Widerspruch bei Einstufung in eine Pflegestufe - kann der Zwitgutachten der MDK schlechtere Ergebnisse liefern als der erste?

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3 Antworten

Hallo Bandi,

du hast damit ein sehr wichtiges Thema angesprochen. Genau ähnliches hatte ich vor knapp einem halben Jahr ebenfalls erlebt. Ich habe letztlich das Ergebnis akzeptiert und kein (!) Zweitgutachten angefordert.
Nach meinem Wissensstand ist die Frage der Verschlechterung nicht klar zu beantworten. De Facto könnte durch das neue Gutachten weniger Zeit akzeptiert werden - es wird ja ein neues Gutachten verfasst. Das ist "mehr" als nur eine Zweitmeinung. In der Realität, so hatte ich damals recherchiert, kommt es aber nie zu einer Verringerung, Verschlechterung sondern im Zweifel "für den Angeklagten (bzw. in unserem Fall "für den Erkrankten").

Ich würde Dir konkret vorschlagen: Letztlich bekommst du nur Klarheit wenn du dem MDK deine Situation und auch deine Gedanken schilderst und von diesem Dir die Frage der möglichen Verschlechterung beantworten lässt. Du brauchst ja Klarheit bzw. eine definitive Aussage und leider geht das nur so (glaube ich).
Ich würde nur etwas aufpassen, wenn man das Thema zur Sprache bringt. Denn zum einen glaubst du ja, dass die Zeiten viel zu gering sind und daher willst du ein Zweitgutachten, gleichzeitig "siehst" du die Möglichkeit dass die Zeiten noch geringer werden > dann fragt sich der MDK natürlich: Vielleicht passt ja dann doch Alles!
Verstehst du?

Dir viel Erfolg. Lass mal wissen wie es weitergeht.
Viele Grüße,
V. Steiner

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Schlechter kann die Einstufung nicht werden. Gerade der MdK, der ja von den Krankenkassen bezahlt wird, neigt gerne dazu Anträge abzulehnen und erst bei einem oder zwei Widersprüchen hat man Erfolg. Auf jeden Fall in Widerspruch gehen.

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Kommentar von bandi88
20.07.2016, 15:37

Und wie sieht mit der Prognose zu Gunsten des Patients (dass "eine Reduzierung des Hilfsbedarf nicht zu erwarten ist")? Kann diese durch Zweitgutachten "verschlechtert" werden (sprich: statt keine Widergutachtung Widergutachtung in jeden 2 Jahren empfehlen, dadurch der Patient seine Ruhe nie wiede bekommt)?

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das geführte Tagebuch dient nur als Überblick und ist keine feste Größe bei der Beurteilung des Aufwands. man selbst legt bei dem Zeitaufwand andere Maßstäbe an, als die Werte die durch die Pflegeversicherung festgelegt wurden. es werden Durchschnittswerte angesetzt, die aus Sicht vieler nicht dem entsprechen wie es in der Realität ist.

unter die Pflegestufe 1 wird man aber nach einem Widerspruch nicht rutschen.

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Kommentar von bandi88
20.07.2016, 15:40

In diesem Fall war zu manchen Verrichtungen oft der geringst mögliche Wert genommen (aus den Orientierungswerten, z.B. beim Stuhlgang steht 4-6 Minuten, und war 4 Minuten anerkannt, obwohl es länger dauert; bei mungerechten Zubereitung 1-3 Minuten, und war 1 genommen).

Die Stufe kann dann nicht niedriger sein. Aber wie sieht mit der Prognose zu Gunsten des Patients (dass "eine Reduzierung des Hilfsbedarf nicht zu erwarten ist")? Kann diese durch Zweitgutachten "verschlechtert" werden (sprich: statt  keine Widergutachtung Widergutachtung in jeden 2 Jahren empfehlen, dadurch der Patient seine Ruhe nie wieder bekommt)?

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