Werdet ihr euch für das Volksbegehren "Rettet die Bienen" eintragen lassen?

Das Ergebnis basiert auf 18 Abstimmungen

Ja klar! 55%
Nein, aus keinen Fall! 27%
Weiß ich noch nicht 16%

9 Antworten

Weiß ich noch nicht

Vermutlich unterschreibe ich nicht. Gründe:

  • Mir gefällt schon mal der plakative Aufmacher "Rettet die Bienen" nicht. Erstens sind die abgebildeten Honigbienen noch am allerwenigsten von allen Insekten gefährdet und zweitens störe ich mich sehr daran, dass mal wieder die Honigbiene als emotionaler Aufhänger dienen soll, um Leute zur Unterschrift zu bewegen. Drittens kann man mit einer Unterschrift die Bienen nicht retten. Wichtiger wären andere Maßnahmen.
  • Im Volksbegehren wird sehr stark auf die Landwirtschaft abgestellt und sehr wenig auf den Normalbürger. Dabei könnte jeder einzelne insektenfreundliche Maßnahmen ergreifen. Statt z.B. auf Monokulturen in der Agrarwirtschaft zu schimpfen, könnte man seinen eigenen Garten insektenfreundlicher gestalten. Stattdessen sind Betonwüsten in Mode und das letzte bisschen Grün wird mit Mährobotern kurz gehalten. Statt grünen Hecken, in denen z.B. auch Vögel nisten könnten, werden Gabionen als Begrenzung verwendet. Auch einen Obstbaum könnte jeder Gartenbesitzer pflanzen. Und Balkonbesitzer könnten ihren Balkon mit insektenfreundlichen Pflanzen begrünen, anstatt nur Geranien. Außerdem könnte jeder einzelne gegen Pestizide kämpfen, in dem er einfach mehr Obst und Gemüse regional und bio einkauft.
  • einige der vorgeschlagenen Maßnahmen treffen vor allem die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe, die eigentlich noch am ehesten ökologisch wirtschaften.
  • Im Volksbegehren wird z.B. auch gefordert, dass schon nächstes Jahr 10% der Grünflächen erst nach dem 15. Juni gemäht werden dürfen. Für viele Milchviehbetriebe ist das existenzgefährdend, da sie das Grünfutter dringend für ihre Tiere brauchen. Was wird der Bauer also tun? Die Bauern, die es sich leisten können, werden zufüttern, z.B. mit Soja aus Südamerika. Wirklich super für den Planeten, die Umwelt und so weiter. Klar könnte er auch seinen Viehbestand reduzieren, aber dann hat er weniger Milch zu verkaufen und weniger Einnahmen. Hinzu kommt noch, dass gerade Kühe Gras, das lange gewachsen ist, nicht ganz so gut vertragen (Pferde im übrigen schon). Die Groß-/Massenbetriebe werden Futter im großen Stil zukaufen und kleine Betriebe werden aufgeben.
  • einfach nur mehr Ökolandbau zu fordern, ist blauäugig. Wenn der Bedarf da wäre, gäbe es mehr Ökolandbau. Aber viele Verbraucher sind nicht willens, die höheren Preise zu bezahlen.

Viele Befürworter dieses Volksbegehrens haben sich nach meiner Einschätzung noch gar nicht richtig darüber informiert, sind aber "schon irgendwie für den Artenschutz" und unterschreiben deshalb. Danach setzen sie sich in ihren Betongarten auf ihre Betonterrasse und essen Billigsteaks aus dem Discounter vom 300€Grill, mit dem Gefühl "echt was für die Umwelt" getan zu haben *Polemik Ende*

Natürlich wären alle Maßnahmen (weniger Monokulturen, mehr Blühwiesen, usw....) wünschenswert, aber dafür braucht es in erster Linie kein Volksbegehren, sondern ein gesamtgesellschaftliches Umdenken. Der Pro-Kopf-Fleischverzehr liegt bei 60 Kilo pro Jahr, also mehr als EIN Kilo Fleisch pro Woche. Das wächst nun mal nicht auf den Bäumen, sondern muss irgendwo her kommen. Aus Agrarbetrieben, die so groß und durchoptimiert sind, dass sie trotz niedriger Fleischpreise Gewinne abwerfen.

Und jetzt wieder der Bogen zu dem Volksbegehren: Einfach nur pauschal auf die Landwirte zu schimpfen, ist zu wenig. Jeder einzelne kann was für Insekten und Natur tun.

Natürlich will niemand Pestizide im Essen haben und der Aufschrei ist groß, wenn mal wieder irgendwo PSMs drin sind, wo keine drin sein sollen. Aber die Konsequenz, zukünftig nur noch Bio zu kaufen und den konventionellen Anbau nicht mehr zu unterstützen, ziehen viel zu wenige Menschen.

So, das war nun ein sehr langer Text, den vermutlich nur wenige ganz durchlesen werden ;-)

Weiß ich noch nicht

Als nicht Bayern, kann ich eh nicht abstimmen, aber auf der Homepage der Initiative finde ich erstaunlich wenig, was mit Bienen zu tun hat...

Wenn jemand Bienen retten will, dann kann er doch zur Bienenzuchtanstalt seines Vertrauens, holt sich dort Königinnen und fängt an Bienen zu züchten.

Es ist ja nicht gezwungen, den Honig abzuschöpfen. Er kann die Bienen ja auch "auswildern".

auf der Homepage der Initiative finde ich erstaunlich wenig, was mit Bienen zu tun hat.

Es geht auch nicht direkt um Bienen, sondern um Artenschutz. Die Bienen werden nur als Aufmacher genutzt.

holt sich dort Königinnen und fängt an Bienen zu züchten.

So funktioniert das nicht. Allein nur mit der Königin kannst du exakt gar nichts züchten. Du brauchst ein Volk, am besten einen Schwarm im Frühjahr, um mit der Imkerei beginnen zu können.

Er kann die Bienen ja auch "auswildern".

Nein, kann er nicht. Honigbienenvölker sterben in freier Wildbahn.

3
Nein, aus keinen Fall!

Das Thema Bienensterben (und im Falle Honigbienensterben zu 100%!) und auch Artenschutz ist von irrationalen Überzeugungen, kurzsichtigen Forderungen, polemischen und verkürzten Denkweisen, und zum Teil sogar richtiger Pseudowissenschaft durchzogen.

Es gibt mit Sicherheit kein Honigbienensterben, dies ist ein eiskalter, vollkommen absurder Mythos

https://m.youtube.com/watch?v=fFdqx64qLu8

https://deutscherimkerbund.de/161-Imkerei_in_Deutschland_Zahlen_Daten_Fakten

Die Völkerverluste treten im Winter auf. Allein das macht den gebetsmühlenarrtig widerholten Zusammenhang mit Pestiziden oder gar Glyphosat (! einem Herbizid !) abartig unplausibel.

Es gibt generell keinen vernünftigen Grund, der Landwirtschaft die Hauptschuld an einem- schwerlich gut belegten- "Insektensterben", was immer das dann sein soll, zuzuschieben.

Der ganze Ökobereich... ich habe so viel Wut im Bauch über die Propaganda und das Unwissen dieser Leute, und das gesellschaftliche Klima ist auch noch so dass man dafür beschämt wird, man wäre verschwörungstheoretiker. WAS ICH NICHT BIN.

Das Begehren an sich ist für den Ökolandbau und will hauptsächlich der Landwirtscjaft irgendwelche Klein-klein-Vorschriften machen. Das bringt nichts. Was soll das denn. Ich versteh es nicht.

Das ganze Konzept "Biolandbau" ist im innersten Kern hohl, das merkt nur keiner. Es hat religiöse Züge.

Ich muss sagen was du hier schreibst macht mich als Imker wütend und traurig zugleich. Es gibt ganz klar ein Honigbienensterben. Durch die Pestizide verlieren die Bienen häufig sogar ihre Orientierung und finden nicht mehr zurück. Mein Opa ist auch Imker mit über 50 jahren erfahrung und er muss zusehen, wie das Bienensterben immer schlimmer wird. Und ja auch die insekten werden immer weniger! Hast du schon einmal auf die Windschutzscheibe deines Autos geschaut? Früher war nach sie nach einer kurzen autofahrt voll von Insekten, heuten fast nichtmehr. Alleine daran erkennt man schon wie wenig sie geworden sind. Die Biene ist das wichtigste Insekt überhaupt, wenn es sie nicht mehr gibt gibt es nichts mehr, wir müssten unsere Pflanzen selbst bestäuben was fast unmöglich ist. Ich könnte jetzt noch weiter schreiben aber dann würde der Text zu lang werden. Denn ich möchte einmal auch noch meinen Enkelkindern zeigen können was Insekten sind und zwar nicht nur auf Bildern...

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