Weshalb decken sich die Erzählungen meiner Uhrgroßeltern nicht mit der offiziellen Geschichtsschreibung?

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9 Antworten

Deine Urgroßeltern haben eine schlimme Zeit erlebt. 

Es geschahen Dinge, die wir aus heutiger Sicht zu Recht verurteilen.  Für deine Urgroßeltern, ist es schwierig, aufzuzeigen, dass wenn sie nicht gleicher Meinung mit der Regierung waren, sich kaum dagegen wehren konnten.

Vielleicht waren sie auch vom Regime begeistert. Haben sich in der einen oder anderen Art dafür eingesetzt. Nun würden sie es vielleicht nicht mehr tun, aber man kann das Rad der Geschichte nicht mehr zurück drehen. 

Es kommt darauf an, was die Urgroßeltern erzählen.Die Erzählungen meiner Großeltern - SPD Anhänger seit jeher - decken sich sehr wohl mit der heutigen Geschichtsschreibung.  Nicht mit der damaligen, das stimmt.

Die haben nicht mal am 1.9.39 an den Endsieg geglaubt.

Möglicherweise, weil es sich um zwei unterschiedliche Blickwinkel handelt.

Weil die deutsche Geschichtsschreibung DIE DEUTSCHEN für alles verantwortlich macht, was unter der Naziherrschaft geschehen ist.

Ich habe die Zeit erlebt. Hitler und Genossen haben alle Gegner, die nicht geflohen sind, z.B. Brand, verfolgt, in KZs eingesperrt oder umgebracht. Andere haben sich geduckt, ohne dass sie das System akzeptiert haben.

Diese Menschen akzeptieren nicht die pauschale Verurteilung durch den immer wiederkehrenden Begriff DIE DEUTSCHEN in der Geschichtsschreibung.

Andere Länder verhalten sich da anders. Sie schreiben wenig oder nichts über die Mitschuld ihrer SS Divisionen, die es in den von deutschen Truppen besetzten europäischen Ländern gab.



earnest 03.07.2017, 23:06

Du kennst offenbar DIE "deutsche Geschichtsschreibung" nicht, wolfgang.

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Es wäre gut, wenn du das etwas konkretisieren würdest, um einschätzen zu können, ob sie etwas verdrängen (also etwas objektiv nachweisbar falsch ist) oder es sich um was subjektiv durchaus anders Interpretierbares handelt.


earnest 03.07.2017, 23:05

Das war doch nur Dampfplauderei des Fragestellers, Manikia.

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Weil jeder seine eigene Sicht des Geschehens hat.

Die Erinnerungen Deiner Großeltern sind subjektiv, die Geschichtsschreibung ist objektiv.

earnest 03.07.2017, 23:03

Das würde ich so nicht für jede Art von Geschichtsschreibung unterschreiben.

Gegenbeispiele: Speers Memoiren und David Irvings Machwerke.

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earnest 04.07.2017, 09:50
@soissesPDF

Ein seltsamer "Papst"...

Habe ich dich richtig verstanden? Du meinst Fest als Beispiel für objektive Geschichtsschreibung - oder für ihr Gegenteil?

Zunächst einmal: Da gibt es keinen "Papst". Und dann meinst du doch sicher nicht, der Ghostwriter von Speers Lügen-Memoiren sei "objektiv" gewesen?

Selbst seine Hitlerbiographie (glänzend geschreiben, zugegeben) ist schon lange umstritten und, zum Beispiel, durch Ian Kershaws "Hitler" längst überholt.

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soissesPDF 04.07.2017, 11:22
@earnest

Ian Kershaw, einverstanden.
Fehlt bislang noch ein Deutscher, das ist bislang Fest.

Objektiv ist nur die Geschichte, die ist so gelaufen wie sie ist.
Die Erinnerung Einzelner wird unschwer abweichen vom Urteil der Geschichte.

Dieses berücksichtigend liest sich Fest "versöhnender", für die Erinnerung der Alten.

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Historiker müssen darauf Rücksicht nehmen, was ihre Arbeit- und Geldgeber gern hören möchten, wenn sie Historiker bleiben möchten.

Bodesurry 02.07.2017, 10:59

Sehr einfach gedacht.

 Ein Historiker arbeitet nicht im luftleeren Raum. Andere Historiker und die Medien nehmen Geschichtsverfälschungen noch so gerne auf und thematisieren sie. 

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earnest 03.07.2017, 23:01

Quatsch.

Die "Arbeitgeber" sind fast immer die Unis oder ähnliche Insitutionen.

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DetlefRuchatz 04.07.2017, 16:53
@earnest

Danke earnest, dass du hier noch einmal so klar herausgestellt hast, wer die Arbeitgeber sind. Ich dachte, das wäre nicht nötig, aber du hast schon Recht. Man kann nie wissen. Sicherheitshalber sollte es gesagt werden.

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