Weshalb werden wir Menschen von Beginn an von manchen als dumm angesehen, obwohl wir es im Endeffekt eigentlich gar nicht sind?

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6 Antworten

Ich glaube, das ist noch wie beim Neandertaler, Aktion-Reaktion, da liegt kein Bewusstsein dazwischen, so dass man das nicht reflektiert, nicht hinterfragt, nicht darüber nachdenkt, es ist ein Reflex, der sofort deutet. Das machen nicht alle Menschen. Ich finde deine Frage gut und du hast recht, die Noten sagen nicht allzu viel über einen aus. Gutmütige Menschen (fügen weniger Schaden zu) werden nicht unbedingt gebraucht, außer in sozialen Berufen und um sich "mehr" Gedanken im Leben zu machen, dafür braucht man Tiefe. <   Wenn man andere als dumm ansieht, stellt man sich selber innerlich automatisch drüber und man denkt, man ist im Vorteil, schlauer ...<

koraline 19.10.2016, 21:33

Aah, jetzt erkenne ich dich wieder. Dir habe ich schon mal eine Frage beantwortet. Du machst dir in so jungen Jahren schon so tiefgründige Gedanken? Alle Achtung.

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perfectingday 21.10.2016, 20:20

Natürlich, gehört auch irgendwie auch sozusagen zu meinem Leben dazu. :) Es ist genau genommen vielleicht auch mein Hobby, sich über gewisse Dinge Gedanken zu machen.

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Niemand ist wirklich dumm. Es gibt allerdings eine Menge falscher Erwartungshaltungen.

Wenn irgend ein Universitätsprofessor von mir eine Leistung erwarten würde, von der ich keine Ahnung habe, dann wäre ich in seinen Augen möglicherweise dumm, obwohl die eigentliche Dummheit nur seine falsche Erwartungshaltung ist. Ebenso gibt es sicher eine Menge, was ich gut kann und wovon dieser Professer keine Ahnung hat.

Eine äußerst interessante Frage ist ständig die, wie "klug" denn Menschen überhaupt sind. Klar, sie sind viel klüger als Stubenfliegen. Aber wenn man das gesamte denkbare Wissen als Maß ansetzt, welches der Mensch eben nicht hat, dann ist sein geistiger Unterschied zu einer Stubenfliege so minimal, daß man ihn vernachlässigen kann.

Ich selbst habe es mir angewöhnt, von anderen im Prinzip nichts zu erwarten, aber mich darüber zu freuen, wenn doch etwas kommt, und da kommt dann regelmäßig auch recht viel, und oftmals auch noch einiges mehr als Zugabe.

Demgegenüber sind Wissensdogmatiker überhaupt nicht mein Ding. Wer stur auf Standpunkte beharrt, mag das ruhig tun, solange es ihm gefällt, aber wenn mir jemand seinen Standpunkt aufzwingen will und nicht bereit ist, es zumindest für möglich zu halten, daß alles auch ganz anders sein kann, dann wird es eben haarig.

Es ist tatsächlich so, daß jedes Verhalten auch an Bedingungen geknüft ist. Wenn meine Lebensumstände ein bestimmtes Verhalten erfordern, dann ist das für mich klug. Für andere, die völlig andere Lebensumstände haben, kann genau solches Verhalten aber dumm sein (es paßt nicht zu den  Umständen).

Unter dem Strich besehen gibt es nach meinem Denken aber auch echte Dummheit. Das ist diejenige, etwas zu wissen oder zu können und sich dann stur zu weigern, solches Wissen oder Können an andere weiterzugeben, die es benötigen und danach fragen.

Es lohnt sich normalerweise, schnell Entscheidungen zu treffen bzw. auch Einschätzungen und zu verallgemeinern. Also das lohnt sich bezogen auf die Evolution/ Psychologie des Menschen: Man muss schnell einschätzen, ob jemand einem gefährlich werden kann oder hilfreich/ kompetent sein kann (z.B. in Gefahrensituationen - an wen wende ich mich jetzt schnell?).

Das Problem ist leider, dass wir heute in einer sehr komplexen Welt leben und die meisten nicht nur sehr kompetent auf einem Gebiet und sehr inkompetent auf dem anderen sind oder überhaupt nicht nur eine hervorstechende Eigenschaft haben und je nach Situation hilfreich oder gefährlich werden könnten. Sie sind schwer einzuschätzen. 

Unsere Urteile kommen oft durch Erziehung zustande. Erziehung findet durch das Umfeld statt, nicht nur durch Eltern. Wenn man lernt (durch Kommentare, Begebenheiten wie Auslachen, Verhalten von Lehrern etc.), dass jemand mit schlechten Noten "dumm" ist und dass "dumme Menschen" schlechte Menschen, schlechte Freunde etc. sind oder deren Image auf einen abfärben könnte - man durch Freundschaften mit ihnen sozial isoliert würde: eine evolutionär sehr gefährliche Situation, in der man schnell den Tod finden könnte - dann muss man schnell entscheiden, wer dumm ist und sich von diesen Menschen fernhalten!

Das macht allerdings heute meist sehr wenig Sinn! Zum einen sind wir sehr komplex und selten komplett dumm oder immer kompetent/ "intelligent", zum anderen kann man mit jemandem, der in Mathe schlecht ist, sehr viel Spaß haben oder er kann auf anderen Gebieten extrem kompetent sein. Unsere Einschätzung ist dann falsch, wenn wir ihn als "dumm" abstempeln und uns von ihm fernhalten!

Man muss allerdings aktiv gegen seine (meist unbewusst erworbenen) Vorurteile ankämpfen und sich angewöhnen, Menschen offen zu begegnen und verschiedene Facetten an ihnen wahrzunehmen, sie nicht gleich als dumm abzustempeln, wenn sie mal Fehler machen.

Bedenke auch, dass du Menschen, die du als intelligent wahrnimmst/ kennst, viel mehr Chancen gibst als "dummen". Die Intelligenten haben dann mal einen Fehler gemacht, der jemandem passieren kann, während die Dummen wieder mal bewiesen haben, dass sie nichts können. Dieses Urteil triffst aber nur DU, es hat nichts mit der Realität zu tun, die oft gerade umgekehrt sein kann und nur durch deine Wahrnehmung verändert wurde!

Durch Verstärkung - Auslachen, schlechte Prognosen, Angst usw. - kann ein einmaliger Fehler - 5 in der Mathearbeit - einen Menschen so beeinflussen, dass er sich selbst auf diesem Gebiet als dumm wahrnimmt - "Mathe kann ich nicht!" - von andern ebenso gesehen wird und auf diesem Gebiet durch Stress, Angst und Vermeiden des Ungeliebten auch nicht besser wird. Wird er dann als Matheniete wahrgenommen, übersieht man auch Ansätze zu Verbesserungen, sie werden dann als Ausnahmen von der Regel wahrgenommen und das Umfeld redet dem Betroffenen ein, dass er grundsätzlich dumm auf diesem Gebiet ist, was dazu führt, dass er nie lernt, sich gezielt zu verbessern. Auch nagende Zweifel - kann ich das überhaupt schaffen - können zu Versagen führen. Gute Ideen auf diesem Gebiet werden dem Betroffenen dann nicht geglaubt, so dass er lernt, sich selbst auf dem Gebiet zu misstrauen.

So ist der Mensch eben, für einen Normalen gibt es nur Schubladen, eine Person wird mach einmal sehen/etc. direkt in eine hineingeordnet, ob es stimmt oder nicht.

Dummheit wird oft mit Wissen gleichgesetzt.
Der Akademiker mit viel Wissen wird als intelligent angesehen und der Bauarbeiter mit wenig Wissen als dumm.

Intelligenz lässt sich nicht an Noten ablesen oder am Erfolg im Leben, wenn auch beides oft ein Indiz darstellen.
Ein (richtiger) IQ Test ist ein besseres Indiz, das kann man z.B. bei "Mensa" kostenlos bekommen und man erhält eine absolute Bewertung der Intelligenz. Wenn auch nicht alle Aspekte darin enthalten sind.

"Dummheit" dagegen ist auch ein relativer Begriff.
Unter von meiner Position aus dummen Menschen können sich Gruppen bilden in denen einige als intelligent erkannt werden und andere als dumm.

menschen, die andere als dumm ansehen,sind dumm

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