Wie behalte ich einen kühlen Kopf und bestehe das Jurastudium?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Ich könnte dir jetzt die alltäglichen Tipps geben wie "lern fleißg" usw. Aber das bringt dich wohl kaum weiter.

Wer bei Jura Erfolg haben will, der braucht zweierlei: Spaß an der Sache (natürlich muss man nicht jedes Rechtsgebiet super spannend finden) und die Fähigkeit, juristisch zu denken und zu arbeiten. Manche haben diese Fähigkeit schon am Anfang des Studiums sozusagen von Natur aus, andere müssen sich diese Fähigkeit erst im Studium aneignen.

Nach dem vierten Semester hast du deine Zwischenprüfung entweder bestanden oder du bist durchgefallen. Sollte zweiteres der Fall sein, war es das für dich - dann ist für dich Ende mit Jura. Auch wenn es hart klingt: Die Zwischenprüfung ist eine sehr gute Erfindung. Denn wer die schon nicht schafft, der hat schlechte Aussichten, am Ende das Staatsexamen zu bestehen. Deswegen ist es besser, nach spätestens 4 Semestern aufhören zu müssen statt sich 9 Semester und mehr rumzuplagen, nur um am Ende zweimal (ohne Freischuss) durchs Staatsexamen zu fallen und dann mindestens 5 Jahre komplett in den Sand gesetzt zu haben.

Ich will dir hier nicht die Motivation und den Mut nehmen. Aber du solltest realistisch sein. Es wird im Laufe des Studiums nicht einfacher. Und im Staatsexamen kommt der Stoff aus dem gesamten Studium dran.

Ich würde dir gerne weiterhelfen, doch dazu fehlt es mir (wie auch allen anderen hier) an Informationen, was überhaupt dein Problem ist. In aller Regel liegt das Problem bei Jura-Studenten, die durch viele Klausuren und vor allem Hausarbeiten fallen, nicht so sehr an dem Stoff an sich. Den Stoff versteht man, spätestens wenn man genug lernt. Und das, was man nicht versteht, kann man immer noch auswendig lernen und so mit Müh und Not bestehen. Bei dir wird es also - wie bei vielen anderen - daran scheitern, dass du die juristische Arbeitsweise nicht verinnerlicht hast. Aber das ist gerade die Grundlage! Ich wage zu behaupten, dass, wer den gesamten Stoff auswendig kann aber die juristische Arbeits- und Denkweise nicht drauf hat, im Staatsexamen eher durchfallen wird als jemand, der zwar den Stoff inhaltlich nicht oder kaum kann, dafür aber weiß, wie man juristische Probleme löst.

Ich gehe wirklich davon aus, dass eben genau das dein Problem ist. Denn wer eine Hausarbeit schreibt, der kennt inhaltlich den Stoff, der darin wichtig ist. Schließlich hatte man mehrere Wochen Zeit, sich diesen in Kommentaren etc. anzueignen. Woran es mangelt, ist dann die Fähigkeit, wissenschaftlich juristisch zu arbeiten, zu schreiben. Nur als ein paar Beispiele: Man muss den Gutachten-Stil drauf haben; man muss aber auch wissen, wo die Schwerpunkte des Falles liegen und dementsprechend an manchen (= den richtigen) Stellen den Gutachten-Stil abkürzen; man muss wissen, wie man unbekannte Rechtsgebiete/Gesetze trotzdem bewältigen kann etc.

An manchen Unis (zB der HHU in Düsseldorf) gibt es eine sogenannte Klausurenklinik. Hier kann man mit seinen durchgefallenen Klausuren hingehen. Sie schauen sich die Klausuren an und sagen dir dann, woran es bei dir hapert. Und das ist eben in der Regel nicht der Stoff, der abgeprüft wurde, sondern die Art und Weise, wie die Klausur geschrieben wurde. Sollte es an deiner Uni so etwas geben, dann geh dort hin! Dann kannst du zumindest das Problem eingrenzen und dann daran gezielt arbeiten.

Eine weitere Möglichkeit ist auch, Lehrbücher über die juristische Methodenlehre zu lesen und zu lernen. Du musst nicht nur in der Theorie den Stoff wissen, der dran kommt, sondern eben auch, wie du das alles in der Klausur auf einen Fall anwendest.

Zum Schluss: Du hast noch ein Semester, danach hast du deine Zwischenprüfung entweder bestanden oder eben nicht. Wenn du sie nicht bestehst, dann war es das für dich. Das wäre ärgerlich, aber du musst dann einfach realistisch sein und dir selbst klar machen: Jura war wohl doch nicht das richtige für dich. Solltest du die Zwischenprüfung überstehen, aber eben mit immer noch großen Problemen, solltest du dir wirklich die Frage stellen, ob Jura das richtige für dich ist. Denn wie gesagt: Es bringt nichts, nach 5 oder 6 Jahren feststellen zu müssen, dass die Jahre für die Katz waren.

Trotzdem weiter viel Erfolg!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Naja... Das ist ganz allein deine Entscheidung. Wenn du nicht genug gemacht hast dann kannst du mehr machen und es wird bestimmt besser werden. Wenn du schon so viel gemacht hast und du bist trotzdem mit deiner Leistung unzufrieden spreche mal mit deinen Professoren.
In meiner Zeit haben wir immer zusammen in der WG gelernt. Hat uns allen echt gut geholfen. Zusammen ein Bier und die Lektüre... schöne Zeit. Höre dich nach Gruppen um mit denen du zusammen lernen kannst. Motiviert euch gegenseitig. Wünsche dir viel Erfolg 👍🏻🍀

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du musst Dich entscheiden:

Entweder Studium oder Easy Live & Friends & Party.

Wenn Du Angst hast zu verlieren, wirst Du verlieren.

Konzentriere Dich auf das Lernen und lerne.

Blende alles Andere aus. Schalte Facebook, Twitter, Instagram & den ganzen Mist aus und Dein Smartphone gleich mit. Das alles hält Dich nur vom Studium ab.

Es wird Zeit erwachsen zu werden und selbst die Verantwortung für Dein Leben und Deine Ziele zu übernehmen. Wenn Du es jetzt nicht kapierst, dann kannst Du all die Zeit und all das Geld nehmen und gleich verbrennen – was Du ja gerade auch machst.

Lernen ist kinderleicht. Man muss es nur WIRKLICH wollen und nicht auf ein Wunder hoffen, dass das Wissen vom Himmel fällt.

Reiß Dich zusammen! Du bist kein Kind mehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jura ist einfach und kann auch Spaß machen.

Man muss nur verstehen wie es funktioniert. 

Das sind Weisheiten, die Dir jeder gute Jurist mitgibt.

Wenn es Dir Spaß macht und die Noten aber nicht stimmen, dann hast Du irgendwas entweder (noch) nicht verstanden oder (noch) nicht verinnerlicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja, gibt es. Wenn es dir keinen Spaß macht, dann würde ich trotzdem aufhören, das ist kein Weltuntergang und immer noch besser als dann nach dem Examen mit Nichts dazustehen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von AskHuman12
28.06.2017, 23:13

Es macht mir Spaß! Das ist glaube ich das Problem.

0

Was möchtest Du wissen?