Weshalb werden Studierte oft als Fachidioten von einem grossen Teil der Gesellschaft abgestempelt?

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7 Antworten

Na ja, die werden dann wohl so ihre Erlebnisse haben, oder? ... und ein Junglehrer geht meist mit rd. 1000 EUR an den Start und dies ist doch nicht viel, wie hier behauptet wird!

Von Fachidioten wird gesprochen, wenn eine Person studiert hat und diesem Bereich super ist. In den meisten anderen Bereichen wie Charakter oder z.B. Planung Schwächen aufweiset.

Wenn eine studiert Person einer Person mit einem "normalen" Schulabschluss einen Ratschlag oder gar eine Anweisung gibt, dieser Ratschlag/Anweisung jedoch nicht korrekt ist oder auf Abneigung stösst, dann wird oft von einem "Fachidioten" gesprochen.

Von Fachidioten wird auch gesprochen, wenn studierte Personen ein Problem analysieren, dessen Lösung Personen, mit "normaler" Grundausbildung, mit gesundem Menschenverstand sofort erkennen.

Diese Anschuldigung kann berichtig oder unberechtig sein.

October2011 16.05.2014, 21:32
Von Fachidioten wird gesprochen, wenn eine Person studiert hat und diesem Bereich super ist. In den meisten anderen Bereichen wie Charakter oder z.B. Planung Schwächen aufweiset.>

Wie würdest du denn jemanden nennen, der studiert hat, fachlich super ist, gut planen kann und einen tollen Charakter hat?

October

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Raski 17.05.2014, 08:53
@October2011

Wenn all das zutrifft, dann wird diese Person wohl nicht als Fachidiot betitelt. Oder die Anwendnung des Begriffs "Fachidiot" ist auf diese Person nicht ganz zutreffend.

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October2011 17.05.2014, 10:15
@Raski

Ich frage mich nur, warum es einen negativ besetzten Begriff für Akademiker gibt - aber keinen positiv besetzten?

Ingenieure haben erheblich mit dazu beigetragen, Deutschland zu einer Wirtschaftsmacht zu machen, da würde man eigentlich auch einen positiven Begriff erwarten?

October

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Vom Fachidioten habe ich noch nie gehört, eher im Gegenteil. Die meisten haben das Bild vom Party-feiernden, dauernd saufenden und faulen Studenten im Kopf. Ob das jetzt durch amerikanische Teeniefilme oder den früheren Diplomer verschuldet ist, kann ich nicht beurteilen :-) Mein Freund (kein Akademiker) hatte auch solche Vorurteile bis er gesehen hat, wie viel ich für die Uni machen muss.

Ziemlich einfach: im Studium spezialisiert man sich auf wenige Fachbereiche, häufig sogar nur einen Fachbereich. Mit dem Spruch will man aussagen, dass die Akademiker sich dann genau in diesem Fachbereich auskennen, aber von allem rechts und links daneben keine Ahnung haben. Dazu kommt, dass früher nur wenige Studenten auf einen Job angewiesen waren und von daher keinerlei Berufserfahrung hatten. Und dann kommen sie nach dem Studium in eine Firma, kennen zwar die Theorie in ihrem Fachbereich auswendig, haben aber keine Ahnung von der Arbeitswelt und keine Ahnung von angrenzenden Fachbereichen - und geraten qua Abschluss automatisch in höhere Positionen bei höherem Gehalt als Facharbeiter, die schon gut 10 Jahre früher mit arbeiten angefangen haben.

Das hat sich ein stückweit gewandelt und natürlich ist daran ziemlich viel Klischee, Pauschalisierung und sicher auch Neid. Aber so ist das eben mit solchen "Sprüchen".

Levilevi 16.05.2014, 21:12

Sorry, aber das ist absolut falsch! Viele arbeiten bereits neben dem Studium in ihrem "Fach" und haben viel Ahnung von Praxis. Außerdem ist eine Spezialisierung in einem Studium so groß, dass man mehr alleine da verhältnismäßig weiß als einer, der Abi gemacht hat.

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Mireilles 16.05.2014, 21:24
@Levilevi

Dazu kommt, dass früher nur wenige Studenten auf einen Job angewiesen waren

Problem damit geklärt? ;-)

Dieses "früher" beschreibt Zeiten vor 10-20 Jahren. Die Redewendung gibts ja auch nicht erst seit heute, sondern das mussten sich schon meine Eltern anhören...

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October2011 16.05.2014, 21:26

Schmunzel, das ist die typische Meinung vieler, die nie selbst studiert haben.

Wie es in der Arbeitswelt zugeht bekommt man ziemlich schnell mit, dazu braucht es keine 10 Jahre Berufserfahrung.

Dass Positionen je nach Können und Wissen vergeben werden ist eigentlich ziemlich normal.

Auch ein Facharbeiter kann sich hocharbeiten und Weiterbildungskurse machen oder eben den Meister.

October

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Mireilles 16.05.2014, 21:31
@October2011

Ok, ich konnte scheinbar nicht deutlich machen, dass es sich NICHT um meine Meinung handelt, sondern eben um die wahrscheinlichste Erklärung für diese Redewendung.

Ich habe übrigens studiert und promoviert UND mich nebenbei "hochgearbeitet" ;-).

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October2011 16.05.2014, 21:35
@Mireilles

Ich habe nicht behauptet, es wäre deine Meinung:

Schmunzel, das ist die typische Meinung vieler, die nie selbst studiert haben.

Ansonsten hätte ich es anders formuliert, z.B. "Ich teile deine Meinung nicht, weil ...."

October

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Weil sie es sind, darum.

Oder meinst du ernsthaft, ein frisch fertig gewordener BWLer hat wirklich aufgrund seiner Lebenserfahrung das Zeug dazu, als Unternehmensberater einen maroden Betrieb zu sanieren? Natürlich nicht, was aber viele dennoch nicht davon abhält, es zu tun.

Hi,

das erlebe ich so gar nicht. Die meisten Menschen sind von meinen Doktortitel eher beeindruckt.

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schleudermaxe 16.05.2014, 21:11

Mediziner und automatisch dazugepackt bekommen oder nach alter Art nach dem Diplom selbst erarbeitet?

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October2011 16.05.2014, 21:19
@schleudermaxe

Biologe und 4 Jahre dafür gebraucht, größtenteils im Labor. Mein PhD habe ich in England gemacht, das Diplom in Deutschland.

Wobei ein Mediziner nichts "draufgepackt" bekommt. Das Medizinstudium gehört mit zum anspruchsvollstem, was man studieren kann.

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stinkertum 17.05.2014, 09:59
@October2011
Wobei ein Mediziner nichts "draufgepackt" bekommt.

Das Medizinstudium selber ist natürlich anspruchsvoll, der Dr. med. ist aber ein Witz. Man muss sich das nur mal angucken, Auftragsforschung im 6. Semester für irgendeinen Prof., 20 Seiten schreiben, fertig ist die Diss. Jeder normale Doktor schlägt da die Hände über dem Kopf zusammen.

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October2011 17.05.2014, 16:50
@stinkertum

Ja, da stimme ich dir zu.

Ich gönne es aber den Ärzten, denn wie schon geschrieben wurde ich das Studium sehr, sehr anspruchsvoll.

Dafür machten Medizinstudenten früher für 18 Monate ein Arzt im Praktikum durch.

Viele machen den Dr. nur, weil es von den Patienten erwartet wird. Also mit Herr Dr. / Frau Dr. angesprochen werden - da dann jedesmal berichtigen ist auch nicht so toll.

Bei Tierärzten sieht man es öfter, dass sie keinen Dr. vet haben ;-)

October

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Weil die Leute neidisch sind. Hatten keinen Bock auf Schule, verdienen netto 1500 und können sich nichts leisten.

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