Wie analysiert man einen Film nach/während des Anschauens (einmalig)?

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4 Antworten

Wenn man Filme wie beschrieben analysieren möchte, ohne sie mehrmals zu sehen, muss man sie relativ distanziert gucken und viel Ahnung haben.
Bei sowas wie Beleuchtung ist das natürlich schwer, wenn man selber noch nie einen Film gemacht hat und bei allen Schritten dabei war, die dazu führen, dass ein Bild am Ende aussieht, wie es eben aussieht. Einfacher ist es natürlich auf Einstellungsgrößen, Kamerapositionen, -fahrten, Schauspielleistung oder Dialoge zu achten. Aber auch da muss man gut differenzieren können. Was hatte der Schauspieler zu tun, wie gut hat er es umgesetzt, etc...

Mir fallen auch manchmal Sachen auf, wenn ich einen Film zum ersten mal schaue, aber je besser der Film, desto öfter muss ich ihn sehen, um etwas analysieren zu können.

Möchtest du denn nur der Analyse willen analysieren? Oder möchtest du selber ergründen, warum du womöglich einige Dinge besser findest als andere? Oder möchtest du bloß was Schlaues sagen können...
Wenn zweiteres der Fall ist, musst du den Film erstmal ansehen und auf dich wirken lassen, ohne ihn auf Teufel komm raus auseinandernehmen zu wollen. Du musst ja erstmal eine Reaktion haben, damit du sie in die Analyse mit einbinden kannst. Wenn letzteres der Fall ist....Also wenn jemand keine richtige Meinung zu etwas hat, aber sie sich aus den Fingern saugt, merkt man das meistens. Manche Filme sind halt einfach nur "gut" oder "nicht gut", ohne dass da irgendwas Besonderes dran ist.
Wenn ersteres der Fall ist....keine Ahnung...üben. Gibt genug Bücher zu dem Thema.

Wenn es dir nicht liegt, Dinge zu analysieren, würde ich's eher lassen. Genieß lieber die Filme.

Also ein wichtiges Kriterium für mich sind lange Szenen ohne Schnitte. Umso weniger Schnitte, desto qualitativer die Darstellung der Schauspieler. Aber das ist natürlich nur eine Facette, die vor allem das Handwerk und den Anspruch des Regisseurs kennzeichnet. Es ist jedenfalls zwischen Handwerk, Inhalt und Darstellung zu trennen. Gerade in surreale Szenen wird deutlich, wie sehr der Regisseur sein Handwerk beherrscht. Auf der Handlungsebene wird deutlich, wie gut das Drehbuch ist und im Bereich der Darstellung wie gut die jeweiligen Darsteller ihre Rolle meistern. Und das alles muss eine perfekte Symbiose leisten, um einen perfekten Film abzugeben. Manche Filme sind bezogen auf diese drei Eckpfeiler im Ungleichgewicht...ich würde sogar sagen, die meisten. Aber wenn alles im Gleichgewicht ist, haben wir einen stimmigen Film. Das muss kein Blockbuster-Rezept sein. Manchmal sind gerade die übersehenen Filme jene, die in ihrem Gesamtkonstrukt stimmig sind.

Manchmal bewertet man ja nach puren Bauchgefühl und einer Stimmung heraus. Für mich ist wichtig:
Das Schauspiel: Bei "Method Acting" gibt es schonmal ordentlich Pluspunkte. Wirken die Schauspieler unmotiviert, gelangweilt und nicht authentisch genug und gehen nicht Hand in Hand in ihre Rolle über stellt sich das für mich schon als sehr negativ heraus.

Schnitt/Kameraführung/Perspektiven:

Der Schnitt kann gerne experimentell sein, sollte aber zum Film passen. Ich mag es nicht wenn zu viele Schnitte in der Minute gemacht werden, dass wirkt hektisch und macht mich persönlich unruhig. Manch ein Film soll ja gerade dieses Gefühl auslösen.

Match Cuts finde ich z.B toll.

Lange Kamerafahrten ohne Schnitt haben auch immer einen tollen Effekt beim Zuschauer. Man fühlt sich irgendwie in den Film integriert als würde man alles hautnah miterleben. Wie in "Good Fellas" z.B...

Außerdem macht für mich ein guter bzw. sehr guter Film aus, wenn der Regisseur ungewöhnliche Kameraperspektiven wählt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist wie der Soundtrack eingesetzt wird. Passend oder unpassend. Die Musik sollte entsprechend gut ausgewählt werden das sie der Situationen im Film gerecht wird und die Stimmung/Atmosphäre tragen kann.

Full-HD Monitor, und Nähte erkennen. 

Ältere Filme wurden z.B. mit Frontprojektion / Rückprojektion aufgenommen,

da erkennt man in bestimmten Kulissen was (was gefaked oder echt ist).

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