Werkstatt rückt Auto nicht raus will es aber abschleppen lassen?

2 Antworten

Das Auto wurde also vor vielen Monaten defekt zur Werkstatt gebracht.
Der ursprüngliche Inhaber erlaubte, es so lange dort abzustellen, wie ihr braucht um die Frage "neuer Motor" oder verkaufen zu klären. Braucht man dazu viele Monate? Ich meine, irgendwann erübrigt sich diese Frage.

Und: Wie mir scheint, habt ihr es längst abgemeldet oder zahlt ihr für den unbenutzbaren Schrott weiterhin Steuer und Versicherung?

Der alte Eigentümer hatte damals wohl schon anderes im Kopf und es war ihm schlicht egal. Wenn man jetzt die Abstellerlaubnis als Vertrag für eine Stellplatznutzung betrachtet, die befristet ist, darf man bestimmt schon längst davon ausgehen, dass diese Frist zwischenzeitlich abgelaufen ist, denn so lange braucht man nun wirklich nicht. Unter Berücksichtigung von Treu und Glauben muss ein so großzügiger Werkstattinhaber davon aus gehen, dass die Frage innerhalb von wenigen Tagen, aber doch maximal 4 Wochen geklärt ist.

Habt ihr nicht mitbekommen, dass der Inhaber der Werkstatt zwischenzeitlich gewechselt hat?

Wenn dieser Wechsel schon vor einigen Monaten über die Bühne ging, müßt ihr Euch erst recht vorwerfen lassen, dass Euch das Schicksal des Wagens egal war und ihr vielleicht sogar froh wart, ihn auf diese Weise los zu werden. Abgemeldet auf dem Stellplatz einer Werkstatt? Auch eine Form der Abfallentsorgung. So wird es nämlich vom Gesetz her betrachtet.

Nun verlangt der neue Werkstattbesitzer 100 € pro Monat. Da darf natürlich die Frage erlaubt sein, warum er jetzt erst kommt. Vielleicht hat er einfach nur so lange gebraucht, um heraus zu finden, wem der Schrott gehört. Normalerweise hätte er aber sofort nach Übernahme der Werkstatt oder jedenfalls innerhalb eher kurzer Zeit auf Euch zukommen müssen und nicht erst monatelang warten und dann groß die Hand aufhalten. Das Auto will er nun offenbar als Pfand für die Stellplatzmiete behalten, es aber gleichzeitig einem Abschleppunternehmer in Verwahrung geben. Das geht natürlich auch nicht.

Pfänden darf er, aber nicht auch noch auf Eure Kosten wegschaffen lassen.

Er wird also morgen die Polizei rufen und die Polizei wird womöglich eine Anzeige aufnehmen und ermitteln, wobei aber wohl nichts dabei raus kommen wird.

Er kann einen Abschlepper rufen, aber am Ende wird er auf den Abschleppkosten sitzen bleiben. Man könnte ihm mitteilen, dass er das riskiert.

Wieviel das Auto jetzt noch wert ist, spielt übrigens keine Rolle.
Stellplatzkosten von 100 € je Monat sind auf dem Platz einer KFZ-Werkstatt sicher nicht zu hoch gegriffen. Normale Stellplätze kosten oft schon 50 € oder mehr pro Monat. Die Werkstatt ist entweder gepachtet oder gekauft. In jedem Fall kostet sie dem Inhaber erst einmal eine Menge Geld, das er jeden Monat verdienen muss mit allen Ressourcen über die er verfügt. Ggf. also auch über die Stellplätze. Macht er eine ehrliche Kostenkalkulation und schlägt dann noch Gewinn auf, sind 100 € durchaus realistisch.

Ob er allerdings für die ganze Zeit diese Miete verlangen kann, bzw. für wie lange, ist unter genauer Betrachtung aller Umstände zu klären.

Zwei Lösungsvorschläge: Sprecht mit dem Inhaber, dass ihr durchaus bereit seid, was zu bezahlen. Jedoch nicht für die ganze Zeit und nicht in der Höhe. Macht ihm ein sinnvolles Gegenangebot und sagt ihm, dass ihr keinesfalls bereit seid, die willkürliche Abschleppaktion zu bezahlen. Sollte er aber auf dem vollen Betrag bestehen, solltet ihr erst einmal gar nichts bezahlen, sondern versuchen, schnellstmöglich einen Rechtsanwaltstermin zu bekommen. Rechtsschutzversichert?

Da es doch um erheblich Geld geht, sollte das dann wirklich juristisch sauber geklärt werden.

Nicht rechtsschutzversicherung und das Prozessrisiko zu hoch? Dann zahlt lieber, was er verlangt.

Die Frage, die sich mir stellt: Über mehrere Monate?

Aber gut:

Wenn der neue Eigentümer der Werkstatt das Auto nicht ohne Gegenleistung stehen lassen will, ist das sein gutes Recht.

Es kommt jetzt schlussendlich drauf an, was denn damals vereinbart wurde und ob es da auch Beweise dafür gibt.

Ihr müsst dann auch das Auto entfernen, bzw. entfernen lassen. Auf eure Kosten. Ich glaube aber nicht, dass das dann morgen schon sein muss. Wenn er morgen den Abschleppdienst beauftragt, dann erst Mal auf seine kosten. Kann sein, dass die dann hinterher auch von euch zu tragen sind. Es kommt eben wirklich drauf an, was damals vereinbart wurde. Es handelt sich ja quasi um ein Mietverhältnis. Und das wurde beim Verkauf der Werkstatt mitverkauft. Scheinbar wurde da ja auch darüber informiert. Ob das mit dem Telefonat ausreichend war? Keine Ahnung.

Es bleibt eben beim Anwalt.

Ja über sehr viele Monate sogar. Das Auto ist ein Mercedes mit einer Mengen Probleme gewesen. Jede Werkstatt die den Motor gecheckt hat, hat entweder keinen Fehler gefunden oder einen gefunden, behoben und das Problem war dann immer noch da.

Ich wollte es heute noch entfernen lassen aber er möchte lieber morgen den Abschleppdienst und die Polizei rufen.

Bei dem vorherigen Eigentümer mussten wir nichts bezahlen. 

Ich frage mich halt bloß ob ich die kosten eines Abschleppdienstes zahlen muss, wenn wir das Auto doch entfernen wollten.

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

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@Diamondsfriend

Wenn sich rausstellt, dass er das Auto nicht dulden muss und die Abschleppkosten zum eine ortsüblich und ihr zum anderen keine andere Möglichkeit zum entfernen des Fahrzeugs hattet (Schadenminimierung), dann werdet ihr die wohl komplett übernehmen müssen.

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