Widerrufspflicht?

4 Antworten

Bei einem Fernkauf von mir stand es in den AGB, dass bei Widerruf nach Eingang der Rücksendung innerhalb einer bestimmten Bearbeitungszeit der Kaufpreis erstattet wird.

Im Recht ist keiner bzw. beide. Jeder von euch ist gleichermaßen dazu verpflichtet, die geschuldete Leistung zu erbringen. Wer dies zuerst tut ist offen.

Wäre ich verpflichtet das Buch zurückzusenden wenn der Händler mit anbietet das Buch bei einem Widerruf bei mir abzuholen?

Das lässt sich nicht einfach sagen. Es kommt darauf an, welcher Vertrag diese Klausel enthält und ob es sich überhaupt um einen Vertrag handelt. Ein Angebot ist an sich kein Vertrag.

Du hast i.d.R nach eingang des Widerrufs beim Händler (gewerblich) 30 Tage Zeit, die Ware unbenutzt und originalverpackt zurück zu senden. Die Kosten für den Rückversand trägst du, sofern der Händler keine irrsinnige Zalando-Mentalität hat.
Verstreichen die 30 Tage, ohne dass du die Ware zurück geschickt hast, ist der Fall erledigt und der Händler muss dir das Geld nicht mehr zurück zahlen (selbst wenn die Ware an Tag 36 eintrifft - AUSSER du hast die Ware an Tag 29 verschickt und der Versanddienstleister braucht ewig - dazu ist der Versandnachweis mit Datum nötig).

Der Händler muss dir dein Geld erst zurückzahlen, wenn er die Ware in der Hand hält d.h. auch mit Versandnachweis, gilt die Rückzahlungspflicht erst ab Wareneingang bzw. Datum der Zustellung. Der Händler muss ja prüfen können ob mit der Ware alles okay ist und kann, sofern Beschädigungen vorliegen, einen Teil des Geldes einbehalten.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung
30 Tage

14 Tage

unbenutzt und originalverpackt

Nope.

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@VirageXO

14 tage in der Regel. Der Händler darf aber eine längere Frist geben

Bücher sind so ein heikles Thema bei onlinbestellungen. Auf der einen Seite hat man natürlich das REcht, die Sachen wie im Laden zu testen. Dafür muss das Buch ausgepackt sein. Auf der andere Seite könnte man es dann ja auch lesen und dann zurückschicken.

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@VirageXO

Ließ mal genau: i.d.R. 30 Tage kommt natürlich auf den Händler an. Und DOCH, unbenuntzt und originalverpackt. D.h. war das Buch in Folie eingeschweißt, muss diese unbeschädigt sein. Bei Kleidung darf keine Verschmutzung vorliegen und die Etiketten müssen noch dran sein (anprobieren gilt nicht als Benutztung!). Ansonsten müssen etwaige Kartonagen unbeschädigt und sauber sein. So das die Ware wieder verkauft werden kann.

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@xPlatypus
Ließ mal genau: i.d.R. 30 Tage

Die "Regel" ist der gesetzliche Regelfall. Und das sind 14 Tage.

Und DOCH, unbenuntzt und originalverpackt.

Falsch. § 357 Abs. 7 BGB:

Der Verbraucher hat Wertersatz für einen Wertverlust der Ware zu leisten, wenn
1. der Wertverlust auf einen Umgang mit den Waren zurückzuführen ist, der zur Prüfung der Beschaffenheit, der Eigenschaften und der Funktionsweise der Waren nicht notwendig war, und
2. der Unternehmer den Verbraucher nach Artikel 246a § 1 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche über sein Widerrufsrecht unterrichtet hat.

Heißt im Umkehrschluss: Die Öffnung und Benutzung hindert mein Widerrufsrecht nicht. Und erst recht nicht, wenn sich die Benutzung i.R.d. Nr. 1 hält.

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@Nordseefan

D.h. du dürftest DVDs, Spiele etc. auch auspacken, dadurch sind diese aber unverkäuflich. Deshalb muss auch die Folie bei einem Buch unbeschädigt sein, da diese als Siegel gilt. So haben wir bisher bei jedem Streit recht bekommen, wo es um Handbücher o.ä. ging, die ausgepackt zurück kamen.

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@xPlatypus
DVDs, Spiele, [...]

Weil es da eine Sondervorschrift gibt.

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@VirageXO

Spiele ist klar, die kannst du ja auch im Laden nicht testen.

Bei Büchern ist da ja noch mal anderes. Wenn die eingeschweißt sind müssen sie es auch bleiben - so viel ich weiß

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Solange die Ware beim Verkäufer nicht eingegangen ist oder der Verbraucher keinen Versendungsnachweis erbracht hat, kann der Händler mit der Rückzahlung warten.

(§ 357 Abs. 4 Satz 1 BGB)

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