Weshalb gehen automatische Uhrwerke generell eher voraus wie hintendrein?

6 Antworten

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Man kann das auf einen einfachen Nenner bringen. Mechanische Uhrwerke werden mit geringem "Vorlauf" regliert, damit die Uhr beim Tragen nicht zu sehr durch Lagefehler und Erschütterungen ins Minus gerät. Es ist besser, zu früh, als zu spät zu kommen. Grundsätzlich kann eine Uhr nach der Reglage auch nach gehen, je nach Tragegewohnheit. Auch bei nachlassender Schmierfähigkeit des Öls und bei Verschmutzungen besteht sogar die Möglichtkeit, dass eine Uhr plötlich flotter geht, als langsamer. Das hat nichts mit dem Aufzugsprinzip zu tun. Wobei automatische Uhren zumindest theoretische die Zeit besser halten, weil die Feder bei ausreichendem Tragen immer voll gespant ist, so dass Unregelmäßigkeiten durch eine nachlassende Federspannung, wie es bei Haundaufzugsuhren unvermeindlich ist, ausgeschlossen sind. Grundsätzlich gilt: Mechanische Uhren benötigen eine regelmäßige Wartung, wenn sie zuverlässig laufen sollen. Das schließt eine Reglage, ab und zu, mit ein. Signifikante Gangveränderungen weisen auf die Notwendigkeit einer Wartung hin.

Grüße

awionik

Es gäbe Erklärungen, obwohl ich es eher nicht glaube, aber wenn Omega das sagt...! Ein großes Problem bei Automatik-Uhren ist das,dass nicht genügend Bewegung zum Aufziehen der Feder erzeugt wird (z.B bei einem Sesselhocker, Computerfreak). Deshalb wird von Uhrmachern auch das Rechts-Tragen empfohlen. Nicht genügend Kraft bedeutet schnellere, kürzere Schwingungen, bedeutet vorgehen!

na, na... ...Nicht genügend Kraft bedeutet schnellere, kürzere Schwingungen, bedeutet vorgehen!.. Schwingungen einer Unruhe (speziell einer freien Hemmung) sind isochron, d.h. die Schwingungsweite hat erstmal keinen Einfluss auf Vorgang oder Nachgang. Eine kürzere Schwingungsweite heißt aber geringere Geschwindigkeit der Unruhe und somit eine höhere Anfälligkeit bei Schwerpunktfehlern der Unruhe (Lagenfehlern) und bei äußerem, dynamischen Einfluss. All dies kann aber auch zu einem Nachgang führen...

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@TomLK

Wo Du recht hast hast Du recht! War mir entfallen! Klar, die Spirale hat bei kleinerer Auslenkung auch eine kleiner Rückstellkraft, also niedrigeres "V" der Unruhe.:o)Sicher, so ist sie auch anfälliger für Störgrößen, was eher ein Nachgehen impliziert und nicht ein Vorgehen! Trotzdem behaupte ich weiter, dass in der Praxis Uhren mit schlechtem Gang, Halbschwingungen mit weniger als 40°, vorgehen!

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Die Aussage ist falsch. Was gemeint gewesen sein könnte ist, dass automatische Uhren genauer gehen als Handaufzugsuhren, da sich durch die Bewegung die Kraft im Federhaus häufiger / eher im optimalen, oberen Federspannungsbereich befindet bzw. im konstanten Bereich befindet wodurch eine Regulage einfacher möglich ist. (Siehe auch Taschenuhren mit Malteserkreuzstellung oder Schiffschronometer mit Kett-SChnecek). ... es sei denn man zieht seine Handaufzugsuhr jede Stunde kurz auf... ;-)

Woher ich das weiß:Beruf – Uhrmachermeister

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