Wichtig: Wie weit haftet die Firma oder der Unternehmer bei einer AG bei Schulden?

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3 Antworten

Die Aktionäre haften mit dem Anteil, den sie am Grundkapital halten, also dem Geld, was sie für die Aktien gezahlt haben, die sie halten. Geht die AG pleite, sind sie das Geld los. Darüber ncihts.

Der Vorstand haftet nur, bei schuldhaftem Verhalten.

Also für hinterzogene Steuern, eventuell bei Bestechung usw.

Ist es ein AG oder ein Einzelunternehmen? Bei einer AG gibt es keinen Unternehmer!

AG ;)

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@paulineselixx

unternehmer bedeutet einfach, dass er das Unternehmen gegründet hat, aber du hast recht das ist etwas undeutlich. ich meine den vorstand

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Oh Pauline, sorry, Du haust Kraut und Rüben durcheinander.

Die AG ist eine juristische Person und sie haftet gegenüber den Gläubigern mit ihrem gesamten Vermögen, soweit dieses noch vorhanden ist. Im Gegensatz zu anderen Kapitalgesellschaften gilt jedoch der Vorstand nicht als Angestellter oder Arbeitnehmer des Unternehmens, sondern tatsächlich als selbständiger Unternehmer. Deshalb wird sein Dienstvertrag auch nur auf maximal 5 Jahre abgeschlossen.

Der Vorstand haftet natürlich im Außenverhältnis nicht gegenüber den Gläubigern, sondern nur im Innenverhältnis gegenüber den Eigentümern, also Aktionären. Da jedoch auch nur unter besonderen Umständen. Wie Du sicher weist gibt es für die AG ein eigenes Aktiengesetzt (AktG) mit einigen hundert Paragraphen. Das kann ich Dir hier nicht alles erklären. In Wikipedia findest Du eine erste Abhandlung über die AG. Ansonsten: liese das Gesetz, dazu ist es da. Einer meiner Professoren sagte immer, ein Blick in das Gesetz beseitigt alle Fragen und Zweifel und man kennt den aktuellen Rechtsstand. Da ich schon länger nicht mehr in diesem Gesetz las, gibt es vielleicht sogar eine Änderung, die ich Dir hier verkehrt schreibe. Das kann hier eben auch geschehen, aber nicht wenn Du selbst im Gesetz liest. Du mußt ja nicht alles lesen, nur was Dich interessiert.

Wichtig ist noch, daß der Dienstvertrag bei vorzeitiger Beendigung immer von der AG zu erfüllen ist. Also wenn ein Vorstand einen 5 Jahresvertrag hat und nach 2 Jahren entlassen wird, muß die Gesellschaft ihm die vereinbarte Vergütung noch für die restlichen 3 Jahre bezahlen. Dieses wird oft mit einer Abfindung verwechselt. Das hat zwar die gleiche Wirkung, ist aber nicht der sogenannte goldene Handschlag, sondern ein Teil der vertraglichen Vereinbarungen.

Wichtig ist auch, daß die Haftungsbeschränkung der AG erst greift, wenn diese in das Handelsregister eingetragen und veröffentlicht (deklaratorischer Charakter) ist. Davor haftet der Vorstand wie bei einem Einzelkaufmann, also mit seinem eigenen, gesamten, privatem Vermögen. Das muß man unbedingt beachten, ansonsten kann man sich schnell ruinieren.

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