Weshalb wehren sich die autochthonen Minderheiten in Frankreich nicht gegen die "Französierung"?

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4 Antworten

Es ist ein schleichender Prozess der schon lange auch in Deutschland stattgefunden hat!

Die germanischen Dialekte, worunter auch das Alemannisch fällt, werden zunehmend durch das genormte "HOCH-Deutsch" verdrängt. Geschrieben wird schon lange auf Hoch-Deutsch, wobei zu früheren Zeiten jeder Dialekt seine eigene Schrift besaß.

Mittlerweile sind große Teile der germanischen Dialekte in der neuen Generation schon verschwunden. Natürlich ist die charakteristische Sprache noch vorhanden, aber viele kennn den ganzen Wortschatz nur noch teilweise, bis gar nicht mehr!

Die Elsäßer können sich nicht wehren, obwohl dort heute noch der Großteil deutschen Ursprungs ist. Viele Deutschen haben dort noch Verwandte.

Leider setzt Frankreich darauf das seine Sprache und seine Kultur durchgesetzt wird. Was auch im französischen Radio zu hören ist. Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz das 90% der Musik im Radio französisch sein muss. Frankreich ist Nationalistisch, was ich persönlich gut finde!

NICHT zu verwechseln mit Nationalsozialismus! Nationalismus ist Patriotismus und die Wahrung der eigenen Kultur.

Trotzdem gebe ich dir Recht, man sollte die anderen Sprachen zumindest in den jeweiligen Gebieten als zweite Amts/Landessprache anerkennen und auch deren Kultur und Traditionen wahren!

Es gibt keine rassischen Gegensätze jedoch gibt es frappante Klassengegensätze in Europa.Die penible Pflege der französischen Sprache ist schlicht lächerlich.Frankreich ist schon seit langem auf dem absteigenden Ast und Französisch ist seit langem keine Weltsprache mehr.

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Die elsässische Regionalsprache beliebtesten Bachelor

Bretonen, wie Basken oder Elsässer hatte ihre Revolution für der Erhalt ihre Sprache, nicht nur in Nizza sind die Straßenschilder 2 Sprachrig ( nicht immer eine Übersetzung)

L'alsacien, langue régionale la plus prisée au baccalauréat - Le

"Auch die Bretonen in der Normandie mussten ihre Muttersprache zu Gunsten der Französischen Sprache aufgeben." - Wo hast du denn den Quatsch her? Niemand da musste seine Sprache aufgeben, schon gar nicht für eine andere. Außerdem heißen die Bretonen Bretonen, weil sie aus der Bretagne kommen, nicht aus der Normandie.

"Fast alle autochthonen Minderheiten nehmen in Frankreich die Assimilation hin:" - Aber dass in Nizza zweisprachige Ortsschilder stehen erscheint dir da nicht als ein Erfolg, die Minderheitensprachen am Leben zu halten? Das fällt dir echt nicht auf?

"Nur in Korsika gab es vor einigen Jahren eine militante Untergrundorganisation, die sich für die Wahrung der korsischen Sprache einsetzten." - Die setzten sich allerdings auch für eine Unabhängigkeit Korsikas ein, so viel ich weiß, da ging es um weit mehr als nur die Sprache.

Dass Sprachen aussterben, ist schade. Aber es geht hier keineswegs darum, dass irgendwelche Sprachen militant unterdrückt werden, das Gegenteil ist der Fall. Außerdem haben die nicht nur ihre Minderheitensprache gesprochen, sondern eben auch alle Französisch. Sie werden also keineswegs "französisiert", sondern waren seit jeher Franzosen.

Du hast leider keine Ahnung. Ich kenn Elsässer deren Grosseltern kein Französisch konnten. Die meisten Elsässer (vor allem in den Dörfern) lernten erst seit 1945 Französisch.Keine dieser Minderheiten spricht seit "jeher" Französisch. Erst seit 1789 lautet in Frankreich die Devise: ein Volk,ein Land, eine Sprache.

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@sosyalist

"Ich kenn Elsässer deren Grosseltern kein Französisch konnten." - Und zu welcher Zeit lebten diese Elsässer Großeltern? Als das Elsass zum Deutschen Reich gehörte vielleicht?

Das ist die Situation der Elsässer... Eine ziemlich umkämpfte Region, Stichwort Elsass-Lothringen. Und ja, da spricht und sprach man auch deutsch. Man wird aber keineswegs unterdrückt, wenn man Deutsch spricht, und eine Devise ist keinesfalls ein Gesetz. Es ist sicher zu beklagen, dass kleinere Sprachen aus dem Alltag verschwinden, aber das ganze gleich als Unterdrückung von Minderheiten anzusehen, wenn Beschilderungen und dergleichen zweisprachig gefertigt werden, ist zu kurz gedacht. Niemand hält die dort Lebenden auf, diese Sprachen zu lernen.

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@hydralernae

nach dem 2.Weltkrieg war es praktische verboten Elsässisch in der Öffentlichkeit zu sprechen.Schüler die im Unterricht die Sprache ihrer Eltern sprachen wurden bestraft und gedmütigt.

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@sosyalist

Das ist auch deutlich bedauerlich, aber dieses Verbot wurde 1950 wieder aufgehoben. Zudem richtete es sich nur gegen diese eine deutsche Mundart, und die waren da nach dem 2. Weltkrieg nicht gerade beliebt, verständlicherweise. Man kann also heute keineswegs davon sprechen, dass in Frankreich eine aktive Unterdrückung der Regionalsprachen stattfindet, gegen die man sich irgendwie wehren müsste. Denn dann gäbe es ganz sicher keine zweisprachigen Beschilderungen, die ja immerhin von offizieller Seite ausgestellt werden.

Frankreich ist mit seiner mangelnden Förderung sicher kein Vorbild in Sachen Sprachpolitik. Aber daraus zu drehen, dass dort sprachliche Minderheiten aktiv politisch unterdrückt werden, ist deutlich zu weit gegriffen.

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