich zurückzuziehen. Sowas kann einen leider selbst auch krank machen. Liebe hin oder her - aber sie hat nichts davon, wenn du selbst dabei draufgehst. Man zieht halt nicht nur sich selbst runter, sondern immer auch den Teil des Umfeldes, der es nicht schafft sich loszusagen.
Nett sein gut und schön aber wenn es ans eigene Leder geht, hat alles Grenzen und das würden sogar die meisten hier im Forum verstehen. Versuch ihr das klar zu machen - kommt es nicht an, kümmer dich erstmal um dich selbst. Sie will nicht und das ist zu akzeptieren. Mit Zwang hat man nichts erreicht. Schade um sie. Aber ist so.

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@SpaceOdynamic

Das gilt übrigens auch, wenn sie gar nicht versteht was du sagst weil sie so krank ist. Warte auf den hellsten Moment den sie hat vielleicht. Aber unterm Strich - wenn sie es nicht versteht ist das halt auch fakt - du würdest an verlorenem Posten kämpfen. Darfst du natürlich - keiner wird dir das Recht absprechen dich zu opfern und manchmal tut man es gern. Aber du MUSST nichts davon. Weder helfen noch gehen. Das ist dann DEINE erwachsene Entscheidung. Lasst euch/ihr helfen.

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