Weshalb verbietet die katholische Kirche den Priestern Heirat und Fortpflanzung?

...komplette Frage anzeigen

30 Antworten

Hallo alexPettyfer

Weshalb die katholische Kirche ihren Priestern die Heirat verbietet, haben Dir andere auf dieser Seite schon erklärt.

Auch auf Deine Frage „Was haltet ihr davon?“ hast Du schon ein Echo.

Da es sich bei dieser Religionsorganisation jedoch um eine Institution handelt, die für sich in Anspruch nimmt, Bewahrerin der Bibel und des christlichen Glaubens zu sein, sollte man - so meine ich - auch fragen:

Was hält die Bibel - oder noch besser: Was hält Gott davon?

Zwar haben es sich zahllose strenggläubige Menschen vieler verschiedener Religionsgemeinschaften im Lauf der Geschichte immer mal wieder selbst erwählt, ehelos zu bleiben. Oftmals, weil sie glaubten, dass allem Fleischlichen und Materiellen „das Böse innewohne“ - und daraus entstand die Philosophie, geistliche Reinheit sei nur durch völligen Verzicht auf sexuelle Handlungen möglich.

Jedoch ist das - wie Du zu Recht in Deiner Frage bemerkst - nicht der Standpunkt der Bibel.

Im Worte Gottes wird die Ehe als eine reine, heilige Gabe Gottes beschrieben. Im Schöpfungsbericht in 1. Mose wird eindeutig gezeigt, dass die Ehe in Gottes Augen „gut“ war und offensichtlich kein Hindernis für ein reines Verhältnis zu Gott darstellte (nachzulesen in 1. Mose 1:26-28, 31; 2:18, 22-24; siehe auch Sprüche 5:15-19).

Der Apostel Petrus und andere anerkannte Diener Gottes, die in der frühen Christenversammlung Autoritätsstellungen innehatten, waren verheiratet (nachzulesen in Matthäus 8:14; Apostelgeschichte 18:2; 21:8, 9; 1. Korinther 9:5).

Außerdem und ganz deutlich wird das auch durch die Anweisungen des Apostels Paulus an Timotheus hinsichtlich der Ernennung von Versammlungsaufsehern oder „Bischöfen“. Er schreibt: „Es muss aber der Bischof untadelhaft sein, e i n e s Weibes Mann“ (1. Timotheus 3:2, katholische Übersetzung von Allioli). Zu beachten ist, dass Paulus mit keiner Silbe andeutet, es würde sich für einen „Bischof“ in irgendeiner Weise nicht gehören, verheiratet zu sein. Paulus wies lediglich darauf hin, dass ein „Bischof“ kein Polygamist sein darf; ist er verheiratet, sollte er nur e i n e Frau haben.

Das Nachschlagewerk Cyclopedia of Biblical, Theological, and Ecclesiastical Literature von McClintock und Strong kommt tatsächlich zu folgendem Resümee: „Keine Passage im N[euen] T[estament] kann als ein Eheverbot für Kleriker im Evangeliumszeitalter interpretiert werden.“

Die Bibel misst somit der Ehe großen Wert bei, andererseits verurteilt sie keineswegs die Ehelosigkeit, sofern sie freiwillig erwählt wurde. In der Bibel wird sie manchen Personen als wünschenswerter Weg empfohlen (1. Korinther 7:7, 8).

David Rice, ein Dominikaner, der das Priesteramt aufgab, um zu heiraten erklärt dazu: „In den ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung „gab es sowohl verheiratete wie unverheiratete Geistliche“.

Dann wurden die nominellen Christen nach Aussage eines anderen Verfassers theologischer Schriften allmählich von einer „Verbindung von hellenistischem und biblischem Gedankengut“ beeinflusst, wodurch eine verdrehte Ansicht über Sexualität und Ehe entstand.

Der Apostel Paulus hatte genau vor einer solchen Entwicklung gewarnt. Er schrieb: „Der Geist [Gottes] sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden . . . Sie verbieten die Heirat“ (1. Timotheus 4:1, 3, Neue Jerusalemer Bibel).

"Vom Glauben abfallen" - das ist schon ein sehr ernst zu nehmender Vorwurf der Bibel!!

‘Die Weisheit erweist sich durch ihre Werke als gerecht’, sagte Jesus Christus (Matthäus 11:19). Genauso hat sich die Torheit, von Gottes Maßstäben abzuweichen, durch ihre Werke oder Auswirkungen als töricht erwiesen.

Ein Autor namens David Rice interviewte etliche Priester aus aller Welt zum Thema Zwangszölibat. Einige Priester, mit denen er sprach, sagten dem Sinn nach: „Man bleibt im Priesteramt, tut so viel Gutes wie möglich, und bedient sich diskret unter all den hingebungsvollen und bewundernden Frauen, die sich sexuell zur Verfügung stellen.

Fortsetzung


Fortsetzung

Und dann zitierte Rice Matthäus 7:20 und erklärte: „ ‚An ihren Taten sollt ihr sie erkennen‘, hat Jesus gesagt.“

Danach kommentierte er die tragischen Folgen des Zwangszölibats mit den Worten: „Die Taten aber, die dem Zwangszölibat entspringen, sind jene Tausende von Männern, die ein Doppelleben führen, die Tausende von Frauen, deren Leben zerstört wird, die Tausende von Kindern, die von ihren geweihten Vätern verschmäht werden, ganz zu schweigen von den lebenden Leichnamen in der Priesterschaft.“

Eine ehrbare Ehe ist ein Segen von Gott. Ein erzwungener Zölibat dagegen hat sich als glaubensschädigend erwiesen.

Und vor diesem Hintergrund muss ich Dir einem Punkt in Deiner Frage widersprechen: Du sagst: „ . . . egal welchem Glauben, welchem Geschlecht oder Hautfarbe sie angehören . . .“

Das mit dem Glauben ist ganz offensichtlich nicht egal! Hätte Jesus sonst wohl gesagt (wie oben zitiert): „ ‚An ihren Taten sollt ihr sie erkennen . . .“? Wenn Du diese Passage in der Bergpredigt im Zusammenhang liest, (in Matthäus 7:13 - 23) dann heißt es im Kontext zum Beispiel:

„Nicht jeder, der zu mir [Jesus] sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“

Er wird sogar noch deutlicher:

„ Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit . . . und in deinem Namen [im Namen Christi] viele Machttaten vollbracht?‘ Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.“

Und am deutlichsten in dieser Textpassage:

„. . .Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.“ . . .

„. . .Ihr werdet also diese [Menschen] wirklich an ihren Früchten erkennen. . .“


Einem denken Menschen drängt sich da schon die Frage auf, ob Christ und Christ das Gleiche ist?

http://www.gutefrage.net/frage/was-bedeuten-die-namen-christentum-oder-christenheit#answer15072115



0
@Abundumzu

Sehr gute und ausführliche Antwort, Abundumzu!

Möge Leser darüber nachdenken und daraus wichtige Schlussfolgerungen ziehen!

LG

JensPeter

0

Katholische Gründe für den Zölibat:

1. Die Berufung Jesu Matthäus 19, 12* "dass man um des Himmelreiches willen auf die Ehe verzichten würde."***** Hier wird übersehen, dass Jesu nur von "etliche" spricht und damit keine allgemeingültige Verpflichtung aufgestellt hat, wenn Menschen sich bereit erklären für die Sache Gottes zu wirken. Paradoxer weise hat er selber Männer zu Apostel berufen, die verheiratet gewesen sind. Paulus weist darauf hin, dass Petrus auf seinen Missionsreisen seine Ehefrau mitgenommen hat.

Ein weiters Argument wäre die Empfehlung des Paulus gewesen in 1. Korinther. 7, 7. 27 Wiederum wird hier eine Aussage etwas unter schoben, was in der Aussage nicht enthalten ist. Schließlich ist ein "Empfehlung" keine verbindliche "Verpflichtung" wie sie später von der Kirche gefordert wurde.

Paulus räumt jedem selber ein seine persönliche Entscheidung zu treffen, ob heiraten möchte oder nicht. Darum ist auch das spätere absolute Verbot der Ehelosigkeit mit der Bibel nicht begründbar. Die Ehrlosigkeit der Priester ist in der jüdischen Tradition nicht zu finden.Generell waren die Priester im Alten Testament verheiratet und ihre Ehe war kein Hindernis für ihren Dienst im jüdischen Tempel. Gleichzeitig wird von der Kirche übersehen, dass auch Paulus die Empfehlung abgegeben hat, dass jeder Bischof verheiratet sein soll und Kinder haben soll. 1. Timotheus 3, 1-7 Bitte nachzulesen.

Nur wenn die Bibel einseitig verwendet wird, kommt man leider zu falschen Schlussfolgerungen und Erklärungen.

2. Kultische Reinheit Diese Begründung ist in der Bibel überhaupt nicht zu finden, sondern entspringt der falschen Vorstellung als würde die sexuelle Beziehung den Menschen verunreinigen. Die sexuelle Beziehung ist von Gott gewollt, gewarnt wird dagegen vor ihrem Missbrauch (Hurerei, partnerschaftliche Untreue/Ehebruch). Genauso wird vor dem Fressen und Saufen gewarnt, dass bedeutet aber nicht, dass man deswegen nichts mehr Essen oder Trinken dürfte. Hier geht also um den Missbrauch und nicht um ein Verbot.

Darum ist es absurd, wenn behauptet wird, dass man wegen der Messfeier keinen sexuelle Beziehung mit seiner Ehefrau haben dürfte. Damit wird der sexuellen Beziehung etwas Unreines unter schoben.

3. Ökonomische Gründe (11. Jhd.) Damit wollte die Kirche nur verhindern, dass der Besitz des Priesters nicht den Kindern übergeben werden kann. Sie war in Wirklichkeit daran interessiert, dass das Eigentum des Priester ihr unterstellt wird. Die selbe Kirche, die einerseits die Armut gepredigt hat, hat anderseits gleichzeitig unermessliche Reichtümer in den letzten eineinhalb tausend Jahren angehäuft. (Macht und Reichtum bestimmte die Kirche).

4. Einsatzfähigkeit Totale Verfügbarkeit des Priester wird verlangt, die mehr Einsatz für die Gemeinde bringen soll. Von dem träumen auch viele weltlichen Unternehmungen. Das Argument geht auf 1. Korinther 7, 32. Denn wer Familie und Kinder hat muss auf sie Rücksicht nehmen. Gleichzeitig wären Priester in schwierigen Zeiten mehr erpressbar, als wenn sie unverheiratet sind.

Man kann einen einzelnen Menschen (ohne Anhang) genauso unter Druck setzen, um ihn gefügig zu machen. Paradox Weise sind ja im Mittelalter nicht die Priester unter Druck gestanden, sondern alle jene, die sich gegen die römische Machtkirche und ihrer unbiblischen Lehren gestellt haben. (Waldenser, Albigenser, Hugenotten, Protestanten, Calvinisten usw.)

In Wirklichkeit fehlt oft den Priestern das Verständnis für das normale Leben vieler Menschen, weil sie von den alltäglichen Sorgen und Nöten der Familien nicht betroffen sind. Sie reden über Dinge von sie persönlich wenig Ahnung haben.

Genauso kann auch ein Menschen nicht permanent und total verfügbar sein. Denn Jeder Mensch braucht den Ausgleich und die Distanz, wenn er auf Dauer gesehen nicht ausbrennen möchte.

Dass viele Menschen aufgrund ihres belasteten Berufsleben ein Bournout erleiden ist allseits bekannt. Ob das auch bei Priestern anzutreffen ist, müsste untersucht werden.

Alle die vorgebrachten Gründe der katholischen Kirche rechtfertigen keinen verpflichteten Zölibat. Selbst auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird eingeräumt,**** "dass die vollkommene Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zwar nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert werde, wie die Praxis der "FRÜHEN KIRCHE und die Tradition in der Ostkirche zeigt"** ** Darum kann man sich beim Zwangszölibat weder auf die Bibel,. noch auf die frühe Kirche berufen, sondern er ist ein Produkt einer späteren Zeit, indem sich das Verständnis über den Dienst in der Kirche eine Veränderung ergeben hat. Dieser spätere Gesinnungswandel ist dafür verantwortlich.

Ergänzung zu Punkt 1, bzw. die Empfehlung des Paulus in 1. Korinther 7, 1ff für die Ehelosigkeit.

Es wird hier völlig übersehen, dass sich Paulus bei seiner Empfehlung zur Ehelosigkeit nicht an eine elitäre Gruppe (Priester) gewandt hat, sondern allgemein an alle Gläubigen zu Korinth.

Er hat seine Empfindung nicht für eine bestimmte Gruppe in der Kirche ausgesprochen, sondern diese allen Gläubigen empfohlen aber nicht als ein allgemeingültiges Gesetz verordnet.

Paulus hat auf die Anfrage der Gemeinde in Bezug der Ehe und der Ehelosigkeit geantwortet.


"Wovon ihr aber geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist gut für den Menschen, keine Frau zu berühren. a) (Er spricht hier von MENSCHEN und nicht von Priestern .b) Leider begründet er nicht warum es besser ist keine Frau zu berühren!)

Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann. (Es sieht so aus als würde man nur aus sexuellen Gründen eine eheliche Beziehung eingehen!!!)

**Das sage ich aber als Erlaubnis und nicht als Gebot.

Ich wollte zwar lieber, alle Menschen wären, wie ich bin, aber jeder hat seine EIGENE GABE von GOTT, der eine so, der andere so.

Wenn sie sich nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser zu heiraten als sich in Begierden zu verzehren."**


Wiederum reduziert Paulus die eheliche Beziehung auf die Sexualität und lässt alle weiteren Aspekte der ehelichen Gemeinschaft außer Acht. (?)

Wichtig ist hier zu beachten, dass Paulus darauf hinweist, dass die Ehelosigkeit eine göttliche Gabe ist, die nicht jeder Mensch bekommen hat. Darum hat auch Jesus schon von den "ETLICHEN" gesprochen.

**Deshalb ist es widersinnig alle zu einem Zölibat zu verpflichten, egal ob es sich dabei um die Gemeindeglieder oder um Priester handeln würde. **

Hier überschreitet die Kirche ihre Kompetenz, indem sie von den Menschen etwas verlangt, was weder Jesus noch die Apostel gefordert haben.

Darum ist es falsch diesen Zölibat obligatorisch zu verlangen, sondern diese Entscheidung muss dem einzelnen überlassen bleiben, ob er heiraten möchte oder nicht.

Hier treffen die Worte Jesu zu: "Sie legen den Menschen schwere Bürden auf, die weder er noch Gott den Menschen auferlegt hat.

0

Betrachten wir es einmal von einer anderen Seite. Zunächst: Ich selbst bin nicht katholisch, gehöre keiner Gemeinschaft an, bin aber sehr spirituell und christlichen Ursprungs. Ich habe mich mit Spiritualität sehr intensiv beschäftigt und dazu auch mit der Bibel, den christlichen Lehren, der jüdischen Lehre und der die Bibel umgebenden Historie. Dies zu Anfang, da Viele etwas von sich geben, was oft nicht nachvollziehbar ist.

Wenn hier jemand schreibt, dass es viele Priester gibt, die mit dem Zölibat, zu dem ja auch, wenn ich es richtig verstehe, bei den Katholiken die sexuelle Enthaltsamkeit gehört, glücklich sind, dann ist das für mich nicht nachvollziehbar? Dann müssen sie krank sein, denn in der Sexualkraft liegt unsere Kreativität. Kreative Menschen sind immer sexuell aktiv. Vermutlich ist das der Grund, weshalb den ZJ - zumindest nach einem Filmbericht - sportliche Aktivitäten untersagt sind. Das regt ja auch die Sexualkraft an. Von Augustinus wird ja auch berichtet, wie er gegen die Sexualität ankämpfen musste.

Also, wie macht man das? Gibt es da unten einen Hahn, den man nach Bedarf auf- und abstellen kann? Und weshalb wurde uns von der Schöpfung diese Kraft geschenkt? Wenn man all diese Dinge überdenkt beginnt man die Satanisten zu verstehen, die sich so nennen, weil sie den Bibelgott als den Verursacher alles Bösen sehen.

Sigmund Freud, der die Psychoanalyse eingeführt hat soll gesagt haben, es gäbe nur eine abnormale Sexualpraktik, nämlich keinen Sex.

Für die Juden - und ich bitte einen Juden mich zu berichtigen, wenn ich falsch liege - war die Ehe ein grundlegender Bestandteil des menschlichen Lebens und seineer Religion. Niemand durfte in der Synagoge und im Tempel sprechen oder predigen, wer nicht verheiratet war. Laut dem Neuen Testament hat Jesus aber mehrfach in Synagogen gepredigt, man nannte ihn sogar Rabbi, was man nie zu einem unverheirateten Mann gesagt hätte. Und wenn er es gewesen wäre, hätte es die Juden so verwundert, dass die Verwunderung ganz sicher mehrfach in der Bibel erwähnt worden wäre. Es ist also absolut absurd zu glauben, Jesus wäre nicht verheiratet gewesen. Wahrscheinlicher ist die Vermutung, dass er in einem armen Land, wie Galiläa, das kaum eine Familie ernährte, sich, nachdem die Kinder groß genug waren, um das Handwerk zu übernehmen, dem zugewendet hat, was ihm lag und was viele Menschen in Galiläa taten. Er lernte bei den Essäern die Heilkunst und begann damit Kranke zu heilen und Tote zu erwecken. Auch nichts Außergewöhnliches in einem heißen Land, wo viele Menschen durch Dehydrierung rasch in eine todesähnliche Starre verfielen. - Doch will ich das hier nicht vertiefen. Es ist nicht das Thema. - Eine Ehelosigkeit kann mit Jesus nicht begründet werden, es sei denn man begehe Geschichtsfälschung.

Es gab allerdings auch bei den sogenannten Heiden sehr viele spirituelle Menschen, die zölibatär lebten. Das heißt, sie waren ehelos, aber keineswegs sexlos. Das Wort Jungfrau kommt ja von Jonfrauen. (Im Urtext heißt es übrigens keineswegs, das eine Jungfrau einen Sohn gebären wird, sondern das eine junge Frau einen Sohn gebären wird, so wenig, wie auf Bethlehem hingewiesen wird, sondern auf Bethlehem-Ephrata, einem ganz anderen Ort. Aber das nur nebenbei.).Die Jonfrauen (jon=allein) oder Hagsien (Verballhornung Hexen), waren die Hainfrauen (Hagsien), die in Hainen lebten und sich einer Gottheit geweiht hatten. Natürlich ließ sich dabei eine Ehe nicht vereinen. Es konnte aber durchaus sein, dass eine solche Hagsie auch ein Kind hatte.

Und wenn es um das Beichtgeheimnis geht, dann bin ich auf jeden Fall für das zölibatäre Leben. Es scheint unmöglich eine Beichte vor der eigenen Frau geheim zu halten. Ich selbst war einige Zeit in einem solchen Amt und war entsetzt zu sehen, wie meine eigenen gebeichteten Geheimnisse die Runde machten. Und zwar erzählte mir meine Frau diese alle aufgrund der Aussage einer anderen über 100 Kilometer entfernten Frau eines Amtsträgers. - Da scheint mir doch ein Mensch mit viel Lebenserfahrung - egal ob Mann oder Frau - der das Wetliche erfahren hat und sich vom Weltlichen zurückzieht, z.B. weil die Kinder groß sind und er sich nun ganz der Spiritualität hingeben will, als Beichtträger sehr viel mehr geeignet. Dieser Mensch wird zölibatär leben, was jedoch nicht die Enthaltsamkeit beinhaltet. Enthaltsam in dem Sinne, dass man sich nicht wahllos mit jedem einlässt, durchaus.

Bleibt noch zu bemerken, dass falsche Enthaltsamkeit zu vielen gesundheitlichen Störungen führt. Am bekanntesten sind allgemein Prostataerkrankungen.

was du da über Jesus schreibst, ist schlicht falsch. Jesus war sicher unverheiratet. Er als Sohn Gottes hätte niemals eine unvollkommene Frau geschwängert - und auch so keinen Sex gehabt. Heute wird der Sex vergöttert, als wäre er das allein selig machende Mittel zum Glück. Dabei sieht man doch allerorten, wohin der Mißbrauch der Sexualität außerhalb der Ehe geführt hat. Es gab noch nie soviele psychisch kranke Menschen wie heute.

Jesus hätte auch nie Frau und Kinder unversorgt gelassen und statt dessen gepredigt. In der Bibel heißt es: "wer für die seinigen und besonders für seine Hausgenossen, nicht sorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger." So hätte Jesus nie gehandelt.

1
@Tiefgang

Was ich über die jüdische Religion und damit über Jesus geschrieben habe ist historische Tatsache. Als Anhänger ZJ passt das verständlicherweise nicht in Dein Vorstellungsbild. Physisch krank durch Sex werden Menschen nur, weil sie falsch eingeführt werden und Sex mit Schuldgefühlen behaftet durchführen. Richtig durchgeführter Sex ist im Gegenteil eine wichtige Voraussetzung für körperliche und geistige Gesundheit. Die Annahme des Jesus als einzigem Sohn Gottes wurde erst ca. 150 n. Chr. von der katholischen Richtung eingeführt. Eine Vorstellung, die für einen Juden schlichtweg unmöglich war. Genauso ist es mit anderen Vorstellungen, die die Grundlage des christlichen Glaubens darstellen. Jeder gute Gerichtsmediziner kann anhand der Beschreibungen der Vorgänge auf Golgatha feststellen, dass Jesus nicht am Kreuze gestorben ist. Bis zum Lanzenstich hat er eindeutig noch gelebt.

Aber ein unabhängiger objektiver Analytiker wird auch anhand der Beschreibung in der Bibel und mit Kenntnis der damaligen historischen und juristischen Hintergründe den Verrat eines Judas aus niederen in Frage stellen, sondern als ausdrücklichen Wunsch Jesu, um vor der römischen Gerichtsbarkeit geschützt zu werden. Was dann durch die Angst der Juden doch nicht gelang.

Pilatus war ein bösartiger Mensch, der wegen seiner Greueltaten nach Judäa zwangsversetzt worden war. Ein Verhalten, wie es die römerfreundliche Bibel beschreibt, war für ihn völlig untypisch.

0

Wie Sonnenschnauz bereits geschrieben hat, hat die Einrichtung des Zölibats historische Gründe und die erkläre ich jetzt hier zum ca. 50. Mal. Vielleicht lernst Du das ja noch mit der Suchfunktion. ;-)

Am Beginn der westlichen Kirche waren Priester und Bischöfe verheiratet, weil Paulus - und das hätte Boss9 auch mal nachlesen können - das ausdrücklich empfahl. Priester lebten mit ihren Familien auf Grund und Boden und in Häusern, die die Kirche eigens dafür erwarb. So etwas wie Gehälter oder öffentlichen Dienst gab es noch nicht. Und auch ein Priester mußte mit seiner Familie ja von irgendwas leben und zwar nicht nur dann, wenn den Gläubigen einfiel, mal was zu spenden. Der Grund und Boden, das Haus und der Hausrat wurden aber beim Tod des Priesters vererbt, nämlich an die Witwe und die Kinder. Nicht jeder Sohn eines Priesters wollte aber wieder Priester werden und daraus ergab sich ein Problem: Die Güter, die die Kirche für das Priestereinkommen angeschafft hatte, gingen nach und nach wieder verloren, ohne daß "automatisch" Nachwuchs da war. Für neue Priester mußte also wieder Einkommen besorgt werden, eine neue Pfründe mußte her. Anders war das bei Ordenspriestern, die wurden von ihrem Orden versorgt und verzichteten ja freiwillig auf persönlichen Besitz und überdies kam aus einem örtlich ansässigen Kloster auch immer wieder Priesternachwuchs. Dieser Vergleich führte im 10., 11. und 12. Jahrhundert dann dazu, daß man den Weltpriestern zunächst die Heirat nicht mehr gestattete, das Konkubinat aber noch erlaubte. Eine Frau nämlich, die nicht rechtsgültig mit ihrem Mann verheiratet war, war auch nicht erbberechtigt und das galt auch für die - nichtehelichen - Kinder. Es ging also dabei zunächst gar nicht um die sexuelle Enthaltsamkeit, sondern um vermögensrechtliche Probleme. Mit der Zeit - und eben durch die Angleichung an die Ordenspriester - nahm man auch den geistlichen Aspekt des Zölibats in den Blick und kam zu dem Schluß, daß alle Priester ehelos UND enthaltsam leben sollten. Das setzte sich dann auch durch, allerdings nicht ohne Widerstand seitens der Geistlichkeit in verschiedenen Ländern. In England etwa behielt man das Konkubinat der Geistlichen verschiedentlich noch bis ins 14. Jahrhundert ganz offiziell bei. HEUTE wird der Zölibat der römischen Kirche ausschließlich geistlich begründet, da der wirtschaftliche Aspekt keine Rolle mehr spielt, Priester bekommen ein Gehalt. Wer Priester wird, nimmt damit auch die Aufgabe auf sich, wie ein Mönch zu leben und sich und seinen Dienst auch in dieser Weise zu vervollkommnen.

Ob das nun gerechtfertigt ist oder nicht, darüber kann man lange diskutieren. Die ursprüngliche Einrichtung des Zölibates hat jedenfalls weder mit Jesus noch mit Paulus zu tun. Gruß, q.

Sehr gut erklärt und so makaber es klingt, gemäß dieser Geschichte hat das Zölibat einfach mit Geld bzw. Vermögen zu tun.

0

Hallo quopiam, das habe ich nicht gewusst. Kannst du mir bitte einen Link verraten, wo ich das finde? Danke für deine Mühe.

0

So habe ich das auch gelernt. Ich hatte gehofft, dass das jemand hier klarstellen würde. Kompetent wie immer - DH!

0

In der BRD werden diese Geistlichen durch die allgemeine Steuer bezahlt, wie Beamte. Die Kirchensteuer ist hierfür nicht vorgesehen.

0

Der Zölibat ist eine von Menschen gemachte Sache aus dem Mittelalter. Damals haben die religiösen Würdenträger jeden Rock jederzeit angehoben um sich zu befriedigen. So steht es in mehr als einem Geschichtsbuch aus der Zeit. Eben, weil sie die beiden Welten gemeinsam beherrschen wollten. Das muss nach hinten los gehen. Sie haben also zunächst mal missachtet, dass das von ihnen vertretene Reich nicht von dieser Welt ist. Und damit ihre eigene Gier zum Leben erweckt. Als dann die Menschen dermaßen die Nase voll hatten dass sie einen Aufstand wagen wollten wurde eingelenkt. Unruhen gab es ja schon zur Genüge. So entstand der Zölibat.

Nun ja. Der sogenannte erste Papst war auch so ein Exemplar: Ein fein redendes Männchen welches alle bis dahin geltenden Regeln aus reiner Faulheit über Bord werfen konnte weil es den in der Gemeinde anwesenden Dämchen vor allen Dingen so gefiel. Bis dahin wurde der Gemeindevorsteher in regelmäßigen Abständen von der Gemeinde gewählt.

Es ist ein sehr weites Feld. Du findest massenweise Literatur dazu. Es macht Sinn, sich einen Ausweis einer öffentlichen Bibliothek zuzulegen welche auch Fernleihe möglich macht. So kommst Du an so manche feine Literatur zum Thema zum Beispiel aus der Badischen Landesbibliothek, der Staatsbibliothek Bayern in München und so fort.

Die katholische Kirche vertritt seit jeher im allgemeinen eine weltabgewandte Religiosität (Ausnahmen gibt es aber). D. h., die Welt mit ihren Versuchungen gilt als Bedrohung des Seelenheils, und man sollte sich von weltlichen Genüssen möglichst fern halten, um Gott möglichst nahe zu sein.

"Wie kann man so stark einer Religion angehören und trotzdem so viele Wertvorstellungen daraus missachten?"

Jeder Mensch hat eine Vielzahl von Identitäten, die alle beeinflussen, was er denkt und tut. Auch Priester sind nicht nur Priester, sondern können außerdem auch SPD-Mitglied, Hobby-Modellbahnbauer, Rassist, Schalke-Fan, Vegetarier und Kettenraucher zugleich sein. Deshalb handelt kein Christ einzig als Christ und auf Basis der Gebote der Bibel ("Gib alles, was du hast, den Armen" und "Wenn dich dein Auge zum Ehebruch verführt, reiße es aus und wirf es fort", "Liebe deine Feinde" stehen sinngemäß in der Bibel, und zwar im NT, das ist also die aktuellste Version der göttlichen Weisungen), kein Muslim einzig aufgrund des Korans usw. Es wäre viel eher erklärungsbedürftig, wenn jemand tatsächlich alle religiösen Weisungen befolgen würde.

Vor Einführung des Zölibats gab es in der Kirche viele Probleme mit dem Thema Sex. Es gab sogar Sexpäpste und Priester, die sich in unbiblischer Weise der Sexualität widmeten. Das konnte man in der Kirche nicht tolerieren. Das Zölibat hat die Probleme verkehrter Sexualität aber nicht lösen können. Da es aber zum Dogma erhoben wurde, kann man heute ohne Gesichtsverlust aus dieser falschen Lehre nicht mehr heraus. Es wäre besser, wenn man so ehrlich wäre, dass dieses Dogma nicht gottgewollt ist und es einfach wieder abschaffen würde. Aber was ist dann mit dem Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes in Lehrfragen? So befindet man sich in einer Falle, die man nicht öffentlich bereinigen kann, selbst wenn man die Fehlerhaftigkeit erkannt hat. Das Problem gibt es nur in der Katholischen Kirche. Das sagt aber nicht, dass es in anderen Kirchen ähnliche Probleme nicht auch gibt, mit Ausnahme der Verpflichtung zur Ehelosigkeit. Die Ehe ist, wie schon von anderen geschrieben, eine heilige Ordnung Gottes. Daran ändert eine menschliche Meinung nichts. Im Gegenteil, es wird nur alles ins Negative verschoben bzw. das Negative verstärkt.

Zur Titelfrage: Es gibt einen praktischen Grund, und der ist, dass Heirat und Fortpflanzung viel Energie und die Investition von Gefühlen erfordern. Zur Frage von "mehren und fortpflanzen": Ein Kind ist so wertvoll, dass es nur durch ein Sakrament genug gewürdigt ist. Zur Frage von "alle Menschen gleich": Die Kirche lehrt, dass alle Menschen von Gott geliebt sind, also haben alle etwas "Gleiches" an sich, ansonsten sind sie aber nicht gleich und sollen auch nicht gleich behandelt werden. Zur Frage, wie man Wertvorstellungen missachten kann: Es gibt eine Hierarchie der Wahrheiten, also die wahren Dinge sind nicht alle gleich wichtig.

Gruss, Mike

Hallo AlexPettyfer,

Ja, Du hast vollkommen recht: Gott hat den Menschen die Fähigkeit verliehen mit Hilfe der wundervollen und schönen ehelichen Liebe Kinder zu zeugen und so Leben weiterzugeben.

Einige interessante Ausführungen können hier anderen Antworten entnommen werden.

Interessant ist, was Gottes Wort, also die Bibel selber zur Ehelosigkeit sagt:

Der Apostel Paulus erörterte die Vorteile, die die Ehelosigkeit hat, vorausgesetzt, daß jemand nicht so sehr darunter leidet, daß er ‘von Leidenschaft entbrannt ist’ und Gefahr läuft unehelichen Geschlechtsverkehr zu begehen, was nach biblischen Grundsätzen Sünde ist.

Ledig zu bleiben ist „besser“, weil man dadurch Gott dienen kann, „ohne sich ablenken zu lassen“ (1Ko 7:1, 2, 8, 9, 29-38; 9:5).

Diese biblisch begründete Ausführung zeigt, das derjenige sich jederzeit anders entscheiden und heiraten kann – bevor er „Sündig“ wird.

Ein Heiratsverbot ist hier nicht abzuleiten.

Wie ist das im Himmel?

(Offenbarung 14:1) . . .Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die seinen Namen und den Namen seines Vaters auf ihrer Stirn geschrieben trugen.

Was diese Texte anbelangt: Die Texte um die hundertvierundvierzigtausend betreffen ausschließlich „himmlische Dinge“ und gelten hier auf der Erde nicht.

Die Zahl hundertvierundvierzigtausend ist fest. Mit „Heirat“ und „Nachwuchs“ würde die zahl hundertvierundvierzigtausend geändert, was nicht der Fall ist. Nebenbei: Für die Interpretation dieser Texte im Kontext ist es gut zu wissen, das in der Bibel treue zum Glauben mit ehelicher Treue vergleicht. Der Begriff „Frau“ bedeutet oft eine „Organisation“, die etwas „hervorbringt“ (gutes oder schlechtes).

Was sagt die Bibel weiter in Bezug auf „Geistliche“ und Heirat?

Einheitsübersetzung 1. Timotheus 3:2 Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren;

Elberfelder: Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfrei, lehrfähig,

Luther 1984: Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren,

An dieser Stelle wird die Bibel missachtet und übergangen.

Und der wahre Gott schaut tatenlos zu?

Nein!

In der Bibel hat er es vorausgesagt und wir sind davor gewarnt:

  1. Timotheus 4:1 Die inspirierte Äußerung aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeitperioden einige vom Glauben abfallen werden, indem sie auf irreführende inspirierte Äußerungen und Lehren von Dämọnen achtgeben, 2 durch die Heuchelei von Menschen, die Lügen reden, die in ihrem Gewissen gebrandmarkt sind, 3 die verbieten zu heiraten und gebieten. . .

Um dem wahren Gott zu dienen kann freiwillige Ehelosigkeit ein Vorteil sein. Regeln dies zu verbieten im Zusammenhang mit theokratischen Ämtern stammt nicht vom wahren Gott und ist eine Handlung im Widerstand gegen Jehova Gott und Christus Jesus. Dies beweist der hier angeführte Bibeltext.

Ist das alles, was der wahre Gott getan hat?

Nein, er hat weiteres prophetisch angekündigt:

In Hesekiel 9:5, 6 oder hier, in

  1. Petrus 4:17 Denn es ist die bestimmte Zeit, daß das Gericht beim Hause Gottes anfange. Wenn es nun zuerst bei uns anfängt, was wird das Ende derer sein, die der guten Botschaft Gottes nicht gehorchen?

Weiteres ist in der Offenbarung zu finden. „Babylon“ bedeutet „Verwirrung“ - hier in Bezug auf die wahre Anbetung:

Hierzu bitte lesen Offenbarung Kapitel 17und Kapitel 18. Folgender Rat wird auszugsweise gegeben:

(Offenbarung 18:4, 5) 4 Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. 5 Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.

Wann wird dies geschehen?

Dies geschieht im Zusammenhang mit dem biblisch angekündigten Weltgericht, allerdings noch vor Har Magedon (Offenbarung 16:16).

Göttlicher Wille kann wird auf Dauer nicht übergangen werden können.

Diese Ausführungen möge zeigen, das eine bessere Kenntnis der Bibel ist immer von großem Nutzen ist.

LG

JensPeter

Mal wieder eine typische JEnsPeter Antwort, gründlich und umfassend. Da erspare ich mir eine eigene Stellungnahme, besser kann man es nämlich nicht sagen.

0
@Regensturm44

Dein letzter Satz ist ganz besonders bemerkenswert: eine bessere Kenntnis der Bibel ist immer von großem Nutzen. Und dabei könnte jeder dieses Vorrecht haben - kostenfrei gemäß Offenbarung: "jeder, der will, komme und nehme Wasser des Lebens kostenfrei". Ich persönlich kann nur sagen, daß ich den Zeugen Jehovas sehr dankbar bin, daß sie sich gebrauchen ließen, um Jehovas Wort, das Wasser des Lebens, kostenfrei anzubieten. Seitdem wurde mein geistiger Hunger und der Durst nach Wahrheit gestillt.

0

Weil sich Priester nicht auf biologischem Wege fortpflanzen. Sie werden auf beruflichen Wegen dazu. Eine Aufhebung des Zölibates würde an ihrer Vermehrung also gar nichts ändern.

...weil die katholoische Kirche vom Apostel Paulus 'gegründet' wurde - und der war zuvor Saulus, ein Lebemann der übelsten Sorte.

Da das Pendel meist von einem Extrem ins andre schwingt, wurde er vom Hurenbock zum Asketen und verteufelte die Sexualität. Im zaubergläubigen Mittelalter hatten die meisten Männer Angst vor der 'Magie' der Frauen (von Hormonen wusste man damals noch nichts) - daher die Hexenverfolgungen.

Der Priester sollte von solchen Abgründen verschont bleiben, um sich voll und ganz der Seelsorge widmen zu können. Wie unrealistisch das ist, will der Vatikan nicht wahrhaben, denn mit vorenthaltener Sexualität und deren neurotischer Umleitung kann man Macht über Menschen gewinnen...

Dies haben sich auch die "von Gott erkorenen" Könige zunutze gemacht, wenn sie Soldaten brauchten, die angeblich fürs Vaterland ihren Kopf hinhalten sollten - tatsächlich aber für Machtgier und maßloses Gewinnstreben der Regierenden sterben durften. Führer ohne königliche Robe sind da auch nicht besser, nur glanzloser.

Der Zölibat hat historische Ursachen, über die hier schon einige berichtet haben. Heute ist der Zölibat ziemlich problematisch geworden.

Einer der Gründe ist die Einsamkeit des Priesters. Er hat in der Regel eine größere Menge an Gemeinden, wo er immer mehr zum Manager wird, zum Spezialisten für die Messe, aber es gibt immer seltener eine Pfarrfamilie, die ihm Rückhalt gibt, die ihn mit seinen Problemen auffängt. Eine Ehefrau könnte da helfen.

Positiv finde ich die Ehelosigkeit, oder besser die Familien- oder Kinderlosigkeit, bei einem Priester, der von seiner Arbeit so aufgefressen wird, dass seine Familie und Kinder darunter leiden würden. (Ist bei evangelischen Pfarrern oft der Fall.) Für manche Professoren gilt das auch, ich glaube, Cambridge und Oxford bevorzugen ehelose Professoren. Für Politiker und andere, die außer für ihren Beruf kaum noch Zeit haben, wäre Familienlosigkeit auch oft vorzuziehen.

Die Orthodoxe Kirche hat eine ganz gute Lösung gefunden: Wer ein höheres Amt in der Kirche bekleiden will, bleibt ehelos. Wer Gemeinde-Priester wird, kann heiraten.

Die Sache sollte pragmatisch geregelt werden, nicht gesetzlich-dogmatisch. Die Apostel waren z. T. ja auch verheiratet.

Es wäre vergleichbar, wenn man von allen Topmanagern und Politkern den Zölibat verlangen würde. (Absurd!)

Leider werden genauso auch viele Männer und Frauen durch das Berufsleben aufgefressen.

Das ist darauf zurück zu führen, dass von den Menschen immer mehr Leistung verlangt wird.

Darum ist diese totale Verfügbarkeit weder in der Kirche noch im Berufsleben. richtig.

Sie ist eine Entartung menschlichen Strebens, wenn die notwendigen Grenzen nicht beachtet werden. Die Folgen sind allseits bekannt.

**Darum ist die totale Verfügbarkeit weder in der Kirche noch im Berufsleben die richtige Lebensweise, weil sie die Menschen früher oder später krank macht.**********

Und wer krank ist denn kann auch nicht mehr brauchen.

0

Der Zölibat ist schuld. Die Kirche wollte verhindern, dass die Priesterwürde weitergegeben wird (ähnlich wie bei einer Königsdynastie oder Handwerkerberufen), um im Mittelalter ihre vorherrschende Rolle nicht an einzelne zu mächtig gewordene Priesterfamilien zu verlieren. Keine Söhne bedeutet Macht und Reichtum bleiben innerhalb kirchlicher Kreise.

Anscheinend hat sich das System bewährt und man sah fortan keinen Grund mehr es zu ändern, obgleich es heute meines Erachtens kontraproduktiv und schlicht unnötig ist!

  • Die Einrichtung des Zölibates ist eine Freiwillige Angelegenheit das der jenige wählt der Römisch katholischer Priester werden will.

  • Möchte das jemand nicht ,dann ist es ihm freigestellt in einer reformierten Kirche Pfarrer zu werden ,dort ist das ja erlaubt.

  • Es wird niemand zum Zölibat gezwungen . Ich kenne eine Menge Prister die Zölibatär leben und damit glücklich und zufrieden sind .

Die triffst du allerdings nicht im TV an ausser Karl Wallner den Abt vom Stift heilig Kreuz,in Wien

Hallo Waldfrosch, Pater Karl Wallner ist zwar ein super Priester, aber der Abt von Heiligenkreuz ist P. Maximilian Heim.

0
@Gritti

Ja das stimmt! War ein Irrtum sorry ..dann ist er der Rektor der Hochschule ??

0

Weil sie es offenbar kann, wieso kann unser Staat nicht einfach anordnen, dass die Bürger mehr Kinder haben - wir sterben langfristig aus - ? Weil er es offenbar nicht kann...

Früher machte das Heirats- und Kinderverbot sogar Sinn, wie bei den Adligen wurden Pfarr- und Bischofs-Posten vererbt, dazu kam die Ernährung von immer mehr Angehörigen, also schaffte man eine Agenda 1000...

Heute macht das eigentlich keinen Sinn mehr, man hält aus Tradition daran fest, ich finde das auch suboptimal, die Frage ist nur, wie lange kann sie das noch verlangen? Der rk Kirche geht der Nachwuchs aus, also ist anzunehmen, dass sie irgendwann etwas ändern, eine Agenda 2020 ist vorstellbar...

  1. Das trifft nicht auf alle zu. Nicht betroffen sind z. B. konvertierte evangelische Pfarrer, die schon verheiratet sind bzw. waren.

  2. Das war eine politische Entscheidung im Mittelalter. Es ging um die Erbfolge innerhalb von Familien. Wenn jemand einen hohen Posten in der Kirche hatte verfügte er über Macht - auch für seine Familie. Gleichzeitig blieben die Erben weg, und der Familienbesitz wurde so nicht zu sehr aufgesplittert. Wenn man nicht heiratet bekommt man keine Kinder. die unehelichen zählten dort ohnehin nichts.

  3. Dies war nicht immer so. Vorher konnten sie verheiratet sein. Die Kirche verbot das erst 1022 (West-Kirche) bzw. 1139 (Ost-Kirche).

  4. Die Rechtfertigungen dazu kannst du ausgiebigst in der Bibliothek deiner Wahl studieren. Vielleicht reicht dir das nicht aus: Wenn du ein offizielles Statement des Vatikan brauchst: Schreib ihnen einfach. Solche Fragen bekommen sie ständig und sie beantworten sie auch.

  5. Was meine Meinung dazu betrifft: Ich bin kein Katholik. Wenn die meinen, dass sie das so machen müssen: Ihr Problem. Ich mische mich da nicht ein. Religionsfreiheit halte ich für ein hohes Gut.

"Schreib ihnen einfach. Solche Fragen bekommen sie ständig und sie beantworten sie auch."

Ist schon viel verlangt! Ist die Antwortschrift auf Latein?

Ich hatte einmal das letzte entsprechende offizielle Dokument (Enzyklika) im Internet gelesen. Ist es wohl schwierig zu finden?

0

Jesus hat in Bezug auf Ehe und Ehelosigkeit auch das gesagt:

Dies Wort fassen nicht alle, sondern nur die, denen es gegeben ist. 12 Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!

Wer aber nicht zu den Letztgenannten gehört, der solle besser nicht katholischer Priester werden wollen.

Ich bin streng römisch-katholisch erzogen worden. Schon als Kind stand ich skeptisch und kritisch vielen Glaubensfragen gegenüber, was damals verurteilt wurde, denn Zweifel bzw. persönliches Nachdenken und Hinterfragen waren nicht erlaubt (man hatte das zu glauben, was gelehrt wurde!).

Mir ist es auch unverständlich, weshalb katholische Priester und Mönche im Zölibat leben müssen. Das wurde von der Institution "Kirche" (Menschenwerk!) so eingerichtet.

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass in nicht wenigen Fällen der Zölibat nur nach außen hin gelebt wird, und "hinter den Kulissen" verbirgt sich das Gegenteil.

Schließlich sind katholische Priester auch Menschen, die dem Kreislauf der Natur mit dem Trieb zur Arterhaltung unterworfen sind. So manch einer davon ist dann auch "abgesprungen", weil er sich verliebt hatte und eine Familie gründen wollte. Soll das wohl "schlimm" sein? Nein, denn wenn man die Bibel zugrunde legt, hat Gott gesagt: "Wachset und mehret euch!"

Grund liegt im Erbrecht. Wenn ein Priester heiraten dürfte dann würde sein Erbe an seine Nachkommen weiter gegeben werden statt an die Kirche. Somit blieb das Eigentum immer in der Kirche.

Das Zölibat, das Verbot zu Heiraten nicht die Enthaltsamkeit, ist aber eine dämonische Lehre so wie es die Bibel klar und deutlich sagt:

"Die inspirierte Äußerung aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeitperioden einige vom Glauben abfallen werden, indem sie auf irreführende inspirierte Äußerungen und Lehren von Dämọnen achtgeben, durch die Heuchelei von Menschen, die Lügen reden, die in ihrem Gewissen gebrandmarkt sind, die verbieten zu heiraten und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung von denen genossen werden, die Glauben haben und die Wahrheit genau erkennen." (1. Timotheus 4:1-3)

Kuck, da passt einiges:

  • irreführende inspirierte Äußerungen (Dreieinigkeitslehre, Unsterbliche Seele)
  • Lehren von Dämonen (Götzendienst)
  • Heuchelei
  • Lügen
  • in ihrem Gewissen gebrandtmarkt
  • Verbot der Heirat (Zölibat)
  • Enthaltsamkeit von Speisen (Kein Fleisch am Freitag)

Na ja, sie zahlt auch Alimente für Priesterkinder.... Heiraten ist eben nicht, das Zölibat gilt eben immer noch.

Was möchtest Du wissen?