Wie bekommt man Panikattacken in den Griff?

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8 Antworten

Es gibt ein grosser Unterschied zwischen medizinisch relevanten Panikattacken und dem, was man im Alltag unter "Panik haben" versteht.

Ich gehe jetzt einfach Mal davon aus, dass du wirkliche Panikattacken meinst. Reale Panikattacken äussern sich vor allem durch:

  • Atemnot, Engegefühl in Brust und Kehle bis hin zur Angst zu ersticken.
  • Hyperventilation (als Folge können zudem Kribbelgefühle in Gesicht und Händen sowie Muskelkrämpfe auftreten)
  • Herzrasen/hoher Puls
  • Schweissausbrüche/kalter Schweiss
  • Zittern
  • Schwindel und/oder Erbrechen
  • Angstgedanken („das ist ein Herzinfarkt“, „jetzt sterbe ich gleich“, „ich werde verrückt“, „ich kriege keine Luft/ersticke“)
  • Depersonalisationsgefühle/Derealisationsgefühle
  • Innere Spannungszustände
  • Agoraphobie (Angst vor Menschenmassen und/oder grossen Plätzen

Natürlich entwickelt nicht jeder alle Symptome davon, doch die Mehrheit (besonders die Angstgedanken) sollte vorhanden sein, bevor man von einer Panikattacke spricht.

Es gibt verschiedene Methoden um Panikattacken zu behandeln. Die Behandlungsform hängt primär von der Schwere und Ausgeprägtheit der Symptome ab.

Bei leichten Panikattacken können alternative Behandlungsmethoden wie Atemübungen, autogenes Training, Alternativmedizin, progressive Muskelentspannung etc. helfen. Diese Verfahren müssen jedoch täglich geübt werden, damit man sie in einer solchen Stresssituation anwenden kann.

Es gibt jedoch auch schwere Panikattacken (so wie bei mir). Sie sind zu übermächtig, dass alternative Behandlungsmethoden helfen würden. Es ist die reinste Hölle. In diesem Fall wird vor allem eine Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie) eingesetzt. Diese ist sehr effektiv (wenn man sie richtig macht), doch dauert es Monate bis sie wirkt. http://deprimed.de/psychotherapie/

In der Zwischenzeit werden desshalb oft Medikamente eingesetzt. Es gibt primär zwei Substanzgruppen, welche bei Panikattacken zur Anwendung kommen:

  1. Benzodiazepine sind Notfallmedikamente. Sie können einfach bei Bedarf eingenommen werden, wirken innert ca. 20 Minuten hoch effektiv und haben fast keine Nebenwirkungen (ausg. Müdigkeit). Das Ganze hat jedoch einen Haken. Benzodiazepine wie z.B. Lorazepam (Tavor/Temesta) oder Alprazolam (Xanax/Xanor) machen bei längerem und regelmässigem gebrauch stark abhängig (nach ca. 4-8 Wochen). Zudem ergibt sich relativ rasch eine Toleranzentwicklung. Sie sind also für den Notfall ein Segen, doch man muss aufpassen, dass der Segen nicht zum Fluch wird. http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/
  2. Antidepressiva der SSRI und SSNRI Gruppe sind als längerfristige Medikation geeignet. Sie machen nicht abhängig und es ergibt sich auch keine Toleranzentwicklung. Sie wirken ebenfall effektiv, doch haben sie auch Nachteile. Antidepressiva müssen täglich eingenommen werden und wirken erst nach 3-5 Wochen angstlösend. Zudem haben sie vor allem zu Beginn der Behandlung starke Nebenwirkungen. http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/

Wenn es ohne Medikamente geht umso besser, wenn nur mit ist es auch kein Weltuntergang. Es ist alles besser als diesen Panikattacken-Horror.

Ich persönlich hatte solch schwere Panikattacken, dass es nicht ohne Medikamente ging. Am Anfang hatte ich Benzodiazepine (3 Wochen lang bei Bedarf) bis die Antidepressiva wirkten. Benzodiazepine habe ich heute noch dabei, obwohl ich sie nie brauche. Es gibt mir eine Art psychologische Sicherheit. Ich wünschte ich müsste diese Antidepressiva-Dinger nicht nehmen, doch es geht nun mal nicht anders.

Ich will damit nicht sagen, dass du Medikamente brauchst. Ich will dich nur aufklären was auf dich zukommen könnte wenn diese Attacken nicht verschwinden.

Sorry für den langen Text... hoffe konnte dir dennoch ein wenig weiterhelfen.

Das lässt sich ohne Kenntnis des konkreten Falls nur pauschal beantworten:
Selbstberuhigung (z.B. beruhigende Sätze parat haben, Klopfakkupressur), Psychotherapie, evtl. Medikamente.

Hier ein Mittel zum Abbau von akutem Stress und Aufgeregtheit:

(Klopfakupressur): Du klopfst mit der rechten Handkante relativ schnell (etwa 180 bpm) auf die Oberkante deiner linken Hand. Der Auftreffpunkt liegt zwischen Daumen und Zeigefinger, mehr in Richtung Zeigefinger (also ca. 1,5 cm oberhalb der Kuhle von Daumen und Zeigefinger). Relativ fest klopfen, aber natürlich nicht super-fest. Das Ganze ca. 60 sec. (es kommt nicht auf die genaue Zeit drauf an). Und diesen Vorgang immer wieder mal wiederholen und schön atmen dabei.

Probier das ruhig mal übungshalber des Öfteren aus!
Und gerne lass ich mir von dir hier eine Rückmeldung geben, ob es sich positiv für dich ausgewirkt hat!

Gute Wünsche für dich!

Tamtamy 10.07.2017, 07:04

Einige Zeit später:
Schade. Über ein 'Danke' hätte ich mich gefreut. Eigentlich ein üblicher Akt der Höflichkeit, wenn sich jemand die Zeit genommen hat, auf eine gestellte Frage vernünftig zu antworten.

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Es gibt grundlegende Vorgänge im Körper, und wenn die falsch gesteuert werden, ist die Hölle los. Daran sind auch stille Entzündungen beteiligt - von denen man so nichts merkt, außer eben über Symptome wie du sie hast.
Aber es kann hilfreich sein, ihm dabei zu helfen.

So ist der Einsatz der richtigen Fette enorm wichtig (zusammen mit hohen Dosen Vitamin D3) -- also Omega 3-Fette (die wirken entzündungshemmend). Enthalten in fettem Fisch, Leinöl, Rapsöl, Olivenöl, (NUR KALT verwenden!), Leinsamen-Chiasamen-Hanfsamen (die schreddere ich im Smoothie-Mixer und rühre davon 1-2 Löffel in Müsli o.ä. und habe damit schon mal eine Grundversorgung. Der Rest soll in ein braunes Schraubglas in den Kühlschrank. Nicht zuviel davon machen, weil die wertvollen Fette oxidieren und entwerten würden).

Vermeiden soll man, weil sie entzündungsfördernd wirken, Omega 6- und -9-Fette. Sie sind enthalten in Sonnenblumenöl, Distelöl, Sojaöl, Margarine  sowie - in Form von Transfetten - in Fertignahrung und Industriebackwaren  (in den USA ist der Einsatz von Transfetten inzwischen verboten, in Deutschland wird das sehr lasch gehandhabt:  www.welt.de/wissenschaft/article143193362/In-den-USA-verboten-in-Deutschland-kein-Problem.html).

Und dann muss man unbedingt wissen, dass wertvolle Pflanzenöle, wenn man sie zum Kochen und Braten verwendet, leicht mal den Rauchpunkt überschreiten können, und dann hat man sich sein eigenes Gift hergestellt, meist ohne es zu wissen. Also wichtig: Pflanzenöl nur kalt verwenden!
Ich bin immer baff bei diesen selbstbewussten Fernsehköchen, die mit Olivenöl zum Braten hantieren, als sei das so in Ordnung. Schlimm, was damit angerichtet wird - bei dieser Vorbildwirkung !

www.dr-schmiedel.de/krankheit/: In diesem Blog von Dr. Schmiedel findest du den spannenden Beitrag 'Schwelbrand im Körper', der beschreibt, in wie unheimlich vielen Prozessen die richtigen Fette eine entscheidende Rolle spielen (u.a. Demenz, Alzheimer, MS und hängen von Omega 3-Fetten und Vitamin D3 ab, d.h. Erkrankte werden symptomfrei, wenn sie ausreichend davon bekommen. Was letztendlich bedeutet, dass diese fürchterlichen Krankheiten nur durch Mangelernährung bedingt sind! Darüber schreiben aber nur Idealisten wie Dr. Schmiedel, den ich selbst kenne -  Ich selbst nehme das San Omega Öl, in dem sowohl Omega 3 als auch Vitamin D3 in der richtigen Dosierung enthalten sind: (San Omega Total flüssig - bei mir hat es schon  Wunder bewirkt (es schmeckt nach Zitrone und man kann es auch zu Salaten nehmen). (www.medizinfuchs.de/preisvergleich/san-omega-3-total-200-ml-san-omega-gmbh-pzn-11132650.html):

Aus meiner Erfahrung mit Dr. Schüßlers Biochemie kenne ich noch die heilsame Wirkung von Mineralstoff Nr. 5: Kali Phos. D6, der zusammen mit Nr. 7: Magnesium Phos. D6 heilsam gegen Angst, Panik usw. wirkt.
Davon nimmt man mehrmals täglich und vor allem bei jedem Anfall je 2 Tabl. - einfach im Mund auflösen lassen - auch in 10-Min.-Abständen, wenn es nötig ist. Das Prinzip ist nicht 'viel hilft viel', sondern regelmäßig einen gewissen Pegel aufbauen. Mir helfen diese Mittel schon seit über 38 Jahren.

Diese Mineralstoffe bekommst du in Apotheken bzw. hier:
Nr. 5:  www.medizinfuchs.de/preisvergleich/biochemie-pflueger-nr.-5-kalium-phosphoricum-d-6-400-st-a.pflueger-gmbh-co.-kg-pzn-6319240.html
Nr. 7:  www.medizinfuchs.de/preisvergleich/biochemie-pflueger-nr.-7-magnesium-phosphoricum-d-6-1000-st-a.pflueger-gmbh-co.-kg-pzn-6319352.html.

Außerdem - immer wieder gut - Wasser trinken. Viel Wasser - das ist das Lösungsmittel für Abfallstoffe, die aus dem Körper auf dem schnellsten Wege raus müssen. Trinkwasser ist ein Lebensmittel, sehr streng überwacht und gut (besser als Mineralwasser). Der Arzt Dr. F. Batmangelidj hat viele schwere Krankheiten allein durch Gabe von Wasser geheilt. Seine Bücher haben mir vor Jahren die Augen geöffnet:  www.amazon.de/Sie-sind-nicht-krank-durstig/dp/3935767250 - kann ich nur empfehlen!

Gute Besserung und herzliche Wünsche!

PS.  Mir fällt noch ein, dass ich vor Jahrzehnten mal Panikattacken hatte, als mein Insulinspiegel nach dem Genuss von Süßem so tief abgerutscht war, dass ich diese Zustände bekam. Ich befand mich seinerzeit in einer nervlich belastenden Situation. Ein Glukose-Belastungstest plus eine Untersuchung der Bauchspeicheldrüse  könnte sich empfehlen, um diese Ursache auszuschließen.

Hey!

Du kannst z.B. meditieren oder Yoga machen am Morgen, in einer Paniksituation rufst du dir diese Entspanntheit die du dort empfunden hast in Erinnerung (Konzentrierst dich z.B. auf eine Übung)

Selbstaffirmation kann auch helfen. Wenn du die Möglichkeit hast ziehe dich ein wenig zurück und sag "ich bin in Sicherheit" "Ich bin ruhig und gelassen". Dazu atmest du tief und Ruhig. Kannst du dich nicht zurückziehen einfach ruhig Atmen und die Sätze gedanklich sprechen. Das kannst du auch Morgens vorm Spiegel üben. Positive Sätze die dich aufbauen (ohne "nicht" "kein" etc.)

Professionelle Hilfe bekommst du von einem Psychologen.

Lasse mal eine Zeit Fernsehen, PC, Handy u.s.w. weg, denn so viele Informationen wie da, das kann gar kein Gehirn verarbeiten, das es nebenbei noch  "Zeit" hat, was zur "Heilung" für dich zu tun. Und befasse dich mal nur mir dir und deinem Körperinneren. Was du so fühlen kannst, meditiere und bestimmt merkst du nach einiger Zeit, was dir gut tut, und was du lieber lassen solltest.

5 Dinge!
Was hörst du ?
Was siehst du ?
Was fühlst du?

4 dinge!
Was hörst du ?
Was fühlst du ?
...

Das hilft zumindest mir etwas, andere Methoden wurden ja schon genannt :)

Einfach versuchen gechillt zu bleiben

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