Wie kann ich beim Bewerbungsverfahren besser vorgehen?

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7 Antworten

Ist es besser, genau zu schauen, wo man sich bewirbt und dann entsprechend Bewerbungen verschicken? Oder ist die Methode besser, einfach wahllos Bewerbungen an alle möglichen Unternehmen zu verschicken?

Weder noch. Ein gesundes Mittelmaß machts. Aber ganz ehrlich: eher geht man in deine Richtung.

Ich wurde nach meiner Ausbildung auch nicht übernommen.... Irgendwann so kurz vor Beginn der Arbeitslosigkeit hab ich angefangen, mich ÜBERALL zu bewerben, was auch nur ansatzweise zu meiner Ausbildung gepasst hat. (Duales BWL-Studium) Ich hatte dann auch 3 Jobzusagen... Alle hab ich abgelehnt... Nicht weil ich zu wählerisch bin, sondern weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dort zu arbeiten... 2 davon waren Versicherungen, im Außendienst (weiß auch nicht, was mich dazu geritten hat, mich da zu bewerben :D) und eine war in nem Unternehmen im Personal, da war die Chefin schon im Gespräch so dermaßen unfreundlich und unverschämt zu mir... Das wäre gar nicht gegangen... Letztendlich hab ich dann nen Job angenommen, der mir von Anfang an auch irgendwie... unysmpathisch war... Schon vor der Bewerbung war ich mir unsicher... Das Ende vom Lied war, dass ich nach 11 Monaten wieder was neues angefangen hab.

Der Vorteil bei der zweiten Jobsuche war, dass ich ja nicht arbeitslos war und mich so wirklich nur auf Jobs beworben hab, bei denen ich mir zumindest vorstellen konnte, da zu arbeiten...

Ich würds so machen: Schon "aussortieren". Wenn man vorher schon zu 100% weiß, dass man nen Job nicht machen wird, kann man sich die Bewerbung sparen... Wenn man sich allerdings unsicher ist, kann man sich trotzdem bewerben, um dem ganzen mal ne Chance zu geben.

Bei meinem aktuellen Job hatte ich auch erst Bedenken, denn ich wollt in ne große Firma... Am liebsten in nen internationalen Konzern... Hier arbeiten genau 5 Leute (inkl. Chef) und international ist hier nichts ;) Englisch brauch ich nur, wenn sich jemand verwählt hat :D Aber das Gespräch hier war so super, dass ich doch hier arbeite!

Wichtig ist aber, dass du dich nicht total blind bewirbst, mit dem Kopf durch die Wand. Du kannst und musst viele viele Bewerbungen schreiben, aber in jeder einzelnen muss der Personaler sehen, dass du dir Gedanken über das Unternehmen und den Job gemacht hast :)

Sorry für den langen Text. Ich hoffe, dass du verstehst was ich meine :)

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Wenn Du es schaffst 500 Bewerbungen individuell auf die ausgeschriebene Stelle zu formulieren, dann kannst Du Dich gerne auf alles, was evtl. in Frage kommt, bewerben. Solltest Du an alle Stellen aber nur Standardschreiben schicken, dann ist das unnützer Aufwand, da die dann eh sofort aussortiert werden.

Also besser gezielt Bewerben.

Versetz Dich mal in die Lage des Personalers, der die Bewerbungen bekommt.

Das sieht in etwa so aus: Da liegen 500 Bewerbungen. Die kann niemand komplett lesen. Also wird erst einmal aussortiert. Die Kriterien dafür sind sicherlich je nach Stelle und Entscheider unterschiedlich, aber meist werden die Anschreiben und/oder Lebensläufe überflogen und dann kommt die Bewerbung auf einen von drei Stapeln: a) könnte passen b) vielleicht c) nicht geeignet. Das Ziel der meisten Personaler dürfte sein, nach dem ersten  sortieren bei 500 Bewerbungen ca. 450 davon auf dem Stapel c) liegen zu haben. Für viele der 450 Bewerbungen auf dem Stapel hat er nur 20 - 30 Sekunden in der Hand gehabt.

Dein Ziel muss es nun sein, auf Stapel b) oder noch besser a) zu liegen.

Wie kann man also c) vermeiden? Oder umgekehrt, was wird sofort aussortiert? Wie gesagt, das wird je nach Stelle und Person unterschiedlich sein und kommt auch auf die Anzahl der Bewerbungen, die auf dem Tisch liegen, drauf an. Aber folgende Dinge sind oft dabei:

  • Fehlende oder falsche Qualifikation: Wenn ein Schweißer mit gültigen Berechtigungen gesucht wird, dann hat jemand, der vor 10 Jahren mal geschweißt hat keine Chance. Ebenso, wenn ausdrücklich jemand mit Masterabschluss gesucht wird. Dann braucht man es als Bachelor meist nicht versuchen. Die grundlegende Qualifikation sollte also vorhanden sein. Wenn nur "ein bisschen" fehlt, kann man es aber trotzdem versuchen, z. B. im oben genannten Beispiel als Schweißer mit Berufserfahrung und gerade abgelaufener Schweißberechtigung (die man dann schnell nachholen kann), oder fehlende Berufserfahrung, wenn man sich die Stelle aber zutraut. Dann muss man dies aber auch im Anschreiben entsprechend darlegen, warum man trotzdem geeignet ist.
  • "schlampige" Bewerbungen: Wenn sich jemand nicht die Mühe macht eine vernünftige Bewerbung abzugeben und ich genug andere Bewerber habe, die sich Mühe gegeben haben, dann fliegen die "Schlamper" auch raus. Das sind dann nicht nur die "Klassiker" mit Kaffeeflecken auf dem Anschreiben, verknitterte Seiten und mit Kuli korrigierten Fehlern im ausgedruckten Text. Auch zu viele Rechtschreibfehler (gerade im Bürobereich), holprige Formulierungen im Anschreiben, Schreibfehler im Firmennamen oder erkennbare Serienbriefe fallen darunter.
  • Ein oder mehrere Arbeitszeugnisse sind "schlecht".
  • Sollte der Rest passen, dann fliegt noch alles raus, wo der Lebenslauf fragen aufwirft, zu viele Wechsel vorkommen, etc.

Und wie steigen die Chancen auf Stapel a) und b) zu kommen?

  • Du erfüllst die geforderte "Hauptqualifikation" (z. B. Berufsausbildung/Fachwissen) und mindestens 80 % der geforderten "Nebenqualifikationen" (Z. B. Spezielle Software, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse (nur gute statt "verhandlungssicher"), etc.
  • Dein Anschreiben ist kein Serienbrief und Du gehst zumindest auf die geforderten Qualifikationen und die Vorzüge der jeweiligen Firma ein.
  • Es ist aus dem Anschreiben u. ggf. dem Lebenslauf und Arbeitszeugnissen erkennbar, dass Du von der ausgeschriebenen Tätigkeit Ahnung hast, bzw. die in Dich gesetzten Erwartungen erfüllen kannst. 
  • Du hast gute Arbeits- und/oder Praktikumszeugnisse und evtl. auch noch ein gutes Abschlusszeugnis
  • Deine Bewerbung ist aufgrund von Zusatzqualifikationen, passenden Hobbies etc. noch anderweitig Interessant.
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Ich würde mich wirklich nur da bewerben, wo Du ganz sicher sein kannst, dass Du auch die Anforderungen erfüllen kannst. Wenn ein AG ausdrücklich Berufserfahrung wünscht, brauchst Du da gar nicht erst hinschreiben. Das Porto und die Zeit sind verschwendet. Bei Bewerbungen ist es wichtig, sich ganz genau über dieses Unternehmen zu informieren, damit Du in der Bewerbung Bezug nehmen kannst, warum Du Dich genau dort bewirbst. Nur so als Beispiel: Mit großem Interesse habe ich gelesen, dass Sie auch Niederlassungen in anderen Ländern haben. Da ich sehr gute Englischkenntnisse habe ....... Oder anderes Beispiel: Mir hat besonders gut gefallen, dass sie ein mittelständisches Unternehmen sind. Ich würde es sehr begrüßen, künftig in einem Betrieb arbeiten zu dürfen, wo sich die Mitarbeiter gut kennen ... Sowas in der Art, muss ja nicht stimmen, aber man sollte auf das Unternehmen etwas eingehen. Also begründen, warjm man sich genau dort bewirbt - dann fällt man schon mal in der Masse etwas auf. Da Du noch keine Berufserfahrung hast, musst Du eben mit anderen Sachen auffahren. Viel Erfolg. lg Lilo

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ShinyShadow 25.11.2015, 12:25

Wenn ein AG ausdrücklich Berufserfahrung wünscht, brauchst Du da gar nicht erst hinschreiben.

Doch. Bei beiden Jobs, die ich nach der Ausbildung/dem Studium bisher hatte, war " eine kaufmännische Ausbildung und mindestens 3 Jahre Berufserfahrung, möglichst in der gleichen Branche" gefordert.

Ich hatte weder Berufs- noch Branchenerfahrung. Hab die Jobs trotzdem bekommen ;) Man muss die dann eben überzeugen, dass man es trotzdem kann.

Und: Wenn man diese Anzeigen meidet, kann man keine Bewerbung mehr schreiben.... Denn das schreiben alle rein...

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LiselotteHerz 25.11.2015, 13:11
@ShinyShadow

Naja, es gibt auch genug Annoncen, wo ausdrücklich steht, dass Berufsanfänger willkommen sind (oder ähnliche Formulierungen). Probieren kann man es immer, wenn man keine Berufserfahrung hat, muss man eben mit einem prima Zeugnis punkten.

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ShinyShadow 25.11.2015, 13:50
@LiselotteHerz

Ja, oder eben mit anderen Qualifikationen :)
(Und das mein ich jetzt nicht so pervers, wie es sich anhört :D)

Man darf halt nicht damit rechnen, dass man überall dann eingeladen wird, das ist klar. Manche wollen tatsächlich nur Leute, die schon viel Erfahrung haben. Aber ich würd die Chance immer nutzen :)

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Es ist nicht sinnvoll, sich auf Teufel komm mal raus überall zu bewerben, wo der Oberbegriff Deines Lernberufs drüber steht. Es ist auch nicht sinnvoll, im Durchschnitt mehr als eine Bewerbung am Tag zu schreiben, das vergrößert den Frust und die Bewerbungen machen auch den Eindruck von Serienfertigung.

Einer gegebenen Stellenanzeige kann man nicht ansehen, wie ernst die darin aufgeführten Anforderungen gemeint sind. Das sieht die eine Firma ganz eng, die andere sucht nur einen HiWi.

Deshalb setze Dir Kriterien:

1. Bei der Stellenbeschreibung: "will ich das wirklich längere Zeit machen?"

2. Bei den Anforderungen: Habe ich das gelernt, ausgiebig in der Ausbildung praktiziert (das nennt sich Erfahrung) oder gar keine Ahnung. Komme ich auf die Hälfte Erfüllung, (Erfahrung zählt doppelt) => Bewerben!

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Hallo Einkauf110,

Ich allerdings gehe davon aus, dass ich einer von 500 Bewerber bin und wenn ich so viele Bewerbungen verschicke wie möglich, dann steigt logischerweise die Chance auf einen Arbeitsplatz.

Gerade wenn Du tatsächlich einer von 500 Bewerbern bist, kommt es umso mehr darauf an, eine zielgenaue, individuelle Bewerbung zu schreiben und keine Massendrucksache. Von der Schrotflinten-Methode rate ich Dir ab.

Sich nur auf solche Stellen zu bewerben, wo man sich auch Chancen ausrechnen kann (was aber nicht bedeutet, dass man alle Kriterien, die in der Stellenausschreibung stehen, 100%ig erfüllen muss!), ist schon mal ein richtiger Schritt. Das reicht aber noch nicht.

Als nächstes kommt es darauf an, jede Bewerbung individuell zu verfassen, so dass der Leser - im Idealfall - zu der Schlussfolgerung kommt: Das ist genau unser Mann! (Oder zumindest: Der ist interessant!)

Um Dich noch weitergehend bzgl. der richtigen Bewerbungsstrategie zu beraten, müsste man Deine Situation noch genauer kennen. Aber Deine eigentliche Frage ist ganz klar zu beantworten: Klasse geht vor Masse.

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Naja, die meisten Personalchefs hätten gern einen Mittzwanziger mit 50 Jahren Berufserfahrung...

Überleg dir, ob du bei einigen Spezialkenntnissen dir zutraust, dir diese anzueignen und probier's einfach mit einer Bewerbung (es sei denn, in der Stellenanzeige wird deutlich, dass diese Eigenschaft zwingend erforderlich ist).

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Ich würd nehmen, was man kriegen kann, wenn es in deine Wunschberufsrichtung geht. Es ist schwer direkt die Traumarbeitsstelle zu finden. Wenn du erstmal Berufserfahrung gesammelt hast, kannst du dich auch woanders sehr gut bewerben.

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