Wie beruhige ich meinen Hund draussen?

6 Antworten

Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Meine Pudeldame ist auch so. Ich habe sie mit 9 Wochen von einer tollen Züchterin bekommen, sie ist in der Stadt aufgewachsen, also alles gewöhnt, kommt täglich mit ins Büro.
Aber sobald wir ungewohnte Wege gehen, ist sie suuuper aufgeregt. Vor allem wenn wir in Holland ans Meer fahren, ist sie draußen unter Dauerstress. Auch sie ist ohne Leine entspannter, da sie dann eben dorthin läuft, wo sie hin möchte.

Sie musste als Welpe vor allem RUHE lernen. Daher klappt es drinnen auch problemlos. Draußen ist es eine deutlich längere Sache. Ich würde erst einmal versuchen, euren Hund auf ein Ruhesignal zu konditionieren. Das kann z.B. ein Halstuch sein, ein Duft etc.. Das soll helfen, den Hund schneller runterfahren zu lassen.
In jedem Fall würde ich mit einem guten Trainer sprechen, der euch dabei unterstützt. Bei meiner Hündin weiß ich, dass es keine Angst ist, weswegen sie so aufgeregt ist. Es wird in jedem Fall ein langer und harter Trainingsweg.

Deine Beschreibung erinnert mich an Hunde, bei denen die Sozialisierung von klein an nicht gut umgesetzt wurde.
Alles was er nicht kennt stresst. Neue Orte, Geräusche und vieles mehr. In seiner vertrauten Umgebung fühlt er sich sicher.
Einer meiner Hunde hat das auch, besonders schlimm sind Einkaufstüten, viele Menschen, alles was wackelt...
Da weder ich oder meine anderen umweltsicheren Hunde es schaffen ihr Schutz zu vermitteln, nehme ich sie selten mit in die Stadt. Wenn sie merkt, dass es in die Stadt geht zieht sie schon in die andere Richtung.
Solche Ängste sind sehr schwer abzubauen. Wenn ein Hund voll unter Stress steht kann er auch nichts lernen. Ähnlich wie beim Mensch.
Mein Tipp, die problematischen Gegebenheiten zu meiden, ist sicher unbefriedigend für dich. In meiner Lebenssituationen kann ich es gut umsetzen, da wir stattdessen viel in der Natur unterwegs sind.
Werde mal mitlesen, freu mich auch über neue Ideen.

Danke für deine Antwort. Was mir auch noch auffällt, ist, dass, wenn er in einer fremden Umgebung frei umher laufen kann, er deutlich ruhiger ist. Sobald er an der Leine ist, fängt die Fieperei an. Aber er kann nunmal nicht immer frei laufen. Zumal er auch alles markiert, was zu markieren ist.

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Wenn ein Hund im Freilauf ist, kann er selbst reagieren, ausweichen.
An der Leine muss er uns Menschen vertrauen. Selbstbewusst durch die Situation gehen. Fiepen ignorieren. - so mache ich’s, wenn wir in solche Situationen kommen.
Und über das Dauermarkieren musst du auch mal nachdenken.
Willst du das immer haben? Lässt du es immer zu?
Hat der Hund eine Aufgabe- körperlich und geistig ausgelastet?

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@annadea

Ja, das "Dauermarkieren" ist schon lästig. Das möchte ich auf gar keinen Fall!. Beim Freilauf kann ich es nicht verhindern, aber an der Leine ziehe ich ihn mit einem "Nein" weiter, vorausgesetzt, er konnte sich am Anfang des Spaziergangs erleichtern. Ich müsste wohl noch konsequenter sein.

Das wär ja schon eine logische Erklärung dafür, dass er viel ruhiger ist, wenn er frei umherläuft. Ich habe mir gerade überlegt, ob ich es ab jetzt mit Ablenken versuchen könnte. Dann unterbricht er ja sein Fiepen, weil er auf mich schaut.

Vielen Dank, deine Antworten waren schon einmal hilfreich für mich!

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Noch ein paar Worte zum Ablenken.
Gehen wir davon aus- der Hund hat Stress, Angst- jede Art von Zuwendung verstärkt sein Handeln.
Unter Stress ist man kaum lernfähig. Kaum ablenkbar. Find das ignorieren noch am besten.
Meine Ausnahme sind Gewitter und Feuerwerk. Sie rennt rum, bellt, hechelt usw. Durch ignorieren wird es nicht besser. Sie steckt sogar meine beiden Rüden an.
Sogar der gehörlose Hund rennt panisch durch die Wohnung, weil er ihre Angst aufnimmt.
In diesem Fall nehme ich sie zu mir, wir kuscheln. Sie wird ruhiger, nur noch Ohren gehen hoch, leichtes Knurren. Sie fühlt sich beschützter.

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@annadea

Mit Zuwendung wenn diese positiv empfunden wird, kann man kein Angt belegtes Verhalten verstärken.

Bei Angst und dadurch bedingtem Stress werden die Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin sezerniert. Beruhigt man nun einen Hund indem man ihn streichelt, wird Oxytocin und in Folge auch Serotonin sezerniert, das sind antagonistische hormonelle Vorgänge und so ist es physiologisch und auch psychologisch gesehen nicht möglich, wenn streicheln positiv vom Hund empfunden wird, das Verhalten damit zu verstärken.

@aichalein das ist kein Dauermakieren sondern bedingt des Stresses. Stress regt das Wasserlassen an und somit hat der Hund vermehrt das Bedürfnis zu urinieren.

Das sollte er auch dürfen, denn das weiter Zehen und ein strenges Nein stressen noch mehr.

Bezüglich des Stresses ansich ist ein behutsames Vorgehen von höchster Wichtigkeit, denn für den Hund ist das ein grauenvoller Zustand. Reize die stressen, sollten nur minimal dosiert geboten werden und dann so, das der Hund noch lernen kann, was heißt Du arbeitest so, das Hund den jeweiligen Reiz wahrnimmt, aber noch keine oder nur eine minimale Verhaltensreaktion zeigt.

So so wie annadea schon geschrieben hat, kann der Hund während des hohen Stresses nicht lernen, da gilt es primär das überleben zu sichern.

Klar kann man nun sagen, dass das alles nicht lebensgefährlich ist, aber so fühlt es sich für den Hund an und deshalb ist es auch gerade bezüglich des Vertrauens wichtig, dem Hund die Möglichkeit zum Schutz suchen zu bieten.

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@Elocin2910

@Elocin2910

Danke für deine ausführliche Antwort. Ich habe sie jetzt erst gesehen.

senn ich ihn dann streichele und sage „Ist ja Alles Gut“, setzt er sich eigentlich ganz dicht an mein Bein. Von daher kann es doch nicht so falsch für ihn sein, oder liege ich falsch?

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@aichalein

Das machen Hunde wenn sie Sicherheit suchen, das verstärkt auch das Vertrauensverhältnis und Du hast es schon aus dem Bauch heraus richtig gemacht. 👍🏻😊

Hunde die diese Art von Schutz von ihren Bezugspersonen erhalten, werden auch in brenzligen Situationen und ohne Leine sich nach kurzem Schock schutzsuchend an den Halter wenden und nicht weg laufen.

Wie annadea schon ausgeführt hat ist Silvester eines der besten Beiwpiele. Wie viele Hunde laufen da weg, wenn sie nicht angeleint sind, das passiert leider immer wieder weil sich solche Gerüchte über das verstärken durch Zuwendung hartnäckig halten.

Klar solltest Du nicht nervös werden wenn der Hund ängstliches Verhalten zeigt, das wäre dann Stimmungsübertragung und das wäre auch nicht förderlich, aber dem Hund keinen Schutz zu bieten schwächt nachhaltig das Vertrauensverhältnis und wird vom Hund als asozial empfunden, womit ich nicht sage, das Menschen die das machen asozial wären, nur wird es vom Hund so empfunden.

Denn im Tiereich ist Altruismus und Empathie weit verbreitet, allen voran bei Wölfen wovon bekanntlicherweise Hunde abstammen.

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Danke Elocin2910!
Gut erklärt.

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Moin

Was soll den Kastration da helfen?

Und wie kommt man auf die Idee, Stress mit schimpfen zu beheben?

Ein gestresste Tier streicheln verstärkt das ganze meist noch

Ob es jetzt Stress durch Anspannung, Angst oder Unsicherheit ist lässt sich via Ferndiagnose nicht sagen.

Wendet euch zeitnah an eine Hundeschule oder einen Hundetrainer und lasst euch zeigen, wie man mit dem Tier richtig umgeht.

Alles Gute

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