Wie bekommt man eine Diagnose für psychische Krankheiten?

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7 Antworten

Ich kann dir nur aus Erfahrung sagen, dass Therapeuten Diagnosen stellen können, sie damit aber eher zurückhaltend sind. Mir kam's bei meiner Therapie so vor, als würde mein Therapeut einfach nur versuchen wollen, mir zu helfen, ohne das Problem zu benennen, erst als ich nachgefragt hatte, wusste ich überhaupt woran wir arbeiten.
Deshalb: immer konkret fragen, dann bekommst du eventuell deine Diagnose. :)

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Ohne Diagnose keine Therapie. Man muss ja wissen, was man therapiert und worauf man hinarbeitet.

Diagnostik ist abhängig von Art und Schwere der Störung, Komplexität und Aufwändigkeit der Diagnostik und ob ein Patient entsprechendes Verfahren zu dem Zeitpunkt verkraften würde.

Es gibt so genannte "Gold Standards" für einzelne Krankheiten sowie Screenings auf ganze Störungscluster. Daneben noch viele spezifische Tests, Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen, physische Untersuchungen, und auch Voll- und Teilstrukturierte Interviews.

Bei der BPS wären das zb das Teilstrukturierte Screening-Interview "SKID-II" das auf alle Persönlichkeitsstörungen testet und in einigen weiteren Modulen sogar noch die Achse-I-Störungen mit einschließt.

Daneben gibt es aber auch noch die Borderline Symptom Scala und unspezifische Fragebögen allgemein wie den SCL-90-R... Und welche zu spezifischen Symptomen die bei der BPS häufig vorkommen wie das Depressions-Inventar oder der Fragebogen zu Dissoziativen Symptomen.

Außerdem oft noch Fragebögen zu häufig komorbid bestehenden Störungen wie zb Ängsten, Essstörungen, Zwängen usw.

Es gibt auch Störungen da ist es -etwas- einfacher mit der Diagnostik... Den Verdacht der Diagnose muss man allerdings erst mal haben - was in diesem Fall im Schnitt gut 7 Jahre im Psychiatrie-System dauert: die DIS - Dissoziative Identitätsstörung.

Da gibt es im Wesentlichen nur den SKID-D.
Es gibt zwar auch den SIDDS und Ähnliches, findet aber kaum.Verwendung. Auch FDS und DES liefern nur grobe Hinweise.

Stellen kann die bei einfachen Diagnosen jeder Psychotherapeut oder Psychiater, teils auch Hausärzte.

ABER für etwas komplexere Störungen sollte man sich an einen erfahrenen Fachmann wenden, der auch im Umgang mit diesen Instrumenten geschult ist.

Abgesehen davon machen bestimmte Diagnosen es erforderlich den Patienten auf Station eine Weile zu beobachten, besonders bei den Interaktionsstörungen (= Persönlichkeitsstörungen).

Ebenso ist es bei Psychosen, Schizophrenie etc nötig, Medikamente stationär einzustellen.

Für einige Störungen sollte man Spezialambulanzen aufsuchen zb ADHS oder Autismus.

Außerdem braucht man für bestimmte Krankheiten zb komplexe PTBS eine spezielle Art Therapeut - Traumatherapeut.

Psychologen werden generell nicht von der Kasse bezahlt und haben auch "nur" studiert, Psychologie, aber der Anteil an klinischer Psychologie ist so gering dass diese "Ausbildung" nicht wirklich zur Diagnostik von Krankheiten ausreicht. Obwohl sie es formal dürfen. Die sind eher für Leistungsmessung (IQ-Test etc) geeignet.

Für bestimmte Erkrankungen sind ergänzende physiologische Tests wie EEG, MRT etc erforderlich. Zur Test-Gabe eines Medikamentes auch (zb Augeninnendruck, EKG bei Versuch mit Methylphenidat).

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Kommentar von Wurzelstock
21.07.2016, 22:34

Das ist Wunschdenken. Meine Diagnose hat in 30 Jahren fünf Mal gewechselt. Die meisten davon habe ich mir selbst gestellt. Sie wurden bei der Anamnese dankbar aufgenomen.

Therapiert wurde immer, bis ich es kategorisch verweigerte. Erst eine Psychoanalyse brachte Ordnung in das Chaos. Ein begonnenes (aber dann abgebrochenes Psychologiestudium) bestätigte auf Anhieb meine Zweifel an den Fähigkeiten der Psychiatrie. Vor allem an ihren Diagnosen.

Zu den "erfahrenen Fachmännern":

Wer einmal vor dem Arbeitszimmer des Ordinarius auf einen Gesprächstermin warten musste, stellt darunter zwei Typen fest.

Alle rauschen mit offenem weißen Kittel vorbei, unter dem Arm einen Aktenstoß, dessen Umfang sich aus dem Fachvokabular von Seanna, abschätzen lässt. Keiner grüßt, oder gibt Gelegenheit zu grüßen.

Die eine Sorte registriert den Wartenden mit einem Blick, und hebt den Kopf; einschließlich der Nase.

Die andere Sorte senkt den Kopf.

Der Unterschied ist augenfällig. Leider hatte ich damals noch nicht mit den Studien in Psychologie begonnen. Sonst hätte ich die Verteilung notiert, zwecks statistischer Auswertung.

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Niedergelassenen Psychotherapeuten können Diagnosen stellen. Psychologen nicht (das liegt einfach an der Benennung. Psychologe ist kein geschützter Begriff, das bedeutet, dass jeder Depp ohne irgendwelche Qualifikation sagen kann dass er Psychologe ist).

Jede Diagnose hat bestimmte Diagnose Kriterien, die in einem bestimmten Maß erfüllt sein müssen.

Um das herauszufinden gibt es verschiedene Tests, Fragebögen und sogenannten geleitete Interviews.

Was sollte sein, wenn jemand nicht in eine Klinik muss und nur ambulant behandelt wird?

Dann war dieser Mensch nie in der Psychiatrie.

Und den Punkt, wieso überhaupt eine Diagnose gestellt wird, verstehe ich nicht.

Es ist vollkommen wichtig zu wissen, was ein Mensch hat, um ihm helfen zu können.

Stell dir mal vor ein Mensch kommt mit Atembeschwerden ins Krankenhaus und niemand stellt ihm die Diagnose Asthma.
Es gibt Mittel und Wege asthmatische Beschwerden zu lindern. Ohne Diagnose probiert jeder mal etwas aus. Der eine gibt ihm ein Mittel gegen Lungenentzündung, der andere veranlasst eine Chemotherapie, weil es sich auch um Lungenkrebs handeln könnte, ... . Am Ende ist der Patient weitaus mehr mitgenommen, als vorher.

Bei psychischen Krankheiten ist das nichts anderes.

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Kommentar von Wurzelstock
21.07.2016, 19:55

Das ist laienhaft und voll Fehler. Ein Psychologe muss ein Hochschulstudium im Fach Psychologie erfolgreich abgeschlossen haben. Nur dann darf er sich Psychologe nennen. Die Psychologie gehört nicht zur medizinischen Fakultät, ein Diplompsychologe ist kein Arzt.

Anders ist es mit der Berufsbezeichnung Psychotherapeut. Die war bis vor kurzem frei. Seit einigen Jahrzehnten ist auch die durch ein Gesetz geregelt. Neben Feld-, Wald-, und Wiesenpsychotherapeuten gibt es die staatlich approbierten Psychotherapeuten. Auch der ist kein Arzt. Er kann es aber sein, wenn er auch ein abgeschlossenes Medizinstudium, und eine Bestallung hat. Doch nur dann.

Die Hochschulausbildung des Psychologen ist nicht identisch mit der des Psychotherapeuten. Das ist ein eigener Studiengang.

Für Psychosen, wie sie der Fragesteller nennt, sind Psychotherapeuten nicht zuständig, sondern ausschließlich der Psychiater. Er ist Facharzt.

Psychosen werden hierzulande immer medikamentös behandelt. Ist die Diagnose einmal gestellt, gibt es keine Alternative zur pharmazeutischen Psychiatrie.

Entsprechend doktert man nicht nur am Patienten herum, sondern auch an den Diagnosen :-)

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Kommentar von einfachichseinn
22.07.2016, 19:40

Du ich habe keine medikamentöse Behandlung hinter mir und auch keine Neurose. Aber danke jetzt weiß ich nun wirklich, wie ich deine "Qualifikation" einschätzen kann. irre, dass du trotz "Studium" überzeugt bist, mir eine Diagnose über das Internet stellen zu können. tut mir leid, aber nun kann ich dich endgültig nicht mehr ernst nehmen.

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Diagnosen werden auch von niedergelassenen und anerkannten Psychiatern und Psychologen gestellt. Eine solche Diagnose oder zumindest eine solche Einschätzung muß ohnehin die Basis für eine Therapie sein.

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Kommentar von Seanna
20.07.2016, 04:03

Der Psychologe muss aber selbst gezahlt werden wenn er kein Psychotherapeut mit Kassenzulassung ist.

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Kommentar von FelinasDemons
20.07.2016, 11:04

Was hat das denn jetzt damit zutun,dass der Therapeut bezahlt werden muss?...

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Vorab: Nein, ich kenne mich nicht aus. Deine Frage macht mir sogar dieses Defizit in meinem Erfahrungspool deutlich.

Wenn ich aus diesem Anlass rekapituliere, so meine ich, dass Ärzte und Therapeuten mit den Diagnosen sehr zurückhaltend sind, und sie zumindest nicht lauthals verkünden. Es sind eher die Angehörigen, die nach Diagnosen verlangen, weil das Kind für sie einen Namen haben muss.

Fachärzte, und vor allem Psychotherapeuten konzentrieren ihr Augenmerk viel eher auf die augenfälligen Störungen, und versuchen sie zu beseitigen. In der Psychiatrie geschieht das medikamentös. In der Psychotherapie durch die verschiedenen Methoden des Dialogs.

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Einen Kompetenten Arzt aufsuchen. War selbst mal bei einem Psycologen vor einer Krankheit. Den hätte ich mir auch sparen können da er zu mir Sachen sagte die jeder leie auch sagen könnte. Somit auch keine Diagnose. Dann habe ich einen Psychiater aufgesucht. Nach 30min hat er mir gesagt das ich habe. Und er kannte sich auch bestens mit Medikamenten aus. Hat mir sehr geholfen. Meistens wird man Jenachdem was man hat stationär/Tagesklinik behandelt. Wenn es von jeweiligen Arzt verordnet wird.
Der erste Schritt ist der schwerste aber es lohnt sich

Mfg

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Psychologie – die auch ein Teilgebiet der Psychiatrie ist – ist ein Studienfach an der Universität. Da sitzt man sich nicht nur den Hintern platt, sondern lernt alles über die menschliche Psyche (=Seele) – wie das Gehirn aufgebaut ist, wie es funktioniert, wie Wahrnehmung funktioniert und natürlich auch Fehler in der Verarbeitung. Dieses Thema ist – wirklich – sehr umfangreich!

Aber dieses Studium befähigt dann Psychologen und Psychiater (andere Ärzte sind hiervon ausgenommen) aufgrund der Beschreibungen und Symptome (keine Diagnose ohne dies) zu entscheiden, ob und wenn ja, welche Störung vor liegt.

Man kann das evtl. mit (einfacher) Mathematik vergleichen:
Um Prozentrechnung zu beherrschen, muss man als erstes Addieren/Subtrahieren lernen, darauf aufbauend dann Multiplizieren/Dividieren und dann weiter führend Prozentrechnung. Jemand, der also keine Subtraktion gelernt hat – geschweige denn Division – wird also sehr verwundert sein, wenn ein Anderer aus dem Effeff einen Prozentbetrag ermitteln kann.

Nur bei der Psychologie sieht es da noch deutlich komplizierter aus. Wald-und-Wiesen/Hausfrauen-Psychologie hat eben nichts mit echter Psychologie zu tun. Da liegen Welten dazwischen. Aber deshalb muss man das ja auch an einer Universität studieren.

Wie hier bereits erwähnt, ist aber auch für jede Therapie erst einmal eine Diagnose erforderlich. Da verhält es sich genau so, wie in der allgemeinen Medizin. Es macht ja auch keinen Sinn, einen Patienten z.B. mit Aspirin zu behandeln, wenn nicht einmal diagnostiziert wurde, dass es ein Tumor ist – ganz plakativ gesprochen.

Dennoch ist Psychologie die schwerste Kunst der Medizin, da es – bisher – keine ohne kaum Möglichkeiten gibt, eine physischen Diagnose zu stellen – also etwas "Handfestes". Die Therapeuten und Ärzte sind für eine Diagnose auf genaue Beschreibungen der Wahrnehmungen der Patienten angewiesen. Und hierin liegt die Schwierigkeit.

Simples Beispiel: Beschreibe die Begriffe "Liebe", "Angst", "Glück" oder "Schmerz".

Jeder kennt es, aber hier wirst Du von so ziemlich jedem Menschen etwas Anderes zu hören bekommen. Es gibt sicher in einigen Teilen Deckungsgleichheiten, aber um eine präzise Antwort zu bekommen, ist es eben erforderlich, dass dies sehr ausführlich beschrieben wird.
Auch dies gehört zum Studium.

Ich hoffe, dies beantwortet grob Deine Frage.

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Kommentar von Wurzelstock
20.07.2016, 14:41

Psychologie ist kein Teilgebiet der Psychiatrie, sondern etwas völlig anderes. Sie befasst sich mit den Abläufen der kognitiven Prozesse und dem resultierenden Verhalten des Idividuums. Die Fragestellung "Krank oder Gesund" kennt die Psychologie nicht.

Die ist deshalb auch nicht der Medizinischen Fakultät zugeordent, sondern entweder der naturwissenschaftlichen oder der Philosophischen Fakultät. Es ist von Uni zu Uni verschieden.

Die Psychotherapie ist ein spezieller Studiengang innerhalb der Psychologie. Der (akademisch diplomierte) Psychotherapeut ist Psychologe, aber nicht jeder Psychologe ist Psychotherapeut.

Dein Vergleich mit der Mathematik ist deshalb völlig daneben. Wenn Du schon Vergleiche bemühen willst, dann träfe das Verhältnis zwischen Medizin und Pharmazie eher zu. Beide überschneiden sich, richten sich aber auf völlig andere Objekte. Deshalb gehört auch die Pharmazie nicht zur medizinischen Fakultät, sondern zur naturwissenschaftlichen.

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