wie adoptiert man ein baby?

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6 Antworten

ich schwanke noch zwischen ein kind bekommen und eines zu adoptieren. mir ist bewusst,dass das nicht leicht wird.

Nein, ich glaube nicht, daß es dir bewußt ist, was eine Adoption bedeutet.

Zuallererst mal: du mußt dich beim Jugendamt bewerben. Und mit so einer Aussage hast du eh keine Chance. Zuerstmal solltest du einen Partner haben, da die meisten (alle?) Jugendämter ein Kind lieber an ein Paar als an eine Singlemutter gibt. Und selbst wenn du in dem Alter ein Partner hättest, ist ja nicht gesagt, daß der sich über ein adoptieres Kind freuen würde. Der Gedanke, ein fremdes Kind als eigenes aufzunehmen ist für viele Menschen schwer vorstellbar.

Es gibt viel mehr Paare, die adoptieren wollen, als Kinder, die man adoptieren kann (zumindest in Deutschland - dazu weiter unten mehr). Und die Paare, die adoptieren wollen haben bereits einen langen, steinigen Weg hinter sich. Da ist niemand dabei, der einfach mal so spontan adoptiert.

Ich erzähl dir einfach mal wie es bei meiner Frau und mir aussieht, und ich weiß, unsere Geschichte ist kein Einzelfall, sondern eher die Regel.

Auf normalem Weg kam es zu keiner Schwangerschaft, obwohl alle Ärzte sagen, wir wären beide völlig gesund. Also künstliche Befruchtung ... so was kostet schon einiges an Geld (ein paar Tausend €) und auch Nerven. Bei ca. 10 Versuchen kamen es zu insgesamt 4 Schwangerschaften, alle endeten mit Fehlgeburten. Weißt du wie es ist, wenn man 5 Tage vor Heilig Abend einen Ultraschall Termin hat, und die Ärztin sagt, daß der Embryo nicht weiter gewachsen ist seit dem letzten Mal ... sie meinte dann, es wäre besser keine Ausschabung machen zu lassen, sondern zu warten, bis alles von alleine ausblutet. Nur leider klappte das nicht, und so saßen wir am Silvester morgen in der Notaufnahme, zur Ausschabung. Meine Frau klappte vor Schmerzen fast zusammen.

Nach einigem Überlegen haben wir uns zur Adoption entschieden. Nun, beim Jugendamt wird man erstmal komplett durchleuchtet: finanzielle Situation, Lebenserfahrungen, Wohnsituation etc. Wenn das alles erledigt ist und man als Bewerber angenommen wurde, dann kommt man auf die Warteliste. Aber auf dieser Warteliste steht man nicht allein. Und viele Kinder gibt es eh nicht. In unserem Landkreis gab es in den letzten 3 Jahren KEIN EINZIGES Kind.

Normalerweise wäre es das bei uns dann auch gewesen, mehr als warten geht nicht. Eine Auslandsadoption wäre eine Option, aber die kostet viel Geld (im Schnitt 20.000 - 30.000€) Aber, in unserem Fall war es so, daß eine wohlhabende Tante starb und uns ein wenig Geld hinterlassen hat. So hatten wir die Möglichkeit, uns mit einer Auslandsadoption zu befaßen.

Aber Ausland heißt nicht "Österreich, Schweiz, England, Frankreich, etc.". Das heißt "Thailand, Haiti, Nepal, Kenia, Rußland, etc." Und je nachdem welches Land man wählt, gibt es da verschiedene Auflagen. Bei Rußland beispielsweise muß man vorher schriftlich akzeptieren, daß man sich über FAS bewußt ist: das ist eine Behinderung, die das Kind haben kann, wenn die Mutter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat. Die Gefahr ist in Rußland sehr groß. Bei Kenia MUSS einer des adoptierenden Paares (aber besser beide) für 9 MONATE im Land bleiben. Also für 9 Monate muß man in einem fremden Land leben. Was ist in der Zeit mit der Arbeitsstelle in Deutschland, oder mit der Wohnung?

Was alle Auslandsadoptionen gemeinsam haben: man wird noch mehr durchleuchtet als bei Inlandsadoption. Psychologisches Gutachten, Arztbefund mit Blutbild, Bescheinigung vom Arbeitgeber, polizeiliches Führungszeugnis, Geburtsurkunde, etc. Und diese Unterlagen müßen dann noch beglaubigt werden, teilweise sogar noch überbeglaubigt (als Beispiel: den medizinischen Befund des Arztes muß man noch beglaubigen lassen, um zu beweisen, daß es sich dabei um einen richtigen Arzt handelt). Anschließend muß man diese ganzen Unterlagen auch noch in die jeweilige Landessprache übersetzten lassen (und selbst machen geht nicht, auch wenn man die Sprache sehr gut kann).

Was so nebenbei noch empfehlenswert wäre (mittlerweile ist es glaube ich Pflicht bei vielen Vermittlungsstellen): ein Anti-Rassismus Seminar wenn das Herkunftsland in Afrika ist (aber generell sowieso empfehlenswert ist).

Und wenn man die ganzen Unterlagen zusammen hat, dann hat man noch längst kein Kind. In der Regel wartet man dann noch 2-3 Jahre.

Ach so, und nur so nebenbei: bei Auslandsadoptionen sind die Kinder in der Regel mindestens 2 (eher 3) Jahre alt. Also eine Säuglingsadoption aus dem Ausland gibt es nicht. Und, nur um das anzumerken: bei den meisten (allen?) Ländern kann man sich das Geschlecht des Kindes auch nicht aussuchen.

So als Schlußzusammenfassung: seit dem ersten Versuch, ein leibliches Kind zu bekommen, bis heute sind ca. 8 Jahre vergangen (und wir rechnen mit 2 weiteren Jahren Wartezeit). Wir haben ca. 6000€ für künstliche Befruchtungen ausgegeben, und für die Auslandsadoption dürften es um die 30.000€ sein. Von den psychischen Belastungen ganz zu schweigen.

Glaubst du, wir hätten das alles durchgemacht, wenn wir auf normalen Weg ein Kind bekommen könnten?

Du hast KEINE Ahnung, wie schwer es ist, ein Kind zu adoptieren.

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Kommentar von grungealiengirl
14.05.2016, 22:59

okay..wow..Das ist hart. Eigentlich wollte ich einem Kind etwas gutes tun,aber ich  sehe das jetzt viel anders. 

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Warum denkst Du in Deinem Alter schon über Kinder nach?

Um einem Baby ein Zuhause bieten zu können, muss man schon gefestigt sein und auch sind da stabile Verhältnisse gewünscht, denn diese Kinder sollen es auf jedem Fall gut haben. Du solltest verheiratet sein und sicherlich nicht zu jung und auch ein wenig gebildet, damit Du es leisten kannst einem kleinen Erdenbürger ein super gutes Zuhause bieten zu können.

Geld spielt da sicherlich auch eine Rolle und Du und Dein Mann sollten über recht gute Einkommensverhältnisse verfügen und auch genug Platz haben.

Es ist auch häufig so, dass Frauen oder Eltern, die sich entscheiden ein Kind nach der Geburt wegzugeben dann doch den Schritt einer Adoption scheuen, weil er eben nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Es ist wohl eher selten so, dass z.B. eine Frau sich sagt, dass es das Beste ist, was ihr Jemals passiert ist, dass sie andere um den Nachwuchs kümmern. Darum gibt es mehr Kinder, die eine Pflegestelle bräuchten, doch da ist halt das Risiko sehr groß, dass die leiblichen Eltern dann doch noch ausgeprägte Mutter- oder Vatergefühle entwickeln und sich dann selber kümmern wollen. Viele Hunde werden nicht kurzfristig versorgt, weil die Pflegeeltern große Angst haben, dass sie sich zu stark binden und es einfach zu weh tut, wenn der Schützling dann geht.

Du scheinst ein Kind aus recht merkwürdigen Verhältnissen zu sein und bitte nenne Dein Kind nicht Jason, Jackeline oder so.

Keine Lust mehr auf Schule?

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Kommentar von grungealiengirl
14.05.2016, 21:07

doch ,ich will Abi machen, studieren und habe Pläne für meine Zukunft ,aber dennoch will ich Muttergefühle entwickeln, da meine eigene Mutter ein sehr großes Vorbild für mich ist. ich habe aber große Angst vor den Schmerzen,die mich erwarten werden.. ein eigenes Kind wäre schon,aber wie gesagt ich habe auch Angst. Ich besitze sehr wohl  Anstand und Verantwortungsbewusstsein. 

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Einfach so nicht, lies dich mal bei Google rein.

Erstens dauert es Ewigkeiten bis eine Adoption bewilligt wird, zweites ist das ganze mit einer ganzen Menge kosten verbunden und ohne Partner bekommt man sowieso keines ;)

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Kommentar von grungealiengirl
14.05.2016, 20:26

och schade..dann werde ich eben schwanger :)

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Nein, du brauchst schon einen Partner. So leicht geht das auch nicht, denn auf eine Adoption kommen 10 Bewerber. .

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Man kann sich nicht einfach entschließen ein Kind zu adoptieren. Es gibt nur sehr, sehr wenige Kinder, die zur Adoption freigegeben werden. Und darauf warten schon viele Paare jahrelang.

Bevor du überhaupt auf die Adoptionsliste genommen wirst, musst du viele Bedingungen erfüllen. Ohne Parnter bekommst du z.B. überhaupt kein Kind.

Viele Paare warten jahrelang vergeblich auf ein Kind. Daher empfehle ich dir bei einem Kinderwunsch doch eher selber ein Kind zu bekommen....

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Kommentar von grungealiengirl
14.05.2016, 21:03

eigentlich will ich ja selber ein kind,aber ich habe angst vor den schmerzen..

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Also mit 16 Jahren bist du nach RTL-Generation schon zu alt für ein Kind.

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