Westliche Musik in der DDR? Wann?

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6 Antworten

Hey Du.

Du bekommst jetzt viel Lesestoff. Allerdings werde ich Dir die ganzen Links zur Geschichte nicht anheften brauchen, weil es reicht, wenn Du in die Suchzeile einfach "dt64 radio" eingibst. Dort kommt über Wiki-Einträge, Radio- und Musik- Geschichte etc. so ziemlich alles vor, was Du wissen möchtest.

Ab 1987/1988 hat sich so Einiges geändert.

Weiterhin gab es die Fernsehsendung "Elf99" - mit Beginn der Ausstrahlung liefen im DDR-Fernsehen auch internationale Charts mit Videos und Live-Aufnahmen etc.

Bis dahin hat man oft, verbotenerweise, versucht die Westmusik über "RIAS 2" anzuhören. Glück, die Frequenz zu erwischen. Westberliner Sender: Radio im amerikanischen Sektor - RiaS. So hab ich 1986 "Münchner Freiheit", "Sandra", "C.C.Catch" etc.etc.etc. auf meine "ORWO"-Radio-Kassetten aufgenommen. Die 60-Minütigen liefen gut, die 90-Minütigen liefen schwer und leierten sich oftmals in die Tonkopfspulen rein und verursachten Bänder-Riss. Horror, wenn so ne Kassette - sprich Tape - über 30 Mark kostet. Die 60er kosteten glaub ich 23 Mark eine.

Was noch?

LG

Vielen Dank für die Informationen!! Hättest du vielleicht noch etwas zum Palast der Republik? Wer durfte dort spielen und was musste beachtet werden?

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Noch mehr Lesestoff: 2 Links hänge ich Dir hier gleich an, Du wirst sie sicher wiederfinden, wenn Du "Weststars in der DDR" in die Suchzeile eingibst. Denn Alles oder besser gesagt "Vieles" kann ich aus dem Kopf auch nicht wissen, denn ich bin ja erst 1977 geboren worden, allerdings auch fernab von Berlin..........

http://www.ndr.de/kultur/geschichte/weststars104.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/ehemaliges-staatsratsgebaeude-der-ddr-postercollage-mit-ost-und-weststars-gefunden/11998020.html

Womöglich findest Du irgendwo da auch noch mal ne Extra-Zeile über Udo Jürgens wieder. Wie gesagt - Viel Lesestoff insgesamt.

Konzentriere Dich bestenfalls auf "Kultur-Geschichte in der DDR" über Zeitungsartikel und -berichte. (Wirst Du sicher über die einzelnen angebotenen Links ausfindig machen.)

Leider wird die Musikgeschichte der DDR oftmals bissl ins Lächerliche gezogen, was ich traurig finde. "Phudys" durften die DDR für Auftritte sogar verlassen. 

"Wolf Biermann" allerdings, ein Liedermacher wurde sogar boshaft ausgewiesen in die BRD.

Inka Bause - die Moderatorin von "Bauer sucht Frau" auf RTL, ist die Tochter von Arndt Bause, welcher ein hochgeachteter Komponist in der DDR war.

Reinhard Lakomy - ein Genie in Wort und Ton.

Gerhard Schöne - .....ebenso. Usw. usw.usw.

Peter Maffay hat das Lied "Über sieben Brücken mußt Du gehen" weltbekannt gemacht - ist im Original aber von "KARAT", gesungen und interpretiert durch Herbert Dreilich, den Frontmann von Karat dazumal. Unvergessliche Stimme.

Ich glaub aber, ich höre jetzt wohl besser erstmal auf hiermit......

........fernab von Berlin bedeutet aber eben nicht, daß auch nach der Wende großartige Könnstler/ Könner in Form von Musik nicht irgendwie weltweit Fuß fassen konnten, die ihre Kindheit in der DDR verbracht haben. Ich selbst bin Sachse - eben fernab von Berlin - aber ca. 30 Kilometer von meinem Heimatort entfernt, gibt es - als spontanen Einfall von mir - auch ein DDR-Kind mit Weltruhm mittlerweile.

Im beschaulichen Brand-Erbisdorf/ Freiberg/ Sachsen erblickte mal ein "André Tanneberger" das Licht der Welt und entdeckte die elektronische Musik für sich. Wir kennen Ihn aus Disco, Radio, Club´s etc. lediglich als "ATB".

LG

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@ChloeSLaurent

Reinhard Lakomy ist einer meiner absoluten Favoriten! Gerade seine 82er LP ist super, aber auch "Aer" (habe ich als CD) und "Die 6-Uhr-13-Bahn" (habe ich auch) sind einfach nur genial.

Wen ich auch gerne mag ... Regina Thoss. Ist sicherlich Geschmackssache & Ekki Göpelt mag ich auch, was einige meiner Freunde nicht verstehen, aber sie haben mMn einfach tolle Stimmen & der gute Ekki hatte auch so eine ganz liebe Ausstrahlung :) 

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@rotesand

Ich könnte mir hierzu insgesamt jetzt die Finger wund schreiben - und müßte das sicher in 3 oder 4 Kommentare einbinden, weil 5000 Zeichen pro Kommentar zu wenig dafür sind.

Bedenke auch bei Reinhard Lakomy die ganzen Kindergeschichten auf Platte, die Er vertont und sogar selbst gesprochen/ erzählt/ gesungen hat teilweise.

Und vergessen wir auch weiterhin nicht "Alfons Zitterbacke". ;-)

LG

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Hallo :)

Ich würde die Reihe "Amiga Quartett" nennen ------> da wurden neben einigen einheimischen Acts zahlreiche in den 80ern erfolgreiche ausgewählte Westkünstler von Tony Christie und Roger Whittaker über Amanda Lear und Heinz Rudolf Kunze bis zu Jule Neigel oder Mel & Kim mit vier Liedern auf Platte gepresst und für 8,10 Ostmark verkauft. Die Serie lief mMn bis 1989 oder sogar 1990. 

Auch LPs mit Originalalben oder Zusammenstellung aktueller Hits von Westkünstlern wurden gelegentlich bei Amiga veröffentlicht. Ich habe etwa welche von Guesch Patti, Roger Whittaker, Engelbert und Udo Jürgens im Schrank. 

Da musste vorher allerdings das Liedprogramm genau durchgesehen & von den Obersten genehmigt werden, ähnlich wie bei den Konzertauftritten.

Hoffe ich konnte dir helfen :)

Stimmt. Das waren die Kleinen, die man mit 45er Geschwindigkeit abspielen mußte. Wenn man da mal eine von "Secret Service" oder "Peter Maffay" etc. irgendwie erstanden hatte, liefen die den ganzen Tag erstmal über längere Zeit - und aller 6-7 Minuten rannte Mutti zum Plattenspieler, um die Seite zu drehen.

Viele Original-Platten gab es aber dann auch im "Intershop" zu kaufen. Wir konnten da nur ein einziges Mal einkaufen. Da hatte mein Papa irgendwem mal so aufwendig bei irgendwas was geholfen, daß er solches Geld für den Intershop bekam. So kam ich 1986 zu meiner ersten BASF-Kassette - die hab ich heute noch. Schon interessant, wenn man so drüber nachdenkt. JaJa, damals wars......

Ich glaube mich auch noch zu erinnern, daß die Leute vorm RFT-Rundfunkgeschäft stundenlang Schlange standen, wenn eine neue Amiga-Platte offiziell verkauft wurde. War aber ja irgendwie immer nur begrenzte Stückzahl, glaub ich. Da zogen oftmals Einige wohl völlig zerknirscht, weil umsonst angestellt, wieder leer ab. Hat mir meine Mutter nur mal erzählt gehabt.

LG

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@ChloeSLaurent

Genau die sind das & Secret Service müsste ich sogar auch haben.. pro Seite mit zwei Stücken und ich glaube, bei manchen gab's statt zwei Stücken auch eine Maxiversion pro Seite.. ich meine bei C.C. Catch und Amanda Lear müsste das so sein, kann aber nachschauen :) Lege ich heute noch gern in meiner RFT Anlage auf.

Grüße zurück und ein schönes Wochenende...!

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@rotesand

Auf der Secet Service- 45Platte war Ten O´Clock Postman, Ye-Si-Ca, LA Goodbye und (weiß nicht mehr ganz genau) entweder Dancing in Madness oder Oh Susi drauf.

Zu den Maxi-Versionen noch was: Die Maxi-Stunde auf DT64 - jeden Sonntag von 11.00 - 13.00 Uhr. Das war meine Welt. Leider gab es um 12 Uhr Mittag und ich hatte die Wahl - entweder durchlaufen lassen und Gequatsche mit drauf oder teures Band sparen und "die besten Sachen" verpassen. ("Das Essen wird kalt! Komm jetzt endlich!!!" - "Ja, ich komm ja schon, bin sofort da." - in Klammern: Denkste. Und dann gabs Streß, Auweia.) Überspielen war nicht, um die Moderation rauszuschneiden, weil es gab nur einen STERN-Radio-Rekorder im Hause. Oh mein Gott - und dieses Spiel jeden Sonntag.

Der STERN-Rekorder existiert auch heute noch - unkaputtbar. Beständige Technik. Daher mein Tipp an Dich: Die RFT-Anlage schön in Ehren halten. Auch mit den guten Speakern "Made in GDR" von "VEB Nachrichtenelektronik Leipzig" gabs schon immer guten und satten Sound. Ich muß grad bissl feuchtäugig schmunzeln.

Ich hab auch meinen Schultaschenrechner SR1 noch. Von "VEB Mikroelektronik Wilhelm Pieck Mühlhausen". Nutze ich teils täglich. Kurios: 1988 ist lang her, aber da sind die 2 Original-Knopfzellen noch drin!! Da war mir auch mal ein Bier drüber gelaufen - zerlegt, sauber gemacht, die alten Batterien wieder rein, anschalten, funnzzt.

423 Ost-Mark kostete der damals, glaub ich. 300 Mark hat der Staat übernommen und 123 Mark mußten die Eltern selber zahlen. In der Pause damit Frisby gespielt und dann war Mathe. ;-)

LG

...Dir auch schönes Wochenende

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@ChloeSLaurent

Die Schultaschenrechner lagen noch zur Wendezeit in den Geschäften für 135.- Mark und nur mit Berechtigungsschein. Ganz am Anfang gab es bulgarische Taschenrechner für 500.- und 1000.- DDR-Mark.

Aber mit der Maueröffnung kauften wir für 7.- DM die Scheckkartenrechner aus dem Westen und brauchten keine teure DDR-Ware mehr.

Ich habe leider meinen Stern-Recorder beim Umzug entsorgt. Satter Sound ist richtig, aber das Gerät war mir zu wuchtig, und das Kassettenteil fing schon nach kurzer Zeit an zu leiern.

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Hallo, ganz interessante Frage zu der ich auch etwas mitteilen kann. Es gab damals eine Sendung, die nannte sich "Podiumsdiskothek". Die lief 2 mal im Monat für jeweils ca. eine dreiviertel Stunde (etwa 10 - 12 Titel). Die Titel (ein großer Teil Ostmusik und ein paar Titel Westmusik), die in dieser Sendung ausgestrahlt wurden durften von "Schallplattenunterhaltern" mitgeschnitten werden (so nannte man uns damals, heute heißt das DJ). Diese Titel durften dann öffentlich aufgeführt werden. Man mußte dafür allerdings eine Lizenz bezahlen. Höhe weiß ich leider nicht mehr, glaube so 60 Mark pro Jahr. Öffentlich aufführen durfte man auch Amiga-Schallplatten (war soweit ich weiß die Firma in der DDR, die dafür "verantwortlich" war). Bei dem Kauf einer LP zum Preis von 16,10 Mark war eine Lizenzgebühr enthalten. Man durfte die Schallplatte also öffentlich aufführen, aber nur im Original mit einem Plattenspieler. Hatte man sich eine Kopie angefertigt per Kassettenrekorder oder Tonbandgerät war erneut eine Lizenz fällig. Das alles galt aber nur für o.g. Schallplattenunterhalter, die Musik öffentlich zu Tanzveranstaltungen "aufführten", nicht für den privaten Bereich. Die "Schallplattenunterhalter" mußten auch aller 2 Jahre eine Prüfung ablegen. Wer dort Fehler machte und Titel spielte, die noch nicht in der Podiumsdiskothek ausgesendet wurden (Mitschnitte über Westradio waren zwar nicht gewünscht und erlaubt, aber möglich), war eigentlich mit 100%ger Sicherheit seine Spielerlaubnis (Ausweis) los. Außerdem mußte man sehr bei seiner Musikauswahl darauf achten, dass die geforderten Prozente eingehalten werden nämlich 60% Ostmusik und 40% Westmusik, sondern war das wieder das Aus.

Vielleicht konnte ich Dir damit etwas helfen? War meine Zeit, da bin ich großgeworden.

Viele Grüße!

Ich habe 1975 meine ersten beiden West-Lizenzplatten (Abba und Rubettes) kaufen können. Also erfolgte die Öffnung bereits zu dieser Zeit bzw. auch schon etwas früher. Im Palast der Republik traten viele Künstler aus dem Westen auf, solange sie keine Lieder sangen, die den DDR-Oberen nicht passten. Liebe und Sonnenschein ging immer. Einige Künstler, wie z. B. Herbert Grönemeier, weigerten sich auch, in der DDR aufzutreten, weil sie nicht instrumentalisiert werden wollten.

Noch zu seiner Amtszeit als "Staatsratsvorsitzender" fragte Walter Ulbricht im Radio.interview: "Brauchen wir denn wirklich dieses "Jäh,jäh,jäh und wie das alles heißt? Wir müssen doch nicht den ganzen Unsinn aus dem Westen nachmachen. Das "Jäh" stammte von einem Auftritt der Beatles auf der (Westberliner) Waldbühne, bei dem "Fans" die Sitze "bildzeitungswirksam" zerstört hatten.

seit dem der sonderzug nach pankow fuhr , durften west musiker vor 60% befohlenen und 40% ausgesuchten gästen spielen - texte vorab korrigieren lassen . MfS .

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