Weshalb mischen sich Leute ein und geben oft ihren Senf dazu (beobachte ich sogar bei mir!), obwohl die Angelegenheit sie gar nicht betrifft oder nur indirekt?

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5 Antworten

Die Frage ist zwar sehr allgemein gestellt, aber ich denke "indirekt" ist hier ein gutes Stichwort: Viele Menschen werden oft durch bestimmte Themen getriggert und (unbewusst) emotional erregt und müssen dann reagieren, um ihre Emotionen zu regulieren.

Ein besonders eindrückliches Beispiel, das diesen Effekt zeigt, ist das Thema Fleisch essen, bzw das Gegenteil davon: Gibt es nur einen kleinen Hinweis auf das Thema "vegan", fangen viele an, die mit dem Thema direkt sonst gar nichts zu tun hätten, ganz aktiv mitzureden. Aber indirekt passiert folgendes: Die Aufmerksamkeit wird auf das eigene Verhalten gelenkt, das i.d.R. nicht-vegan ist, also zu Tötung führt und somit meist mit dem impliziten Selbstbild (oft etwas wie "ich bin ein Mensch, der anderen nicht schadet") in Konflikt steht. Dadurch entsteht emotionale Erregung, die sofort mit meist abwertender Diskussion probiert wird zu lösen. In diesem Fall hieße der Effekt Kognitive Dissonanz.

Ähnliche Effekte gibt es bei emotionalen Themen wie Flüchtlinge, generell Politik, Terror, Umweltthemen, in den USA oft Waffen, Rauchen bzw. Drogen im allgemeinen, Gesundheit (usw)

Hallo!

Manche möchten damit anderen einfach nur helfen und tun das vllt. auf eine Art, die wiederum andere als penetrant und wichtigtuerisch empfinden ----> ein klassisches Missverständnis aufgrund der Tatsache, dass die Menschen einfach untereinander tptal verschieden sind!

Einer meiner Bekannten (1935er Jahrgang) zum Beispiel gibt gerne mal auch ungefragt 'nen Rat und meint, anderen "Hilfestellungen" auch bei recht privaten Dingen geben zu müssen -----> den Mann empfinde ich jedoch nie als bevormundend oder als Einmischer, sondern als netten Menschen, der anderen in einem angenehmen, konstruktiven Tonfall wertvolle Tipps aus seiner Lebenserfahrung geben möchte um ihnen zu helfen und ihnen neue Wege zum Ziel aufzuzeigen. Genau das ist auch seine Intention.

Es gibt aber auch genügend Leute, die ihn als altväterlichen, verschrobenen Besserwisser ansehen, der sein Umfeld mit Anekdoten, Geschichten, Weisheiten und Zitaten langweilt -----> weil die Leute verschieden sind. Im Gegenzug nehme ich wiederum bspw. eine Person, die die meisten in meinem Umfeld als total unauffällig und wertneutral bezeichnen, als nervig und affektiert wahr, weil sie das Zeug hat mir mit ihrer Stimme und ihrem mitunter beinahe geschmacklosen Humor auf den Wecker zu gehen!

Letzten Endes hat jeder einen eigenen Grund, wieso er sich "einmischt". Manche haben dabei garnicht das Gefühl sich "einzumischen" ------> diejenigen, denen sie helfen wollen nehmen das jedoch so wahr.

Menschen definieren sich durch das, was sie konsumieren oder eben ihre Einstellung zu bestimmten Themen. "Ich habe auch eine Meinung." und somit ist man auch anwesend für jemanden. 

Gerade in der Zeit wo vegan sein und andere Andersartigkeiten zum Trend werden, teilt man sich immer mehr mit um sein Bild von etwas weiterzugeben. 

Nenne es Mitteilungsbedürfnis, wenn du so möchtest. 

Weil wir Menschen glauben, dass die Ansicht die wir haben immer die Richtige ist. Ganz einfach.

Nur Menschen die ein wenig mehr Hirn haben verstanden, dass jeder Mensch gewisse Dinge aus einem anderen Blickwinkel sieht.

Und genau deshalb mischt man sich nicht in Angelegenheiten ein die einen nichts angehen. Denn man sieht das Ganze ja nicht aus den Augen des Anderen. Und wenn doch, dann "mischt" man sich nicht ein, sondern gibt erst nach Anfrage entsprechende Tipps. Davor nicht.

Weil sie sich dann besser fühlen.

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