Whisky Speyburn

7 Antworten

Reifen tut der nicht mehr. Der Prozess ist in der Flasche abgeschlossen. Selbst wenn du ihn noch 50 Jahre liegen lässt, wird er nicht besser. Selbst die Umfüllerei in ein Fass würde nix bringen. Es müsst schon eine spezielle Holzart sein; ob sich das lohnt? So teuer ist der doch nicht. Gibt wesentlich bessere!

Hallo Anonymos,

so, offenbar muss da mal jemand wieder die kompetenten von den anderen Antworten auseinanderdividieren. Vergiss die Nachreifung. Was willst du mit dem Inhalt einer einzigen Flasche in einem Fass? Noch dazu wo du wohl kein ehemaliges Bourbonfass herumliegen haben wirst. Und in der Flasche ändert er sich kaum mehr (stelle ihn lichtgeschützt an einen eher kühlen Platz).

Whiskies ohne Altersangabe werden dzt. immer mehr, wie bereits richtig geschrieben muss schottischer Whisky mindestens drei Jahre in Eiche liegen (neben einigen anderen Einschränkungen), damit er sich Whisky nennen darf. Üblicherweise werden aber mehrere Fässer gemischt, um einen einheitlichen nachproduzierbaren Geschmack zu komponieren (ja, der gleiche Whisky schmeckt aus jedem Fass mehr oder weniger anderes). Dabei werden durchaus auch ältere Fässer beigegeben. Sobald allerdings eine Altersangabe auf einer Flasche steht, darf kein jüngeres Fass verwendet werden. Da die Marketingabteilung der Whiskykonzerne fürchtet, dass ein drei- oder fünfjähriger Whisky auf dem Markt als minderwertig wahrgenommen werden könnte, schreiben sie lieber gleich gar keine Altersangabe drauf. Wobei es imho natürlich durchaus ausgezeichnete Whiskys ohne Altersangabe gibt.

Speyburn produziert eher milde Whiskies, und ist somit durchaus einsteigergeeignet. Genieße ihn mit Freunden bei Zimmertemperatur (bitte ohne Eis, maximal ein paar Tropfen Wasser dazugeben) in Süß- oder Weißweingläsern (ich unterstelle dir einmal, dass du keine tulpenförmigen Nosinggläser hast, die Whiskybecher, sog. Tumbler eignen sich nicht besonders für den Genuss von Whisky).

Viel Vergnüngen und Slainte WFL

Wenn das ein NAS-Whisky ist (das bedeutet "No Age Statement", also ohne Altersangabe), dann ist er mindestens drei Jahre alt. Das ist so vorgeschrieben, sonst darf er sich gar nicht Whisky nennen. Kann durchaus sein, dass er älter ist, aber die meisten Brennereien schreiben erst etwas drauf, wenn es mindestens ein 10-jähriger ist, manche auch schon bei 8, sehr selten weniger. Also hat er keine 10 Jahre Reifungszeit hinter sich.

Man kann im Web leicht nachschauen, dass die Flasche irgendwo knapp unter 20,-- liegt. Das ist nicht besonders teuer, aber für einen recht jungen Whisky sicher akzeptabel.

Er würde nur dann mehr wert, wenn die Brennerei nicht mehr existiert, er damit Seltenheitswert bekäme und wenn das zusätzlich auch noch ein besonders feines Stöffchen wäre. Aber auch dann wohl nur sehr moderat und für wenige Liebhaber. Ansonsten hat dieser Whisky nichts besonderes, das ihn für eine Wertsteigerung qualifizieren würde. Und dass er in der Flasche nicht besser wird, wurde auch schon gesagt.

Also ist es besser, ihn einfach auszutrinken.

Was möchtest Du wissen?