Weswegen brauchen angehende Medizinstudenten ein herausragendes Abitur?

...komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Der Grund ist trivial: Es gibt nicht genug Studienplätze für alle die Studierwilligen, die Medizin studieren wollen.

Also muss man auswählen - und das macht man anhand der Abiturnoten und anderer Gründe.

Es gäbe auch andere Entscheidungsebenen: beispielsweise vorrangig Kindern von Ärzten einen Studienplatz zukommen zu lassen,. weil sie doch das Ärzte-Milieu kennen.

Wolltest du das?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Eromzak
18.06.2017, 18:58

Dein letzter Satz ist so auf anderer weiße schon zutreffend. Vitamin B gibts in der Medizinbranche jede Menge, vorallem wenn der Papa schon ein großes Tier ist. :)

0

Da es nicht genug Studienplätze gibt für alle Bewerber, muss ausgewählt werden, wer einen Studienplatz bekommt und wer nicht.

Ein Auswahlverfahren mit Eignungstests wäre viel sinnvoller - keine Frage - aber leider auch viel aufwändiger und teurer als die Auswahl über den Abischnitt.

Den Abischnitt hat jeder Abiturient in seinem Abizeugnis stehen, der ist verfügbar ohne irgendwelchen Aufwand. Eignungstests zu organisieren und zu bewerten, das wäre enormer zusätzlicher Aufwand.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich persönlich halte das für wenig sinnvoll, wie du sagst, sagt die Abiturnote alleine nichts über die Begabung zur Medizin aus, ein Eignungstest wäre wohl sinnvoller. Was der Sinn des NC ist?, ganz klar die hohe Zahl an Bewerbern, durch den hohen NC wird ein Großteil der Bewerber die ihm nicht erreicht haben schon mal von vorneherein ausgeschlossen. Ein gesonderter Eignungstest wäre aufwendiger und teurer, als einfach auf die Abiturnote zu schauen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da unterliegst Du einem weit verbreiteten Irrtum! Es ist keinesfalls die Absicht des Gesetzgebers, die Auswahl der Medizinstudenten an die Anforderungen des Studiums oder des Arztberufes anzupassen. Schließlich wird ja auch der schlechteste Abiturient zugelassen, wenn er nur die Wartezeit abgesessen hat.

Die medizinischen Studienfächer gehören in Deutschland zu den zulassungsbeschränkten Fächern mit besonders großem Bewerberüberhang, d.h. die Zahl der Bewerber ist hier um ein Vielfaches größer als die planmäßig bereit gestellten Studienplätze. Damit ist ein Auswahlverfahren unter den Bewerbern unerlässlich. Streiten kann man sich natürlich immer über die Auswahlkriterien. Und der Streit läuft seit Jahrzehnten.

Immerhin erscheinen selbst mir die aktuell geläufigen Auswahl-Kriterien wie Schulleistung, Dienst und Wartezeit rationaler als z.B. Schuhgröße, Körpergewicht, Haarfarbe oder Anfangsbuchstaben des Familiennamens. Beim AdH (Auswahlverfahren der Hochschulen) können z.B. auch die relevanten schulischen Fachnoten bewertet werden, der berufliche Werdegang und die Ergebnisse von TMS-Test und persönlichem Motivationsgespräch.

Vor Jahren forderte eine etwas weltfremde Kultusministerin hierzulande allen Ernstes, bei den Auswahlverfahren für alle Fächer alle Bewerber derartig aufwendigen individuellen Prüfungen zu unterziehen. Wie das finanziert werden sollte, sagte sie nicht dazu. Nach meiner seinerzeitigen groben Rechnung wäre das gesamte medizinische Lehrpersonal an deutschen Universitäten ausgelastet gewesen mit der Auswahl der Medizin-Studienplatz-Bewerber mittels persönlicher Gespräche. Für das Studium wäre dann kein einziger Professor zur Verfügung gestanden. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil so garantiert wird, dass in unserem Schulsystem bestimmte soziale Zugehörigkeit schon mal über ungerechte Notenverteilung aussortiert wird. Alte Strukturen verteidigen also so ihr Territorium. 

Tatsächlich kann ein solcher NC nur dann erreicht werden, wenn Bulemielernen praktiziert wird. Das aber schließt den Wunsch nach Verständnis aus. 

Zudem braucht es im Gesundheitswesen nicht nur nachgeplappertes Wissen. Es braucht Empathie und gut entwickelte Sinne. 

Früher war das anders. Vor den Nazis. 

Nun gut: Politik begründet mit zu großer Nachfrage und zu wenigen Studienplätzen. Zudem reguliert Politik die Anzahl der zugelassenen Ärzte in diesem Staat, ihre Bezahlung und so fort. 

Nun fehlt nur noch zu wissen, dass in den vergangenen Jahren bis Jahrzehnten vor allen Dingen jene Spezialbereiche der Medizin Lohnerhöhungen durch Bundestagsbeschluss erhielten, die die meisten Frühverrentungen verantworteten. 

Ok. Ziehe eigene Schlüsse. 

Es gibt aber immerhin auch eine Alternative:

Das Physikum im osteuropäischen Ausland absolvieren und dann in D den "Rest". Wenn ich es recht im Kopf habe hat Düsseldorf eine entsprechende Kooperation. Aus gutem Grund: 

Die Ausbildung dort ist besser, auch praxisbezogener. Denn da sind bedeutend weniger Studenten pro Dozent. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da stimme ich zu, man braucht schon etwas mehr Können, denn das Medizinstudium ist schwer und anstrengend. Aber 1,1 ist ja wohl wirklich etwas über das Ziel hinausgeschossen. Ich fände eine Kombination besser. Sagen wir mal 2,0 und dann ein Eignungstest. Am besten noch in Kiombination mit Extrapunkten, wenn man sich dazu verpflichtet, mindestens 5 Jahre auf dem Land als Hausarzt zu praktizieren (Mangel). 

Aber das wäre halt teurer. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Unsinnig finde ich das NC-Verfahren. Wenn ich krank bin, gehe ich lieber zu einem Arzt , der auch über Empathie verfügt - und das sind nicht unbedingt die mit Einser-Abitur. 

Es gibt aber an den Universitäten auch Medizinertests, Wartesemester zählen und eine Berufsausbildung kann auch helfen damit sich der Abischnitt hebt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Barbdoc
18.06.2017, 22:43

Der Abischnitt bleibt unverändert, einzige Ausnahme TMS. Du bringst da verschiedene Zulassungsverfahren durcheinander.

0

weil man bei knappen Ressourcen (Studienplätze) und einer Vielzahl von Bewerben irgendwie auswählen muss - man hat sich für den nc entschieden, wie es ihn auch bei anderen Studienfächern gibt - vermutlich weil das am wenigsten Arbeit bei der Auswahl macht ...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Verstehe ich auch nicht ganz wenn ich ehrlich bin, aber irgendwie muss man ja Leistungen zeigen. Vor allem bei Medizin dürfen später keine Fehler gemacht werden und gute Noten weisen eben daraufhin, dass die Person sich immer bemüht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Rollerfreake
18.06.2017, 21:54

Fehler passieren auch so, Ärzte sind auch nur Menschen und Menschen passieren immer Fehler, in der Medizin zum Teil leider mit fatalen Folgen. Daran ändert eine Note oder ein Schulabschluss nichts. 

0

Wer nicht den Willen hat, gut ein einem geforderten Fach zu sein, der wird auch später nicht den Willen haben, irgendwelche Aspekte des Medizinstudiums zu lernen, die ihn vielleicht nicht interessieren. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Eromzak
18.06.2017, 18:52

Das ist quatsch und das weißt du auch.

0
Kommentar von Rollerfreake
18.06.2017, 22:10

Bei mir ist das nicht zutreffend, ich mache eine medizinische Ausbildung und habe überhaupt kein Abi. Selbstverständlich lerne ich alle Bereiche, die die mich interessieren natürlich am liebsten, aber eben auch die wofür ich kein großes Interesse habe. Deshalb hat es für mich auch nichts mit einem Schulabschluss sondern viel mehr mit Verantwortungsbewusstsein zu tun, alle Patienten adequat versorgen zu können. Durch's Abitur kann man sich auch irgendwie durchmogeln, so jemand wird es dann auch im Studium machen. 

2

der Prof. bei dem ich gearbeitet haben, hat immer gesagt : "Chirugie ist ein Handwerk, was hat das mit einer guten Mathenote zu tun ? garnix da ich ein Handwerker bin."

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von dompfeifer
19.06.2017, 21:44

Nebenbei: Es kommt gelegentlich durchaus vor, dass Chirurgen beruflich auch einmal vor einem mathematischen Problem stehen. Das delegieren die dann eben arbeitsteilig an einen Mathematiker.

Ansonsten geht es bei der Medizin-Studienplatzvergabe ja gar nicht um die Anforderungen von Studium oder Beruf. Siehe dazu meine ausführliche Antwort oben.

0

Was möchtest Du wissen?