Wie am besten Lernen (Vorlesung + Skript)

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Viel zu lesen -- Skripten und damit in Zusammenhang stehende Artikel im Internet -- hilft auf jeden Fall, reicht aber nicht wirklich.

Noch weit effektiver lernt, wer sich angewöhnt hat, alles, was er sich merken möchte, in eigenen Worten nochmals aufzuschreiben. Man sollte dabei auf möglichst systematische, einheitliche Struktur achten und alles Wichtige durch Fettdruck, Farbe, oder Unterstreichen hervorheben (z.B. alle Begriffe, deren Definition man hinschreibt, grün unterstrichen, alle besonders wichtigen Aussagen -- natürlich nur in ihren wichtigstenTeilen -- gelb).

  • Das nochmals Aufschreiben und selbst Strukturieren hilft, den Stoff über längere Zeit hin im Gedächtnis parat zu halten (und auch weit besser zu verstehen, als wenn man einfach nur liest).

  • Das Unterstreichen hat zudem noch den Vorteil, dass man vor einer Prüfung den gesamten Stoff in kürzester Zeit wiederholen und sich präsent machen kann.

  • Solches Wiederholen, sollte vorzugsweise abends (vor dem zu Bett gehen) erfolgen, aber auf keinen Fall mehr am Tag der Prüfung selbst (!!!)

Siehe zudem http://ggreiter.wordpress.com/category/padagogik/ (und dort insbesondere den Artikel "Mit weniger Aufwand erfolgreicher lernen").

Für die rasche und effektive Vorbereitung auf eine Prüfung: Verschaffe Dir einen genauen Überblick, was Du lernen mußt. Es kann helfen, wenn Du Dich von Deinem Lehrer beraten läßt. Vielleicht nennt er Dir Kapitel im Buch, auf die er besonders Wert legt.

Jetzt weißt Du, Seiten 5-25 und 36-70 und 80-85 im Buch, das sind zusammen... Seiten. Also weißt Du, wieviele Seiten Du bearbeiten mußt, auf, sagen wir, 4 von den 6 Wochen gerechnet: pro Tag also x Seiten.

Die Bearbeitung geht nun so: Lies den Text mit Verständnis durch und überlege bei jeder Zeile, welche Fragen ein Prüfer dazu stellen könnte! Diese ständige Beurteilung hilft sehr stark dabei, Faßbares, Wichtiges, von Beispielen oder Fülltext zu trennen.

Schreib auf einen Zettel für jede potentielle Prüfungsfrage ein Stichwort (kurz!!). Etwa so: Ammoniak (Formel, Bindungstyp, Synthese:3). Also könnte der Lehrer 3 Arten der Synthese abfragen. Diese Stichwörter ergeben für jede Buchseite höchstens ein paar Zeilen. Das entspricht in etwa den 'Karteikarten', die Du erwähnst. Dabei können die Fragen auf diesem Zettel ALLE wichtig erscheinenden Punkte umfassen, was bei der Anwendung von Karteikarten nach meiner Erfahrung nicht in dem Maße möglich ist.

Am Ende des Tages wiederholst Du die Fragen: Du liest die Stichwörter und sagst Dir (am besten laut) vor, was Du antworten würdest. Weißt Du die Antwort nicht, mußt Du im Text (Skript) nachsehen. Du gehst die Stichwörter eines Tages so lange durch, bis Du jede der Fragen beantworten kannst. Dazu habe ich mir beim zweiten Durchgang immer Bleistiftunterstreichungen des Stichwortes gemacht, die ich dann wegradiert habe, wenn ich beim nächsten Durchgehen die Antwort wußte. So gehst Du an jedem Tag vor.

Wenn dann zwei Drittel der verfügbaren Zeit vergangen sind, hast Du für den gesamten Stoff "Prüfungsfragen" und kannst sicher sein, daß Du auf JEDE FRAGE eine Antwort weißt.

Was möchtest Du wissen?