Wie begründen Menschen in Deutschland ihre entschlossene Position gegen Flüchtlinge?

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16 Antworten

Ich denke, es hat viel mit Phantasielosigkeit zu tun.

Diese Leute, die eben in einer "Demokratie" leben, können sich einfach nicht vorstellen, daß soviele Menschen ihr Heimatland lieber verlassen als dort irgendwas zu verändern...

Getreu dem Motto: "weglaufen bringt doch nix" ...

Es ist also ein Problem der persönlichen (Lebens-) Erfahrung. Wer es eben nicht persönlich erlebt hat kann über die "Schwere" von Leid nicht wirklich was sagen...

Und dann sind Menschen allgemein auch ziemlich selbstverliebt. Die eigenen Probleme sind halt immer die schlimmsten... Kaum einer stellt sich freiwillig hintenan, wenn es darum geht, zu jammern. ;)

Und ganz interessant: geht es ihnen selber mal schlecht sollen auch immer die anderen mal was machen.

Man projiziert also das, was man ggf an sich selber schon als nicht so toll erkannt hat, auf andere... Oft auch unbewußt.

warehouse14

warehouse14 25.11.2015, 07:52

Danke für den Stern! :)

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Für mich ist die Position gegen Flüchtlinge angesichts ihrer Notsituationen in ihren von Krieg und Gewalt zerrüteten Heimatländern, aus denen sie aus Existenzängsten flüchten ziemlich unverständlich.

Wie kann man diesen traumatisierten Menschen ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben absprechen ? 

Wie kann man sich selbst so in einer Art Hierachie auf der Welt so weit oben herausetzen, dass man es als richtig ansieht, dass anderen Menschen nicht geholfen werden darf, denen es von Wohlstand her sehr viel schlechter geht ? 

Wie kann man unseren Wohlstand, der den durschnittlichen Lebensstandart auf der Welt bei weitem übersteigt, nicht mit Menschen die nichts besitzen nicht teilen wollen ?

Was haben diese Asyl Gegner für ein Gerechtigkeitsbild, dass ihre Position moralisch rechtfertigt ?

Walum 27.08.2015, 13:05

"aus denen sie aus Existenzängsten flüchten" Jaja. Oder aber, weil sie hier mehr Geld bekommen, als in ihrer Heimat.

"Recht auf ein menschenwürdiges Leben" - und wieso soll ich irgendwelche sog. Menschenrechte akzeptieren?

"nicht geholfen werden darf, denen es von Wohlstand her sehr viel schlechter geht?" - Kannst Du ja gerne machen. Aber nicht hier und nicht von meinem Geld.

"Wie kann man unseren Wohlstand, der den durschnittlichen Lebensstandart auf der Welt bei weitem übersteigt, nicht mit Menschen die nichts besitzen nicht teilen wollen?" - Weil das MEIN Wohlstand ist. Ich teile nicht, wenn ich nicht entscheiden kann, wieviel und mit wem. Der Wohlstand ist ja nur zustande gekommen, weil Deutschland mal Grenzen, Zölle und Tarife hatte. Seit wir Euro, Schengen und Kapitalfeudalismus haben, ist das vorbei und Nettoeinkommen, Rentenerwartung, Löhne, sinken und die Mieten, Konsumentenpreise, Gesundheitskostenselbstbehalte, Steuern, Arbeitslosigkeit etc. steigen.

Außerdem warum landen die Flüchtlinge alle in D und nicht z.B. in UK, Polen, Finnland, Rumänien, Portugal oder Spanien? Na? Warum??

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_refugee_population

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Snanifo 27.08.2015, 18:06
@Walum

"oder aber, weil sie hier mehr Geld bekommen, als in ihrer Heimat" Was stört dich daran an ihrem Wunsch, dass es die Leute besser haben wollen? Du hast das mit Grenzen zumachen und Zölle verlangen doch auch gemacht.

"und wieso soll ich irgendwelche sog. Menschenrechte akzeptieren?"Menschenrechte sind bei den Flüchtlingen und bei den vielen Verteidigern der Titel, unter dem sie sich ein besseres Leben wünschen. Also zurück zur obigen Frage.

Helfen, "aber nicht hier und nicht von meinem Geld"                            Wer  will denn dein Geld? Oder meinst du, du müsstest weniger Steuer bezahlen, wenn sie nicht kommen würden? Die Entscheidung liegt nicht bei dir.

"seit wir Euro, Schengen und Kapitalfeudalismus haben, ist das vorbei und Nettoeinkommen, Rentenerwartung, Löhne, sinken und die Mieten, Konsumentenpreise .........Steuern, Arbeitslosigkeit etc steigen"                                                                                                Glaubst du tatsächlich, dass diese Negativwirkungen ohne Euro, Schengen nicht auch gekommen wären. Wir leben immerhin im Kapitalismus, ob mit "feudal" versehen oder nicht. Und die Arbeitslosigkeit ist in der letzten Zeit tatsächlich gesunken, halt mit weniger Lohn.

Und zum Schluss kommt der Schulbub in dir zum Vorschein: Die anderen sollen auch was tun! Eigentlich beinhaltet dieses Argument deine Bereitschaft, den Flüchtlingen zu helfen, wenn nur die anderen auch helfen würden. Dies halte ich aber nicht für ernst gemeint.                                                                                          

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1. Es sind einfach zu viele. Die Flüchtlingsheime sind völlig überfüllt, was zu Ärger und unmenschliche Bedingungen unter den Flüchtlingen sorgt. Gleichzeitig sorgt es andererseits für böses Blut, da notgedrungen Platz für die vielen Menschen gefunden werden muss. So werden von der Stadt bspw. Turnhallen von Schulen, leerstehende Immobilien und Wohnungen dazu genutzt, um Flüchtlinge unter zu bringen. Dieses ist meistens zum Nachteil der Zivilbevölkerung.

2. Die Integration bei einer solch großen Masse an Menschen dürfte sehr schwer fallen. Dieses Jahr sind schon 1 millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, die alle (sofern sie Aufenthaltsrecht bekommen) eine Wohnung, Versorgung durch unsere Sozialsysteme, Arbeit, ggf. Bildung und Sprachkurse brauchen. Das ist eine Mamutsaufgabe, die schon bei den Gastarbeitern nicht zu 100% geklappt hat. Man riskiert also eine Einwanderung in unsere Parallelgesellschaften.

3. Die grenzenlose und unkontrollierte Zuwanderung. An der Grenze zu Österreich wurden teilweise nur 10% der Menschen registriert. Viele haben auch keine Dokumente oder haben sie selber vernichtet, um nicht wieder abgeschoben zu werden. Damit wissen wir praktisch gar nicht, was für Menschen wir uns eigentlich ins Land holen. Es könnten sich illegale Einwanderer, Kriminelle oder Terroristen darunter befinden.

4. Nur etwa 1% bekommt Asyl. 34% werden als Flüchtlinge anerkannt. D.h. 65% sind gar keine Kriegsflüchtlinge und haben somit keinen Anspruch auf ein dauerhaftes Bleiberecht.

5. Die Abschiebungen verlaufen nur schleppend oder werden über einen langen Zeitraum gar nicht vollzogen. Dies führt dazu, dass die illegalen Einwanderer hier untertauchen können oder Plätze für echte Flüchtlinge besetzen.

6. Die Regierungen in Europa halten sich nicht an das Schengenabkommen. Eigentlich sieht dieses Abkommen vor, dass ein Flüchtling in dem ersten sicheren Land Asyl beantragen muss, das er betritt. Da die Grenzstaaten aber kein Interesse haben so viele Menschen auf zu nehmen und die Flüchtlinge oft nach Deutschland wollen, lassen sie diese ziehen. Deutschland lässt diese dann einreisen und erst hier registrieren, was ebenfalls ein Verstoß gegen Schengen ist. 

7. Die ungerechte Verteilung. Deutschland und Schweden übernehmen den größten Anteil der Flüchtlinge, von denen viele andere Nationen nichts wissen wollen.

Und 8. Diese Masse an Flüchtlingen kostet uns mehr Geld, als es im Haushalt dafür vorgesehen war. D.h. dass woanders Gelder gestrichen oder Beiträge und Steuern erhöht werden, was wiederum auf Kosten der Bevölkerung geht und für böses Blut sorgt.

Gruß Doppelgemoppel

Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe, denn in einem Land indem akut ein Krieg herrscht, kann man nicht leben.
Trotzdem bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ein Großteil missverstanden wird. Sie sind nicht gegen Flüchtlinge sondern gegen unsere Politik, die diese Situation erst hervorgebracht hat.
Wie Til Schweiger schon sagte, sind die ständigen Angiffskriege der USA mit verantwortlich für diese Situation. Hinzu kommt, dass wir ständig Waffen liefern und somit die Regierungen Futter geben für Ihre Kriege.

Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.

Snanifo 01.09.2015, 13:00

Es sind leider nicht nur die "Angriffskriege der USA", die für diese Situation verantwortlich sind. Auch die BRD (Frankreich, England, andere) mischt nicht nur mit Genehmigungen von Waffenlieferungen sondern auch direkt militärisch mit. "Wir" liefern ja nicht nur unschuldig Waffen und dann machen die was Falsches draus, Krieg, sondern wir liefern Waffen an ganz bestimmte "Freunde", damit die gewinnen können. Wofür sollen Waffenlieferungen denn sonst gut sein? Was heißt denn "Ihre Kriege"? Wenn wir Waffen dafür geben, sind das auch "unsere" Kriege. 

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FreiDenker1999 01.09.2015, 15:11
@Snanifo

Ja, alles richtig. Es sind nicht meine Kriege nur bin ich Mitglied im System und somit kann ich mich dem nicht entziehen. Von den meisten aber nicht gewollt, deswegen Ihre Kriege.

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Snanifo 08.09.2015, 16:19
@FreiDenker1999

Als Deutscher kannst du dich der Politik, den Handelsbeziehungen zu anderen Ländern und auch den daraus resultierenden Kriegen nicht entziehen, aber du kannst versuchen, dagegen anzugehen.

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Dies gilt natürlich auch auf die "Antwort", die Hyperdinosaurus auf seine Frage geschrieben hat:

Zu deinen 4 anfänglichen Abschnitten und Fragen kann ich nur sagen:     Sowohl im normalen Leben, also bei der Arbeit, geht es nicht um "Gerechtigkeit" so wie du sie verstehst, sondern darum, aus Geld mehr Geld zu machen. Diese Art der Ökonomie wird von unserem deutschen Staat geordnet und gefördert. Also wieso soll denn diese politische Ausrichtung Mitleid mit ihren ausländischen Opfern haben und mehr als nötig Geld für diese unproduktiven Menschen ausgeben? Wird doch dasselbe Verfahren auch bei den eigenen Staatsbürgern ausgeführt: Wer gebraucht wird, kann einigermaßen einen Lohn erwarten, oder auch nur einen kleinen, der kaum höher ist als die Grund"sicherung" Hartz IV.                                                         Diese Leute haben ein national geprägtes Gerechtigkeitsbild. Sie haben sich für Deutschland krummgelegt und jetzt haben sie einen kleinen Lohn, 30 Prozent der Leute ungefähr in der Nähe von Hartz IV. Und jetzt sollen die anderen für nichts tun dasselbe bekommen?                                                    

Weil Deutschland keine Flüchtlingspolitik hat oder besser gesagt keine die für eine solche Masse menschlich vertretbar ist.

Flüchtlinge liegen zudem dem Staat in den ersten Monaten / Jahr auf der Tasche, selbst wenn es gelernte Ärzte, Ingenieure sind. Sie müssen zuerst alle deutsch lernen um in solchen Positionen angenommen zu werden, zudem gibt es extrem Ausbildungsunterschiede zwischen unserem Land (und EU) als in Ihrem Herkunftsland. (Gibt nicht umsonst Behörden die sich damit rumquällen fest zu legen, welcher Abschluss was entspricht)

Dafür braucht man eben optimale Lösungen, die aber unseren Poltikern wohl schwer fallen.

Bloodmamut 27.08.2015, 12:51

Man muss halt beide Seiten sehen für die Flüchtlinge ist es auch nicht leicht, die meisten bekommen nach 10 Jahren noch immer kein deutschen Pass, egal ob sie die ganzen 10 Jahre gearbeitet haben.

Wie gesagt mit Flüchtlingen um zu gehen hat unser Land einfach politisch nicht drauf. ^^

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Gar nicht. Hass und Rassismus hat keine rationale Begründung. Die wahr Begründung ist die eigene Unzufriedenheit derer, weil sie es nicht hingekriegt haben, etwas aus ihrem Leben zu machen, gehen sie jetzt auf Schwächere los., dmit sie sich selber besser fühlen. Mobbing halt.

Politische Flüchtlinge ja und Wirtschaftsflüchtlinge Nein und das ist auch die Position der Regierung.Weil es keine Einigung gibt über Verteilung von Flüchtlingen in Europa habe ich starken Zweifel an der EU als Einheit. Und das ärgert sehr viele Mitbürger das unsere Frau Merkel überall eine große Nummer in Europa ist aber in die Angelegenheit völlig versagt,sich nicht durchsetzt.

das ist nur einseitig begründbar wenn man angst für überfremdung hat oder daß man dem fanatismus erlegen ist

Ich habe bis jetzt noch keine vernünftige Begründung gehört. Zwei kann ich nennen, vom Hörensagen, "Verfremdung Deutschlands, Muslime und Christen passen nicht zusammen". Dämlichste Begründung war, "alles Terroristen".

Wer stellt mit welcher Begründung solcghe Fragen??

Gegenfrage: Seit wann muss man sich überall, und bei jedermann rechtfertigen ?

1. Ganz normale Xenophobie

2. Politisch

3. Ideologische oder religiöse Verblendung

4. Bildungsferne

5. Stammtischparolen

Mach doch mal eine Umfrage auf der Straße. Und bestehe auf EHRLICHE, nicht medienwirksame Antworten.

Das ist wirklich eine gute Frage.

Meistens mit dummen Sprüchen a la "die da oben machen was sie wollen" oder "wir sind das Pack" und dem Klassiker "Ausländer klauen und vergewaltigen"

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