Wie äußert sich die Kirche; die Freikirche und die Wissenschaft über den Kreationismus?

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10 Antworten

Hallo ShizenCat,

die Naturwissenschaften weisen vor allem darauf hin, dass Kreationismus keine naturwissenschaftliche Haltung ist.  "Schöpfung" ist kein naturwissenschaftlicher Begriff, weder Kreationismus noch Intelligent Design sind deshalb das, wie sich selbst gerne darstellen: Alternativen zur ET.

Würde sich die ET als unvollständig herausstellen, dann wäre das eben kein Beleg einer religiösen Vorstellung. Wie jede naturwissenschaftliche Theorie macht die ET keine Aussage über Gott oder existenzialistische Fragen. "Schöpfung" ist ein philosophisches Konzept - kein Naturwissenschaftliches.

Der Kreationismus an sich basiert also auf dem Kategorienfehler, mit der Grundsatzfrage "Gott oder Evolution?" zwei Dinge als Gegensätze zu verkaufen, die gar nicht gegensätzlich sind: Man kann Gott nicht beweisen, indem man die ET widerlegt. Eine widerlegte ET würde durch eine andere naturwissenschaftliche Theorie (die sehr viele Aussagen der jetzigen ET beinhalten müsste, da diese exzellent bestätigt ist) ersetzt werden. Nicht aber durch ein religiöses Konstrukt.

Genauer erklärt findest Du das in diesem Text hier, der ist so ziemlich das beste, was ich zum Thema Kreationismus aus wissenschaftlicher Sicht kenne, leider mit 28 Seiten nicht ganz kurz:

http://www.martin-neukamm.de/kreation.pdf

Die großen Kirchen beschreiben den Kreationismus als aus wissenschaftlicher Sicht ebenso falsch - zudem noch zusätzlich als schlechte Theologie. Der Kreationismus ist also auch aus Sicht der großen Kirchen in absolut jeder Beziehung ein Irrweg. Niemand muss für seinen Glauben Bildung verweigern.

Im Kreationismus wird die Bibel als "Historienbericht" postuliert; das entspricht nicht dem Glaubenszeugnis, das die Kirchen darin sehen, das man nur unter Berücksichtigung der soziokulturellen Zusammenhänge verstehen kann und deuten darf.

Als Beispiel ein Text der Evangelischen Kirche zum Thema:

http://ezw-berlin.de/html/3_147.php

Kurz und gut formuliert es auch dieser Text hier, allerdings auf Englisch:

https://ncse.com/library-resource/god-evolution

Ich hoffe, die verlinkten Texte helfen Dir weiter.

Grüße


Danke! :)

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Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass ich Kreationismus für Gotteslästerung halte.

Wer Gott in eine wissenschaftliche Theorie einbauen möchte, reduziert Gott auf eine handhabbare Variable oder Konstante. So etwas kann niemals Gott sein.

Es macht nur Sinn von Gott zu sprechen, wenn er/sie/es sich sozusagen aus allen wissenschaftlichen Formeln "heraus kürzen" lässt.

Das heißt: Gott kommt in der Wissenschaft nicht vor und kann dort auch nicht vorkommen. Die Wissenschaft kann über Gott keinerlei Aussagen machen.

Genau dazu möchte der Kreationismus die Wissenschaft aber zwingen. Und das ist das Problem.

Also katholiken zb erkennen die evolution an, wie das bei den protestanten ist weiß ich nicht, auch bei orthodoxen kirchen weiß ich es nicht. Bei freikirchen wird sehr häufig der kreationismus als eine legitime wissenschaftlich korrekte erklärung gesehen, von der echten wissenschaft wird der kreationismus genauso wie der intelligent design ausgelacht, weil es zum auslachen ist! Lg

Grob vereinfacht und ohne auf Einzelpersonen einzugehen, hält die Wissenschaft Kreationismus für unhaltbar, die Freikirche sagt, Kreationismus hat neben der Evolutionstheorie die gleiche Daseinsberechtigung, und die Katholische Kirche befürwortet eher die Evolutionstheorie.

Kreationismus spielt in Deutschland kaum eine Rolle, dieser ist eher in den USA beheimatet.

Und die Evangelische Kirche? Was sagt die?

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@ShizenCat

Sie distanziert sich ebenfalls recht deutlich vom Kreationismus und warnt davor, ihn mit der biblischen Schöpfungstheorie gleichzusetzen und nennt den Kreationismus "pseudowissenschaftlich". Ähnlich eben wie die katholische Kirche auch.

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Die Frage ist unglücklich gestellt. Es gibt weder "die Kirche" noch "die Freikirche" noch "die Wissenschaft" noch "den Kreationismus" als klar abgrenzbare Institutionen oder Gruppen. Wo die Röm.-Kath. Kirche sich selbst "die" Kirche nennt, drückt sie damit ihren aus imperialen Zeiten überkommenen Alleingeltungsanspruch aus. Protestantische Kirchen, auch die Vielzahl der Freikirchen, kamen zustande, indem Menschen das Recht einforderten, sich unterscheiden zu dürfen und haben für "die Kirche" eine Vielzahl von Begriffsbestimmungen parat. Im Namen "der Wissenschaft" sprechen Wissenschaftler typischerweise gar nicht, wenn sie im wissenschaftlichen Diskurs ihrer jeweiligen Einzelwissenschaften miteinander kommunizieren, sondern eher, um gegenüber der Öffentlichkeit der Laien (ein aus der Kirchensprache entlehnter Begriff) Autorität geltend zu machen, wenn es um die Klärung strittiger Fakten geht. Was mit "dem Kreationismus" gemeint ist, hängt davon ab, wer es sagt. Diejenigen, die sich selbst als Kreationisten bezeichnen, eine keineswegs homogene Gruppe, lehnen es typischerweise ab, Vertreter des Intelligent Design als Kreationisten anzuerkennen, und die legen selbst Wert darauf, keine zu sein. Kritiker beider Gruppen aus dem Bereich der Naturwissenschaften hingegen pflegen sie unter der Sammelbezeichnung "Kreationisten" zusammenzufassen. Diese begriffliche Unschärfe macht es schwer, die Frage bündig, klar und konsensfähig zu beantworten. Das wohlbekannte Konfliktpotential kommt dazu - tiefes, nicht selten paranoid anmutendes Mißtrauen und eine manchmal erstaunliche Respektlosigkeit gegeneinander kennzeichnet das Diskussionsklima. Tut mir leid.

intelligent design wurde nicht zuletzt von bibeltreuen Kreationisten erfunden, um sich einen vermeintlich konkurrenzfähigeren Anstrich zu geben, einen wissenschaftlichen nämlich.

Und sorry, ich verstehe es bestens wenn man keinen Respekt vor Kreationisten hat. Es gibt nicht den Hsuch eines brauchbaren Arguments für ihre Position, es ist einfach Quatsch.

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Der Kreationismus wird von allen Menschen, die des folgerichtigen Denkens fähig sind, abgelehnt.

Auch die katholische Kirche erkennt Evolution als Tatsache und die Evolutionstheorie als korrekt an und lehnt selbstverständlich den Kreationismus ab.

Für die Wissenschaft ist der Kreationismus das Paradebeispiel für dümmliches und fanatisches Beharren geistig zurückgebliebener Zerebralvakuumisten auf absurden, irrationalen und wahnhaften Fantasien.

Freikirchen? Na, in Amiland gibt es genug verwirrte Sekten, die solchen Blödsinn glauben, da gehe ich von aus.

Die Wissenschaft hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Vehikel im "Kampf gegen den Kreationismus" karikiert. Die großen Kirchen lehnen zumindest den tradierten Kreationismus ab, vertreten den Hintergedanken trotzdem in abgespeckter und zuweilen unfreiwillig komischer Form weiter. Da kann Adam schon mal zum ersten homo sapiens werden, dem Gott eine Seele einhauchte. Die Freikirchen sind da meistens altmodischer. Ansonsten spielen sich kreationistische Aktivitäten in Deutschland eher im Verborgenen ab.

Die Wissenschaft lehnt den Kreationismus ab. Mir ist dabei jedoch aufgefallen dass diese nicht auf die Argumente des Kreationismus eingehen sondern einfach die Vorstellung eines Gottes von vorne rein ausschließen.
Die Kirche fit meinst du wahrscheinlich dir katholische und evangelische Kirche lehnen auch den Kreationismus ab. Was jedoch zur Folge hat das sie ihre eigene Grundlage die Bibel verwerfen und diese nicht mehr eine ernstzunehmende Rolle spielt. Denn die Bibel und die heutige Lehre der Entstehung der Erde ist nicht miteinander kombinierbar. Da die heutige Lehre eine weltweite Flut für ausgeschlossen hält aber in der Bibel die Flut in keiner Weise nur symbolisch zu deuten ist.
Die freikirchen so wie ich sie kenne sind in den meisten Fällen kreationisten.
Kreationismus versucht ( meiner Meinung nach erfolgreich) Wissenschaft und Bibel zu kombinieren. Ausgenommen natürlich die wunder da diese außerhalb der Naturgesetze sind wie z.b. auf dem Wasser gehen.

Kreationismus ist keineswegs erfolgreich...und jedes seiner "Argumente" ist vollständig wissenschaftlich widerlegt. Was auch der Grund ist warum mittlerweile selbst rückständige Organisationen wie die katholische Kirche den Fakt der Evolution anerkennen.

Eine globale Flut gab es nie, das Universum ist mehr als 13 Milliarden Jahre alt, dieser Planet mehr als 4 Milliarden Jahre. Das sind Fakten, Fakten welche Kreationisten aus ideologischer Verblendung heraus ignorieren. 

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@dadita auch du hast hier kein kreationistisches Argument erwähnt und mithilfe der Wissenschaft wiederlegt sondern nur die Evolutionstheorie als richtig dargestellt die ich ja sehr anzweifeln.

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Nun, die Kirche wird ihre Position vermutlich auch mittel- bis langfristig nicht aufgeben. Sie lehrt - Christen zB auf Grundlage der Bibel - SCHÖPFUNG=Produktion, Herstellung des Universums, unseres Planeten, unseres Ökosystems durch einen Schöpfer.

DEFINITION Kreationismus gemäß wiki:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus

Nun folgend ein link zu einer Stellungnahme der Evangelischen Kirche Deutschlands:

http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2008_04_01_2_ekd_text_94.html

Ich halte diese Stellungnahme des EKD für richtig und denke, dies sollte mehr Beachtung finden, insbesondere hier auf gutefrage.net.

Die KERNFRAGE im Hinblick auf Evolutionstheorie oder Schöpfung ist, ob es tatsächlich vernünftig ist, davon auszugehen, dass die Vielfalt der Lebensformen und unser komplexes Biosystem durch Zufall, (nur) gesteuert durch Selektion und/oder Mutation, entstanden ist.

Insbesondere hier gibt es eine FRAKTION orthodoxer Verfechter der Evolutionstheorie, die keine Gelegenheit auslassen, mittels vielfältiger zT wissenschaftlicher Information den Glauben an Schöpfung und einen Schöpfer "im Keim zu ersticken". Was diesen jedoch nicht gelingt.

Die sogenannten wissenschaftlichen BEWEISE sind bei genauerer Betrachtung nicht so eindeutig, wie die Verfechter der ET dies gerne hätten.

Daher empfehle ich, eine Schöpfung nicht grundsätzlich auszuschließen, aber auch die wissenschaftlichen Forschungen zum Thema Evolution aufmerksam zu verfolgen.

Ich persönlich lehne den Kreationismus aus den von der EKD genannten Gründen ab, und ich bin allein deshalb auch kein Kreationist.

Viel Erfolg.

cheerio

naja es gelingt nicht, den kreationismus im keim zu ersticken, da man dummheit und bewusste ignoranz nicht ersticken kann! sicher beweise der evolution sind nicht zu 100% sicher, aber widerlege des kreationismus sind es, eben so des intelligent designs! lg

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@Lazybear

Aha........

Kreationismus als Pseudowissenschaft ist sicher abzulehnen. 

Die Überzeugung, es gibt einen SchöpferGott, nun das ist eine andere Sache und jedem selbst überlassen. Widerlegen kann man das nicht.....nach heutigem Stand der Erkenntnisse.

cheerio

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Die Wissenschaft urteilt über den Kreationismus wie es ihm gebürt: Eine von Ignoranz geprägte, potentiell für die Bildung der Bevölkerung gefährliche Ideologie der man entschieden entgegen treten sollte.

https://www.scientificamerican.com/article/15-answers-to-creationist/

http://www.nas.edu/evolution/TheoryOrFact.html

Selbst die katholische Kirche hat diesem Unsinn mittlerweile eine Absage erteilt. Wie die Freikirchend dazu stehen weiß ich nicht.

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