Wie auf das Vorurteil der "Entscheidung" reagieren?

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8 Antworten

aber ich bin lesbisch und inzwischen auch sehr glücklich damit

Hmmmm, verdammt! Wieder eine weniger. Irgendwann muss ich wirklich noch schwul werden, weil einfach keine Frauen mehr überbleiben... Willst du es dir nicht noch einmal überlegen und dich vielleicht anders entscheiden? Du kennst mich doch noch gar nicht. Dir geht wirklich was verloren. XD

Jedoch entflammt es jedes Mal in mir eine Wut und Frustration zu hören/lesen, es sei eine Entscheidung.

Sowas entsteht ausschließlich auf der Grundlage mangelnder Bildung. Und gegen fehlende Bildung ist nur ein Kraut gewachsen: Mehr Bildung.

Was ist der beste Weg darauf zu reagieren? (Ich bin nicht gut darin, sowas einfach zu ignorieren)

Es gibt keinen "besten Weg". Finde einen, mit dem DU leben kannst. Wenn du wie ein aufgeregtes Huhn gackern willst, dann gackere halt. Und wenn du es ignorieren kannst (und ja, das wirst du lernen, verlass dich drauf), dann ignoriere es.

Die Gesellschaft entwickelt sich immer weiter. Und wenn wir allein sehen, was sich in den letzten 40 Jahren schon getan hat, dann sind schon ein, zwei sehr positive Schritte gemacht worden.

Sobald die alte Garde in der Politik ausstirbt und auch die Ehe das wird, was sie heute längst ist, nämlich ein Relikt aus anderen Zeiten, das inhaltlich überholt ist und nur noch formale Werte besitzt, passiert in der Gesellschaft der letzte wesentliche Schritt, nämlich der, den die einschlägigen Kneipen schon längst gegangen sind: Kaum noch "Szene", dafür jede Menge "gemischtes Volk". Und niemanden interessiert's, was der andere für Vorlieben hat...

Wie reagiert ihr darauf, wenn ihr das zu hören bekommt/irgendwo hört/lest?

Ganz früher war's mir gleichgültig. Dann war ich empört. Und seit etlichen Jahren mache ich mir einen Spaß daraus.

Beispielsweise wäre ich, wenn ich mich aus freien Stücken selbst entscheiden könnte, heute aber sowas von bisexuell. Im Laufe der Zeit habe ich da so einige Schnuckelchen und patente Kerle kennengelernt. Doch dieses Ufer bleibt mir verschlossen. Ich finde sie nett und so mancher ist auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis hängen geblieben; aber bis zur "sexuellen Anziehung" reicht's einfach nicht.

Insofern frage ich jene Leute, die von "freier Entscheidung" reden, detailliert, wie ich mich frei entscheiden könnte, "bi" zu werden. An mir läge es nicht. Ich wolle. Jetzt. Sofort. Auf der Stelle. Welche Pillen müsste ich dazu einnehmen? Welche Gedanken müsste ich haben, um jene Leute, die mir rein menschlich schon mal gefallen, auch sexuell attraktiv zu finden; ganz egal, ob männlich oder weiblich? 

Und wie kann ich machen, dass diese Gedanken und Gefühle kommen?

Meist gibt's dann nach etlichen Ausweich-Aktionen ("Ich weiß doch auch nicht!") irgendwann platte "Ratschläge", wie etwa "Sei einfach erregt, wenn du einen Kerl anschaust." Und dann drehe ich mich zu meinem Ratgeber rüber, schaue ihn sekundenlang von unten nach oben an, lecke mir über die Lippen und sage: "Hmmmm, entweder bist du wirklich stockhässlich und sexuell komplett unattraktiv, oder dein Tipp funktioniert nicht."

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Kommentar von TVDFan2
31.05.2016, 16:43
Willst du es dir nicht noch einmal überlegen und dich vielleicht anders entscheiden?

xDD ne danke, bin sehr glücklich mit meiner Freundin und meiner Orientierung. ;)

" Hmmmm, entweder bist du wirklich stockhässlich und sexuell komplett unattraktiv, oder dein Tipp funktioniert nicht."

Omg, das is der Hamma xD Ich stell mir das so witzig vor, vorallem sein Blick ^^

Ich werd das mit den Gegenfragen mal probieren, denn gackern will ich nicht, das ist auf dauer anstrengend und wirft ein schlechtes Licht á la "Lesben werden immer so aggressiv" (Ist eine echt von überzeugt...).

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Man kann auf sowas leider nicht wirklich sinnvoll reagieren. Menschen, die so eine Einstellung haben lassen sich meist nur sehr schwer überzeugen. Da kannst du noch so tolle Argumente bringen aber das wird einfach nicht angenommen.

Auch wenn du sagst, dass du nicht gut bist im ignorieren. Es ist der einfachste Weg mit so einem Pack fertig zu werden. Ich finde es eh immer anmaßend, wie diese Leute sich darüber äußern können obwohl die keine first hand experience haben. 

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Kommentar von TVDFan2
31.05.2016, 16:49
 Ich finde es eh immer anmaßend, wie diese Leute sich darüber äußern können obwohl die keine first hand experience haben. 

Sehe ich auch so... ich schrieb mal mit einem in nem Forum, der sagte, er unterstütze uns voll (außer, wenn es um Adoption und Familie geht) und fände es toll, dass ich so offen zu meiner Entscheidung stünde.

Daraufhin erklärte ich ihm, was ich alles durch machte und dass es definitiv keine Entscheidung ist und ich das weiß, woraufhin er meinte, ich könne das nicht wissen (?) und es sei doch toll, dass der freie Wille so weit ginge. Ich fragte ihn, wieso sich jemand dazu entscheiden sollte, etwas zu werden wofür er verprügelt, gemobbt, getötet oä. wird, sich selbst das Leben nimmt oä. (keiner Entscheidet sich für eine Depression) und er meinte, man wolle doch lieber einen freien Willen haben und damit gegen den Strom schwimmen, als mit dem Strom zu schwimmen....

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Du könntest reagieren, indem du sagst: Ja es ist eine Entscheidung, aber jede andere Entscheidung hätte zu Unglück, Depressionen, womöglich Suizid geführt, jedenfalls nicht zu einem auch nur ansatzweise glücklichen Leben. Denn die einzige Entscheidung die ich zu treffen hatte war lediglich, ob ich lesbisch lebe. Nicht aber konnte ich entscheiden ob ich lesbisch bin, genauso wenig wie ich entscheiden kann ob ich eine Musikrichtung/etwas zu Essen/eine Farbe mag. So wie Geschmäcker verschieden sind, so sind es auch Sexualitäten.

Solche Disskussionen gehen mir persönlich auch immer an die Substanz und ich überlege oft wie ich Menschen mit solchen Argumenten und Ansichten den Boden unter den Füßen wegziehen kann (in der Diskussion).

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Mit einfacher Logik.

Jede Entscheidung bedingt eine Auswahl. Wenn ich Durst habe und will mich zwischen verschiedenen Getränken entscheiden bedingt das, dass mein Kühlschrank diese Auswahl auch bereitstellt. Wenn ich weiss, es ist nur Bier im Kühlschrank, habe ich keine Wahl und brauch mich daher auch nicht entscheiden.

Auf obiges Beispiel bezogen sagt also jeder, der behauptet man hätte eine Wahl und könne sich für Homo- oder Heterosexualität entscheiden, dass er bisexuell ist. Denn Entscheidung bedingt die Auswahl zwischen den zwei Zuständen, wo man logisch davon ausgehen muss, dass beide auch tatsächlich vorhanden sind. :-)

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Frag mal nach, wann genau sich denn der andere dazu entschieden hätte, hetero zu werden. Und ob er sich schnell mal umentscheiden könnte und zum Beispiel ein Wochenende lang schwul sein.

Das sollte ihm klarmachen, wie hohl eine solche Idee ist. Ich kann mich ja entscheiden, mal ein Wochenende vegan zu leben. Aber die Sexualität?

Also wenn das so einfach ist und ich mich immer entscheiden könnte, dann würde ich von Montag bis Donnerstag hetero sein, am Freitag und Samstag aber schwul, weil die die besseren Partys feiern und am Sonntag dann bi, weil ich mir meine Partner-Auswahl für den Brunch im Bett möglichst gross halten möchte...

;-)

Nein, im Ernst: Ich bin schwul, wollte natürlich als Junge immer hetero sein - und konnte es einfach nicht ändern. Wer behauptet, das sei eine Entscheidung, ist schlicht und einfach dumm und/oder ungebildet. Am besten verzichtet man einfach auf eine Diskussion mit ignoranten Menschen - du wirst sie nicht umstimmen können.

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ich weiss nicht..bin zwar hetero, aber wenn ich das bei Freunden und Bekannten, auch unter Kollegen so sehe/höre.. ich glaub, manche Leute sind einfach so verknöchert in ihrer ansicht, die lassen da gar nicht mit sich reden.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie mein "ältester" Freund litt, weil sein  Dad, als er (Freund) sich endlich outete, genau so einen Schmarrn redete.

Ich stell jedenfalls bei mir fest, dass ich ,w enn ich so was heute höre, nicht mehr wie früher ruhig bin.. oder, wie später, versuche, vernünftig zu argumentieren.. sondern heute hau ich böses Mis* ück schon mal trocken raus "keine Ahnung, aber davon ganz viel, hm?"

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ich würde einfach eine gegen frage stellen wann man denn entscheidet hetero zu sein

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Klar, ist bestimmt eine Entscheidung.
Ich meine, wer entscheidet sich denn schon nicht dafür, um dann von der Gesellschaft als psychisch krank oder vom "Teufel" besessen abgestempelt zu werden? Es ist auch bestimmt sehr lustig, wenn Homosexuelle von den eigenen Eltern verstoßen und teilweise sogar geschlagen werden.
Oh, und es macht auch bestimmt sehr viel Spaß, deswegen in eine tiefe Depression zu verfallen.
Und zahlreiche Homosexuelle haben sicherlich auch nur so aus Langeweile Suizid begangen.

Keiner entscheidet sich dafür. Homosexualität ist keine Entscheidung.

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Kommentar von TVDFan2
31.05.2016, 16:51
Klar, ist bestimmt eine Entscheidung.

Für nen Moment dachte ich, das sei dein Ernst und bereitete mich schon drauf vor, dich mit meinen Erfahrungen zu überhäufen. ^^

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Kommentar von KayneAnunk
31.05.2016, 17:01

Gut, dass du weitergelesen hast. Das kann nicht mein Ernst sein. Bin selber gayer than a rainbow :D

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Kommentar von KayneAnunk
31.05.2016, 17:10

I'm so gay I can't even think straight

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Kommentar von gehweg
31.05.2016, 19:34

Love, Peace and Unicorns! Ich kenn so viele tolle Menschen aus dem queeren Kontext, dass es mir immer unbegreiflicher wird wie man das nicht verstehen und als liebenswert empfinden kann. Ich habe selbst das "Glück" als heterosexuelle Frau gelesen zu werden, fühle mich aber mit beiden Zuordnungen denkbar schlecht getroffen. Wenn mir dann jemand sagt: das hätte ich nicht von dir gedacht, du bist doch so normal und eine hübsche Frau. Kann ich das nur bestätigen. Ja ich bin "normal". Nicht heterosexuell zu sein ist nämlich was ganz normales. Und seine Geschlechtszuordnung mal zu hinterfragen ist auch nicht seltsam und das passiert NICHT weil man keinen Kerl abbekommt. Es ist nur leider so verdammt unsichtbar in der Gesellschaft.

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