Wie äußert sich Autismus?

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9 Antworten

Autismus äußert sich enorm verschieden. Es ist ein riesiges Spektrum von Menschen, die schaukelnd in der Ecke sitzen und nicht selbständig lebensfähig sind, bis hin zu Menschen, bei denen es Laien nicht merken und sie ggf. als verschroben wahrnehmen.

Um es genau zu erklären, müsste ich mehrere Bücher schreiben, schätze ich. Ich versuche es mit einer kurzen Erklärung:

Wichtig ist erstmal zu wissen, dass kein Autist wie der andere ist, das Spektrum ist groß, Autisten können sehr unterschiedlich sein.

Was sie wohl gemeinsam haben, sind zwei Dinge:
Reizfilterschwäche/Wahrnehmung und die soziale Komponente. Auswirken muss sich das aber nicht immer gleich.

Die Wahrnehmung ist bei Autisten anders als bei Nicht-Autisten. Während Nicht-Autisten automatisch filtern, können das Autisten nicht in der Form. Beispiel: In einem Raum sind viele Geräusche, nehmen wir das Klassenzimmer. Draußen zwitschern Vögel, ein Auto fährt vorbei, auf dem Flur schlurft jemand entlang, in der Klasse flüstern ein paar Schüler, einige schreiben in Hefte (Papierrascheln und Stiftgeräusche), der Lehrer schreibt an die Tafel (Kreidegeräusche) und erklärt etwas. Ein Nicht-Autist kann die anderen Geräusche runterregeln, das macht sein Gehirn automatisch, und dem Lehrer verhältnismäßig problemlos folgen. Dem Autist fällt das schwerer. Sein Gehirn regelt die anderen Geräusche nicht automatisch runter, trennt nicht nach wichtig und unwichtig, er kann so den Lehrer nicht immer so leicht verstehen. Die Reizfilterschwäche kann alle Sinne betrefffen. Manche Autisten ertragen bestimme Stoffe nicht auf der Haut, mögen es nicht, (unerwartet) berührt zu werden, können sich nicht konzentrieren, wenn eine Lampe flackert, mögen nicht alles gleichzeitig im Mund haben, sondern essen die Bestandteile des Mittagessens lieber nacheinander, können verschiedene Gerüche nicht gut ertragen ...
Das sind nur Beispiele, die so exakt nicht auf jeden Autisten zutreffen müssen, es können auch andere Dinge sein.

Dann die soziale Komponente. Autisten fällt es oft schwer, Gestik, Mimik und Zwischen-den-Zeilen-Gesagtes, also Nonverbales, zu deuten.
Ironie zu erkennen ist dadurch auch mitunter schwierig.
Auch das nur ein Beispiel. Im Laufe der Jahre lernen Autisten auch dazu. Doch bleibt es für sie immer eine Denkarbeit, die Nicht-Autisten eher automatisch im Gehirn ablaufen lassen.

Das ist jetzt nur ganz kurz und knapp. Es gibt weitere Merkmale, Monotropismus, Stimming (selbststimulierendes Verhalten), Routinen ... Das meiste davon beruht auf der unterschiedlichen Wahrnehmung.

Um rauszufinden, wie es bei dem Jungen ist, musst du ihn selbst fragen.
Zudem kommen bei ihm weitere Diagnosen hinzu, die sich darauf auswirken.
Wobei ich Borderline in der Liste etwas seltsam finde. Da Borderliner im Verhalten oft eher das Gegenteil von Autisten sind, bin ich nahezu überzeugt, dass sich Traumata bei Autisten zumeist anders äußern als in deutlichem Borderline.

In diesem Buch kannst du einige Geschichten über mehrere Autisten lesen, über deren Leben:
http://www.menschen-mit-meer.de/
Ggf. macht das die Weite des Spektrums etwas deutlich.

Autismus kann in verschieden starken Formen auftreten. Die Autisten mit Kanner-Syndrom sind im allgemeinen sehr auffällig und wirken geistig Behindert. Viel kann ich dir darüber aber nicht erzählen, denn damit kenne ich mich nicht so aus. Der Junge, den du kennengelernt hast hat wohl das Asperger-Syndrom, eine "mildere Form des Autismus". Es wird oft als simple Schüchternheit verkannt und gar nicht erst diagnostiziert, auch unter Asperger-Autisten gibt es auffälligere und weniger auffällige Menschen. Autisten nehmen lediglich anders wahr, das heißt sie denken anders und können unter Umständen Umgebungsreize nicht filtern (sind also sehr empfindlich für Lärm, grelle Lichter usw.). Zudem haben sie einige Defizite im sozialen Bereich, beim erkennen und einsetzen von Mimik und Gestik, sowie beim führen von Gesprächen, halten von Augenkontakt und dem Ausdrücken von Gefühlen. Autisten bevorzugen oft gewisse Routinen oder Rituale, wie zum Beispiel feste Essenszeiten oder täglich die Lieblingssendung zu schauen. Diese Routinen sind für den Autisten sehr wichtig, es ist im allgemeinen sehr unangenehm, wenn sich etwas an ihnen verändert. Wie unangenehm es ist, ist von Autist zu Autist unterschiedlich. Autisten sind außerdem sehr fixiert auf bestimmte Hobbys und Interessen, wodurch sich oft auch spezielle Begabungen entwickeln. Ich nenne es immer den "Strohhalm", mit dem wir am Leben uns festkrallen, weil wir uns durch die sozialen Defizite oft weniger an anderen Menschen festhalten. Anders gesagt: Manche Mädchen begehen Selbstmord, weil ihr Freund sie verlassen hat. Ich würde Selbstmord begehen, wenn ich meine rechte Hand verlieren würde, mit der zeichne ich nämlich. Autisten haben eine ganz andere Sicht auf die Welt, und jeder Autist schaut noch mal anders darauf.

Ob und wie stark die genannten "Symptome" vertreten sind, ist von Autist zu Autist unterschiedlich, manchmal auch Situationsabhängig.

Wikipedia wurde hier ja schon verlinkt... ;-)

Das Autismus-Spektrum reicht von fast normalen "Nerds" bis zu sprachunfähigen Schwerstbehinderten. Die Aussage, jemand hätte Autismus, bedeutet also erst mal gar nicht. Derjenige kann - nur um ein paar Beispiele zu nennen - ein introvertierter Klassenstreber am Gymnasium sein, oder zurückgezogen in einem Förderschulinternat leben; er kann als Chefentwickler bei einem Technologiekonzern, als Bürokrat im Rathaus oder stundenweise in der Behindertenwerkstatt arbeiten. Das Autismus-Spektrum reicht von genial über fast-normal bis lebensunfähig. Es ist ein hochkomplexes Fachgebiet mit grundverschiedenen Patienten. Deshalb kann man aus der Behauptung, jemand sei Autist, genau gar nichts deuten.

Hey, also es gibt ganz viele verschiedene Arten von Autismus. Es gibt genau die die in ihrer eigenen Welt leben und nich tgerne mit anderen kommunizieren. Es gibt aber auch welche die sehr gerne mit anderen Menschen umgehen und bei denen sich der Autismus eher so äußert, dass derjenige ne spezielle Begabung hat (zB fotografisches gedächntis oder ein spezielles Wissen über Sterne (nur beispiele!!)), oder dadurch dass derjenige schwierigkeiten hat spontan zu sein und feste regeln braucht. Frag ihn mal welche Form von Autismus er hat, dann kannst du dich darüber informieren. Meist haben diese menschen jedoch Probleme im sozialen Umgang, können zB Sarkasmus und ironie nur schwer erkennen. Es klingt aber so, als hätte er allgemein ganz schön viele Probleme. Hoffe ihm gehts abdl besser. Ich weiß nicht wie du ihn dir vorstellen kannst. Sowohl bei Autismus, als bei Tourette gibts wahnsinnig viele Unterschiede. Depressionen deuten darauf hin dass er eher ein ruhiger Typ ist, der nicht gern Dinge unternimmt und eher wenig unter anderen menschen ist. Mehr kann ich dir jetzt nicht dazu sagen ich kenn ihn ja auch nicht,

Einen Schwerbehindertenausweis kann jeder Autist beantragen. Meine Eltern haben das z.B. für mich nicht gemacht, weil das dann in die Akten kommt und später eine Beeinträchtigung im Berufsleben darstellen kann. Tourette gehört nichtzu dem Autismus und Depressionen und Borderline wird auch nicht nur durch den Autismus ausgelöst. Die eigene welt theorie ist ebi uns Autisten verpöhnt, also wird nur sehr ungerne gehört. Deine Vorstellung von Autismus ist die die bei den meisten Menschen verbreitet ist und der grund warum ich damit nicht so gerne so offen umgehe. Wenn du ihn Triffst solltest du keine großartige Mimik erwarten und nicht, dass er dir in die augen schaut. gehe da normal hin und behandle ihn Normal!!!!!!!! Außerdem ist Körperkontakt den meisten Autisten unangenehm...

die menge der Krankheiten ist aber schon reichlich unrealistisch

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  1. JEDER autist hat einen schwerbehinderten ausweiß! denn autismus ist eine behinderung_- eine mehrfache schwerbehinderung!! (Obwohl es bei asberger autisten nicht ganz so wild ist)

2, Dieser junge hat das Asberger syndrom,... das ist eine sehr "einfache" form von autismus die aber immernoch bei jeden asberger anders ist,... Bei asberger-menschen ist meist die routine, der ablauf von dingen sehr wichtig, auf veränderungen reagieren sie meist verstört, irritiert, verschlossen, verängstigt oder meist auch wütend.... kann auch sein das er bei einem thema erstmal wirklich denken muss eher er antwortet, dir möglicherweise nicht in die augen schaut, oder dir bei der begrüßung gleich zwei, drei mal die hand reichen will =)

Ansonsten kann die mehrzahl der Asberger Leute ein normales leben führen! Mach dir keinen kopf wie du dich ihm gegenüber verhalten sollst.... bleib so wie gegenüber anderen menschen!

Wenn dann das tourette auftritt, solltest du erstmal schauen wie er sich dazu äußert,... nicht gerade angenehm im einem cafe zu sitzen und er flucht plötzlich ganz schlimm, oder zuckt mehrmals sodass die anderen schon zu ihm schauen,....

  1. das schreibt sich Asperger nicht Asberger
  2. Außerdem muss man den Ausweis beantragen d.h. Es ist falsch zu sagen "jeder Autist hatv einen schwerbehindertenausweis" besser wäre "Jeder Autist kann eine Schwerbehindertenausweis beantreagen.
  3. schreib demnächst nur sachen, die du gründlich recherchiert hast...
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Wenn er das wirklich alles hat (für mich klingt das nach ein bisschen zu viel auf einmal) ist er echt arm dran. Autismus und Borderline finde ich sogar sehr widersprüchlich.

Autismus gibt es natürlich wie alle Erkrankungen in verschieden Schweregraden. Autisten haben oft Probleme mit Berührungen, in die Augen sehen und auch mit Gefühlen.

Autismus und Borderline finde ich sogar sehr widersprüchlich.

Ja, ich auch.
Manche Diagnostiker allerdings offenbar nicht. Es gibt einige Menschen, die mit beiden Diagnosen rumlaufen, zum Beispiel weil sie selbst nicht wussten, was sie haben könnten und daher einen Psychiater aufsuchten, der sich mit Autismus gar nicht auskennt, der dann oberflächlich die Symptome irgendwie am passendsten für Borderline fand oder sowas.
Mitunter habe ich auch den Eindruck, dass manche Borderliner mit ihrer Diagnose unzufrieden sind und sich woanders suchen und dann eine Autismus-Diagnostik anstreben, obwohl sie eben keine Autisten sind.
Schwer zu sagen ... Jedoch bin ich ziemlich überzeugt, dass sich Traumata bei Autisten anders äußern als durch Borderline.

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@Rechercheur

Autismus kann sogar eine ursache für Borderline sein... Allerdings ist es wirklich unrealistisch, dass jemand soooo behindert ist wie der junge ...

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ich hab im Zivildienst oft einen Autisten gefahren. Er mochte mich anfangs nicht was sich dadurch äußerte, dass er am Beifahrersitz saß und mich regungslos böse angestarrt hat, 20 km lang.

Irgendwann gings...

es gibt da viele verschiedene Formen. Jeder Autist ist völlig anders

frag den jungen doch, wie es sich bei ihm äussert. wenn er dir schon seine ganzen krankheiten aufgezählt hat, dann geht er ja recht offen damit um (wenns denn überhaupt stimmt)...........

ich denke auch der verarscht dich :/

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