Wie bekommt man die Tiefe-Daten für eine nautischen Seekarte?

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2 Antworten

Klar, wie mein Vorgänger schon ausführte: es ist alles vermessen worden im Laufe der Jahrhunderte. Zuerst waren es die Weltumseglungen der großen Seefahrer Maggelan, Cook und Genossen, die auf ihren Reisen in's Unbekannte auch Lotungen vornahmen, natürlich nur im Flachwassser bzw. in Küstengewässern. Denn technisch bedingt wurden die Lotungen nur manuell mit einem Handlot durchgeführt, was sicherlich auch ungenau genug gewesen sein wird. Das einige Kilo schwere Gewicht an der Lotleine besitzt am unteren Ende eine Höhlung, in dem die "Lotspeise" hineingedrückt wurde. Diese Lotspeise war meist Pech, Teer oder ähnliches, immer eine Masse, die klebrig ist. Um am daran haftenen Substrat die Beschaffenheit des Bodens festzumachen (Schlick, Sand, Korallen, Steine etc). Die Lotleine selbst ist mit Marken (Bändsel oder Lederstreifen, früher im Fuß-Maß) versehen, die sich farblich unterschieden, um die Tiefe schon ablesen zu können, wenn das Lot auf dem Grund aufsetzte (Lotleine wurde schlaff). So mußte man das Lot nicht ganz hochholen und die Leine etwa auf Benetzung absuchen, was übrigens nur das erste Mal Sinn gemacht hätte.

Auch heute führen Schiffe solch ein Lot mit sich, es ist immer noch ausrüstungspflichtig - für den Notfall. Für den täglichen Gebrauch werden nun Echolote verwendet, die auf Schwingungslaufzeitmessungen basieren. Durch Reflexion am Meeresgrund wird der abgestrahlte Impuls am Empfänger aufgenommen und verarbeitet, die halbe Laufzeit entspricht dann der Wassertiefe.

War es früher im Prinzip jedes Schiff, das Lotaufzeichnungen vornahm, die als sogenannte Lotreihen in den Seekarten vermerkt wurde, wurden mit Aufkommen der elektrischen Messung besonders dafür konstruierte Schiffe, sogenannte Vermessungsboote/schiffe eingesetzt. Anzunehmen wird sein, daß jedes Kriegsschiff seine Lotungen ebenso aufzeichnet und in gewissem Umfang auch der zivilen Schifffahrt zur Verfügung stellt. Heute ist die Besonderheit, daß jede Lotung mit einer genauen Position eine deutlich  höhere Zuverlässigkeit aufweist, im Gegensatz zu den Messungen früher Anfänge.

In summa: es ist eine Fleißaufgabe für alle Beteiligten und bleibt es auch weiterhin, denn in der Tat können die Behörden nicht alles und ständig vermessen oder lassen.

Sie können sie loten.

sophie1235 04.05.2016, 12:40

Ja, aber doch nicht an jeder stelle des Meeres.

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josef050153 04.05.2016, 17:47
@sophie1235

An der Küste in einem ziemlich engen Raster, im offenem Ozean etwas weitmaschiger. Der Rest wird dann interpoliert.

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