Wie begegne ich meinem aggressiven Sohn?

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10 Antworten

Deine Situation hat mich sehr berührt...

Zum ersten solltest du dir bitte keine Vorwürfe einreden (lassen), dass du als Mutter versagt hättest - auch, wenn ich die Hintergründe und euch nicht kenne...

Das ist leider immer die erste Option und das empfinde ich als unfair.

Nicht immer sind die Eltern "schuld" - wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von "Schuld" reden kann - wenn ein Kind auf die schiefe Bahn gerät und sozusagen "entgleist"... Auch das "Kind" hat insofern keine Schuld !

Die Thematik ist viel zu komplex, als einem Buhmann alles zuzuschieben...

Ich denke, "früher" war das alles noch einfacher - heute in unserer Umwelt mit ihren unzähligen Verirrungen und Verwirrungen durch die Medien, Vorgaben, was man zu tun hätte und wie man sein sollte und auszusehen hätte usw. wird es Kindern ungleich schwerer gemacht, ihre Identität zu finden...

Dafür können primär die Eltern nichts, auch, wenn sie noch so sehr bemüht sin, ihren Kindern eine gute Basis mit auf den Weg zu geben...

Was ich dir raten würde:

Such dir professionelle Hilfe - auch und in erster Linie, um DICH zu schützen...

Nur, wenn DU in dir stabil bist, kannst du auch deinem Sohn eine wirkliche Hilfe sein. Er muss für sich lernen, sein Leben in den Griff zu kriegen, ohne Schuldzuweisung und ohne Vorwürfe dir gegenüber.

Vorher solltest du ihn meines Erachtens erstmal nicht mehr treffen und ihm gegenübertreten - es muss auch von seiner Seite aus die Initiative kommen, schließlich ist er kein Kind mehr...

Ich möchte dir als Unterstützung noch die segensreichen Bachblüten ans Herz legen - kontaktiere entweder eine(n) entsprechende(n) Heilprakitker(in) oder einen speziellen Bachblütentherapeuten(in) und lass so deine Seele stark werden...

Ich wünsch euch als Familie alles Gute - es braucht Zeit, um zu wachsen, von beiden Seiten aus, um all die Verhärtungen, Kränkungen und Verletzungen zu heilen und Mauern einzureißen...

Ich bin mir sicher, ihr könnt das schaffen, aber holt euch Hilfe - eine professionelle Familientherapie kann da gute Dienste leisten (erst mach dich aber stark)...

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Kommentar von ASmellOfRoses
04.03.2016, 08:29

Ich danke dir für den Stern...:)

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Hallo Tanja!

Ich habe solches Verhalten einige Zeitlang mit meinem jüngeren Bruder mitmachen müssen.. bei ihm waren Drogen & Kleinkriminalität mit im Spiel. Er war aggressiv, beleidigend, sarkastisch & frech, rastete schnell aus und das bei jeder Kleinigkeit.

Es war unheimlich schwer mit ihm & sachliche Gespräche waren kaum möglich. Meine Mutter machte (mMn) damals den Fehler meinem Bruder extrem zuvorkommend & höflich zu begegnen, ihm alles zu verzeihen & ihn nicht zu bestrafen (er war da etwa 20 also jünger als dein Sohn) & ihn echt komplett zu hofieren. Weil er wusste dass sowieso nix passiert hat er dann auch alles auf die Spitze getrieben und immer weitergemacht.

Er hat den Absprung dann geschafft, weil finanzielle Nöte aufkamen und er auch mit dem Gesetz mehrfach in Konflikt geriet, seine Arbeit verlor & sich selbst seine ältesten Freunde von ihm abwendeten. 

Ich würde an deiner Stelle für klare Verhältnisse sorgen & ihm signalisieren, dass er nicht alles machen darf.. dass er nicht herumpoltern und schimpfen soll --------> macht mal reinen Tisch & diskutiert alles aus, was im Raume steht. Allerdings sollte das in einer vertrauensvollen und guten Atmosphäre passieren in der niemand den anderen verurteilt. Keiner sollte abblocken, man sollte einfach gezielt über das reden was DICH ärgert & auch das was deinen Sohn ärgert: Jeder sollte über das sprechen, was ihm an der Seele nagt.

Wenn das Gespräch nicht fruchtbar sein sollte, kannst du dir immer noch eine "Maßnahme" für ihn ausdenken.. denn man muss ihm ganz klar zeigen: So geht das nicht!

Hoffe, dass ich helfen konnte!

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mit hoher wahrscheinlichkeit ist ihm sehr wohl bewusst, dass er hauptverantwortlich ist fuer seine missliche lage. aber es ist halt schwer, sich das einzugestehen und leichter, andere verantwortlich zu machen.

dazu kommt freilich eine gewisse "verrohung" die folge sein kann von drogenmissbrauch und auch der obdachlosigkeit.

viele junge leute, die auf diese weise aus der gesellschaft rausgefallen sind, reagieren aggressiv und beleidigend, weil sie angst haben, den anschluss nicht wieder zu bekommen und sich endgueltig ins abseits geschossen zu haben.

wenn man in jungen jahren schon obdachlos wird, ist das fuer den moment sogar ganz cool, weil man sich als rebell und establishment-verweigerer fuehlt. "die anderen sind alle ameisen, angepasst, obrigkeitshoerig. nur ICH mache, was ich will ..." etc. 

du weisst doch, wer mit 18 kein rebell ist, der hat kein herz.

aber wenn das eine weile so gegangen ist, merkt man, dass man sich in einer sackgasse befindet. andere gleichaltrige fahren zu konzerten, machen weltreisen, work and travel, verdienen das erste eigene geld und ziehen von zu hause aus in eine richtige wohnung. sie koennen sich ein bisschen was leisten.

und man selbst? man hockt jeden tag mit den anderen strassenkindern in der fussgaengerzone und bettelt fremde um zigaretten und kleingeld an. das ist bitter. und wer das ein paar jahre gemacht hat, der kommt ganz ganz schwer wieder da raus.

das zu seinem wahrscheinlichen zustand/hintergrund.

meine empfehlung an dich waere, ihn unbeirrbar schon noch besuchen zu lassen, aber klare grenzen zu setzen. du musst dir das nicht bieten lassen. 

anstatt mit ihm zu streiten, lass ihn reden und mach dein ding zu hause. mach seine besuche nicht zum "besuch", sondern wenn er vorbei kommen will, geh einfach deinem normalen alltag nach. zeig ihm, dass er kommen darf, aber das nichts "besonderes" ist. 

das kann deshalb funktionieren, weil es weniger konfrontativ ist, als sich mit ihm hinzusetzen und zu unterhalten, weil es ihm darueber hinaus wahrscheinlich sogar ein besseres "zu hause"-gefuehl gibt und weil es dich selbst moeglicher weise weniger stresst.

er ist dein sohn, er ist "willkommen", aber er bestimmt nicht dein leben. wenn er sich nett verhaelt, sei nett. wenn er aggressiv ist, ignorier ihn, lass ihn ins leere laufen. 

ist leichter gesagt als getan, ich weiss. aber auf diese weise koennte eure beziehung langfristig hoffentlich ein bisschen entspannter werden. 

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Kommentar von tanjaknuddel
03.03.2016, 23:57

Das ist ja gerade! Wenn er uns besucht und ich weiter in meinen alltäglichen arbeiten fortfahre, behauptet er, ich würde mich über themen unterhalten, über die kein "normaler mensch" spricht. Das scheint ihn dann auch zu irritieren. Es verletzt mich, wenn mein sohn mir vorwirft, ich sei auch gestört.  

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Ich habe deine anderen Fragen überflogen - etwas genaueres über deinen Umgang mit deinem ältesten Sohn oder überhaupt zu irgendeinem deiner Kinder konnte ich nicht entdecken.

Meine Frage kann an der Vergangenheit nichts mehr ändern. Das will ich auch nicht, sondern mein Wunsch ist es, dass du für dich reflektierst, inwieweit es so kommen konnte (musste?)
Grundlos fängt kein Mensch das Kiffen an und wird obdachlos. Beides ist für mich ein Zeichen, dass der Betreffende mit seiner Situation nicht (anders) klar kommt und vielleicht - in seinen Augen - eher hilfsbereite Menschen auf der Straße gefunden hat, als Unterstützung innerhalb der eigenen Familie.

Mit Unterstützung meine ich mehr die seelisch-moralische Variante.

Ich denke, ihr habt beide miteinander ein Problem. Oder mehrere.

Beim Sprechen, vermute ich, werft ihr euch wohl gegenseitig Beschuldigungen, Verurteilungen und Verallgemeinerungen zu. Da wäre ich auch stinkig.
An deiner Stelle würde ich mir aufschreiben, was mich schmerzt (seelisch), was ich mir wünsche bzw. was meine Bedürfnisse sind, herausfinden wo meine Grenzen liegen.
Die schwierigste Übung ist wahrscheinlich, dem anderen zuzuhören und bei sich zu bleiben.

Das Gleiche ist an seinen Vater gerichtet. Schließlich hat er ebenso euren Sohn mitgeprägt.

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Kommentar von tanjaknuddel
03.03.2016, 10:41

Meine beiden anderen söhne kommen ganz gut mit mir zurecht, obwohl sie auch probleme haben. Hatte leider zu meinem ältesten nie einen guten draht. Er hat immer sofort "dicht gemacht" und fühlte sich angegriffen. Ist wie seine brüder mit 17 bei seinem vater geblieben. Der ist nie arbeiten gegangen und flog damals aus der wohnung. Mein ältester wollte nicht mit den anderen ins hotel ziehen. Hat dann sein eigenes ding gemacht. Allerdings nicht ohne schwierigkeiten. 

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Ohne irgendein Hintergrundwissen zu Deiner speziellen Situation würde ich einfach mal behaupten, dass Menschen, die aus irgendeinem Grund Drogen nehmen oder nahmen, meistens schwer verhaltensgestört sind. Sie brauchen professionelle Hilfe, und so sehr Du Dir das als Mutter auch wünschen magst: Du kannst das nicht leisten.

Der Mann, der früher mal Dein Sohn war, ist viele Jahre durch den Dreck gezogen (Wortwahl ist Absicht!) und erwartet jetzt, dass Du seine Probleme verantwortest. Das geht mal gar nicht.

Auch, wenn es Dir schwer fällt: Lass ihn nicht wieder in Dein Leben. Gib ihm meinetwegen noch Adressen von Therapiestellen, Selbsthilfegruppen usw. und dann Tschüss!

Du kannst auch die Polizei rufen, falls er Dich bedroht und belagert.

Was für eine furchtbare Situation, nur weil jemand nicht erwachsen werden will. (Also er...)

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Hallo :)
Ich bin zwar selber keine Mama, aber eine Tochter und kenne so ein Verhalten von meinem Bruder aus. Bei ihm helfen keine langen Gespräche, freundliches entgegenkommen oder sonstiges, sein grundlos unverschämter und gereizter Umgangston bleibt. Ich hingegen versteh mich super mit meiner Mutter und bin froh dass ich sie hab. Wir sind so verschieden, obwohl wir die gleiche Erziehung hatten und nie ungerecht dem jeweils anderen gegenüber von unseren Eltern behandelt wurden.
Viele schieben ihre eigene Art auf ihre Erziehung, dabei liegt die schuld größtenteils an dem Menschen selbst, nur ist das problem, dass die meisten genau das nicht einsehen wollen und so immer jemand anderen dafür verantwortlich machen. Man kann als Elternteil seinem Kind zwar seine eigenen Ansichten und Moralvorstellungen mit auf den weg geben, aber ob sie sich diese dann zu Herzen nehmen oder nicht, steht nicht in unserer macht. Selbst wenn es der eigene Sohn ist.
Was zwar ein ziemlich extremes Beispiel ist wären psychisch gestörte schwerverbrecher. Laut einer Studie hatten die meisten eine ganz normale kindheit, nette Eltern, eine normale Umgebung, etc. Trotzdem wurde aus manchen das was sie heute sind, da es nicht an den Eltern oder sonst etwas liegt sondern einfach an den Menschen und ihrem Charakter selbst. Bei diesen Verbrechern ist es zum Beispiel oft so dass ihnen jegliche Gefühle die in Richtung Mitleid gehen fehlen, dieser Teil in ihrem Gehirn der dafür verantwortlich ist fehlt dann, so wurden sie einfach geboren.
Ich würde Ihnen raten das zu tun womit sie sich am wohlsten fühlen, auch wenn ihr sohn damit nicht so glücklich ist. Ich nehme mal an dass er bereits erwachsen ist, also ist dass was er tut und was er nicht tut sein eigenes bier und es sind auch seine konsequenzen mit denen er leben muss. Ich meine als Elternteil hat man doch von windelwechseln bishin zur Finanzierung eines Lebens über 18-20 Jahre und noch so vieles mehr doch wirklich schon genug getan. Und meiner Meinung nach hat ein Kind das grundlos seine Mutter so behandelt ihre Liebe und Fürsorge auch nicht verdient.
Ich hoffe es hört sich nicht zu hart an was ich geschrieben hab, LG :)

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Kommentar von tanjaknuddel
02.03.2016, 23:11

Ja, das kann man wohl behaupten, dass er erwachsen ist. Er ist 35! Ich führe sein aggressives verhalten auf den drogenkonsum zurück. Würde ihm gerne helfen, aber mein nervenkostuem macht das nicht mehr mit. Finde es traurig, wenn man als elternteil sowas hautnah erleben muss. Es gab auch schon leute, die mir sagten, ich hätte alles "verkackt". Damit komme ich nicht klar! 

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Kommentar von MrsEvergreeen
14.03.2016, 20:11

Tut mir leid für die späte Antwort und das mein Text sehr auf meine eigenen Erfahrungen bezogen war, aber da ich auf den ersten Blick die Situation als ähnlich betrachtet habe dachte ich, könnte ich dir damit vielleicht etwas helfen. Natürlich fehlen mir die Hintergrund Informationen, aber was ich eigentlich damit sagen wollte ist, dass man auch trotz Erziehung einen Menschen und seinen Charakter nicht komplett beeinflussen kann. Es gibt ja beispielsweise auch Menschen die die schlimmsten Eltern hatten aber selbst nett sind. Deswegen finde ich es falsch sich selbst die schuld zu geben oder zuzulassen, dass andere das tun, wenn man sein bestmöglichstest versucht hat.

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Weißt du, so wie seine Freundin ihm die Augen geöffnet hat, so musst du ihm die Augen öffnen das er so nicht mit dir umgehen kann, indem du es ihm einfach sagst was dich ankotzt und das du dir das nicht gefallen lässt, das er genauso Verantwortung zu übernehmen hat und du nicht für alle schuld bist!

Du musst das nicht alleine durchmachen, hol dir Hilfe! Was ist mit deinem Partner? Oder hat er vielleicht ältere Geschwister die ihm das klarmachen können?

Lasst euch beraten bei Famillienberatungen, das sind Experten, die können euch helfen! :)

LG

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Kommentar von tanjaknuddel
03.03.2016, 23:49

Er akzeptiert leider bisher keine anderen meinungen. Und gemeinsam mit uns würde er schon gar nicht wohin gehen. Geht jetzt zu einem psychotherapeuten. Aber ob er mit dem zurecht kommt?? 

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Am Besten du begegnest ihm gar nicht.

Er tut dir nicht gut und er hat schwer wiegende Defizite. Eigenschutz geht vor, auch wenn das hart klingt.

Der junge Mann braucht professionelle Hilfe und du kannst ihm diese nicht geben.

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Lass ihn nicht mehr rein. Und breche mit ihm.

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Ich würde da professionelle Hilfe einschalten. Es ist sehr schwer mit so etwas umzugehen.

Er scheint ja auch noch nicht raus zu sein aus diesem Leben. Zumindest lese ich nichts von einer Therapie. Noch scheint es nur Gerede zu sein.

Er muß sich Hilfe holen. Und wenn er nicht dazu bereit ist würde ich den Kontakt wieder abbrechen. Bis er es lernt.

Manche lernen es nur so. Und er scheint so zu sein.

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