Wie "allmächtig" ist der Gott der Bibel wirklich?

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8 Antworten

Hallo LordofDarkness,

viele behaupten zwar, Gott sei allwissend, doch ist dies nicht in Übereinstimmung mit dem, was die Bibel über Gott sagt. Gott besitzt zwar die Fähigkeit, alles zu wissen, doch macht er davon nicht uneingeschränkt Gebrauch. Hier kommt eine Lehre mit ins Spiel, die als "Prädestinationslehre" bekannt ist und die besagt, dass Gott alles weiß, ihm also auch jedes Ereignis, ob im irdischen oder im himmlischen Bereich, im Voraus bekannt ist. Des weiteren schließt diese Lehre mit ein, dass Gott alles vorherbestimmt, jedes Detail im Leben eines Menschen. Die Prädestinationslehre wird jedoch nicht in der Bibel gestützt. Um also Deine Frage richtig beantworten zu können, gestatte mir, dass ich auch ein wenig auf diese Lehre eingehe.

Drehen wir dazu das Rad der Zeit einmal sehr weit zurück, an den Anfang der Menschheit. Nachdem Gott den Menschen erschaffen hatte, entwickelte sich im Herzen einer dieser Engel ein verkehrtes Verlangen. Es entstand in ihm der Wunsch, ebenso wie Gott angebetet zu werden. So näherte er sich Eva durch eine Schlange und brachte sie dazu, sich gegen Gott aufzulehnen. Sie, und auch später ihr Mann Adam, sagten sich von Gott los und begaben sich, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein, unter die Herrschaft des Satan. Durch diesen Akt der Rebellion ist letztendlich all das Leid entstanden, was es in der Vergangenheit bis heute gab und gibt.

Hätte Gott tatsächlich diese Entwickelung vorausgesehen, dann wäre er im Grunde für das ganze Leid verantwortlich. Ergibt das jedoch wirklich einen Sinn, wenn man vor allem daran denkt, dass in der Bibel über Gott gesagt wird, dass er "Liebe ist" ? (1. Johannes 4:8). Nur jemand, der schrecklich grausam und sadistisch ist, würde sich zu einem solchen Spiel hergeben.

Ist aber Gott wirklich vollkommen, wenn er nicht alles im Voraus weiß? Einige argumentieren so. Dazu ist es interessant, einmal das zu lesen, was ein Bibellexikon darüber sagt:

" Die Behauptung, Gott wäre nicht vollkommen, wenn er nicht alle künftigen Ereignisse und Situationen bis ins einzelne vorherwüßte, verrät in Wirklichkeit eine willkürliche Ansicht über Vollkommenheit. Vollkommenheit im eigentlichen Sinn des Wortes verlangt keine solch absolute, uneingeschränkte Anwendung, denn ob etwas vollkommen ist, hängt davon ab, inwieweit es den Maßstäben der Vortrefflichkeit entspricht, die jemand, der dafür kompetent ist, festgelegt hat. (Siehe VOLLKOMMENHEIT.) Letzten Endes sind Gottes Wille und Wohlgefallen — nicht die Meinungen oder Auffassungen von Menschen — ausschlaggebend dafür, ob etwas vollkommen ist oder nicht (5Mo 32:4; 2Sa 22:31; Jes 46:10).

Als Veranschaulichung diene Gottes grenzenlose Machtfülle, die unleugbar vollkommen ist und keinerlei Beschränkungen unterliegt (1Ch 29:11, 12; Hi 36:22; 37:23). Doch seine Vollkommenheit an Kraft erfordert nicht, daß er in jedem Fall den vollen Umfang seiner grenzenlosen Machtfülle einsetzt. Sonst wären bereits vor langer Zeit durch den Vollzug der Strafgerichte Gottes, die von machtvollen Äußerungen der Mißbilligung und des Zorns begleitet waren — wie bei der Flut und bei anderen Gelegenheiten  —, nicht nur bestimmte Städte und einige Nationen des Altertums vernichtet worden, sondern die Erde und alles darauf (1Mo 6:5-8; 19:23-25, 29; vgl. 2Mo 9:13-16; Jer 30:23, 24). Gottes Machtentfaltung ist daher nicht einfach eine Entladung seiner grenzenlosen Kraft; diese wird statt dessen immer durch seinen Vorsatz bestimmt und, sofern es angebracht ist, durch seine Barmherzigkeit gemildert (Ne 9:31; Ps 78:38, 39; Jer 30:11; Klg 3:22; Hes 20:17).

Wenn es Gott unter gewissen Umständen gefällt, von seinem uneingeschränkten Vorherwissen wahlweise und in beliebigem Umfang Gebrauch zu machen, hat bestimmt weder ein Mensch noch ein Engel das Recht, zu ihm zu sagen: „Was tust du?“ (Hi 9:12; Jes 45:9; Da 4:35). Es geht daher nicht um die Frage der Fähigkeit, d.  h. darum, was Gott vorhersehen, vorherwissen und vorherbestimmen kann — denn „bei Gott .  .  . sind alle Dinge möglich“ (Mat 19:26)  —, sondern darum, ob Gott es für angebracht hält, etwas vorherzusehen, vorherzuwissen und vorherzubestimmen, denn „alles, was er Lust hatte zu tun, hat er getan“ (Ps 115:3).

("Einsichten über die Heilige Schrift" Band 2, Seite 1247).

Wie hier angedeutet wird, macht Gott wahlweise von seinem Vorherwissen Gebrauch. Das bedeutet, dass er beschließen kann, nicht alle Taten seiner Geschöpfe vorherzuwissen. Die Bibel lässt an verschiedenen Stellen erkennen, dass Gott zunächst eine aktuelle Situation untersucht und aufgrund dieser Untersuchung dann eine Entscheidung trifft. Dazu noch einmal ein Auszug aus dem eben zitierten Bibellexikon:

" So wird in 1.  Mose 11:5-8 beschrieben, daß Gott seine Aufmerksamkeit der Erde zuwandte, sich mit der Situation in Babel beschäftigte und sofort beschloß, etwas zu unternehmen, um dem unlauteren Vorhaben dort ein Ende zu bereiten. Nach der Entwicklung der Bosheit in Sodom und Gomorra unterrichtete Jehova Abraham von seiner Entscheidung, (durch seine Engel) eine Untersuchung vorzunehmen, um „zu sehen, ob sie ganz nach dem darüber erhobenen Geschrei handeln, das zu mir gekommen ist, und wenn nicht, kann ich es erfahren“ (1Mo 18:20-22; 19:1). Gott sprach davon, daß er ‘mit Abraham bekannt und vertraut geworden’ war, und nachdem Abraham tatsächlich versucht hatte, Isaak zu opfern, sagte Jehova: „Jetzt weiß ich wirklich, daß du gottesfürchtig bist, indem du mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten hast“ (1Mo 18:19; 22:11, 12; vgl. Ne 9:7,  8; Gal 4:9)" ("Einsichten über die Heilige Schrift" Band 2, Seite 1247).

Somit geht also aus der Bibel deutlich hervor, dass Gott bestimmte Ereignisse nicht im Voraus gewusst hat, weil er sie nicht wissen wollte. Dadurch erscheinen auch viele Berichte der Bibel in einem ganz anderen Licht, gerade auch die von Dir angeführten Beispiele.

LG Philipp

LordofDarkness 07.08.2017, 22:13

Eine interessante Betrachtungsweise. Demnäch "könnte" Gott also voraussehen, wohin der Weg des einzelnen Menschen (etwa der von Saul) ihn letztlich führen wird, er verzichtet aber bewusst auf diese Möglichkeit, und lässt sich sozusagen "überraschen", welchen Weg seine Geschöpfe wählen, wenn er bewusst keinen Einfluss auf sie ausübt. Klingt zumindest erstmal ziemlich "bibelkonform", wenn man das so sagen kann =)

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Philipp59 08.08.2017, 05:59
@LordofDarkness

Stell Dir vor, wir Menschen hätten, wie Gott, die Möglichkeit, jede Einzelheit vorherzusehen. Würden wir wohl immer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen? Oder gäbe es nicht sehr viele Situationen, in denen wir das nicht tun würden?

Dazu einmal ein ganz banales Beispiel: Angenommen, jemand schaut sich die Aufzeichnung eines Fußballspiels an. Er könnte zwar sich schon zuvor das Ergebnis ansehen, doch mag er sich dafür entscheiden, sich zuvor das gesamte Spiel erst einmal anzuschauen. Ebenso hat Gott in vielen Situationen abgewartet, welche Entwicklungen sich ergeben würden (ohne diese vorher zu kennen) und hat erst dann entsprechend darauf reagiert.

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chman 08.08.2017, 19:32

In Psalm 139 wird den folgendes Versen ausgesagt:

 2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

Steht das nicht im Wiederspruch zur "Prädestinationslehre"?

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stine2412 08.08.2017, 22:24
@chman

cham, nein, da ist kein Widerspruch! Lies Philipps Antwort noch einmal. Gott kennt unsere Gedanken und weiß schon im Voraus, um was wir ihn bitten wollen und doch möchte er, dass wir uns an ihn persönlich wenden.

Gott warnt uns und das bedeutet: "Wenn ihr das tut, dann..." Oder er bittet uns "Ich habe euch vorgelegt das Leben und den Tod, den Segen und den Fluch.‘Wähle das Leben, damit du am Leben bleibst’ 5.Mo. 30:19. Oder er entscheidet nach einem Geschehen, was zu tun ist. Darauf deutet sein Name, Jehova, er wird immer tun, was die Situation erfordert.

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Philipp59 09.08.2017, 05:55
@chman

Hallo chman,

ich verstehe nicht ganz Deinen Einwand! Meine Argumentation redete ja nicht der Prädestinationslehre das Wort, sondern ganz im Gegenteil. Durch meine Antwort wollte ich zeigen, dass Gott eben nicht alles im Voraus weiß.

Die Worte Davids in Psalm 139 zeigen, dass sich David darüber im Klaren war, wie genau Gott ihn kannte und beobachtete. Sie zeigen jedoch nicht, dass Gott grundstätzlich alles, was irgendein Mensch tun wird, schon im Voraus weiß.

LG Philipp

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chman 09.08.2017, 22:26
@Philipp59

Ja, so habe ich Deinen Beitrag auch verstanden, den ich sehr gut nachvollziehen konnte. Meinen Kommentar habe ich da etwas missverständlich ausgedrückt, sorry! Ich sehe das auch skeptisch mit dieser Lehre. Es sollte insofern kein kritischer Einwand werden, sondern einfach eine ergänzende Frage. Ich glaube dennoch, das Gott alle Wege und Möglichkeiten kennt. Er ist an keine Zeit gebunden wie wir. Deshalb kann er die Zukunft sehen, als wäre sie schon geschehen. Ob er sich zurücknimmt bei seinem Wissen, kann ich nicht beurteilen, aber es ergibt zumindest ein verständliches Bild.

Für mich ist es so oder so kein Wiederspruch sein zu seinen souveränen Entscheidungen, die er nach menschlichen Entscheidungen fällen kann. Mir hat ein alter Mann einer speziellen Situation einmal gesagt: Gott hat gute Gedanken und Pläne für Dich und dein Leben! Es sind unendlich viele! Dies hat mir sehr geholfen, mit diesen scheinbaren Wiederspruch umzugehen.

Gott bindet sich an seine Versprechen und Aussagen in der Bibel. Darüber hinaus ist er völlig frei in seinen Entscheidungen.

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KaeteK 08.08.2017, 20:37

Unglaublich, was die ZJ lehren. was für eine Sünde!

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stine2412 08.08.2017, 22:39
@KaeteK

Aber Kaete! Erkläre es doch einmal, wie du es glaubst. Dann kann der Fragensteller abwägen, was mit der Bibel die größere Übereinstimmung hat. Du bist ein sehr gläubiger Mensch, aber du kannst doch nicht anderen Gläubigen eine Sünde unterstellen, wenn sie sich nach der Bibel richten! Bist du der große Richter? Glaubst du, Gott freut sich, wenn er uns hier auf der Erde beobachtet, wie wir uns seinetwegen bekriegen? Er ließ uns doch wissen: "Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt
Erkenntnis in sich aufnehmen *über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3).
* In anderen Bibeln steht dich erkennen. Das ist eine Tätigkeit, die nicht unterbrochen werden sollte. Also nix mit gefälschter NWÜ!

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Hallo LordofDarkness,

ob ich "bibelkundiger" bin als Du, vermag ich nicht beurteilen. Gut, das Du Dich mit der Bibel beschäftigst und Deine berechtigten Fragen stellst.

Ich versuche Deine Fragen hinsichtlich verschiedener Aspekte zu beantworten:

1. Personalpolitik: Es erscheint mir so, das Gott grundsätzlich unvollkommene, geradezu schräge Persönlichkeiten zu seinem Personal macht. Die Familie von Jakob (alias Israel): Jakob betrügt seinen Bruder Esau, Jakob und Laban tricksen sich gegenseitig aus (1. und 2. Heirat). Dann die Eifersuchtsszenen und Streitigkeiten unter seinen Söhnen. Alle haben Fehler gemacht. Aber im Gegensatz zu König Saul haben sie an Gott festgehalten. Deshalb das unrühmliche Ende von Saul oder Salomo. David hatte einen Soldaten quasi ermorden lassen, um seine Frau zu heiraten, in die er verknallt war. Aber er hat dies bereut, seine Strafe erhalten, sich vor seiner Regierungsmannschaft öffentlich blamiert und seinen Weg zu Gott zurückgefunden. Es hängt also scheinbar immer an meiner Beziehung zu Gott und wie ich mit meinem Versagen umgehe.

2. Gottes "Freund"  Abraham: Gott nannte seinen Abraham "Freund" (die Stelle in der Bibel müsste ich noch raussuchen). Gott hat ihn an seinen Absichten teilhaben lassen und lässt sich auf den Handel ein. Er vernichtet die Städte, aber lässt sich die Rettung seines Neffen Lot und seiner Familie erbitten. Manche Dinge sollen auch erbeten werden. Dies ist ein Hinweis der Wichtigkeit der Gespräche mit Gott (Gebet). Abraham war ein Aussteiger: Er hatte um Gottes Willen seine Heimat verlassen und im fortgeschrittenen Alter in ein fremdes Land begeben. Und ihm wurden Nachkommen versprochen. Gott hat sein Vertrauen auf viele harte Proben gestellt. Der Status "Freund" für einen Menschen soll hier als Auszeichnung gemeint sein, obwohl Abraham sich mit Lügen in Ägypten in Bedrängnis gebracht hatte. Er war auch nicht frei von Fehlern.

3. Resümee: Gott ist allwissend und allmächtig. Dies hält ihn nicht davon ab, sich mit Versagern einzulassen. Er bringt seine Pläne zum Abschluss, unabhängig davon, ob wir gute oder schlechte Entscheidungen treffen, die er vielleicht schon vorher kennt. Die wichtigste Entscheidung für Menschen ist, das wir den Draht zu Gott nicht verlieren und uns nicht von ihm abwenden. Egal was vorher passiert ist.

Dies sind in aller Kürze meine wesentlichen Gedanken. Gott macht also Geschichte mit "Einfaltspinseln".

LordofDarkness 08.08.2017, 17:53

Bei dieser Sichtweise könnte man sogar meinen, dass Gott diese "schwachen" Menschen bewusst für solch verantwortungsvolle Aufgaben ausgewählt hat, weil er sie an ihre Grenzen bringen und ihr volles Potenzial hervorbringen will. Leider besteht nicht jeder diese Prüfung. ... Und ja, du bist definitiv sehr viel bewanderter in Sachen Bibelgeschichten als ich^^ ... Vielen Dank für deine Antwort =)

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chman 08.08.2017, 18:29
@LordofDarkness

Ja, die "Schwäche" scheint notwendig, damit die Leute lernen, auf Gott zu hören und im Glauben auf seine Hilfe hoffen.

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Es freut mich, dass du dich durch die Bibel kämpfst.

Es gibt in der Bibel auch eine Gestallt, die sich durch die Bibel kämpfte.

Lies doch die Geschichte mal selbst hier

https://www.bibleserver.com/text/LUT/Apostelgeschichte8%2C27

ab Vers 26

Es geht jedem Menschen der nicht wirklich gläubig ist so. Nur die wenigsten geben es zu. 

Du erkennst sie zum Teil daran, dass sie Bibelübersetzungen mit Erklärungen empfehlen und viel auf Bücher und Andere Webseiten verweisen.

Aber ich denke bald wirst du auch merken, dass dir all diese Bücher und Webseiten auch nicht im Verstehen helfen, sondern dich mehr durcheinander bringen.

Deine Frage zeigt, dass du die Bibel aufmerksam liesst, was ich sehr an dir schätze. Leider tun das die wenigsten sie reden oder schreiben einfach so drauf los.

Sicher hab ich hie und da auch was geschrieben was nicht ganz so korrekt ist. bin auch nur ein Mensch. Aber bisher hat mich noch keiner Korrigiert. 

Jedenfalls nicht durch Schriftstellen von der Falschheit meiner Aussagen überführt.

Aber wenn du diese Geschichte die ich dir als Link gelesen hast, wirst du feststellen, dass dort etwas ganz bestimmtes geschah.

Nicht nur eines sondern gleich mehrere dinge.

Also liess doch mal was dort geschildert ist und wenn du es bemerkt hast, was da alles geschah, dann kannst du mich in einer PM wenn du willst anfragen.

Werde mich bemühen dir das was dort geschah auch aufzuzeigen. Genau wie es der Mann in der Geschichte dort tat.

Es gibt nach der Bibel einen ganz einfachen Grund wieso Menschen die Bibel nicht verstehen und wieso andere wiederum die Bibel verstehen.

Daran erkenne ich sehr schnell ob ich es mit einem echten oder einem Falschen Christen zu tun hab.

Auch wenn viele behaupten echte zu sein und sich darauf berufen. Aber einer Prüfung halten nur die allerwenigsten stand.

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du den Mut hast zu suchen und zu forschen und dabei noch zu überprüfen.

Dabei sei ehrlich zu dir selbst.

Kein Mensch ist Gut noch Perfekt. 

Wir alle haben dinge in unserem Leben die wir nicht akzeptieren wollen.

Die können uns daran hindern die Wahrheit zu erkennen.

Ich hoffe du entschuldigst mich, dass ich dir auf diese deine Frage keine Antwort gebe, denn ich kann sie dir nicht beantworten. Denn an einer anderen Stelle steht auch, dass Gott nichts bereut. dann haben wir ja wieder einen weiteren Widerspruch.

Bedenke auch, dass die Bibel in einer uns fremden Sprache geschrieben wurde und mit den Aussagen es auch nicht genau so gemeint ist wie wir diese Worte verstehen.

Manchmal muss man halt dinge so ausdrücken dass sie einigermassen verstanden werden können auch wenn es nicht genau so gemeint ist. Aber es kommt dem am Nächsten wie es gemeint ist. 

Ich hoffe du verstehst was ich damit ausdrücken will.

Jedenfalls wünsche ich dir viel Mut und Durchhaltevermögen auf der Suche nach dem Gott Abrahams, Israels, und der Apostel.

Ich gebe zu, das AT macht mir als Christ und aufgeklärter Mensch auch viel Probleme, insbesondere die Handlungen Gottes bei der viele Menschen umkommen. 

Das Gott direkt mit Menschen agiert finde ich dagegen nicht verkehrt. In Jesus hat er das ja sehr deutlich gemacht. Er hat sich selbst erniedrigt, wurde Mensch und ist für uns gestorben, damit wir leben können. Das zeigt mir, dass Gott nicht nur Gesetze macht sondern sich selbst daran hält. 

Ansonsten sag ich mir einfach, wenn wir bei Gott sind, wird er uns vielleicht zeigen, was damals war warum es so war und wie es zu verstehen ist.

Mein Glaube an Gott durch Christus wird dadurch nicht schwächer. Ich sehe auch dass wir als Christen gehalten sind, zu beachten, dass die Bibel in einem ganz anderen Kulturkreis geschrieben wurde und es fraglich ist ob wir das wirklich alles verstehen. Damals war es normal, dass man Sklaven hatte und Frauen weniger Rechte als Männer. Ich glaube, Gott will, dass wir uns weiterentwickeln und die Bibel hilft uns eigentlich dabei, wenn wir uns auf die Kernaussage konzentrieren: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst....

Es ist die Frage ,ob es sich bei den zusammengetragenen Schriften immer um ein und denselben Gott handelt.Evtl. gibt es mehrere Götter oder eine Götterdynastie .Abraham bekam z.B. öfter Besuch von Gott -,,Herr" genannt -und zwei anderen Männern, von Göttersöhnen die vom Himmel kamen, ist die Rede,usw.Ja, die Bibel entält viele Widersprüche, sie ist kein wissenschaftliches Buch.Die Menschen sind nicht allwissend, können es also nicht wissen.


LordofDarkness 06.08.2017, 17:09

Naja, zumindest bezieht sich dieser Gott bei später auftretenden Personen immer auf ihre Vorväter, zu denen er auch gesprochen haben will. Wenn es also "mehrere Götter" gibt, dann stecken sie alle unter einer Decke und geben sich gegenseitig Alibis. Die Bezeichnung als "Herr" geht übrigens auf spätere Überarbeitungen der Urtexte durch die nachexilische Priesterschaft zurück. Der Eigenname Gottes, der mit den Konsonanten "YHWH" wiedergegeben wurde, sollte nicht offen genannt oder geschrieben werden. Dank der alten Griechen, die sich als nicht-Juden herzlich wenig für diese Anweisungen interessiert haben, wissen wir aber mit ziemlicher Sicherheit, dass der korrekte Gottesname mit Vokalen "Jahwe" (in der Aussprache vielleicht auch "Jachweh" oder "Jahwech") gelautet hat.

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Gott hat den Menschen die freie Entscheidung überlassen,

wenn die Sache aber aus dem Ruder läuft muss er also korrigieren.

Als Christ zweifle ich allerdings die Allmächtigkeit Gottes nicht an.

LordofDarkness 06.08.2017, 16:43

Richtig, das mit dem freien Willen wird ja schon sehr früh im 1. Buch Mose gesagt - genauso wie die Tatsache, dass Gott uns die Verantwortung für unsere Erde übertragen hat und normalerweise nicht aktiv in unser Leben eingreift. (damit ist zumindest das bei Atheisten sehr beliebte "warum-gibt-es-böses-auf-der-welt"-Paradoxon geklärt) Trotzdem heißt es später widerum, Gott sei in der Lage, dem Menschen "ins Herz zu sehen", sprich, seinen Charakter, seine Gedanken und Moralvorstellungen zu durchschauen. Sollte nicht gerade diese Fähigkeit verhindern, dass sich Gott immerwieder solche "Musterknaben" als Vertreter seines Willens aussucht?

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Amorette 06.08.2017, 16:50
@LordofDarkness

Er gibt jedem die Chance sich zu beweisen,in die Entscheidung greift er nicht ein. Auch Judas hat er nicht an seiner Entscheidung gehindert.

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LordofDarkness 06.08.2017, 17:14

Wobei Jesus den Verrat durch Judas vorher sogar angekündigt hat und darauf hinwies, dass alles so geschehen müsse und der Verräter quasi gar keine andere Wahl hatte, als sich so zu entscheiden. Das stellt natürlich widerum den "freien Willen" des Menschen in Frage. Zumal Jesus meint, Judas müsse trotzdem die volle Verantwortung für seine Tat tragen und es wäre besser für ihn gewesen, er wäre "nie geboren worden".

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ProFundo358 06.08.2017, 23:28
@LordofDarkness

@LordofDarkness:
Wie kommst Du darauf, dass Judas keine Wahl hatte. Klar hatte er die.......Judas hätte nicht in die Kasse greifen müssen und er hätte Jesus nicht verraten müssen, die Prophezeiung sagte ja nicht im Voraus, WER es sein würde, hätte auch ein anderer sein können, nicht von den zwölfen........

Und weil Judas sehr wohl aus eigenem Antrieb die falschen Entscheidungen traf, genaus DESHALB trifft Judas die volle Verantwortung seines Verrats.

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Tja, da triffst du den Nagel auf den Kopf würde ich sagen. 

Die Bibel ist nun mal, egal wie man es dreht und wendet, eine von Menschen gemachte Ansammlung an Texten, die Versuchen, natürliche und historische Vorkommnisse mit einem sehr sehr begrenzten Wissen zu interpretieren.

Ob jetzt der daraus folgende Schluss ist, an Gott zu glauben, ist jedem selbst überlassen, jedoch sollte man in solchen Fragen meiner Meinung nach immer kritisch sein, egal auf welcher Seite des Argumentes man steht. Die Bibel widerspricht sich oft, und wie man das rationalisiert ist wohl jedem selbst überlassen.

In diesem Sinne: Gott ist tot.

tommy4gsus 06.08.2017, 17:00

Gott ist quicklebendig, kann ich dir nur sagen! Musst Ihn erstmal richtig kennen lernen!

*freu*

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Bin seit 40 Jahren "lebendiger" und "aktiver" Christ und habe die Bibel nicht nur ganz durch gelesen, sondern viele Stellen oftmals gelesen.

Tja, mit deinen Fragen stichst du sozusagen in sämtliche Wespennester, die es im Glauben allgemein gibt.

Um diese Fragen richtig beantworten zu können, müssen gewisse Grundpfeiler erstmal geklärt sein.

1. Gott ist immer gut und voller Liebe. Wenn also gewisse Dinge auf den ersten Blick widersprüchlich zu klingen scheinen (dies erscheint für uns pazifistischen Westeuropäer vor allem im Alten Testament oft so), dann liegt es an unserem oft etwas verblendeten, eingeschränkten Wahrnehmungsvermögen.

2. Gott sieht alle Dinge nunmal nicht aus unserer "Ameisenperspektive", sondern hat einen allmächtigen, allgegenwärtigen und ewigen Blick.

3. Allwissenheit und Allmacht müssen nicht im Gegensatz stehen zu unserem freien Willen, den Gott uns zugedacht hat. Er nimmt uns völlig Ernst und wir sind keine Marionetten.

4. Ja, wir können - trotz Seiner Allmacht - mit ihm reden und Er hört uns mit absoluter Sicherheit zu! Aber deswegen erhört er nicht unbedingt alles sofort. Er hat aber seine Gründe dafür. Er hat den größeren Weitblick.


TroIIinger 06.08.2017, 16:31

1. Gott ist immer gut und voller Liebe.

Dann ist Töten also liebevoll?

liegt es an unserem oft etwas verblendeten, eingeschränkten Wahrnehmungsvermögen.

Wenn du zugibst, dass dein Wahrnehmungsvermögen zu eingeschränkt ist um zu erkennen, dass dieser Gott gut ist, woher willst du dann wissen, dass er gut ist?

Der rest deiner Antwort hat sich damit schon erledigt. Du machst Aussagen über etwas, das du nach eigener Bekundung gar nicht wissen kannst.

Heuchler!

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tommy4gsus 06.08.2017, 16:34
@TroIIinger

Herzallerliebster Trollinger, ich hoffe sehr für Dich, dass deine Ewigkeits-Augen mal geöffnet werden.

Über den "Heuchler" gehe ich mal gnädig drüber hinweg.

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TroIIinger 06.08.2017, 20:04
@tommy4gsus

Was sind Ewigkeits-Augen?
Zudem:
Meine Kritik kannst du ignorieren, aber dadurch verschwindet sie nicht. Ich finde es einfach zu komisch dass du selbst zugibst dass du keine Ahnung hast wovon du redest.

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LordofDarkness 06.08.2017, 16:53

Wenn Gott aber mit seinen Geschöpfen, die ja nichtmal ansatzweise seine Weisheit und Weitsichtigkeit besitzen "auf Augenhöhe" kommuniziert, und sich sogar durch ihre Argumente von seinen eigenen Plänen abbringen lässt, dann wird er doch dadurch auch wesentlich "menschlicher"... Er lässt ja im Gespräch mit Abraham sogar explizite Kritik an seinen Überlegungen zu! ("Sollte sich der Richter der ganzen Welt nicht selbst an das Recht halten?") Ich finde, dass sich diese Toleranz und Offenheit, die mich übrigens sehr überrascht haben, schwer mit der üblichen Darstellung eines erhabenen, unantastbaren und allmächtigen Gottes in Einklang bringen lassen.

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tommy4gsus 06.08.2017, 16:57
@LordofDarkness

Da bist du auf einem richtigen Weg, LordofDarkness. Ja, das ist wahrhaftig so, dass Gott sich sozusagen selbst beschränkt. Er erniedrigte sich selbst und nahm eine Sklavengestalt an - um unseretwillen.

In Johannes 3,16 steht: "Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass Er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an Ihn glauben, ewiges Leben haben."

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earnest 06.08.2017, 16:57

Klären wir also erst einmal die Grundpfeiler.

DEINE Grundpfeiler sind: unbewiesene und unbeweisbare Behauptungen. Von vorn bis hinten.

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earnest 06.08.2017, 17:01
@earnest

Aber immerhin erkennst du die Grenzen deines "eingeschränkten Wahrnehmungsvermögens".

Das ist schon mal ein vielversprechender Anfang.

;-)

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TroIIinger 06.08.2017, 20:05
@earnest

Aber immerhin erkennst du die Grenzen deines "eingeschränkten Wahrnehmungsvermögens".

das hält ihn nicht davon ab Dinge zu behaupten, die er nach eigenem bekunden gar nicht wissen kann.

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earnest 06.08.2017, 21:32
@TroIIinger

Genau DAS zeichnet doch Fundamentalisten aus, Trollinger.

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danhof 07.08.2017, 08:37
@earnest

Ja, so ist das, wenn man eine feste Basis, ein FUNDAMENT hat. Beneidenswert, oder? Kann ich schon verstehen, dass man aus atheistischer oder antitheistischer Sicht dagegen wettert... da ist jemand, der Antworten gefunden hat auf die Fragen, die jeden Menschen umtreiben...

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TroIIinger 07.08.2017, 22:04
@danhof

Dagegen wäre ja nichts einzuwenden, wenn das Fundament mehr als ein Buch voller antiker Mythen wäre.

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OlliBjoern 06.08.2017, 20:45

bei Punkt 2 ist das Problem: damit wird alles beliebig. Im Grunde kann Gott sein, wie er möchte - es ist immer "richtig", was er macht (so wird es ja postuliert).

Damit macht es aber keinen Grund, überhaupt 1 anzunehmen (selbst wenn er nicht immer "gut" wäre, würde er dennoch immer alles richtig machen, denn wir verstehen es halt nicht immer: auch dann wenn es "schlecht" ist, wird es zu "gut" umdefiniert).

Gott kann - mit diesem Trick - gar nichts machen, was nicht "gut" wäre. Damit werden aber unsere Worte unnütz, und "gut" ist dann halt alles mögliche.

Zudem: wenn wir das nicht verstehen, warum sprechen dann Christen ständig über Gott, und behaupten Dinge über ihn? Wäre es nicht ehrlicher, zu sagen "keine Ahnung, er macht das halt alles, wie ER denkt, ich kann das nicht erklären"?

Und du schreibst ja, dass Gott uns Ernst nimmt. Also muss er diesen Einwand auch Ernst nehmen. Punkt 3

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earnest 06.08.2017, 21:41
@OlliBjoern

Die Methode des Nutzers ist ja eigentlich noch viel schlichter, Olli:

Tommy setzt das voraus, was zu "beweisen" wäre - aber nicht bewiesen werden kann.

(So etwas KANN ja nur in die Hose gehen...)

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tommy4gsus 07.08.2017, 06:13

*lächel*

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