wertmaßstäbe im hinduismus

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo - das ist etwas schwierig, denn "Wertmaßstäbe" wie die monotheistischen Religionen hat der Hinduismus nicht. Es gibt nur das Verbot, der "göttlichen Ordnung", dem "Dharma", zuwider zu handeln.

Hier ist ein wenig über diese Lehre:

Der heilige Brahman ist eine Art unveränderliche heilige Kraft oder Weltformel für das Sein an sich. Das "Dharma", ein unpersönlich waltendes Weltgesetz, duldet keinerlei Hinterfragung und zwingt dem Hindu seinen heiligen Willen in Form einer „göttlichen Lebensweise“ auf. Dies ist das Kastensystem.

Bereits vor der Geburt bestimmt das Dharma den Platz in der gesellschaftlichen Hierarchie und fordert strenge Verhaltensregeln in Familie und Beruf. Diese ursprünglich für die gesamte Menschheit gültige Ordnung soll dem Chaos des irdischen Lebens entgegenwirken und die kosmische Harmonie herstellen.

Ein Zuwiderhandeln gegen die heilige Ordnung ist für den überzeugten Hindu undenkbar. Nur an seinem zugewiesenen Platz und unter Einhaltung der Regeln kann der Gläubige seine Pflicht erfüllen und im Rad der Wiedergeburten die ewige Erlösung in Form eines göttlichen Daseins erlangen.

Und der Buddhismus in dann als Möglichkeit gedacht diese Denkweise zwar beizubehalten aber sich aus diesem "Rad der Wiedergeburten" zu befreien.

0

Hallo KathaKL,

würde jetzt auch das Thema Dharma ansprechen:

http://wiki.yoga-vidya.de/Dharma

Dharma als Ordnung der Gesellschaft

Auf menschlicher Ebene ist Dharma die Ordnung der Gesellschaft, mit verschiedenen Aspekten. Prinzipiell kennt die hinduistische Tradition dreierlei Verpflichtungen:

  • gegenüber Göttern, von denen die Menschen alles bekommen - z.B. durch Gebete und Verehrung
  • gegenüber den Rishis (den Weisen und den Gurus) - z.B. durch Studium der Schriften
  • gegenüber den Vorfahren, von denen die Menschen ihre Körper haben - wird erfüllt z.B. durch das Aufziehen von Nachkommen

Die sozialen Pflichten und Verantwortungen des Varnashrama-Dharma hängen vom Alter, Lebensstadium, Geschlecht, von der Kaste und dem sozialen Status ab. Es gibt unterschiedliche Ordnungen und Gesetze für Personen in einer bestimmten Lebensstufe (Ashrama), sowie verschiedene Vorschriften für die einzelnen Mitglieder der vier Stände der Gesellschaft, die Varnas. Das in den Schriften beschriebene Ideal der vier Lebensstadien (Ashrama) ist mit bestimmten sozialen Pflichten verbunden. Es teilt das Leben eines jeden Menschen in vier Phasen ein:

  • Brahmacarin (Schüler)
  • Grihastha (Haushalter)
  • Vanaprastha (in die Waldeinsamkeit Gehender)
  • Samnyasin (die Welt Aufgebender)

Die Pflicht des Schülers ist, zu lernen und soziale Dienste zu leisten. Als „Haushalter“ soll man heiraten, Kinder haben, die Familie versorgen, den Bedürftigen geben, den sozialen und politischen Bedürfnissen der Gemeinschaft dienen. In die „Waldeinsamkeit“ soll man erst gehen, wenn die familiären Pflichten erfüllt sind. Dann kann man sich von materiellen Dingen lösen und seine eigene Philosophie finden. Die allerletzte Lebensphase ist der Zeitpunkt, die Welt aufzugeben und sein Ziel in der Erlösung zu finden. Die ersten beiden Stufen, Brahmacarin und Grihastha sind in den Hindu-Alltag integriert, selten jedoch geht jemand wirklich in die „Waldeinsamkeit“ oder zieht sich von der Welt völlig zurück. Weit verbreitet ist aber auch in der modernen Welt die Sitte, dass die Älteren alle Aufgaben abgeben und sich innerhalb des Hauses zurückziehen, um sich religiösen Aktivitäten zu widmen.

Der Kastendharma beinhaltet unterschiedliche Gesetze für jede Gruppe der Gesellschaft: Hier weisen die hinduistische Tradition sowie die alten Gesetzgeber jedem innerhalb der Gesellschaft eine bestimmte Aufgabe sowie spezifische moralische Anforderungen zu. Früher musste beispielsweise jeder den Beruf und die Pflichten seiner Familie, seiner Kaste übernehmen. Diese Tradition ist noch immer lebendig, jedoch längst nicht mehr unumstößlich. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, kann heute jeder jeden Beruf ergreifen.

Was möchtest Du wissen?