Wie behaupten Hunde/und Pferdezüchter der Erfolg liegt an der Mutter?

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6 Antworten

Also ich bin Züchter von Friesenpferden und ich behaupte das überhaupt nicht - genausowenig behaupten das Züchterkolegen die ich kenne.

Ich bin zwar auch kein Züchter von Weltchampions, aber ich kann mir nicht vorstellen, das diese Züchter anders denken als ich.

Natürlich geht 50 - 50 auf Hengst und Stute zurück. Manchmal kommt ein Fohli mehr nach Mama und manche kommen mehr nach Papa.

Es ist aber auch bewiesen, das aus guten Stutenlinien logischerweise auch mehr Champion fallen, mit denen züchtet man ja auch vermehrt. Genauso ist erwiesen, das bestimmte Hengste einfach bessere Nachzucht machen - auch hier ist halt die Stempelhengstsache gefragt.

Es gibt tatsächlich Hengste, deren Nachwuchs überdurchschnittlich hohe Punktzahlen bekommt.

Bei besonders verrückten Powerhengsten ist es allerdings sehr wichtig, das die Stute ruhig ist - weil das Fohlen in den ersten Monaten ja immer mit der Stute zusammen ist. Ist die Stute der spinnige Partner, dann wird auch das Fohlen von einem ruhigen Hengst eher bisschen spinniger.

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Kommentar von spikecoco
26.06.2016, 21:17

du Glückliche , Friesen, mein absoluter Traum

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Kommentar von xttenere
27.06.2016, 12:06

Gute Antwort !

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Hallo Rossi,

nach dem was heute "bekannt" ist stimmt die 50/50 Regel. Wenn es um das reine Erbgut der DNA geht. Nur, ist uns wirklich alles schon bekannt?

http://www.spektrum.de/alias/biologie/epigenetik-kurz-erklaert/1192047

In Bezug auf die Mitwirkung von epigenetischen Faktoren steht die Wissenschaft erst in den Kinderschuhen!

So kommt es, daß auch heute bei den Zoologen und Paläontologen der Knochenfund  immer noch das wertigere Dokument darstellt als die pure Gentechnik.

Unbestritten sind "alte Viehnomadenvölker", mit ihren Beobachtungen und Errungenschaften der angewendeten Zuchtmethoden, die weit besseren Tierzüchter als das jemals heutige Hundezüchter oder Pferdezüchter, mit aller Technik und angeblichem Wissen, heute wären.

In der Populationsgenetik sind, unseren modernen Züchtern, solche Völker auch heute noch weit überlegen.

Die Naturbeobachtungen sind der Schlüssel für Deine Frage.

Das Mütterliche hat von der Natur einen wichtigeren Teil der Fortpflanzungsaufgabe bekommen:

- Auswahl des passenden Fortpflanzungspartners. Überall im Naturkreislauf wählen die weiblichen Tiere den passenden Fortpflanzungspartner, um eine bessere Chance auf gesunden Nachwuchs zu haben. Dazu haben Säugetiere z.B. das "Limbische Geruchsorgan" bekommen. Das heißt das weibliche Tier erkennt die genetische Passung des Partners. Sexuelle Selektion.

- Aufzucht des Nachwuchses ist immer in der direkten Umwelt des weiblichen Tieres. (Epigenetik)

- Sozialisierung und Umwelterfahrung wird, bei vielen Arten, weit mehr durch das weibliche Lebewesen geformt.

- Die Mitochondrien DNA wird nur durch den weiblichen Teil fortgeführt. Das männliche Teil geht verloren.

- Bei defekten Genen, durch hohen Ahnenverlust, erkennen weibliche Säugetiere wenn ein Partner nicht zu ihnen passt und verweigern die Fortpflanzung. Ein Eisprung kann beim Auftauchen eines genetisch intakten, passenden Fortpflanzungspartners, beim weiblichen Tier - instinktgesteuert, urplötzlich eintreten. Genau das wissen gute Hunde - und Pferdezüchter.

- siehe auch: Kryptische Partnerwahl im nachfolgenden Link (im Kommentar)

- die künstliche Besamung von weiblichen Tieren setzt alle Maßnahmen der Natur - um populationsgenetischen Schaden abzuwenden - schachmatt. Das ist der Grund weshalb sogenannte "Reinzucht" bei geschlossenen Zuchtbüchern, die Rassezucht ad absurdum führt.

Naturvölker die Viehzüchter seit Jahrtausenden sind und sogar die Domestikatoren von Arten sind (Yak, u.a.) tragen ihren Beobachtungen Rechnung, indem sie auch heute noch, selbst beim Einkreuzen, den weiblichen Tieren die freie Wahl beim männlichen Fortpflanzungspartner lassen.

Bei uns wurde das erst wieder durch den Darwinismus in der Wissenschaft wieder erkannt.

Quelle: Dr. Hellmuth Wachtel, all dessen Bücher zur Populationsgenetik

Du siehst also, Züchter welche auf allerhöchste Instinktsicherheit der künftigen Mutter Wert legen, und diesem Muttertier auch eine freie Auswahl lassen, haben Recht.

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Kommentar von HalloRossi
27.06.2016, 06:54

Hochinteressant! Vielen Dank

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Wenn ich jetzt ganz böse wäre (was ich nicht bin) und KEINE wissenschaftliche Antwort gebe, würde ich sagen, vom männlichen Geschlecht kommt selten etwas Gutes....

Aber das sage ich ja nicht, denn ich bin eben ein lieber Mensch.

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Ich hab beides schon gehört. Ich denke, da kann man sich nicht pauschal auf irgendwas einigen. Gute Zucht ist eine Kunst für sich. Es gibt Linien, die dafür bekannt sind, stärker durchzuschlagen. Aber auch da kann man sich nicht drauf verlassen, die ausnahmebestätigenden Regeln werden auch zu Hauf geboren. Da brauchts mehr als eine Faustregel, egal, ob man nun nen Dressur- Spring- Western...crack produzieren will. Wissen und vermuten ist da das eine, ein gaaaanz großer Faktor ist da auch immer das Quäntchen Glück.

Aber wie mans dreht und wendet - niemals liegt "nur an der Stute".

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Naturwissenschaftlich spielt die maternale Vererbung (mtDNA) durchaus eine gewisse Rolle, daher ist die 50:50-Annahme auch nicht ganz richtig.

Der eigentliche züchterische Erfolg hängt nun von der Auswahl der Elterntiere ab. Die männlichen Linien sind in der Regel gut dokumentiert und bergen nur wenig Überraschungen, so das sich das züchterische Geschick in der Auswahl der weiblichen Linien zeigt (eine Ausnahme bildet hier bspw. die Trakehnerzucht, welche ein eigenständiges Zuchtgeschehen entwickelt hat).

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diese aussage kenn ich nur umgekehrt, das es am vater liegt...klar gibts elterntiere die dominant vererben, aber es kommt immer auf beide an

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