Wie bekomme ich eine Zusage auf meine Bewerbungen (Ausbildung)?

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3 Antworten

Dein Text liest sich ein bisschen wie "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass". Du hättest gerne eine richtig gute Ausbildung im kaufmännischen Bereich, kannst dafür selber aber nur schlechte Noten und einen etwas zerrupften Lebenslauf bieten. Ich sehe drei Optionen für dich.

1. Du machst genauso weiter wie bisher und hoffst, irgendwann einmal eine Stelle zu bekommen.

2. Du nimmst Abstand vom Wunsch eine begehrte Premiumausbildung zu machen und suchst nach einer Ausbildung in Branchen, die dringend nach Nachwuchs sorgen und wo es leichter ist, reinzukommen. z B in der Pflege, im Handwerk oder bei Bahnbetrieben.

3. Du reißt dich zusammen, machst noch dein Abi mit besseren Noten nach und bewirbst dich damit auf Ausbildungen oder Studiengänge. Wenn du dann mit 29-30 erst zum Arbeiten kommst, liegen trotzdem noch 40 Jahre Berufsleben vor dir- ist es da nicht vielleicht gar nicht so übel, wenn man vorher ein wenig Zeit für Bildung vertrödelt hat?

Für mich auch ein ganz wichtiger Punkt: Du solltest daran arbeiten, Dinge nicht gleich abzubrechen, wenn sie keinen Spaß machen oder anstrengend werden. Denn für dich wird jetzt wahrscheinlich erstmal alles anstrengend, egal ob du noch 300 Bewerbungen schreibst oder in eine körperlich anstrengende Ausbildung gehst (in denen der Ton nicht immer sanftmütig sein wird) oder dir den Stress von einem nachgeholten Abitur gibst. Es gibt ja den abgedroschenen Spruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" und da ist leider auch oft was Wahres dran. Du bist mit deiner Ausgangslage- abgebrochene Schule, schlechte Noten, keine repräsentative Tätigkeit danach- eigentlich gar nicht in der Position, eine Ausbildung abzubrechen, auch wenn sie dir nicht gefällt. Dadurch verschlimmerst du deine Situation auch noch- Personaler sehen "Schule abgebrochen, Ausbildung abgebrochen" und werden sich zweimal überlegen, ob sie jemanden einstellen, der vielleicht wieder abbrechen wird. Wenn du jetzt wieder was anfangen solltest, was du nicht durchziehst, wird es irgendwann so gut wie unmöglich, einen Arbeitgeber zu finden, der dir eine Chance geben will. Ich weiß, dass es hart ist, aber du solltest bei deiner nächsten Ausbildung/Schule die Zähne zusammenbeißen und es zu Ende bringen, auch wenn es schwer werden sollte.

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Kommentar von Dennisbj1992
04.02.2017, 18:07

Danke für deine Antwort.

Die Ausbildung habe ich nicht nur von selber abgebrochen,
ich hätte diese weiter durchgezogen, obwohl mir diese nicht gefiel, aber der Vorgesetzte wollte mich loswerden. Er deutete es schon an und ein paar Tage später hatte ich die Kündigung auf meinem Schreibtisch.

Ja das stimmt, dass ich zu sehr dorthin tendiere, dass ich
schwierige Dinge abbreche, obwohl  es sich seit einiger Zeit schon wesentlich verbesserte im Gegensatz zu früher.

Ich möchte eine kaufmännische Ausbildung machen, da ich
bereits fast nur in diesem Bereich tätig war. Ich arbeite derzeit in einem kaufmännischen Beruf mit Neuakquise von Kunden etc. und arbeite monatlich zwischen 160-200 Stunden. Ja ich kann es nicht nachweisen, da ich nur als 450€-Kraft angestellt bin, nichtsdestotrotz möchte ich diesen Weg gehen. Z.B. als Kaufmann für den Großhandel oder Einzelhandel müsste man doch eher etwas
finden, da es unzählige Ausbildungen in diesem Zweig gibt. Zumindest habe ich in diesem Bereich noch gut 100 Bewerbungen offen.

Ich interessiere mich halt für den Bereich Wirtschaft und
Finanzen und habe etliche Bücher bereits darüber gelesen, starte gerade darüber einen eigenen Blog und schreibe gerade an meinem ersten Buch. Auch wenn es für mehrere vielleicht abgehoben klingen mag, aber ich möchte nicht Jahrzehnte lang
für einen oder mehrere Arbeitgeber tätig sein, sondern auf eigenen Beinen stehen und daran verdienen, wie meine geleisteten Leistungen sind. Ja ich habe nicht mal einen richtigen Schulabschluss oder eine Ausbildung, aber muss man
das vorweisen, um irgendwann mal erfolgreich zu sein?

Der springende Punkt ist, dass ich nur die Hürde schaffen
muss, um überhaupt zu einem Gespräch oder einem Test eingeladen zu werden. Den Test bestehe ich immer mit Bravur und das Gespräch läuft in den meisten Fällen
auch gut.

Ich habe bei einer Privatakademie angerufen und ich bräuchte
2 Jahre um mein Abitur nachzuholen. Das ist eine gute Lösung und steht ganz vorne bei mir.

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Na ja, also ein Studium nach dem nachgeholten Abitur könnte dir halt trotzdem helfen einen klaren Schnitt zu bekommen.

Wenn du dich dann bewirbst, hast du A) einen beurfsqualifizierenden Abschluss und B) ein neues Zeugnis mit besseren Noten.


Aber: Ich habe bereits in Personalabteilungen gearbeitet und mein Bachelor war auch im Fach Wirtschaftspsychologie mit Schwerpunkt Personalauswahl und ich weiß eigentlich ziemlich genau, dass die Ausrede "die Noten sind schuld" eine einfache, billige und vergleichsweise schmerzfreie Möglichkeit ist, einem Bewerber abzusagen.

Insofern würde mich schon interessieren wie dein Lebenslauf und dein Anschreiben aussieht. Besonders bei deinem Werdegang muss das Anschreiben reinhauen wie eine Bombe, weil du viel zu erklären hast.

Mich würde als Personaler (bin ich Gott sei Dank nicht mehr) vor allem stören, dass du bereits eine Ausbildung abgebrochen hast. Das in Kombination mit der Orientierungslosigkeit (2,5 Jahre an der Tanke) und den Noten klingt schon nach einer eher wahrscheinlicheren Begründung für mich.

Diese Dinge müssen dann aber auch im Anschreiben richtig erklärt werden, bzw. durch bestimmte Aussagen wieder ausgeglichen werden.

Trotzdem: Du bist noch vergleichsweise Jung. Ich kenne Menschen die mit 30 Abi und mit 34 ein Studium begonnen haben. Geh noch mal in dich, vielleicht ist es ja doch was für dich. Es muss ja auch nicht so sein, dass du dann nicht im Berufsleben steht. Ein Nebenjob ist natürlich immer drin und da kann es nach 3 Semestern auch eine Werksstudententätigkeit sein. :)


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Kommentar von Dennisbj1992
04.02.2017, 00:29

Da meine Tätigkeit bei der Tankstelle schon lange her ist, weitere Beschäftigungen nicht so relevant waren und die Tätigkeit danach, nicht nachweisbar war, da diese unter der Hand abgelaufen ist, sagte mir mein Berater beim Arbeitsamt, dass ich diese Tätigkeiten zumindest im Anschreiben komplett weglassen soll. 

Hier ein Beispiel eines meiner Anschreiben zurzeit: 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

vielen Dank für das aufschlussreiche Telefonat am X mit Frau X. Sie haben Bedarf an unverbrauchten, hochmotivierten und pflichtbewussten Nachwuchskräften? Mit Verve interessiere ich mich privat für den Immobilienmarkt, insbesondere für die Verwaltung, Vermietung und den Verkauf von Immobilien und zudem sind mir Spezialisierungsmöglichkeiten wichtig und fühle mich zum Schwerpunkt „Transaction“ hingezogen und möchte beruflich in diesem Bereich Fuß fassen. Sie gehören zu dem größten und renommiertesten Immobiliendienstleister Europas. Da Ihr Unternehmen für eine flache Hierarchie, für langfristige Perspektiven und Entwicklungen der Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiterführung bekannt ist und ich zudem Großes bei Ihnen bewegen möchte, bewerbe ich mich für diese ausgeschriebene und begehrte Stelle für den Standort Hamburg.

Mein beruflicher Werdegang und meine bisherigen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass mir die Kombination aus Büroarbeit, Außeneinsätzen und Kundenkontakt besonders zusagt. Diese Ausbildung vereint meiner Meinung nach optimal mein Interesse an betriebswirtschaftlichen Abläufen mit dem immer wichtiger werdenden Immobilienmarkt, denn schließlich werden Immobilien bei der stetig zunehmenden Bevölkerung, immer bedeutsamer und deswegen möchte ich mein Wissen tiefer in die Materie der spannenden und zukunftsorientierten Branche der Immobilien implementieren. Bis vor kurzem war ich als Auszubildender bei der X tätig. Da sich die Versicherungsbranche zurzeit in einer schlechten wirtschaftlichen Lage befindet und die Berufsrichtung nicht meinen Erwartungen entsprach, beschloss ich mich umzuorientieren und nun als Immobilienkaufmann erfolgreich durchzustarten. 

Ich habe meine Fachhochschulreife erfolgreich abgeschlossen und engagierte mich neben der Schule als Nachhilfelehrer und entwarf PowerPoint-Präsentationen mit internationalen Nachrichten, die auch in verschiedenen Schulen gezeigt wurden. Meine Sozialkompetenz und Lernbereitschaft bewies ich nicht zuletzt bei der Teilnahme an dem internationalen Schüleraustausch-Projekt „X“ zu den Themen Umwelt und Globalisierung.  

Dank meiner Zahlenaffinität, den Willen Neues zu lernen, meiner Akribie, sowie meiner offenen Art, wird es mir nicht schwer fallen erfolgreich in Ihrer praxisorientierten Ausbildung zu starten. Zudem bringe ich gute Teamfähigkeit mit, die ich vor allem im Berufsleben ausbauen konnte. 

Habe ich mit meiner Bewerbung Ihre Neugierde geweckt? Dann freue ich mich auf Ihre Rückmeldung und darauf, Ihnen im Rahmen eines Vorstellungsgespräches mehr über meine Stärken und meine Motivation zu erzählen 

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Kommentar von Dennisbj1992
04.02.2017, 00:45

Ich habe schon mehrere Male mein Zeugnis einfach weggelassen und stattdessen nur mein Anschreiben inklusive Lebenslauf abgeschickt. Plötzlich hatte das Unternehmen starkes Interesse an mir, wollten schließlich trotzdem das ich mein Zeugnis nachreiche.

Nachdem ich das Zeugnis schickte, bekam ich bei den meisten Unternehmen nach ein paar Tagen eine Absage.

Abi nachholen, klingt auch am vernünftigsten. Jedoch darf ich in meinem Bundesland mein Abitur nicht mehr nachholen. 

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Abi auf Abendschule dauert 3,5 Jahre

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Kommentar von Dennisbj1992
04.02.2017, 00:52

Da ich die 11. und 12. Klasse abgeschlossen habe, bräuchte ich "nur" 2 Jahre. 

Ich würde dementsprechend auch eher eine Privatschule/Privatakademie auswählen und dort gibt es sogar Intensivkurse, indem man innerhalb eines Jahres das Abi nachholen kann. 

Kostet zwar einiges, aber das wäre es allemal wert.

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Kommentar von herzilein35
04.02.2017, 00:55

Nein auch 3,5 Jahre. Du kommst ja nicht direkt von der Schule.

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