Wie am besten mit dem Tod der Eltern zurechtkommen?

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10 Antworten

Über Schuld werde ich mir Dir nicht diskutieren.

Du brauchst jetzt diese Schuld. So einfach ist das.

Es ist einfach unfassbar, dass man mit 15 Jahren seine Eltern verliert.
Wie soll man das von jetzt auf gleich begreifen? Du bist damit komplett überfordert.

Was Du nun machst, ist eine ganz typische Verhaltensweise.

Du gibst Dir die Schuld. Dadurch kommen zwar Deine Eltern nicht wieder. Aber Du hast nun etwas, was Dir den Tod Deiner Eltern erklärt. Dadurch ist das Ganze für Dich etwas fassbarer. Und deswegen will ich Dir diese Schuld auch nicht einfach wegnehmen. Das wäre, als wollte ich einer Schnecke das Schneckenhaus wegnehmen.

Das Problem dabei ist, dass Du Dich dabei in einen Teufelskreis begibst. Du gibst Dir nicht nur die Schuld, sondern Du versuchst auch noch, die selber zu bestrafen, indem Du alles ablehnst, was auch nur den Anschein erweckt, Dir diese Schuld nehmen zu können. Dieser Teufelskreis ist das perfekte Selbstzerstörungsprogramm. Darum brauchst Du Hilfe, um aus dieser selbstzerstörerischen Abwärtsspirale heraus zu kommen. Wenn Du solche Hilfe ablehnst, sieht es wirklich übel aus. Darum schauen Dich die Leute auch so mitleidsvoll an, weil sie im Gegensatz zu Dir selbst sehr genau sehen, was diese Selbstzerfleischung anrichtet - und dass sie Dir nur dann helfen können, wenn Du diese Hilfe auch zulässt.

Und ganz ehrlich: Ich kenne keinen 15jährigen, der aus diesem Schlamassel ohne fremde Hilfe heraus finden könnte.

Was Du tun kannst: Du kannst zu Deinem Arzt gehen. Wenn Du noch einen Kinderarzt hast, kannst Du zu ihm gehen. Und er kann Dich beraten, welche Einrichtungen für Kinder und Jugendliche es in Deiner Situation gibt.

Wenn Du was zu diesem Thema lesen möchtest:

Chris Paul: Schuld. Macht. Sinn.

https://www.randomhouse.de/Buch/Schuld-Macht-Sinn/Chris-Paul/Guetersloher-Verlagshaus/e323507.rhd

Es tut mir sehr leid, was da geschehen ist, mit Ihren Eltern. Mein herzliches Beileid.

...Lassen Sie sich sagen, Sie sind nicht daran schuld, dass Ihre Eltern gestorben sind, ganz bestimmt nicht. Auch nicht, weil Sie gerade zu diesem Zeitpunkt mit dem Bus gefahren sind. Bitte reden Sie sich so etwas nicht ein!

Ich selbst habe die Überzeugung, dass es so etwas wie Kismet, eine Art "Vorbestimmung" gibt, wann man zu sterben hat, und wann ein Leben zu Ende geht.

Es kann immer mal Situationen im Leben geben, in der man auf der Schippe des Todes sitzt - und trotzdem springt man noch ab, zurück ins Leben. Habe das selbst erlebt.

Es scheint, wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt, als wäre in solchen Situationen die Zeit noch "nicht reif dafür" gewesen, dass man stirbt.

...Ist dieser Zeitpunkt aber da, ist er unausweichlich, unaufhaltsam, und kein Mensch kann etwas daran ändern oder etwas dagegen tun. Ich persönlich bin der Meinung, selbst der beste Arzt nicht, auch nicht, wenn er bis zum letzten kämpft und alles versucht.

Bei ihren Eltern war das anscheinend so: "Ihre Zeit war abgelaufen". Aber ganz bestimmt nicht durch Sie!

Ich weiß nicht, wie der Unfall ablief, ob es noch einen anderen Unfallverursacher oder -Teilnehmer gab, in diesem Fall. Aber manchmal scheinen sich bestimmte Umstände oder bestimmte Zufälle durch eine höhere Macht so zu ergeben und so zusammenzufügen, dass sie eben so sind, wie sie dann auch ablaufen - auch wenn man selbst nicht verstehen kann, warum das so ist.

...Machen Sie dies nicht zu Ihren Problem, denn es ist nicht allein Ihr Problem! Und es wird auch eine sehr schwere Zeit auf Sie zukommen.

Mein Rat: Nehmen Sie die Hilfe an, die Ihnen angeboten wird. Bleiben Sie in Ihrer Trauer und den Schmerz nicht alleine zurück. Und vor allem: Steigern Sie sich nicht in irgendwelche Schuldgefühle hinein! Sprechen Sie viel über die Gefühle, die Sie bewegen, mit anderen. Vielleicht können Sie das jetzt noch nicht, aber die Zeit wird kommen, wo Sie das können - und das auch tun müssen - um diese schlimmen Ereignisse für sich selbst verarbeiten zu können.

Ich wünsche.Ihnen viel Kraft dafür und alles, alles Gute, umarme Sie im Gedanken und drücke Sie ganz fest.

Es ist wichtig das du den Tod deiner Eltern verarbeiten kannst. Denn du lebst weiter und deine Eltern hätten sicherlich gewollt das du das Beste aus deinem Leben machen kannst was geht.

Und: DU bist NICHT schuld. Schuld war die Technik oder wer oder was auch immer den Unfall verursachte. Du warst nur der Grund weshalb sie im Auto saßen. Aber du warst nicht der Auslöser für den Unfall und somit auch nicht Schuld an deren Tod!

Ja Mensch, lass dir helfen. Sprich mit Freunden/ Familie/ Bekannten. Mach ne Therapie um das Ganze zu verarbeiten. Sonst wirst du noch in 20 Jahren dir selbst sonstwas einreden und dein Leben vermurksen.

Oh man sag doch nicht dass das deine Schuld ist. Du konntest doch auch nicht wissen, dass sie einen Unfall haben werden. Also denke NIEMALS, dass es deine Schuld ist.
Ich weiß, du wirst es jetzt immer noch denken. Aber irgendwann wirst du es hoffentlich lernen, dir keine Schuldgefühle mehr zu machen.
Du bist erst 15, und beide Elternteile auf einmal zu verlieren ist mehr als nur hart. Deswegen sagen die Leute alle bestimmt, dass du dir Hilfe holen sollst. Einfach deswegen, damit du mit der Situation besser umgehen kannst. Verstehst du? Ich denke nicht, dass das böse gemeint ist.
Wenn du mich fragst, würde ich dir ebenfalls empfehlen, dir Hilfe zu holen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man zu einem Psychologen geht - im Gegenteil. Es ist ein Zeichen von Stärke. Dass du den Mut hast, dich den Problemen zu stellen. Es ist auch nichts, wovor du dich schämen musst.
Wenn du krank bist, gehst du doch zum Arzt. Und ein Psychologe ist der Arzt der Seele..
Deswegen, kann ich es dir nur empfehlen. Gib einfach in Google Psychologe und dan deinen Wohnort ein, ruf da an. Solltest du den Therapeuten nicht nett finden, kannst du ja einen neuen kontaktieren.
Alleine würdest du es vielleicht auch schaffen. Aber Hilfe holen ist in so einer Situation sehr wichtig, und ein Zeichen von Reife und Stärke. Wünsche dir alles Gute. LG

Erst mal ist es nicht deine Schuld, du hast weder das Auto manipuliert noch hast du am Steuer gesessen.

Weißt du ob deinen Eltern nicht auch so was passiert wäre?

Ich weiß, dass du Schuldgefühle hast und damit kommt man verdammt schwer alleine zurecht. Möglicherweise oder wahrscheinlich sogar wird dich das überfordern.

Deswegen sagen die Leute zu dir, dass du dir helfen lassen sollst. Im Leben schafft man nicht alles alleine, schon gar nicht mit 15.

Es gibt geschulte Leute, die dir geeignete Ansprechpartner nennen können.

Ruf bitte die Nummer gegen Kummer an 116111. Die Leute dort erreichst du von Montags bis Samstags zwischen 14 und 20 Uhr.

Hallo,

Trauer ist bei Menschen verschieden. Du kannst mit einem Menschen
reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge. Gibt es an Eurer Schule vielleicht einen Vertrauenslehrer? Dann kannst Du auch mit diesem reden.

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ich bin Christ. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Sei doch froh, dass Dir Menschen helfen wollen!

Du bist nicht Schuld an ihrem Unfall. Deine Eltern waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Das Ganze ist ein großer Zufall, der in seiner Konstellation zu jeder anderen Zeit an vielen anderen Orten genauso hätte passieren können.

Kinder und Jugendliche (auch manche Erwachsene) beziehen solche Ereignisse zu sehr auf sich. Das ist ein besonderes Problem, das es vor allem in der Kinder- und Jugendpsychologie gibt.

Es ist normal, dass sich Kinder und Jugendliche von der Schule abholen lassen. Das machen Millionen von Kindern. Sollen sich jetzt alle Menschen, die je zu faul zum Laufen waren, schuldig fühlen, weil es hätte sein können, dass dem Abholer etwas passiert? Das ist doch absurd.

Natürlich wirst Du von teilweise wildfremden Menschen bedauert. Dein Schicksal wird die Runde machen, aber ganz bestimmt nicht als Witz. Die Leute Deiner Umgebung nehmen Anteil. Du bist ihnen nicht egal, Dein Schicksal ist ihnen nicht egal. Was hast Du gegen Mitgefühl?

Sie haben Recht. Du bist einfach zu jung, um Deinen ganzen Schmerz mit Dir selber ausmachen zu können. Du musst Dir helfen lassen!!!

Denk dran, was Deine Eltern für Dich gewollt hätten! Sie hätten gewollt, dass Du in der Lage bist, Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen - später. Jetzt würden sie wollen, dass Dir geholfen wird, damit nicht Deine ganze Energie von unnützen Schuldgefühlen aufgefressen wird.

Es wird Dir alles zu viel, weil Du schon dabei bist, unter Deiner psychischen Last zusammenzubrechen.

Lass Dir von einem Psychotherapeuten helfen!

warum sollteste am Tod deiner Eltern schuld haben ? Es war Zufall dass es genau bei dieser Fahrt war. Dies hätte bei jeder anderen Fahrt auch passieren können also mach dir keine Vorwürfe. Mein herzliches Beileid

liiisaaaaaaa 02.07.2017, 19:33

Wenn ich nicht angerufen hätte und einfach mit dem Bus gefahren wäre, wären sie jetzt nicht tot.

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newcomer 02.07.2017, 19:42
@liiisaaaaaaa

schon klar dass du dir die Schuld geben willst aber nehmen wir mal den umgekehrten Fall.
Du hättest den Bus genommem. Auf der Fahrt zu deinen Eltern wäre der Bus verunglückt und du kommst dabei ums Leben.
Deine Eltern hätten sich ihr restliches Leben täglich 24 Stunden Vorwürfe gemacht weil sie dich nicht selbst abgeholt haben.
Nun hat es sich so ergeben dass deine Eltern warscheinlich nicht mal durch eigene Schuld umgekommen sind.
So hart es auch ist aber du kannst mit deinen Pflegeeltern weiter leben und irgendwann versuchen das was sich ereignet hat zu verarbeiten.
Es wäre bestimmt der größte Wunsch deiner Eltern dass du aus deinem Leben was gutes machst auch wenn du auf sie so früh verzichten mußt

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Mein Beileid!

Es ist nicht deine Schuld!!! Es war ein Unfall. 
Das du eben noch nicht reden möchtest, ist normal, und auch nachvollziehbar. Das braucht seine Zeit. 

Wenn du soweit bist, solltest du zu einem Therapeuten gehen. Daran ist nichts schlimm. 

Vor 10 Jahren, verstarb meine Mutter, mit nur 51 Jahren. Ich verlor, von jetzt auf gleich nicht nur meine Mutter, sondern auch meine beste Freundin. Mit ihr konnte ich immer, über alles reden. Egal was ich für Probleme hatte. Auf einmal war sie weg. Mit meinem Vater konnte ich noch nie so gut reden. 

Es dauerte ein paar Monate, bis ich mich selber aufraffte, und mir Hilfe suchte. In einer Therapie lernte ich, mit dem Tod meiner Mutter, umzugehen. Sie ist zwar physisch nicht mehr da. Doch ich glaube, dass sie immer noch bei mir ist. 

Gib dir etwas Zeit. Fühle dich gedrückt!  

Ich weiß nicht ob du das alleine wieder hinbekommst. Aber mit einer Therapeutin zu reden schadet dir nicht, betrachte sie einfach als eine Freundin, die ihre Worte zu wählen weiß. Und dass du nicht schuld bist, weißt du selber. Meine Eltern mussten mich auch schon von den verschiedensten Orten abholen, nur hatten sie nicht das Pech, bei einem Autounfall gestorben zu sein.

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