Wie bekomme ich meinen hund stubenrei n?

4 Antworten

"Meine" Straßenhunde haben wir in den ersten Wochen wie Welpen behandelt. Also alle 2 - 3 Stunden und beim ersten Anzeichen (Unruhe, im Kreis drehen, intensives Schnüffeln) sofort raus. Draußen dann an einer ruhigen Stelle warten, bis der Hund sich gelöst hat und dann ausführlich loben. (Man muss Geduld haben, bis der Hund sich sicher genug fühlt. Bei meiner einen Hündin musste ich teilweise >30 Minuten daneben stehen, weil "böse" Autos oder Fußgänger vorbeigekommen sind.)

Nach relativ kurzer Zeit haben sie dann selber angezeigt, dass sie raus mussten. Da sie, im Gegensatz zu Welpen, ihre Blase kontrollieren können, hat es auch nicht allzu lange gebraucht, bis ihnen die "normalen" Zeiten gereicht haben. 

Wenn doch etwas in die Wohnung ging, habe ich es kommentarlos weggemacht. 

Bei ängstlichen oder unsicheren Hunden muss man Geduld haben und selber Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Manchmal muss man auch wieder 3 Schritte zurück gehen. "Meine" Angsthündin darf man nicht einmal zu laut loben ^^ 

Ich weiss einfach nicht wie ich sie stubenrein kriegen soll.

ein ehemaliger Straßenhund wird und kann nicht innerhalb 8 Wochen stubenrein sein. 

diese Hunde kennen gar nichts und haben auch damit zu tun, sich an die neue Umgebung und ihr ganzes neues und fremdes Umfeld zu gewöhnen und müssen die ganze Umstellung verarbeiten. 

stubenrein wird so ein Hund mit der Zeit werden, dazu braucht man Geduld und Verständnis für den Hund.

Hund immer gut beobachten und umgehend reagieren sobald er Anzeichen macht sich lösen zu wollen. Ebenso sollte man öfter mit ihm rausgehen und das ggf. auch in der Nacht! 

bei Erfolg unbedingt ausgiebiges loben nicht vergessen!!

unter Umständen kann es etliche Monate und auch Jahre dauern bis so ein Hund zuverlässig stubenrein ist!


Ich muss dir ausnahmsweise mal widersprechen. "Meine" 4 Straßenhunde waren alle in 3 - 6 Wochen zuverlässig stubenrein. 

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@Virgilia

Vielleicht waren die aber alle nicht ganz so ängstlich wie Deine jetzige Hündin ;-) 

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@Elocin2910

Die eine war eine Angsthündin, mit der wir anfangs nicht einmal an Mülleimern vorbeilaufen konnten. Vor Gullideckeln hat sie z.B. immer noch Angst. Selbst wenn man sie zu laut lobt, fängt sie sofort an zu beschwichtigen. 

Deshalb sind wir immer zur selben Stelle gegangen und haben geduldig gewartet, bis sie sich gelöst hat. Auch wenn es teilweise 30, 40 Minuten gedauert hat, bis sie entspannt genug war >_< Aber auch sie wollte ihre "Wohnhöhle" nicht beschmutzen. Insgesamt hat das Training mit ihr ca. 4 Wochen gedauert. 

Mit ca. 6 Wochen hat die Hündin meiner Mutter am "längsten" gebraucht. Sie ist extrem stur und anfangs sehr misstrauisch. Außerdem verlässt sie nur sehr ungern "ihr" Revier. Aber auch sie hat es sehr schnell begriffen. Sie war die einzige, bei der wir auch mit Leckerlis gearbeitet haben. 

Auch die Terrier-Hündin hat 5 - 6 Wochen gebraucht. Da war ich teilweise aber selber "schuld" ^^  

Und bei meiner Kleinen war ich selber überrascht, wie schnell sie es gelernt hat. Sie ist bereits nach 3 oder 4 Tagen selbst zur Tür gelaufen und nach knapp 1 - 1,5 Wochen konnte ich auch die Nächte durchschlafen. Nach ca. 3 Wochen reichte dann "nur" noch Gassigehen. 

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@Virgilia

Nimm mir das bitte nicht übel, aber wenn Du Deinen Hund noch nicht einmal zu laut loben darfst, dann läuft irgendwie was falsch, dessen bin ich mir sicher. Erst Recht wenn sie im Zusammenhang mit Lob beschwichtigt, dann scheint der Umgang mit ihr zu harsch zu sein. 

Ich möchte Dich nicht angreifen oder korrigieren, aber Angsthunde brauchen keinen Rudelführer, sie brauchen Verständnis und Unterstützung. ;-) 

Meine extrem ängstliche Hündin kann ich sogar schreiend loben uns sie zeigt mir gegenüber keinerlei Beschwichtigungssignale. 

Wenn Du dann das mit der Hündin die immer noch Angst vor Gullideckeln hat schreibst und Du sie selbst nicht zu laut loben darfst, dann denke ich wirklich das da im Umgang etwas geändert werden sollte. 

Angsthunde brauchen jemanden der ihnen den Weg ins Leben zeigt, das ganze ohne Flooding, Zwang oder ähnliches sondern mit viel Liebe Verständnis und positiver Verstärkung. 

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@Elocin2910

Ich weiß, wie man Angsthunde behandeln muss, glaub mir. Und "harsch" ist mein Umgang mit den Hunden auch nicht ^^ 

Ich arbeite nur mit positiver Verstärkung. Und ich weiß Auch, dass man bei so einem Hund bereit sein muss wieder 3 Schritte zurück zu gehen, um einen 1/2 Schritt voran zu kommen. Geduld, Verständnis, aber auch klare Regeln sind die Grundvoraussetzungen bei einem ängstlichem/unsicherem Hund. 

Es ist nicht nur, wenn man sie zu laut lobt, sondern allgemein, wenn man laute Geräusche macht. Auch wenn man z.B. zu laut lacht oder rumalbert. Teilweise auch, wenn nur eine Plastikflasche umkippt. Es ist zwar inzwischen viel besser geworden, aber ab und zu kommt, auch nach über 3 Jahren, ihr altes Verhalten wieder durch. Dafür waren ihr die Bewegungen, wie wildes Gestikulieren oder mit den Armen wedeln, von uns schon immer egal. Wir können auch neben ihr Mücken totklatschen und sie zuckt nicht einmal (vorausgesetzt natürlich, es ist nicht zu laut <_<). Und das, obwohl sie mindestens einmal schwer misshandelt wurde (in ihrem Bein steckt immer noch ein Stück Nagel, das mit dem Knochen verwachsen ist -.-) 

Bei einer anderen Angsthündin in Rumänien (lebt im Shelter einer Freundin) durfte ich mit dem Vertrauensaufbau wieder von vorne anfangen, weil ich mehrmals hintereinander stark niesen musste, als sie endlich an mir geschnüffelt hat :/ Auch Angsthunde reagieren nicht gleich. 

Ein Beispiel: Ich wollte sie vor ca. 1,5 Jahren im Garten meiner Eltern an einen Futterdummy gewöhnen. Alles hat super geklappt, bis sie ihn in die Schnauze genommen hat. Ich habe sie, wie vorher auch, für jeden Fortschritt belohnt, wurde aber wohl zu laut/überschwänglich. Daraufhin hat sie den Dummy wieder fallen gelassen, beschwichtigt und ihn nie wieder in die Schnauze genommen. Mein Vater und mein Ex* standen auf der Terasse und haben uns beobachtet. Auch sie können sich nicht erklären, warum die Hündin so extrem reagiert hat. (Sie mag den Dummy zwar, aber sie nimmt ihn nach wie vor nicht mehr in die Schnauze, egal wer mit ihr übt.) Den Dummy oder ein anderes Spielzeug direkt neben ihr zu 'schleudern' oder an ihr vorbeizuwerfen war hingegen noch nie ein Problem. 

Die Angst vor den meisten "Alltagsgegenständen" konnte sie inzwischen auch überwinden, aber vor einigen Dingen, z.B. Gullideckel, wird sie vermutlich immer Angst haben. Sie würde da nie freiwillig hingehen oder gar rüberlaufen (auch Leckerlis bringen nichts). Und weder mein Ex, noch ich werden sie zwingen. 

Wir haben uns am Anfang auch einen Trainer dazu geholt, obwohl wir theoretisch bereits alles wussten, ich vorher eine Angstbeißerin hatte (ich habe sie so bekommen) und ich, durch meine Arbeit im Tierschutz bereits ein wenig Erfahrung mit Angsthunden hatte. Sie hat riesige Fortschritte gemacht und ist nicht mehr mit dem Hund von damals vergleichbar. (Inzwischen kann sie sogar ein richtig freches Biest sein xD) Aber sie wird immer recht schreckhaft und extrem sensibel bleiben. Das ist einfach ihr Charakter. 

Sie sucht auch immer noch bei "unheimlichen" Dingen Schutz bei uns (den sie auch bekommt), aber früher oder später siegt meistens die Neugier. Und wenn nicht, wird sie auch nicht gezwungen. Wenn ich überlege, wie lange wir alleine gebraucht haben, um an den "bösen" Mülltonnen vorbei zu laufen... Leider ging nicht alles so schnell, wie die Sauberkeitserziehung ^^ 

*Sie gehört meinem Ex-Freund, der auch ihre Hauptbezugsperson ist. Da wir uns im Gutem getrennt haben, kümmern wir uns aber immer noch, soweit es möglich ist, gemeinsam um unsere beiden Hunde. 

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@Virgilia

Wie geschrieben, ich habe auch nichts davon böse gemeint und
schön, das man auch vernünftig diskutieren kann, sehr erfreulich! ;-) 

Da hast Du vollkommen Recht, Geduld, Verständnis und klare Regeln in Bezug auf den Tagesablauf sind Grundvoraussetzung für ängstliche Hunde! 

Nur ist das von hieraus eben immer alles sehr schwer einzuschätzen weil man den Hund halt nicht sieht und somit immer nur ins blaue tippt ;-) 

Das Du im übrigen nur mit pV arbeitest finde ich sehr lobenswert, leider ist das gerade bei ängstlichen Hunden oftmals eher das Gegenteil. 

Na, mit den "bösen" Mülltonnen kenne ich mich aus, zudem wohnen wir noch in der Stadt, da ist es für meine Hündin um einiges schwieriger "bösen" Mülltonnen und "gemeingefährlichen" Menschen sowie auch "blutrünstigen" Fahrradfahrern aus dem Weg zu gehen ;-))))) Zumindest den Mülltonnen vertraut sie schon einmal, schließlich bewegen die sich nicht von der Stelle, grins. 

Das sie bei Dir Schutz sucht ist natürlich wieder etwas sehr schönes zu lesen noch schöner finde ich es allerdings zu lesen, das sie den auch bekommt!!! ;-) Auch das ist leider kein normales Verhalten bei vielen anderen Hundehaltern. 

Dann kann man bei ihr vermutlich von einer generalisierten Geräuschangst sprechen. 
Hast Du schon einmal überlegt vielleicht mit einem TA mit Zusatzbezeichnung Verhaltensberater zusammenzuarbeiten? 
Vermutlich wird dieser Zylkene oder ähnliches einsetzen aber um einen Fuß in die Tür zu bekommen, kann das Wunder bewirken. 

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@Elocin2910

Ich habe es nicht böse aufgefasst, keine Sorge :) Ich wäre bei einem Hund, der bei Lob beschwichtigt auch stutzig geworden ^^ 

Mit Zwang macht man alles nur schlimmer. Wir haben nie etwas von ihr erwartet. Wenn sie Fortschritte macht, super, wenn es Rückschritte gibt, ist das halt so. 

Gerade weil sie weiß weiß, dass sie bei uns Schutz findet, können wir sie auf ihren gewohnten Gassistrecken (überwiegend übersichtliche Feldwege) sogar ableinen (wir haben sogar das Ok vom Trainer). Sonst läuft sie an der Schleppleine. Sie bleibt immer in unserer Nähe und "versteckt" sich hinter uns, wenn sie eine "Gefahr" bemerkt. Damit bestärken wir sie auch nicht in ihrer Angst! Im Gegenteil, wir geben ihr die Zeit und Sicherheit, damit sie den Mut aufbringt ihre Angst von sich aus zu überwinden. 

Ja, die Mülltonnen. Es ist immer super, wenn sie extra zu den Mülltonnen/eimern hinläuft, demonstrativ daran schnuppert und auf ihr Lob wartet. Als wollte sie sagen "Sieh wie mutig ich bin, lobe mich!" xD Oder wenn sie die Wolldecke über das Handy oder die Fernbedienung schiebt. Nach dem Motto aus den Augen, aus dem Sinn xD 

Ja, bei der Straße sind die Bürgersteige auch viel zu schmal >_< Wir arbeiten ganz viel mit dem Kommando Sitz, das klappt bei ihr ganz gut. Oft ist auch das Problem, dass man selber (unbewusst) angespannt ist, weil man weiß, dass der Hund irgendetwas unheimlich findet. Deshalb sollte man ab und zu tief durchatmen und sich sagen, dass es nur eine Mülltonne/Tüte/Kinderwagen/... ist, um wieder lockerer zu werden. Klingt zwar bescheuert, hilft aber oft ^^ 

Wie gesagt, ihr Verhalten ist schon VIEL besser geworden. Nur manchmal hat sie noch "Rückfälle" :/ Sie hat auch nicht vor allen Geräuschen Angst, aber vor vielen. Der Fernseher, am Fenster vorbeifahrende Autos oder vorbeilaufende Fußgänger (auch Betrunkene) lassen sie z.B. völlig kalt draußen ist es wieder eine andere Geschichte). Auch mit Schiffen hatte sie nie ein Problem. Man kann ihr ja leider nicht in den Kopf gucken :/ 

Es ist langwierig, anstrengend und manchmal nervig, aber sie ist jede Sekunde, jeden Arbeitsschritt und jeden investierten Cent wert! Und zumindest für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als ein Hund, dessen Vertrauen man sich erst verdienen musste, und er dieses dann auch zeigt <3 Vermutlich schlägt mein Herz auch deshalb für die "schwierigen" Hunde. 

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ich weiss das so ein hund nicht nach 8wochen stubenrein sein kann. und mir ist auch bekannt das diese hunde nix kennen. ich wollte lediglich ein paar tips wie ich mich verhalten soll.

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Die Hündin hat also mindestens 2 Jahre ihres Lebens in Freiheit in Rumänien gelebt. Wurde dann von Menschen, die sich tierlieb  nennen, eingefangen und mit zig anderen fremden Hunden zusammen eingesperrt.... 

und Du wunderst dich nun, das sie ängstlich ist und nicht weiss wo pinkeln erlaubt ist und wo nicht?!

Dieser Hund tut mir einfach nur leid, wurde aus seiner Heimat + Freiheit gerissen und muss sich nun in völliger Fremde mit Gegebenheiten arrangieren, die ihm völlig unbekannt sind....

Kannst du dem Hund denn einen eingezäunten Garten bieten? dann lass ihn dort mehrmals am Tag laufen und beschäftige dich mit ihm. Sie hat vermutlich nie gelernt ihr Geschäft angeleint und zu bestimmten Zeiten zu erledigen. 

Koten und urinieren sind nicht nur die Entledigung von Stoffwechselmüll sondern für einen Hund bedeutet das auch, anderen Hunden Nachrichten zu übermitteln. Und im neuen Revier ist sie nun eine Fremde...  völlig normal also das sie sich vorerst defensiv verhält.

In der Wohnung fühlt sie sich schon sicherer, da fällt ihr das Lösen leichter.

Arbeite an der Bindung und stärke ihr Vertrauen, der Rest kommt (hoffentlich) dann auch.  Google Bindungsspiele

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